Maßnahmen/Projekte
Gemäß Artikel 8 des „Vertrages zwischen Bayern und Österreich, beschlossen zu Salzburg am 24. Dezember 1820 die Richtung der nassen Grenze an den Flüssen Saale und Salzach betreffend“ sind durch die Wasserbauverwaltungen einmal jährlich nach dem Verlauf der Sommerhochwässer die Flüsse gemeinschaftlich zu bereisen, sich gegenseitig über die Erreichung und Erhaltung der vorgesehenen Rektifikationslinie zu verstehen ....“
Nach gut 100 Jahren wurde nun über EU Fördermittel (75%) ein gemeinsames Arbeitsboot finanziert. In Zukunft können die erforderlichen Bereisungen von Bayern und Oberösterreich mit dem gemeinsam finanzierten Arbeitsboot durchgeführt werden.
Neben diesen Bereisungen der nassen Grenze plant die Republik Österreich und der Freistaat Bayern seit ca. 25 Jahren gemeinsame Maßnahmen, um die fortschreitende Sohleintiefung der Salzach zu stoppen.
Nach einer wasserwirtschaftlichen Rahmenuntersuchung erfolgten eine Variantenuntersuchung mehrerer Sanierungsmaßnahmen und eine generelle Maßnahmenplanung. Für einen rd. 3 km langen Salzachabschnitt zwischen der Tittmoniger Brücke und der Nonnreiter Enge wurden mittlerweile Projekte auf österreichischer und bayrischer Seite umgesetzt, die eine Verbreiterung der Salzach von derzeit 110 m auf rund 200 m bewirkte.
Mit dieser Maßnahme wurde die Flusssohle wieder angehoben bzw. stabilisiert und auch der ökomorphologische Zustand der Salzach gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie wesentlich verbessert werden.
Aktuell werden die Planungsunterlagen für einen weiteren ca. 6km langen Renaturierungsabschnitt flussauf der Tittonninger Brücke erstellt. Auch in diesem Abschnitt soll auf österreichischer Seite die Sicherung entfernt und der Salzach die Möglichkeit zur Verbreiterung gegeben werden. Die Bauumsetzung ist für die Jahre 2027 – 2029 vorgesehen.
Am 5. Mai 2026 wurde das gemeinsame Arbeitsboot durch die Patin Direktorin DI Daniela König im Beisein von Festgästen aus Bayern und Österreich feierlich getauft.
Die Projektpartner sind:
- Gewässerbezirk Braunau als Vertretung der Bundeswasserbauverwaltung - Republik Österreich
- Wasserwirtschaftsamt Traunstein als Vertretung der Wasserwirtschaft Bayern – Freistaat Bayern
Am 24. September 2025 erfolgte in St. Georgen im Attergau der feierliche Spatenstich für das Hochwasserschutzprojekt Attergau. Geladen hat die Gemeinde St. Georgen im Attergau und gefeiert wurde im Zeughaus der Freiwilligen Feuerwehr Thalham-Bergham. Mit dem symbolischen Startschuss beginnt die Umsetzung eines Vorhabens, das künftig mehrere hundert Menschen sowie wichtige Infrastrukturen nachhaltig vor Hochwasser schützen wird.
Großprojekt mit regionaler Tragweite
Die Gemeinden St. Georgen, Straß, Berg und Vöcklamarkt haben sich im Hochwasserschutzverband Attergau zusammengeschlossen, um gemeinsam ein umfassendes Schutzkonzept für die Bevölkerung und die regionale Infrastruktur zu realisieren. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 22 Millionen Euro, wovon das BMLUK etwa 11 Millionen Euro übernimmt. Das restliche Budget wird durch das Land Oberösterreich sowie den Hochwasserschutzverband getragen. Der Bauzeitraum reicht von Juni 2025 bis Dezember 2027.
Besonderes Augenmerk wird bei der Umsetzung darauf gelegt, technische Schutzbauten mit ökologischen Maßnahmen zu verbinden. Die naturnahe Gestaltung der Rückhalteräume schafft wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere, fördert die Biodiversität und trägt zur ökologischen Aufwertung des Projektgebietes bei. So entsteht ein Projekt, das Sicherheit und Lebensqualität der Bevölkerung gleichermaßen verbessert.
Maßnahmen im Überblick
Im Mittelpunkt des Projekts stehen drei große, nicht gesteuerte Retentionsbecken mit einem Rückhaltevolumen von insgesamt rund 700.000 m³ Wasser. Diese Speicherbecken werden in Erdbauweise errichtet und begrünt, sodass sie sich harmonisch in die Landschaft einfügen und gleichzeitig neue ökologische Räume entstehen lassen.
Neben der Dürren Ager werden auch der Klausbach und der Sagerbach in das Hochwasserschutzkonzept eingebunden. Eine umfassende Abflussuntersuchung hatte gezeigt, dass bestehende Engstellen, allen voran die Brücke der Attergaustraße über die Dürre Ager, derzeit nur eine Abflussleistung von etwa 56 m³/s zulassen. Bei einem 100-jährlichen Hochwasser (HQ100) wären daher großflächige Überflutungen im Ortsgebiet von St. Georgen zu erwarten. Durch die Errichtung der Rückhaltebecken und weiteren baulichen Maßnahmen können künftig Abflüsse von bis zu 84 m³/s gezielt kontrolliert werden.
Damit wird nicht nur die Siedlungsstruktur, sondern auch wichtige Infrastruktur wie Verkehrswege und wirtschaftliche Einrichtungen nachhaltig geschützt. Insgesamt profitieren von den Maßnahmen rund 850 Menschen und 286 Objekte im Projektgebiet.
Weiterführende Informationen
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Infoblatt HWS Attergau
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HOCHWASSERSCHUTZ - Attergau an der Dürren Ager, Klausbach und Sagererbach




