Lokale Starkregenereignisse werden intensiver
Lokale Starkregenereignisse sind in den vergangenen 30 Jahren deutlich intensiver geworden. Innerhalb kurzer Zeit fällt heute im Mittel rund 15 Prozent mehr Regen.
Dabei zeigt sich ein Zusammenhang zwischen Niederschlagsdauer und Regenmenge: Je kürzer der Starkregen dauert, desto stärker ist die beobachtete Zunahme der Regenmenge.
- Bei einstündigen Starkregenereignissen liegt die Zunahme bei rund 20 Prozent, bei kürzeren Ereignissen noch höher.
- Gleichzeitig hat die Dauer von Niederschlagsereignissen in den vergangenen 30 Jahren um 10 bis 15 Prozent abgenommen.
Bestätigt werden diese Ergebnisse durch zwei unabhängige Messsysteme, bestehend aus mehr als 200 hoch aufgelöst aufzeichnenden Messstellen.
Unterschied zu großräumigen Niederschlägen
Bei länger anhaltenden, großräumigen Niederschlägen werden diese Entwicklungen nicht in diesem Ausmaß beobachtet. Ihre Intensität hat im selben Zeitraum mit sieben Prozent nur leicht zugenommen. Der Unterschied zu kurzzeitigen Starkregen erklärt sich dadurch, dass unterschiedliche meteorologische Mechanismen zugrunde liegen.
Was das für Hochwasser und Überflutungen bedeutet
Mit der Zunahme der Intensität lokaler Starkregenereignisse steigt auch die Wahrscheinlichkeit lokaler Hochwasserereignisse und Überflutungen. Die aktuellen Ergebnisse der Studie (Stand September 2026) zeigen, dass die stärkste Zunahme an kleinen und mittleren Gewässern zu erwarten ist, nicht bei den großen Flusshochwassern.
Gleichzeitig gewinnen lokale Überflutungen durch Starkregen an Bedeutung, die auch abseits von Bächen und Flüssen auftreten können, wenn Wasser über die Oberfläche abfließt. Sie können sowohl in Siedlungen als auch auf unverbauten Flächen auftreten.
- Kurze Gewitter können kleine Gebiete massiv treffen; größere Flüsse reagieren auf kurze Gewitter jedoch kaum.
- Die Hochwasserereignisse treten heute messbar schneller auf als früher; dadurch bleibt weniger Zeit zu reagieren.
Das Forschungsteam der Studie geht davon aus, dass sich dieser Trend bei weiter steigenden Temperaturen fortsetzt. Wie stark sich die Niederschläge künftig noch verändern können, wird derzeit durch Modellsimulationen untersucht.
Regionale Unterschiede und die Rolle des Bodens
Bei länger anhaltenden, großräumigen Niederschlägen gibt es regionale Unterschiede: Nördlich des Alpenhauptkamms ist mit einer stärkeren Zunahme der Niederschlagsintensität zu rechnen als im Süden Österreichs, während sich dieser Unterschied bei lokalen Starkregenereignissen kaum zeigt – sie werden in ganz Österreich in ähnlichem Ausmaß intensiver. Bei großräumigen Hochwassern ist die künftige Entwicklung zudem unsicherer als bei lokalen Ereignissen, weil nicht nur der Niederschlag bestimmt, wie viel Wasser in die Flüsse gelangt, sondern auch die Verdunstung und insbesondere die Frage, wie viel Wasser der Boden bei einem Ereignis noch aufnehmen kann. Trockene Böden können grundsätzlich mehr Wasser aufnehmen und insbesondere großräumige Hochwasser dämpfen; bei sehr intensivem lokalem Starkregen fällt jedoch häufig mehr Regen, als im Boden versickern kann, sodass ein großer Teil des Wassers direkt an der Oberfläche abfließt.
Hochwasserrisiken managen: Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen
Die Minderung von Hochwasserrisiken bei steigender Gefährdung erfordert eine Kombination verschiedener Maßnahmen: baulichen und naturbasierten Hochwasserschutz, vorausschauende Raumplanung und Bauordnung, Frühwarnung sowie Vorkehrungen und Anpassungen an der eigenen Liegenschaft.
- Dämme und Rückhaltebecken bleiben zentrale Elemente des Wasserbaus – unter der Prämisse: Rückhalt, wo möglich, Schutz, wo nötig.
- Frühwarnungen und Katastrophenschutzpläne ermöglichen zusätzlich ein rechtzeitiges Handeln bei drohendem Hochwasser.
- Grüne Infrastruktur leistet einen wichtigen Beitrag: naturbasierte Lösungen, die Wasser in der Fläche zurückhalten oder versickern lassen, etwa die Renaturierung von Auen und Feuchtgebieten sowie – im Siedlungsraum – Gründächer, Versickerungsmulden und entsiegelte Flächen. Sie leisten ihren Beitrag vorwiegend bei kleineren und häufigeren Ereignissen.
Eigenvorsorge gewinnt an Bedeutung
Lokale Starkregenereignisse führen auch abseits von Gewässern zu Überflutungen. Klassische Hochwasserschutzanlagen wie Dämme können davor nicht schützen. Deshalb gewinnt die Vorsorge am eigenen Gebäude oder der eigenen Liegenschaft an Bedeutung. Wie man mögliche Schäden vom Eigenheim abwenden kann, zeigt der Leitfaden zur Eigenvorsorge bei Oberflächenabfluss:
