Amt der Oö. Landesregierung
4021 Linz • Landhausplatz 1

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Forstschutz: Vorbeugung von Schäden und Wiederherstellung von Wäldern nach Waldbränden, Naturkatastrophen und Katastrophenereignissen - Forstschutz (Vorhabensart 8.4.1)

Wer wird gefördert?

Bewirtschafter und Bewirtschafterinnen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe:

Personen (natürliche, juristische und Personenvereinigungen), die einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb im eigenen Namen und auf eigene Rechnung bewirtschaften.

 

Sonstige Förderungswerber:

Waldbesitzervereinigungen, Agrargemeinschaften, Nutzungsberechtigte, Körperschaften öffentlichen Rechts im Bereich der Forstwirtschaft, Gebietskörperschaften

Was wird gefördert?

  • Vorlage, Kontrolle und rechtzeitige Entfernung von Fangbäumen gegen Buchdrucker und Kupferstecher
  • Verhacken von befallenem oder befallsfähigem frischen Fichten-Restholz

  • Einsatz von Mulchgeräten gegen Borkenkäfermassenvermehrung

  • Maschinelles Entrinden von Borkenkäferschadholz oder Entrinden in schwer bringbaren Lagen

  • Mehrkosten für das Verbringen des Schadholzes mit LKW aus dem Wald auf Zwischenlager weitab von gefährdeten Beständen

  • Errichtung von Nasslagern für Schadholz aus Befalls- oder Katastrophengebieten

Wie wird gefördert?

Förderung nach Bauschsätzen. Zuschuss im Ausmaß von 80 %.

Maßnahme (Standardkosten in Euro) Bauschsatz (Euro)
Fangbaum Buchdrucker (30,00 / Stk.) 24,00 / Stk.
Fangbaum Kupferstecher (10,00 / Stk.)   8,00 /  Stk.
Mulchen (1.300,00 / ha) 1.040,00 / ha
Entrinden in schwierigem Gelände bei forstschutztechn. Notwendigkeit (31,50 € / Baum) 25,20 / Baum
Maschinelle Entrindung mit Harvesterkopf (5,00 € / fm) 4,00 / fm
Motormanuelle Entrindung bis 22 cm Durchmesser (0,70 € / lfm) 0,56 / lfm
Motormanuelle Entrindung über 22 cm Durchmesser (18,00 € / fm) 14,40 / fm
Ladevorgang & Transport Manipulationslager "trocken" (7,50 € / fm) 6,00 / fm

Hacken von Schlagabraum: 15 € / Tonne AMM (1 Atro-Tonne AMM entspricht 6,5 Srm)

12,00 / Tonne AMM

Errichtung Nasslager für Schadholz 80 % der tatsächlichen
anrechenbaren Kosten

Auswahlverfahren

Die Vorhaben werden in einem Auswahlverfahren anhand eines bundesweit einheitlichen Bewertungsschemas bewertet und ausgewählt. Nur jene Förderungsanträge, die bis zu einem vorgegebenen Stichtag vollständig bei der Bewilligenden Stelle eingelangt und entscheidungsreif sind, können in das Auswahlverfahren einbezogen werden. Um für eine Förderung grundsätzlich in Betracht zu kommen, muss zumindest die Mindestpunktezahl erreicht werden.

Vorhaben, die die Mindestpunkteanzahl oder mehr Punkte erreichen, werden entsprechend der erreichten Punkteanzahl gereiht und abhängig vom für die Auswahlrunde festgelegten Budget für eine Förderung ausgewählt. Vorhaben, die auf Grund der budgetären Situation in der jeweiligen Auswahlrunde nicht zum Zug kommen, können bei gleichbleibenden Bedingungen einmal in die nächste Auswahlrunde übernommen werden.

Wird das beantragte Vorhaben im Auswahlverfahren positiv ausgewählt, erfolgt eine schriftliche Bewilligung des Projektes und die Übermittlung des Zahlungsantrages für die Projektabrechnung.

Die Auswahlverfahren werden blockweise durchgeführt. Das 7. Auswahlverfahren mit Stichtag 2. Juli 2019 ist in Bearbeitung. Alle mit diesem Tag entscheidungsreifen, vollständigen Anträge werden dem Auswahlverfahren unterzogen.

Das nächste Auswahlverfahren wird voraussichtlich im 4. Quartal 2019 durchgeführt.

 

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

  • Es darf keine flächenhaften Gefährdung des Bewuchses durch jagdbare Tiere gemäß § 16 Abs. 5 Forstgesetz 1975 vorliegen.
  • Betriebe ab einer Größe von 100 ha Waldfläche müssen einen waldbezogenen Plan vorweisen.
  • Für Angebote bis zu einem Auftragswert von 10.000 Euro müssen zwei, mit einem Auftragswert über 10.000 Euro drei Plausibilisierungsunterlagen (z.B. Angebote, schriftliche Preisauskünfte,…) vorliegen. 

  • Beim Verhacken von befallenem oder befallsfähigem frischen Fichten-Restholz ist ein Foto des betreffenden Hackguthaufens anzufertigen, welches die Abschätzung des Volumens des Schlagabraumes zulässt und zur Dokumentation spätestes mit dem Zahlungsantrag vorgelegt wird

  • Beim Verbringen des Schadholzes aus dem Wald auf Zwischenlager sind bevorzugt jene Ganter aus dem Wald zu entfernen, die eine besondere Borkenkäfergefahr für den Wald darstellen. Geeignete Lagerstandorte müssen weitab von gefährdeten Fichtenbeständen liegen.

  • Bei Vorhaben gemäß Punkt 25.2.2 der Sonderrichtlinie „LE-Projektförderungen“ (z.B.: Verbringen mit LKW) ist eine Bestätigung der Forstbehörde erforderlich, dass mindestens 20 % des forstlichen Produktionspotenzials durch Windwurf, Schnee- und Eisbruch, Lawinen- oder Murenabgang, Steinschlag, Hochwasser, Trockenheit, Waldbrand oder Massenvermehrung von Forstschädlingen zerstört wurden.

  • Der BHD für Fangbäume gegen Buchdrucker beträgt mind. 25 cm, für Kupferstecher 15 cm.

  • Führen des Fangbaumprotokolls mit mindestens wöchentlicher Kontrolle
  • Die Anforderungen zur richtigen Vorlage von Fangbäumen (Rückseite des Formulars „Fangbaumvorlage – Protokoll“) sind einzuhalten.
  • Es müssen mindestens 10 Fangbäume gegen Buchdrucker vorgelegt werden (3 Fangbäume gegen Kupferstecher werden als 1 Buchdruckerfangbaum gefördert).
  • Die Vorlage der Fangbäume hat spätestens bis 15. April zu erfolgen, im Gebirge bis 1. Mai.
  • Die Förderung von Fangbäumen ist nur nach sorgfältiger Ausräumung von vorjährigem starkem Borkenkäferbefall im fachlich erforderlichen Ausmaß (in etwa bis 30 Prozent des Vorjahreskäferholzanfalles) möglich.
  • Ein Lageplan der voraussichtlichen Orte der Fangbaumvorlage ist mit zu übermitteln (1:50.000 ist genügend).
  • Wenn aufgrund eines sehr starken Befalls der Fangbäume ein Nachlegen von weiteren Bäumen erforderlich ist, ist vorher vom Waldbesitzer schriftlich die Erhöhung des Kostenrahmens zu beantragen.
  • Nasslagerplätzen als vorbeugende und bekämpfende Maßnahme dürfen 5 Jahre lang (Behaltefrist) ausschließlich mit Schadholz aus Befalls- und Katastrophengebieten befüllt werden

Anrechenbare Gesamtkosten

  • Förderbare Kosten sind die anerkennungsfähigen Nettokosten (bei Bringungsgenossenschaften Bruttokosten) laut der vorgelegten Rechnungen samt Zahlungsbelegen. Kleinstrechnungen unter einem Betrag von 50,00 Euro sind nicht anerkennungsfähig. Barzahlungen werden nur bis zu einem Rechnungsbetrag von 5000,00 Euro anerkannt.
  • Eigenleistungen (Arbeitsleistungen, Maschinen, Material) werden nur auf Grundlage detaillierter Aufzeichnungen anerkannt. Das Ausmaß der Förderung darf aber jenen Betrag nicht übersteigen, der sich im Rahmen der Endabrechnung nach Abzug der Eigenleistungen von den anrechenbaren Kosten ergibt.
    Beispiel: anrechenbare Kosten 10.000,00 Euro, Investitionszuschuss 40 Prozent, Eigenleistung maximal 6.000,00 Euro)

  • Alle anfallenden Kosten bzw. Rechnungen müssen nach dem im Verständigungsschreiben über die Entgegennahme des Antrages angeführten Kostenanerkennungsstichtag anfallen (Liefer-, Rechnungs- und Zahlungsdatum)

  • Gebietskörperschaften und andere Förderwerber, die als "öffentlicher Auftraggeber" dem Bundesvergaberecht unterliegen müssen grundsätzlich nach tatsächlichen Kosten abrechnen. Dabei sind sowohl die vergaberechtlichen Bestimmungen als auch die förderrechtlichen Bestimmungen (mindestens zwei Angebote bis 10.000 Euro, ab 10.000 Euro mindestens drei Angebote) in jedem Fall einzuhalten.

Die Antragstellung muss daher rechtzeitig vor Durchführung einer Maßnahme erfolgen.

 

Anrechenbare Kosten – Untergrenze

Die anrechenbaren Kosten müssen mindestens 500,00 Euro je Vorhaben betragen.

 

Abwicklung / Antragstellung

Der Förderungsantrag und in weiterer Folge der Zahlungsantrag sind mittels entsprechender Formulare beim Forstdienst der zuständigen Bezirkshauptmannschaft einzubringen. Informationen und Antragsformulare erhalten Sie bei den Forstdiensten der Bezirkshauptmannschaften und Bezirksbauernkammern.

Formular

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

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