Sicherung der natürlichen Dynamik der raumtypischen Blockhalden insbesondere im Bereich der Kaltluftaustritte

Raumbezug

Schwerpunkt: Oberes Donautal, Rannatal, Tal der Großen Mühl, Aschachtal

 

Ausgangslage/Zielbegründung

Blockhalden sind Extremstandorte aus einem kleinräumigen Mosaik von Mikrohabitaten mit unterschiedlich ausgeprägten Standortparametern wie Licht, Wärme und Feuchtigkeit. So wärmen sich die Oberflächen dieser Lebensräume je nach Sonnenstand und Beschattungsintensität unterschiedlich stark auf, während das Innere der Blockhalden einen weitgehend ausgewogenen Temperatur- und Feuchtigkeitshaushalt aufweist. Je nach Tageszeit werden auch tiefere Höhlungen kurzfristig beleuchtet, wodurch Moose und Flechten auch an derartig ungeeigneten Stellen einen Lebensraum finden (z. B. Leuchtmoos). Die über Jahrtausende anhaltende Konstanz dieser Lebensräume ermöglicht ein Vorkommen von reliktären Arten wie der Käferart Leptusa flavicornis, die im Rannatal im Bereich von Kaltluftaustritten lebt und ein lebendiger Zeuge vergangener Kaltzeiten ist. All diese unterschiedlichen Standortparameter bedingen eine ganz spezifische Fauna und Flora, deren Erhaltung besonders außerhalb des österreichischen Zentralalpengebietes prioritär ist.
Blockhalden sind besonders im Rannatal größerflächig ausgebildet. Aus dem Großen Mühltal sind vereinzelte Blockhalden bekannt. Mitunter sind hier im Bereich der Kaltluftaustritte mehrere Dezimeter dicke Torfmoospolster ausgebildet. Weitere Blockhalden finden sich im Aschachtal und kleinräumig im Oberen Donautal z. B. unterhalb des Steinerfelsens.

 

Gefährdung

Blockhalden sind äußerst sensible Lebensräume, die Eingriffe in den Naturhaushalt nicht oder nur äußerst langfristig kompensieren können. So greift eine Entfernung des Bewuchses durch Ausräumung oder Vertritt besonders im Bereich der Kaltluftaustritte direkt in den Temperatur- und Wasserhaushalt des Lebensraumes ein, was trotz des Ausbleibens weiterer schädigender Eingriffe nicht in einer Menschengeneration ausgeglichen werden kann und der Standort wiederum ins Pionierstadium zurückversetzt wird. Aus diesem Grund ergeben sich vor allem folgende Gefährdungen:

  • Neu- und Ausbau von Forst- und Wanderwegen.
  • Schäden durch Vertritt (Wanderer, Naturschützer, Wissenschafter!).
  • Verwendung des Gesteinsmaterials der Blockhalden- und meere für Baumaßnahmen (Wegebau!).
  • Nutzungsänderungen in den angrenzenden Wäldern; so kann ein Kahlschlag das Lokalklima und somit auch die mikroklimatischen Bedingungen im Bereich dieser Lebensräume negativ beeinflussen.
  • Anlage von Steinbrüchen.

 

Wege zum Ziel

Bewusstseinsbildung (Grundstücksbesitzer, Wanderer etc.).
Unterschutzstellung der Blockhalden und Erarbeitung eines Managementplanes (Pflege, Nutzungen) im Zuge der Einrichtung des  Natura 2000-Gebietes.
Berücksichtung als ökologisch wertvoller Lebensraum in den örtlichen Entwicklungskonzepten.
Erarbeitung eines gezielten Managementplanes zur Erhaltung reliktärer Tierpopulationen (Leptusa flavicornis).

 

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