Aufstau:
Durch Querbauwerke in Fließgewässern (Flüsse, Bäche) kommt es zu einem Aufstau. In den Staubereichen werden die Fließgeschwindigkeiten verringert und die Temperaturverhältnisse
verändert. Durch die Verringerung der Fließgeschwindigkeiten kommt es in Staubereichen zur vermehrten Sedimentation. Wenn sich Sand und Schlamm auf der Gewässersohle ablagert, dann geht wertvoller Lebensraum für bodenbewohnende Tiere (Muscheln, Schnecken, Insektenlarven) und Pflanzen im Kieslückenraum der Gewässersohle verloren. Das im Staubereich abgelagerte Sediment (Kies, Schotter) fehlt wiederum flussabwärts und führt zu Sohleintiefungen und zum Verlust von wichtigen Lebensräumen, wie Schotterbänke. Werden verlandete Stauräume gespült, führt dies häufig zu einem konzentrierten Austrag von Feinsediment, was negative Auswirkungen auf die flussabwärts liegende Gewässerstrecke und die darin lebenden Fische und Organismen hat.
Unterbrechung der Durchgängigkeit:
In unterschiedlichen Altersstadien verschiedene Lebensräume aufzusuchen, ist eine Verhaltensweise, die zum natürlichen Lebenszyklus aller heimischen Fische gehört. Querbauwerke im Fließgewässer sind ein Wanderhindernis für Fische und stellen damit eine Unterbrechung des Fließgewässer-kontinuums dar (Link „Fische müssen wandern können.
Bestimmte Fischarten können beispielsweise ihre Laichhabitate nicht mehr erreichen und der genetische Austausch ist eingeschränkt. Dies führt langfristig zu einem Rückgang der Populationen sowie auch zum Verschwinden bestimmter Fischarten. Mit Fischaufstiegshilfen wird eine Umwanderung der Querbauwerke für Fische und andere aquatische Lebewesen flussauf wieder möglich. (Link Leitfaden zum Bau von Fischaufstiegshilfen
Restwasserstrecken (Wasserentnahmen bzw. Ausleitungen):
In Oberösterreichs Gewässern existieren rund 720 Restwasserstrecken von Ausleitungskraftwerken, die aufgrund einer geringen oder fehlenden Abflussmenge (Restwasser) eine Belastung für die in den Fließgewässern lebenden Organismen (Fische, Makrozoobenthos) darstellen. Größere Fische können wegen zu geringer Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten in diese Gewässerabschnitte nicht mehr einwandern, Laichhabitate und Lebensräume gehen verloren. Die geringe Wassermenge und die geringe Fließgeschwindigkeit in den Restwasserstrecken führt zu Ablagerungen von Feinsedimenten, einer geänderten Temperatur und Algenwachstum. Werden durch die Wasserentnahme bzw. die Ausleitung bestimmte Wassertiefen in der Restwasserstrecke nicht mehr erreicht, so kommt es zu einer Unterbrechung des Fließgewässerkontinuums. Durch die „Oö. Sanierungsprogramme für Fließgewässer“ wurden in Oberösterreich bereits 106 Restwasserstrecken saniert d.h. das Restwasser wurde soweit erhöht, dass eine Durchwanderbarkeit in der gesamten Ausleitungsstrecke für alle Altersklassen der gewässertypischen Fische wieder möglich ist. (s.h. gesetzte Maßnahmen Restwasserstrecken (NGP 2021)
Fischschädigung durch Turbinenpassage:
Bei Wasserkraftwerken fließt - mit Ausnahme des Hochwasserfalls - meist der Großteil des Abflusses durch die Turbinen des Wasserkraftwerks. Besteht vor den Turbineneinläufen kein ausreichender Fischschutz z.B. durch Feinrechenanlagen, besteht die Gefahr, dass Fische in die Turbine hinein-gezogen und - abhängig vom Turbinentyp und der Fallhöhe - häufig verletzt oder sogar getötet werden. Neben Maßnahmen zum Schutz der Fische können auch durch zusätzliche Fischabstiege Fischschädigungen reduziert werden. (s.h. Link Studie Fischschutz und Fischabstieg in Österreich)
Weiterführende Informationen
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Fische müssen wandern können!
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Link zum Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK)
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Leitfaden zum Bau von Fischaufstiegshilfen 2021 - Aktualisierung
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Link zum Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK)
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Maßnahmen Restwasserstrecken (NGP 2021
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Link zum Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK)
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Fischschutz und Fischabstieg in Österreich - Endbericht
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Link zum Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK)
