Wenn Sie Ihr Trinkwasser aus einer öffentlichen Wasserversorgungsanlage beziehen (z.B. von einer Gemeinde oder von einer Wassergenossenschaft) ist es nicht erforderlich und in den allermeisten Fällen auch nicht sinnvoll, eine Wasseraufbereitungsanlage zu installieren.
Ihr Wasserversorger sorgt vor und überprüft regelmäßig, dass Ihr Wasser in bester Qualität und natürlich entsprechend den Vorgaben der Trinkwasserverordnung zu Ihnen nach Hause geliefert wird, sodass auch bei lebenslangem Genuss keinerlei gesundheitliche Bedenken bestehen.
Wasser ist ein Naturprodukt, das je nach Region auch unterschiedlichen Charakter, etwa im Hinblick auf enthaltene Mineralien und Spurenelemente aufweist. Weicheres oder härteres Wasser ist daher weder besser noch schlechter, es spiegelt die natürliche Geologie des Gewinnungsgebietes wider. Hartes Wasser enthält mehr wichtige Mineralien (Kalzium, Magnesium) und wird von den meisten Menschen der Geschmack als „voller“ oder „kräftiger“ empfunden.
Bei Erwärmung des Wassers kann Kalk ausfallen, beim Verdunsten von Wassertropfen bleibt Kalk zurück. Dies sind technische Unannehmlichkeiten, die allerdings in vielen Fällen einfach vermieden oder beseitigt werden können (z.B. Trockenwischen von Armaturen nach dem Gebrauch, regelmäßiges Entkalken von Wasserkochern oder Kaffeemaschinen, Aufheizen des Warmwassers nicht über die erforderliche Temperatur etc.). Eine Enthärtungsanlage zur Aufbereitung des Trinkwassers ist daher in der Regel nicht erforderlich. Ungeeignete oder nicht ordnungsgemäß betriebene oder gewartete Aufbereitungsgeräte können zu einer nachteiligen, unter Umständen sogar hygienisch bedenklichen Beeinflussung der Beschaffenheit des abgegebenen Wassers führen.
Auf dem Markt finden sich auch Geräte, für die keine belegbare physikalische oder chemische Wirkungsweise existiert. Diese Methoden sind dem esoterischen Milieu zuzuordnen, dazu zählen etwa belebtes, levitiertes, energetisiertes, vitalisiertes, entstörtes, informiertes etc. Wasser oder rituelle Anwendungen. Die für solche Geräte angeführte Wirkung ist weder wissenschaftlich nachgewiesen noch unter objektiven Bedingungen nachvollziehbar.
Wenn Sie Ihr Trinkwasser aus einer eigenen, privaten Wasserversorgungsanlage beziehen („Hausbrunnen“), sollte anhand einer umfassenden Trinkwasseruntersuchung und einer Ortsbesichtigung der Anlage geklärt werden, ob bzw. welche Aufbereitung des Wassers erforderlich, möglich und sinnvoll ist.
Allfällige Mängel der Wasserbeschaffenheit sollten vorrangig durch hygienische Maßnahmen bei der Wasserfassung beseitigt werden (Sanierung der Anlagenteile, Schutz des näheren Einzugsbereiches. Es sollte in diesen Fällen auch die Möglichkeit einer Ersatzversorgung mit einwandfreiem Trinkwasser geprüft werden (z.B. Anschluss an eine öffentliche Versorgungsanlage). Bei Beeinträchtigungen, welche auf das Rohrleitungsmaterial in der Hausinstallation oder auf die Entnahmearmatur zurückzuführen sind, ist eine Sanierung oder der Ersatz der Installation erforderlich.
Erst wenn die zuvor genannten Maßnahmen nicht zielführend sind, sollte der Einsatz von Geräten zur Trinkwasseraufbereitung oder Desinfektion in Betracht gezogen werden. Für eine professionelle und unabhängige Beratung sollten akkreditierte Trinkwasserlabors befugte Trinkwassergutacher bzw. Planungsbüros beigezogen werden, bevor eine übereilte Kaufentscheidung (durch Besuche von Verkaufsmessen etc.) getroffen wird. Auch physikalische-chemische Aufbereitungsanlagen oder Desinfektionsanlagen für den Haushalt bedürfen einer auf den jeweiligen Einzelfall abgestimmten, fachgerechten Planung und Auslegung. Eine wirkungsvolle „Allzweck-Aufbereitung“ oder Aufbereitungsanlage „von der Stange“ gibt es nicht.
