Digitales Leitungsinformationssystem (LIS)

Das Leitungsinformationssystem (LIS) ist mehr als nur ein digitaler Bestandsplan, es dient der schnellen Informationsvermittlung und ist ein zentrales Steuerungsinstrument für eine rechtssichere und wirtschaftliche Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.

Das Leitungsinformationssystem (LIS) ist mehr als nur ein digitaler Bestandsplan, es dient der schnellen Informationsvermittlung und ist ein zentrales Steuerungsinstrument für eine rechtssichere und wirtschaftliche Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.

Das LIS transformiert „vergrabenes Wissen“ in eine belastbare Entscheidungsgrundlage für den Anlagenbetreiber, es ermöglicht strategische Sanierungsplanungen, sichert somit den langfristigen Werterhalt siedlungswasserwirtschaftlicher Anlagen und reduziert operative Risiken.

Es dient als Grundlage für datengestützte Zustandsbewertung, gezielte Sanierungsstrategien (Kanalinspektion), die zentrale Dokumentation von Wartungen und ermöglicht effizientes Störungsmanagement. Weitergehende Planungen und notwendige Berechnungen wie z. B. hydrodynamische Kanalnetzmodellierungen oder hydraulische Rohrnetzberechnungen (Trinkwasser) können auf Grundlage eines hochwertigen LIS zeit- & kostensparender erstellt werden.

Neben der Aktualität der Daten ist daher auch die Qualität des LIS ein entscheidender Faktor.

Das LIS umfasst neben der Geometrie der Anlageteile (Leitungen, Bauwerke) auch leitungsbezogene Attribute wie z. B. Angaben zum Alter, Material, Durchmesser, Druckstufe, Zustand, Angaben zur wasserrechtlichen Bewilligung der jeweiligen Leitung/Kanals, bzw. des jeweiligen Anlageteils, sowie die Dokumentation von durchgeführten (verpflichtenden) Wartungen.

Seit 2026 ist ein LIS des gesamten Leitungsnetzes als Grundlage des Reinvestitionsplans Fördervoraussetzung für Sanierungsbauabschnitte mit Leitungen und Kanälen (ausgenommen Netze bis 10km Gesamtlänge).

Die Erstellung eines LIS ist gemäß den geltenden Bundes- & Landes-Förderungsrichtlinien für die kommunale Siedlungswasserwirtschaft förderfähig.

Das Ausmaß der Bundesförderung beträgt zwei Euro pro digital erfassten Laufmeter Wasserleitung oder Kanal, maximal jedoch 50 Prozent der förderfähigen Kosten

Für Betreiber, die Anspruch auf eine Landesförderung für Baumaßnahmen haben, ist die Erstellung des LIS auch mit Landesmitteln förderungsfähig. Das Ausmaß der Landesförderung beträgt 10 Prozent der Erstellungskosten, maximal jedoch 40 Cent pro Laufmeter erfasster Leitung.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den jeweiligen aktuellen Förderungsrichtlinien.

Für eine einheitliche Übergabe der digitalen Daten eines Leitungsinformationssystems (LIS) wurde eine Schnittstelle mit Upload-Möglichkeit und Prüfmodus eingerichtet. Diese Datenübermittlung ist Voraussetzung für die Gewährung einer Landesförderung.

Für weitere Informationen betreffend die Erstellung, Handhabung und Evidenzhaltung eines LIS wird auf das ÖWAV RB 40, bzw. die ÖVGW Richtlinie W 104 verwiesen.

Informationen zur Sanierungsdokumentation:

Im Zusammenwirken von Betreibern von Kanalisationsanlagen, Planern und Bauleitern in der Siedlungswasserwirtschaft, den ausführenden Firmen für Sanierungsmaßnahmen und der Fachabteilung des Landes Oberösterreich wurde eine Empfehlung zur Erfassung der Sanierungsdaten im Leitungsinformationssystem ausgearbeitet. Dieses Regelwerk steht jedem Interessenten unter Angabe der Quelle "Land OÖ/Abt. Wasserwirtschaft" zur freien Verwendung offen.

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an: