„PV-Dächer“: Erhöhung der Tragfähigkeit von bestehenden Dächern für die Installation von netzgeführten Photovoltaikanlagen

Mit Unterstützung dieses Impulsprogramms sollen bei Bestandsgebäuden die statischen Voraussetzungen geschaffen werden, um Photovoltaikanlagen installieren zu können.

Wer wird gefördert?

Förderungsmittel für die Erhöhung bzw. Berechnung der Tragfähigkeit von bestehenden Dächern können vorrangig von

  • Unternehmen und sonstigen unternehmerisch tätigen Organisationen (nur statische Berechnung)
  • Vereinen und konfessionellen Einrichtungen
  • oberösterreichischen Gemeinden sowie
  • Privatpersonen

beantragt werden.

Was wird gefördert?

  1. Statische Berechnung: Untersuchung des bestehenden Tragwerkes sowie die Ausarbeitung von einer statischen Maßnahme zur Erhöhung der Tragfähigkeit für die nachträgliche Installation einer netzgeführten Photovoltaikanlage auf dem Dach.
     
  2. Investition für bauliche Maßnahme am Gebäude: Erhöhung der Tragfähigkeit von bestehenden Dächern für die Installation von netzgeführten Photovoltaikanlagen (z.B. statische Verstärkung des Dach­stuhls).

Hinweis:
Eine Investitionsförderung zur Erhöhung der Tragfähigkeit von bestehenden Dächern ist nur nach Durchführung einer statischen Berechnung möglich und es kann nur ein  Förderungsantrag gestellt werden.

Ausdrücklich von der Förderung ausgeschlossen sind z.B.

  • Sanierung vorhandener Dacheindeckungen
  • Statische Maßnahmen, die nicht unmittelbar mit der Installation und dem Betrieb einer netzgeführten Photovoltaikanlage zusammenhängen
  • Photovoltaikanlage selbst bzw. Maßnahmen, die Teil der Photovoltaikanlage (z.B. Aufständerung) sind oder unabhängig von der Errichtung der netzgeführten Photovoltaikanlage vorge­nommen werden.
  • Neubauten

Wie wird gefördert?

Statische Berechnung:

  • für Unternehmen und sonstige unternehmerisch tätige Organisationen bis zu 50 % der förderrelevanten Kosten maximal 1.500 Euro
  • für Vereine, konfessionelle Einrichtungen, oberösterreichische Gemeinden sowie Privatpersonen bis zu 65 % der förderrelevanten Kosten maximal 1.500 Euro

Zuschläge: Für Gemeinden, Vereine, konfessionelle Einrichtungen sowie Privat­personen erhöht sich der Fördersatz um 10 %, wenn die Sitzgemeinde eine EGEM-Klimabündnis-Gemeinden ist.

Hinweis:
Die statische Berechnung wird  unabhängig einer weiteren Investition gefördert.

Investition für bauliche Maßnahme am Gebäude:

Das Ausmaß der Investitionsförderung beträgt einmalig pro Gebäude

  • für Vereine, konfessionelle Einrichtungen und oberösterreichische Gemeinden bis zu 65 % der förderrelevanten Kosten, maximal 100.000 Euro
  • für Privatpersonen bis zu 65% der förderrelevanten Kosten, maximal 15.000 Euro

Zuschläge: Für Gemeinden, Vereine, konfessionelle Einrichtungen sowie Privat­personen erhöht sich der Fördersatz um 10 %, wenn die Sitzgemeinde eine EGEM-Klimabündnis-Gemeinden ist.

Hinweise:

  • Sind Antragsteller im Sinne des Umsatzsteuergesetzes zum Vorsteuerabzug berech­tigt, sind die anrechenbaren Kosten ohne Umsatzsteuer zu bemessen.

  • Die Förderung für Unternehmen und sonstige unternehmerisch tätige Organisationen erfolgt auf Grundlage der „De-minimis“-Beihilfen-VERORDNUNG (EU) Nr. 1407/2013.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

  • Das Ansuchen ist vor der ersten rechtsverbindlichen Bestellung von Anlagenteilen, vor Lieferung, vor Baubeginn oder vor einer anderen Verpflichtung, die die Investition unumkehrbar macht, zu stellen, wobei der früheste dieser Zeitpunkte maßgebend ist.
  • Eine Beratung zur Erstbeurteilung betreffend Errichtungsmöglichkeit und Größe einer Photovoltaikanlage durch den OÖ Energiesparverband wird empfohlen (siehe Link am Ende der Seite).
  • Das statische Gutachten bzw. die statische Berechnung ist von einem dazu befugten Unternehmen bzw. einer dazu befugten Person durch­zuführen und kann auch die Beurteilung der Restlebensdauer des Daches umfassen.
  • Das statische Gutachten bzw. die statische Berechnung muss sich insbesondere auf die mögliche Errichtung einer netzgeführten Photovoltaikanlage beziehen.
  • Das statische Gutachten bzw. die statische Berechnung muss die detaillierten Maßnahmen enthalten, welche dann als Basis für die nachgelagerten Investitionen herangezogen werden. Nur Maßnahmen, die in der Berechnung angeführt sind, können bei der Abrechnung anerkannt werden.
  • Die  Investition zur Erhöhung der Tragfähigkeit von bestehenden Dächern für die Installation von netzgeführten Photovoltaikanlagen muss dem Stand der Technik entspre­chen und von einer befugten Fachkraft fach- und normgerecht montiert und installiert werden. Maßnahmen, die in Eigenregie errichtet werden, sind somit von der Förder­aktion ausgeschlossen.
  • Die Förderung für Investitionen zur Herstellung der statischen Tragfähigkeit für die Installation von netzgeführten Photovoltaikanlagen auf Bestandsgebäuden ist ausschließlich mit der Installation und Inbetriebnahme einer zur Größe der Dachfläche in angemessenem Verhältnis (mindestens 50 %) stehenden, netzgeführten Photovoltaikanlage verbunden. (Beispiel: 200 Dachfläche = min. 100 Modulfläche.) Abweichungen sind vorher detailliert zu begründen.
  • Die statische Maßnahme muss spätestens 1 Jahr nach schriftlicher Zusage dieser Förderung umgesetzt und abgerechnet sein.
  • Die netzgeführte Photovoltaikanlage, welche im Zusammenhang mit dieser Förderung steht, muss ebenfalls spätestens 1 Jahr nach schriftlicher Zusage dieser Förderung errichtet und in Betrieb genommen werden.
  • Die installierte netzgeführte Photovoltaikanlage muss zumindest 10 Jahre lang zweckentsprechend betrieben werden.
  • Auf die Beihilfen besteht kein Rechtsanspruch. Das Land Oberösterreich behält sich das Recht vor, unabhängig von der Laufzeit die Förderrichtlinien zu ändern und/oder die Förderung einzustellen.
  • Für diese Maßnahme darf keine andere Landesförderung beantragt werden bzw. gewährt worden sein.
  • Es muss sich um die Erhöhung der Tragfähigkeit für die Installation von netzgeführten Photovoltaikanlagen handeln oder die Installation von netzgeführten Photovoltaik-Solarthermie-Kombimodulen (Hybridmodulen).

Erforderliche Unterlagen

Vor Umsetzung der Maßnahme

Übermittlung an: foerderungsantrag.us.post@ooe.gv.at:

  • ausgefülltes Antragsformular Land mit Beschreibung des Vorhabens
  • verbindlicher Kostenvoranschlag eines befugten Unternehmens
    • für die statische Berechnung
    • für die Investition für die bauliche Maßnahme am Gebäude auf Basis der statischen Berechnung

Weitere Unterlagen sind bei Bedarf der Förderstelle vorzulegen.

Nach Umsetzung der Maßnahme

  • Rechnungen und Zahlungsbestätigung betreffend die statische Berechnung
  • Kopie der statischen Berechnung (statischer Schlussbericht, in dem die Ergebnisse zusammengefasst sind)
  • Rechnungen und Zahlungsbestätigungen betreffend die statischen Investitionsmaß­nahmen
  • Nachweis über alle für die statischen Investitionsmaßnahmen notwendigen behördlichen Genehmi­gungen und Bewilligungen (falls Bewilligungen erforderlich sind)
  • Fotodokumentation über die baulichen Maßnahmen
  • Fotos der installierten netzgeführten Photovoltaikanlage
  • Bestätigung über die  Inbetriebnahme der installierten Photovoltaikanlage durch den Netzbetreiber (durch Netzzugangsvertrag abgedeckt)

Die angeführten Unterlagen nach Umsetzung der Maßnahme müssen elektronisch per E‑Mail an foerderungsantrag.us.post@ooe.gv.at übermittelt werden.

Abwicklung / Antragstellung

Die einfache und schnelle Abwicklung Ihrer Förderungsanträge ist ein wesentlicher Aspekt unserer Arbeit. Damit dieses gemeinsame Ziel erreicht werden kann, möchten wir für die betreffenden Maßnahmen die optimale Antragstellung und Durchführung aufzeigen:

Antragstellung

Der Förderungsantrag für die Maßnahmen ist gemeinsam mit den notwendigen Unterlagen VOR Durchführung an das Land Oberösterreich zu stellen.

Sämtliche notwendigen Unterlagen für die Beurteilung der Förderungsfähigkeit Ihrer Investition sind mit dem Antrag zu übermitteln. Das Fehlen von Unterlagen verzögert die Bearbeitung des Antrages.

Beurteilung

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Förderungsteams prüfen die Vollständigkeit der Unterlagen und Einhaltung der formalen Kriterien. Nach Abschluss der Kontrolle wird ein Fördervor­schlag zur Genehmigung der zuständigen Gremien vorgelegt.

Genehmigung

Nach Genehmigung wird ein vorläufiger Fördervorschlag übermittelt.

Auszahlung

Nach Umsetzung und Durchführung der Maßnahmen und Vorlage der Abrechnungs­unterlagen wird der endgültige Förderbetrag errechnet. Sollten die tatsächlichen Kosten geringer sein als die Kostenschätzung im Förderantrag, so reduziert sich die Förderung aliquot.

Die zugesagte Landesförderung für die Erhöhung der Tragfähigkeit wird nur im Zusammenhang mit der Errichtung und Inbetriebnahme der entsprechenden netzgeführten Photovoltaikanlage von der Lan­desstelle ausbezahlt.

Rechtsgrundlagen

  • Richtlinien zur Umweltförderung in Oberösterreich
  • „De-minimis“-Verordnung; Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 gültig ab 01.01.2014

Laufzeit

Das Sonderförderprogramm „PV-Dächer“ tritt mit 14. Juni 2021 in Kraft und endet mit Ausschöpfung des zur Verfügung stehenden gesamten Fördertopfes, spätestens jedoch am 1. Juli 2022 (Einreichdatum).

Formular

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an: