Lichtmessnetz

Das oberösterreichische Lichtmessnetz erfasst laufend die Helligkeit des Nachthimmels und liefert wichtige Daten zur Beurteilung der Lichtverschmutzung und Evaluierung von Maßnahmen.

Mit dem oberösterreichischen Lichtmessnetz wird die Helligkeit des Nachthimmels an ausgewählten Standorten laufend erfasst. Die Messungen machen regionale Unterschiede sichtbar und ermöglichen es, die langfristige Entwicklung der künstlichen Aufhellung des Nachthimmels zu beobachten. Damit steht eine wichtige Datengrundlage für die Beurteilung der Lichtverschmutzung und die Evaluierung von Maßnahmen zu ihrer Verringerung zur Verfügung.

 

 

Neues Messsystem

Im Zuge der technischen Erneuerung des oberösterreichischen Lichtmessnetzes wurden die bisherigen Messgeräte durch moderne TESS‑W-Photometer ersetzt.

Die fest installierten Messgeräte erfassen kontinuierlich die Helligkeit des Nachthimmels in einem begrenzten Bereich rund um den Zenit, also senkrecht über der jeweiligen Messstation. Zusätzlich verfügt das TESS‑W Messsystem über Temperatur- und Infrarotsensoren. Diese liefern Informationen über die Witterungsverhältnisse und ermöglichen insbesondere eine Einschätzung, ob der Himmel klar oder bewölkt ist.

Die Messwerte werden automatisch übertragen und können zeitnah dargestellt und ausgewertet werden. Das oberösterreichische Lichtmessnetz ist dabei in das internationale TESS-Messnetz des europäischen Projekts STARS4ALL eingebunden.

Messstationen und Messdaten

Das Lichtmessnetz umfasst Messstandorte in städtischen, ländlichen und besonders naturnahen Gebieten. Dadurch kann die Himmelsaufhellung unter unterschiedlichen räumlichen Bedingungen untersucht und miteinander verglichen werden.

Hinweis: Für manche Messstationen sind derzeit nur die Rohdaten verfügbar. Bald werden Sie für alle Stationen die Daten an übersichtlichen Dashboards ablesen können.

1. Wels

Kennzeichnung: stars1444

2. Grünau - Almsee

Kennzeichnung: stars950

3. Grünau - Zentrum

Kennzeichnung: stars1418

4. Steyr

Kennzeichnung: stars1417

5. Unterweißenbach

Kennzeichnung: stars1407

6. Münzkirchen

Kennzeichnung: stars1405

7. Linz-Goethestraße

Kennzeichnung: stars1419

8. Bodinggraben

Kennzeichnung: stars1409

9. Feuerkogel

Kennzeichnung: stars1420

10. Steinbach am Attersee

Kennzeichnung: stars1408

Was bedeuten die Messwerte?

Die Helligkeit des Nachthimmels wird in der aus der Astronomie stammenden Einheit „Magnituden pro Quadratbogensekunde“ – abgekürzt mag/arcsec² – angegeben.

Da es sich um eine umgekehrte logarithmische Skala handelt, gilt:

  • Ein hoher Messwert steht für einen dunklen Nachthimmel.
  • Ein niedriger Messwert steht für einen hellen, stärker aufgehellten Nachthimmel.
  • Eine Verringerung des Messwerts um 1 mag/arcsec² bedeutet, dass der Nachthimmel ungefähr 2,5-mal heller ist.

Beispiel: Ein Messwert von 19 mag/arcsec² entspricht einem rund 2,5-mal helleren Nachthimmel als ein Wert von 20 mag/arcsec².

Die Messwerte werden nicht ausschließlich durch künstliche Beleuchtung beeinflusst. Auch Mondlicht, Bewölkung, Schnee, Dunst und andere atmosphärische Bedingungen können die Helligkeit des Nachthimmels verändern. Für die Beurteilung der langfristigen Entwicklung sind daher längere Messreihen und der Vergleich von Nächten mit ähnlichen Bedingungen besonders aussagekräftig.

Unterschiedliche Himmelshelligkeit im Vergleich

Fischaugen-Nachtaufnahmen (Quelle: Land Oberösterreich, Abteilung US)

Wie unterschiedlich sich der Nachthimmel je nach Standort und Ausmaß der künstlichen Aufhellung darstellt, zeigen diese Fischaugenaufnahmen. Die Bilder wurden mit gleichen Kameraeinstellungen aufgenommen und ermöglichen daher einen unmittelbaren visuellen Vergleich.

Zu sehen ist der Nachthimmel bei gleichen Kameraeinstellungen, von links nach rechts: Kirchschlag-Davidschlag (21,4 mag/arcsec²), Linz-Sternwarte (19,6 mag/arcsec²) und Linz-Goethestraße (18,9 mag/arcsec²). 

Bei Kirchschlag-Davidschlag ist der Himmelshintergrund deutlich dunkler; zahlreiche Sterne und die Milchstraße sind erkennbar. Mit zunehmender künstlicher Aufhellung wird der Himmelshintergrund heller und der Kontrast zu den Sternen nimmt ab. Besonders deutlich zeigt sich dies bei der Aufnahme aus der Linz-Goethestraße. Der Bildvergleich veranschaulicht damit auch die umgekehrte Magnitudenskala: Je niedriger der Messwert, desto heller ist der Nachthimmel.

 

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an: