Maßnahmen/Projekte
Zwischen der Ebelsberger Brücke und der Eisenbahnbrücke entsteht mit dem Projekt Life IRIS ein umfassend revitalisierter Abschnitt der Unteren Traun. Ziel ist es, den Flussraum ökologisch aufzuwerten, seine natürliche Dynamik zu stärken und wertvolle Lebensräume langfristig zu sichern.
Die Republik Österreich, vertreten durch die Abteilung Wasserwirtschaft des Landes Oberösterreich, setzt dabei Maßnahmen um, die die Flusssohle stabilisieren, den Grundwasserspiegel anheben und vielfältige neue Strukturen schaffen.
Dazu zählen Aufweitungen, Sohlanhebungen, naturnahe Uferbereiche sowie neue Stillgewässer und dynamische Lebensräume für Fische, Vögel, Amphibien und auentypische Pflanzen.
Durch die Rücknahme harter Ufersicherungen und den Einsatz naturnaher Bauweisen entsteht ein abwechslungsreiches Mosaik aus Flachwasserzonen, Kiesbänken, Inseln und Überflutungsflächen – ein wichtiger Schritt für die ökologische Entwicklung der Traun und die Umsetzung europäischer Wasser- und Naturschutzrichtlinien.
Davon profitieren zahlreiche Fischarten aller Entwicklungsstadien, Amphibien, Insekten sowie Vögel und auentypische Säugetiere.
Mit dem Projekt wird also ein wertvoller Beitrag für die ökologische Entwicklung der Unteren Traun, für Artenvielfalt und für die Wiederherstellung einer lebendigen Flusslandschaft geleistet und zeigt, wie ökologische Maßnahmen und Hochwasserschutz erfolgreich miteinander verbunden werden können.
Weiterführende Informationen
Ein Gewinn für Natur und Naherholung
Mit dem feierlichen Spatenstich am 9. Jänner 2026 begann im Herzen von Oberösterreich ein Projekt, das weit über eine bauliche Maßnahme hinausgeht: die umfassende Renaturierung der Krems und des Sulzbachs im Unteren Kremstal. Der Wasserverband Unteres Kremstal setzt dieses Vorhaben gemeinsam mit dem Land Oberösterreich und der Republik Österreich um. Mit einer Investition von rund 19,4 Millionen Euro wird ein starkes Zeichen für lebendige Flüsse, nachhaltigen Hochwasserschutz und eine lebenswerte Region gesetzt.
Ein Fluss bekommt sein Gesicht zurück
Auf einer Länge von rund 4,2 Kilometern und einer Fläche von etwa 18 Hektar – in den Gemeinden Kematen, Piberbach und Kremsmünster – soll die Natur wieder das Ruder übernehmen. Derzeit präsentieren sich Krems und Sulzbach in diesem Abschnitt als technisch regulierte Gerinne mit geradliniger, monotoner Linienführung. Ufer aus Blockwurf, wenig Struktur, kaum Dynamik – eine „Wasserautobahn“, die dem Fluss seine Seele genommen hat.
Die Renaturierung verfolgt daher ein klares Ziel:
Den Flüssen wieder Raum geben. Bewegung ermöglichen. Vielfalt entstehen lassen.
Konkret bedeutet das:
- Schaffung neuer Mäander
- Aufweitung und Abflachung von Uferbereichen
- Entwicklung strukturreicher Flussbetten
- Anlage von Retentions- und Auenflächen
Wo heute noch starre Linien dominieren, sollen künftig geschwungene Wasserläufe, Kiesbänke, Stillwasserzonen und artenreiche Uferlandschaften entstehen. Lebensräume für:
- Fische und Amphibien
- Vögel und Insekten
- seltene Pflanzenarten
- und viele weitere aquatische wie terrestrische Organismen
Mehr als Naturschutz: Sicherheit und Lebensqualität
Das Projekt verbindet Ökologie mit Vorsorge. Denn lebendige Flüsse sind auch sichere Flüsse. Durch zusätzliche Retentionsräume kann Hochwasser künftig besser aufgenommen und verzögert abgeführt werden. Damit verbessert sich nicht nur der ökologische Zustand, sondern auch der Schutz für Siedlungsräume und Infrastruktur.
Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten für die Bevölkerung:
- naturnahe Spazier- und Erholungsräume
- bessere Zugänge zum Wasser
- attraktive Landschaftsräume zum Verweilen
Die Renaturierung wird so zu einem Gewinn für Mensch und Natur gleichermaßen.
Der Weg zur neuen Flusslandschaft
Der Gewässerbezirk Linz führt derzeit vorbereitende Arbeiten im Baufeld durch. Parallel dazu läuft die Ausschreibung für die Bauausführung.
Geplanter Ablauf:
- Frühjahr 2026: Baustart
- Erste Maßnahmen: Baufeldfreimachung Verlegung bestehender Kanäle, Stromleitungen, …
- Anschließend: Abschnittsweise Umsetzung der Renaturierungsmaßnahmen im Vorland und im Gewässer
- Geplante Fertigstellung: Ende 2027
Während dieser Phase kann das Gebiet zeitweise karg und aufgewühlt erscheinen – beinahe wie eine „Mondlandschaft“. Doch Renaturierung ist ein Prozess: Was zunächst roh wirkt, entwickelt sich Schritt für Schritt zu einer vielfältigen, lebendigen Flusslandschaft.
Zusammenarbeit als Fundament
Die Realisierung in diesem Umfang wurde durch die kooperative Bereitschaft der Grundstückseigentümer ermöglicht, die benötigte Flächen über Kauf- und Tauschverträge zur Verfügung stellten. Die fachliche Begleitung und Koordination erfolgte durch die zuständigen Stellen des Landes Oberösterreich dem Gewässerbezirk Linz und der ländlichen Neuordnung.
So entsteht im Unteren Kremstal mehr als ein Bauprojekt.
Es entsteht:
- ein Beitrag zum langfristigen Schutz unserer Gewässer,
- ein nachhaltiges Plus an Hochwassersicherheit,
- und ein neues Stück Lebensqualität für die Region.
Ein Fluss kehrt zurück – nicht nur in sein Bett, sondern in das Bewusstsein der Menschen.
Durch Strukturierungsmaßnahmen in der Großen Mühl, werden zwischen Klaffer am Hochficht und Neufelden, neue Rückzugs- und Lebensräume für die aquatischen Bewohner des Flusses geschaffen.
Maßnahmenziel
Zwischen Klaffer am Hochficht und Neufelden wurden insgesamt 16 Maßnahmenbereiche vorgesehen. Granitblöcke, Baumstämme und Wurzelstöcke sollen Strömung und Flussbett abwechslungsreicher machen, alte Seitenarme wiederbelebt und zugeschüttete Rückzugsräume für Fische freigelegt werden.
Das Ziel der Maßnahmen verfolgt den „mäßig“ bewerteten ökologischen Zustand der Großen Mühl langfristig zu verbessern. Der Großteile der Maßnahmenbereiche liegt zudem im Europaschutzgebiet „Böhmerwald und Mühltäler“.
Granitsteine und Bäume als Strukturelemente
An zahlreichen Stellen wurden einzelne, möglichst verwitterte und abgerundete Granitblöcke ins Flussbett gesetzt. Sie bremsen die Strömung an manchen Stellen und beschleunigen sie an anderen. So entstehen unterschiedliche Wassertiefen, ruhigere Bereiche und Zonen mit stärkerer Strömung und dienen Fischen je nach Altersstadium als Lebensraum.
Durch Einbringung ganzer Baumstämme mit Wurzelstock wurden Initialstrukturen in der Flussmitte errichtet, welche das Flussbett teilen. Die eingebauten Baumstämme mit Wurzelstock wirken dabei wie ein natürlicher Rechen und halten organisches Material zurück. Dadurch wird die Entstehung neuer Strukturen und Lebensräume im Flussbett gefördert.
Auch sogenannte Raubäume kommen zum Einsatz. Dabei wurden ganze Bäume am Ufer verankert. Sie liegen teilweise im Wasser und schaffen sofort Unterstände für Fische sowie Lebensraum für Kleintiere.
Von den umgesetzten Maßnahmen profitieren besonders die in der Großen Mühl typischen Arten wie Bachforelle, Äsche und Koppe.
Sukzessive Gewässerentwicklung
Die geplanten Eingriffe sind als einmalige Maßnahmen gedacht, welche sich in der Großen Mühl sukzessive selbst weiterentwickeln sollen. Aus dem großteils gleichförmigen Gerinne sollen in einzelnen Bereichen wieder Strecken mit unterschiedlichen Strömungen, Tiefen, Kiesflächen und Verstecken entstehen. Damit bekommt die Große Mühl mehr Raum für das, was einen natürlichen Fluss ausmacht und Fische und andere Wasserbewohner bekommen wieder mehr Möglichkeiten, ihren Lebensraum zu nutzen.
Die Umsetzung der Arbeiten erfolgte durch die Gemeinden in Zusammenarbeit mit dem Fischereirevier Rohrbach mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und dem Land Oberösterreich.
Weiterführende Informationen
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Projektseite
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hier geht´s zur Projektseite der Strukturmaßnahmen an der Großen Mühl: mit freundlicher Genehmigung vom Fischereirevier Rohrbach
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Video
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Hier geht´s zum Video „Drohnenflug der Großen Mühl“: mit freundlicher Genehmigung vom Fischereirevier Rohrbach



