Aktuelle schutzwasserbauliche Maßnahmen/Projekte

Hier finden Sie einen Überblick über die Bauprogramme und Details zu einzelnen Projekten

Die Zielsetzungen des naturnahen Hochwasserschutzes wurden als 10-Jahresprogramm im Oö. Hochwasserschutzplan festgelegt. Um dem Schutzbedürfnis der Bevölkerung Rechnung zu tragen, werden - unter Berücksichtigung des Raumanspruchs der Fließgewässer - durch die Bundeswasserbauverwaltung als auch durch die Wildbach- und Lawinenverbauung schutzwasserbauliche Maßnahmen gesetzt.

Die Setzung von zielführenden, ökonomisch und ökologisch abgestimmten, schutzwasserwirtschaftlichen Maßnahmen kann sinnvollerweise nur nach Untersuchung und Betrachtung des gesamten Gewässereinzugsgebietes erfolgen. Die aus diesen Gesamtuntersuchungen entwickelten Schutzmaßnahmen (Rückhalt, lineare Schutzbauten, Gerinneaufweitungen, ...) werden in konkreten Detailprojekten durchgeplant und umgesetzt.

Renaturierung Unteres Kremstal

Ein Gewinn für Natur und Naherholung

Mit dem feierlichen Spatenstich am 9. Jänner 2026 begann im Herzen von Oberösterreich ein Projekt, das weit über eine bauliche Maßnahme hinausgeht: die umfassende Renaturierung der Krems und des Sulzbachs im Unteren Kremstal. Der Wasserverband Unteres Kremstal setzt dieses Vorhaben gemeinsam mit dem Land Oberösterreich und der Republik Österreich um. Mit einer Investition von rund 19,4 Millionen Euro wird ein starkes Zeichen für lebendige Flüsse, nachhaltigen Hochwasserschutz und eine lebenswerte Region gesetzt.

Ein Fluss bekommt sein Gesicht zurück

Auf einer Länge von rund 4,2 Kilometern und einer Fläche von etwa 18 Hektar – in den Gemeinden Kematen, Piberbach und Kremsmünster – soll die Natur wieder das Ruder übernehmen. Derzeit präsentieren sich Krems und Sulzbach in diesem Abschnitt als technisch regulierte Gerinne mit geradliniger, monotoner Linienführung. Ufer aus Blockwurf, wenig Struktur, kaum Dynamik – eine „Wasserautobahn“, die dem Fluss seine Seele genommen hat.

Die Renaturierung verfolgt daher ein klares Ziel:
Den Flüssen wieder Raum geben. Bewegung ermöglichen. Vielfalt entstehen lassen.

Konkret bedeutet das:

  • Schaffung neuer Mäander
  • Aufweitung und Abflachung von Uferbereichen
  • Entwicklung strukturreicher Flussbetten
  • Anlage von Retentions- und Auenflächen

Wo heute noch starre Linien dominieren, sollen künftig geschwungene Wasserläufe, Kiesbänke, Stillwasserzonen und artenreiche Uferlandschaften entstehen. Lebensräume für:

  • Fische und Amphibien
  • Vögel und Insekten
  • seltene Pflanzenarten
  • und viele weitere aquatische wie terrestrische Organismen

Mehr als Naturschutz: Sicherheit und Lebensqualität

Das Projekt verbindet Ökologie mit Vorsorge. Denn lebendige Flüsse sind auch sichere Flüsse. Durch zusätzliche Retentionsräume kann Hochwasser künftig besser aufgenommen und verzögert abgeführt werden. Damit verbessert sich nicht nur der ökologische Zustand, sondern auch der Schutz für Siedlungsräume und Infrastruktur.

Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten für die Bevölkerung:

  • naturnahe Spazier- und Erholungsräume
  • bessere Zugänge zum Wasser
  • attraktive Landschaftsräume zum Verweilen

Die Renaturierung wird so zu einem Gewinn für Mensch und Natur gleichermaßen.

Der Weg zur neuen Flusslandschaft

Der Gewässerbezirk Linz führt derzeit vorbereitende Arbeiten im Baufeld durch. Parallel dazu läuft die Ausschreibung für die Bauausführung.

Geplanter Ablauf:

  • Frühjahr 2026: Baustart
  • Erste Maßnahmen: Baufeldfreimachung Verlegung bestehender Kanäle, Stromleitungen, …
  • Anschließend: Abschnittsweise Umsetzung der Renaturierungsmaßnahmen im Vorland und im Gewässer
  • Geplante Fertigstellung: Ende 2027

Während dieser Phase kann das Gebiet zeitweise karg und aufgewühlt erscheinen – beinahe wie eine „Mondlandschaft“. Doch Renaturierung ist ein Prozess: Was zunächst roh wirkt, entwickelt sich Schritt für Schritt zu einer vielfältigen, lebendigen Flusslandschaft.

Zusammenarbeit als Fundament

Die Realisierung in diesem Umfang wurde durch die kooperative Bereitschaft der Grundstückseigentümer ermöglicht, die benötigte Flächen über Kauf- und Tauschverträge zur Verfügung stellten. Die fachliche Begleitung und Koordination erfolgte durch die zuständigen Stellen des Landes Oberösterreich dem Gewässerbezirk Linz und der ländlichen Neuordnung.

So entsteht im Unteren Kremstal mehr als ein Bauprojekt.
Es entsteht:

  • ein Beitrag zum langfristigen Schutz unserer Gewässer,
  • ein nachhaltiges Plus an Hochwassersicherheit,
  • und ein neues Stück Lebensqualität für die Region.

Ein Fluss kehrt zurück – nicht nur in sein Bett, sondern in das Bewusstsein der Menschen.