Das Abwasser aus Haushalten, Gewerbe- und Industriebetrieben enthält eine Vielzahl an organischen und anorganischen Verschmutzungen, Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor sowie verschiedene Krankheitserreger.
Unsere Kläranlagen sind in der Lage, diese Schadstoffe in den einzelnen Reinigungsstufen soweit zu verringern, dass das gereinigte Abwasser wieder ohne Gefährdung der menschlichen Gesundheit oder Schädigung der Gewässer in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgegeben werden kann. So werden bei einer optimalen Abwasserreinigung neben Kohlenstoffverbindungen vor allem die Nährstoffe Stickstoff und Phosphor, aber auch Schwermetalle, Mikroplastik oder verschiedene Krankheitserreger entfernt, reduziert oder im Klärschlamm gebunden.
Das bedeutet, dass heutige Kläranlagen nicht nur eine mechanische, sondern auch eine biologische Reinigungsstufe aufweisen müssen. Anlagen mit einer ausschließlichen mechanischen Reinigung entsprechen hingegen schon seit vielen Jahren nicht mehr dem Stand der Technik.
Darüber hinaus müssen in den nächsten Jahren aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben (kommunale Abwasserrichtlinie der EU) alle großen Kläranlagen ab 150.000 EW (Einwohnerwerte) und bestimmte mittelgroße Kläranlagen ab 10.000 EW mit erhöhtem Umweltrisiko mit einer sog. 4. Reinigungsstufe ausgestattet werden. Mit den Verfahren der Aktivkohleadsorption, der Ozonung oder durch Verfahrenskombination können dann gezielt Mikroschadstoffe wie beispielsweise Medikamentenrückstände aus dem Abwasser entfernt oder zumindest deutlich reduziert werden.
Kläranlagen werden in Oberösterreich vorrangig von den Gemeinden oder Verbänden betrieben, in denen häusliche Abwässer gemeinsam mit betrieblichen Abwässern gereinigt werden („kommunale Kläranlagen“). Daneben gibt es auch betriebliche Kläranlagen, die hauptsächlich Abwässer aus betrieblichen oder industriellen Produktionsprozessen reinigen.

