Aktuelle schutzwasserbauliche und ökologische Maßnahmen/Projekte

Hier finden Sie einen Überblick über die Bauprogramme und Details zu einzelnen Projekten

Maßnahmen/Projekte

Zwischen der Ebelsberger Brücke und der Eisenbahnbrücke entsteht mit dem Projekt Life IRIS ein umfassend revitalisierter Abschnitt der Unteren Traun. Ziel ist es, den Flussraum ökologisch aufzuwerten, seine natürliche Dynamik zu stärken und wertvolle Lebensräume langfristig zu sichern.

Die Republik Österreich, vertreten durch die Abteilung Wasserwirtschaft des Landes Oberösterreich, setzt dabei Maßnahmen um, die die Flusssohle stabilisieren, den Grundwasserspiegel anheben und vielfältige neue Strukturen schaffen.

Dazu zählen Aufweitungen, Sohlanhebungen, naturnahe Uferbereiche sowie neue Stillgewässer und dynamische Lebensräume für Fische, Vögel, Amphibien und auentypische Pflanzen.

Durch die Rücknahme harter Ufersicherungen und den Einsatz naturnaher Bauweisen entsteht ein abwechslungsreiches Mosaik aus Flachwasserzonen, Kiesbänken, Inseln und Überflutungsflächen – ein wichtiger Schritt für die ökologische Entwicklung der Traun und die Umsetzung europäischer Wasser- und Naturschutzrichtlinien.

Davon profitieren zahlreiche Fischarten aller Entwicklungsstadien, Amphibien, Insekten sowie Vögel und auentypische Säugetiere.

Mit dem Projekt wird also ein wertvoller Beitrag für die ökologische Entwicklung der Unteren Traun, für Artenvielfalt und für die Wiederherstellung einer lebendigen Flusslandschaft geleistet und zeigt, wie ökologische Maßnahmen und Hochwasserschutz erfolgreich miteinander verbunden werden können.

Weiterführende Informationen

Am 24. September 2025 erfolgte in St. Georgen im Attergau der feierliche Spatenstich für das Hochwasserschutzprojekt Attergau. Geladen hat die Gemeinde St. Georgen im Attergau und gefeiert wurde im Zeughaus der Freiwilligen Feuerwehr Thalham-Bergham.  Mit dem symbolischen Startschuss beginnt die Umsetzung eines Vorhabens, das künftig mehrere hundert Menschen sowie wichtige Infrastrukturen nachhaltig vor Hochwasser schützen wird.

Großprojekt mit regionaler Tragweite

Die Gemeinden St. Georgen, Straß, Berg und Vöcklamarkt haben sich im Hochwasserschutzverband Attergau zusammengeschlossen, um gemeinsam ein umfassendes Schutzkonzept für die Bevölkerung und die regionale Infrastruktur zu realisieren. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 22 Millionen Euro, wovon das BMLUK etwa 11 Millionen Euro übernimmt. Das restliche Budget wird durch das Land Oberösterreich sowie den Hochwasserschutzverband getragen. Der Bauzeitraum reicht von Juni 2025 bis Dezember 2027.

Besonderes Augenmerk wird bei der Umsetzung darauf gelegt, technische Schutzbauten mit ökologischen Maßnahmen zu verbinden. Die naturnahe Gestaltung der Rückhalteräume schafft wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere, fördert die Biodiversität und trägt zur ökologischen Aufwertung des Projektgebietes bei. So entsteht ein Projekt, das Sicherheit und Lebensqualität der Bevölkerung gleichermaßen verbessert.

Maßnahmen im Überblick

Im Mittelpunkt des Projekts stehen drei große, nicht gesteuerte Retentionsbecken mit einem Rückhaltevolumen von insgesamt rund 700.000 m³ Wasser. Diese Speicherbecken werden in Erdbauweise errichtet und begrünt, sodass sie sich harmonisch in die Landschaft einfügen und gleichzeitig neue ökologische Räume entstehen lassen.

Neben der Dürren Ager werden auch der Klausbach und der Sagerbach in das Hochwasserschutzkonzept eingebunden. Eine umfassende Abflussuntersuchung hatte gezeigt, dass bestehende Engstellen, allen voran die Brücke der Attergaustraße über die Dürre Ager, derzeit nur eine Abflussleistung von etwa 56 m³/s zulassen. Bei einem 100-jährlichen Hochwasser (HQ100) wären daher großflächige Überflutungen im Ortsgebiet von St. Georgen zu erwarten. Durch die Errichtung der Rückhaltebecken und weiteren baulichen Maßnahmen können künftig Abflüsse von bis zu 84 m³/s gezielt kontrolliert werden.

Damit wird nicht nur die Siedlungsstruktur, sondern auch wichtige Infrastruktur wie Verkehrswege und wirtschaftliche Einrichtungen nachhaltig geschützt. Insgesamt profitieren von den Maßnahmen rund 850 Menschen und 286 Objekte im Projektgebiet.

Weiterführende Informationen

Ein Gewinn für Natur und Naherholung

Mit dem feierlichen Spatenstich am 9. Jänner 2026 begann im Herzen von Oberösterreich ein Projekt, das weit über eine bauliche Maßnahme hinausgeht: die umfassende Renaturierung der Krems und des Sulzbachs im Unteren Kremstal. Der Wasserverband Unteres Kremstal setzt dieses Vorhaben gemeinsam mit dem Land Oberösterreich und der Republik Österreich um. Mit einer Investition von rund 19,4 Millionen Euro wird ein starkes Zeichen für lebendige Flüsse, nachhaltigen Hochwasserschutz und eine lebenswerte Region gesetzt.

Ein Fluss bekommt sein Gesicht zurück

Auf einer Länge von rund 4,2 Kilometern und einer Fläche von etwa 18 Hektar – in den Gemeinden Kematen, Piberbach und Kremsmünster – soll die Natur wieder das Ruder übernehmen. Derzeit präsentieren sich Krems und Sulzbach in diesem Abschnitt als technisch regulierte Gerinne mit geradliniger, monotoner Linienführung. Ufer aus Blockwurf, wenig Struktur, kaum Dynamik – eine „Wasserautobahn“, die dem Fluss seine Seele genommen hat.

Die Renaturierung verfolgt daher ein klares Ziel:
Den Flüssen wieder Raum geben. Bewegung ermöglichen. Vielfalt entstehen lassen.

Konkret bedeutet das:

  • Schaffung neuer Mäander
  • Aufweitung und Abflachung von Uferbereichen
  • Entwicklung strukturreicher Flussbetten
  • Anlage von Retentions- und Auenflächen

Wo heute noch starre Linien dominieren, sollen künftig geschwungene Wasserläufe, Kiesbänke, Stillwasserzonen und artenreiche Uferlandschaften entstehen. Lebensräume für:

  • Fische und Amphibien
  • Vögel und Insekten
  • seltene Pflanzenarten
  • und viele weitere aquatische wie terrestrische Organismen

Mehr als Naturschutz: Sicherheit und Lebensqualität

Das Projekt verbindet Ökologie mit Vorsorge. Denn lebendige Flüsse sind auch sichere Flüsse. Durch zusätzliche Retentionsräume kann Hochwasser künftig besser aufgenommen und verzögert abgeführt werden. Damit verbessert sich nicht nur der ökologische Zustand, sondern auch der Schutz für Siedlungsräume und Infrastruktur.

Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten für die Bevölkerung:

  • naturnahe Spazier- und Erholungsräume
  • bessere Zugänge zum Wasser
  • attraktive Landschaftsräume zum Verweilen

Die Renaturierung wird so zu einem Gewinn für Mensch und Natur gleichermaßen.

Der Weg zur neuen Flusslandschaft

Der Gewässerbezirk Linz führt derzeit vorbereitende Arbeiten im Baufeld durch. Parallel dazu läuft die Ausschreibung für die Bauausführung.

Geplanter Ablauf:

  • Frühjahr 2026: Baustart
  • Erste Maßnahmen: Baufeldfreimachung Verlegung bestehender Kanäle, Stromleitungen, …
  • Anschließend: Abschnittsweise Umsetzung der Renaturierungsmaßnahmen im Vorland und im Gewässer
  • Geplante Fertigstellung: Ende 2027

Während dieser Phase kann das Gebiet zeitweise karg und aufgewühlt erscheinen – beinahe wie eine „Mondlandschaft“. Doch Renaturierung ist ein Prozess: Was zunächst roh wirkt, entwickelt sich Schritt für Schritt zu einer vielfältigen, lebendigen Flusslandschaft.

Zusammenarbeit als Fundament

Die Realisierung in diesem Umfang wurde durch die kooperative Bereitschaft der Grundstückseigentümer ermöglicht, die benötigte Flächen über Kauf- und Tauschverträge zur Verfügung stellten. Die fachliche Begleitung und Koordination erfolgte durch die zuständigen Stellen des Landes Oberösterreich dem Gewässerbezirk Linz und der ländlichen Neuordnung.

So entsteht im Unteren Kremstal mehr als ein Bauprojekt.
Es entsteht:

  • ein Beitrag zum langfristigen Schutz unserer Gewässer,
  • ein nachhaltiges Plus an Hochwassersicherheit,
  • und ein neues Stück Lebensqualität für die Region.

Ein Fluss kehrt zurück – nicht nur in sein Bett, sondern in das Bewusstsein der Menschen.

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an: