In Oberösterreichs Gewässern steckt viel Energie. Die Kraft unserer Gewässer nutzten bereits unsere Vorfahren durch Kleinwasserkraftwerke (Wasserräder) vor allem für Mühlen, Sägewerke und Hammerschmieden. Die günstige geografische Lage von Oberösterreich nördlich der Alpen sorgt für ausreichend Niederschläge und damit für ein gutes Wasserkraftpotential in unseren Gewässern.
Zur Kleinwasserkraft kam nach dem 2.Weltkrieg die Großwasserkraft, vor allem an Donau, Inn, Enns und Traun. Mit der Errichtung der Großkraftwerke folgten die Industrialisierung, der Wirtschaftsaufschwung, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der Wohlstand. Der steigende Strombedarf hat zur Folge, dass heute Donau, Inn und Enns in Oberösterreich fast durchwegs Stauketten bilden.
Die ökologischen Auswirkungen der Querbauwerke im Fluss wurden beim Kraftwerksbau teilweise nicht ausreichend berücksichtigt, da der primäre Fokus auf der Stromerzeugung lag. Erst durch den Widerstand rund um das geplante Donaukraftwerk Hainburg in den 1980er Jahren erlangte das Thema Ökologie im Zusammenhang mit Wasserkraft eine mediale und öffentliche Bedeutung.
Im Jahr 2000 trat die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), umgesetzt im Wasserrechtsgesetz (WRG), in Kraft, die darauf abzielt, spätestens 2027, einen guten ökologischen Zustand für alle natürlichen Gewässer sowie ein gutes ökologisches Potenzial für erheblich veränderte Gewässer zu erreichen. Ziel ist eine Verbesserung und keine weitere Verschlechterung des Zustandes aller Gewässer.
Zur Umsetzung der WRRL hat der/die zuständige Bundesminister/in alle sechs Jahre einen Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP) Link NGP zu erstellen. (s.h. Link zu NGP unten)
In Oberösterreich wurden in Umsetzung der NGP bereits 5 Sanierungsprogramme für Fließgewässer zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit (Fischpassierbarkeit), zur Abgabe von Restwasser und zur strukturellen Verbesserung der Fließgewässer erlassen, um den ökologischen Zustand der Gewässer zu verbessern. Diese Sanierungsprogramme haben auch Auswirkungen auf die Wasserkraft. An den Querbauwerken sind Fischwanderhilfen (außer im 5. Sanierungsprogramm) zu errichten und zu dotieren und in die Ausleitungsstrecken ist ausreichend Restwasser abzugeben. (s.h. Link zu Sanierungsprogramme)
Es gibt im Wesentlichen drei Arten von Wasserkraftanlagen:
- das Laufkraftwerk → nutzt durch ein Querbauwerk den Höhenunterschied im Fluss
- das Ausleitungskraftwerk → durch ein Querbauwerk im Fluss/Bach wird Wasser ausgeleitet, das Kraftwerk liegt am Ausleitungskanal (Mühlbach), das abgearbeitete Triebwasser wird dem Fluss/ Bach wieder zugeleitet, im Fluss/Bach entsteht durch die Ausleitung eine Restwasserstrecke.
- das Speicherkraftwerk → staut Wasser durch einen Stausee im Fluss für Strombedarfsspitzen
Das Pumpspeicherkraftwerk ist zusätzlich mit einer Pumpe ausgestattet, um bei überschüssigem Strom im Netz Wasser aus einem Unterwasserbecken in das Oberwasserbecken bzw. in den Stausee zu pumpen, so wird elektrische Energie wieder in potentielle Energie umgewandelt.
Unterscheidung Klein- und Großwasserkraft:
Liegt die Engpassleistung (EPL) eines Wasserkraftwerkes unter 10 MW, dann spricht man von Kleinwasserkraft. Liegt die EPL über 10 MW, dann spricht man von Großwasserkraft.
Weiterführende Informationen
- Oberösterreichische Sanierungsprogramme für Fließgewässer.
- Nationaler Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP).
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