Amt der Oö. Landesregierung
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Miet(kauf)wohnungen, Altersgerechte Wohnungen

Gefördert wird der Neubau von Miet(kauf)- und altersgerechten Wohnungen durch Förderungsdarlehen des Landes Oberösterreich.
Förderung gemäß Oö. Neubauförderungs-Verordnung 2019

Wer wird gefördert?

  • Gemeinnützige Bauvereinigungen
  • Gemeinden
  • Gewerbliche Bauträger
  • Institutionen deren tatsächliche Geschäftsführung kirchlichen oder sozialen Zwecken gewidmet ist

Was wird gefördert?

Die Errichtung von

  • Miet(kauf)wohnungen
  • Altersgerechten Wohnungen

Wie wird gefördert?

Durch die Gewährung eines Förderungsdarlehens für die Errichtung von Wohnungen.

1.) Ausmaß und Laufzeit des Förderungsdarlehens

  • Miet(kauf)wohnungen
    Stufe 1: maximal 66% der anerkennbaren Gesamtbaukosten
    Stufe 2: maximal 58% der anerkennbaren Gesamtbaukosten

    Der Förderungswerber kann im Antrag je nach Höhe der Gesamtbaukosten eine Förderung für Stufe 1 oder Stufe 2 beantragen.
    Bei Miet(kauf)wohnungen beträgt die Laufzeit des Förderungsdarlehens 37 Jahre. Das Darlehen ist während der ersten 25 Jahre mit 1% und während der Restlaufzeit mit 2% verzinst.
    Die Annuitäten betragen für Förderungsdarlehen der ersten Stufe anfänglich 1,75% und der zweiten Stufe 1,5% und steigen während der Darlehenslaufzeit entsprechend den in der Anlage zur Verordnung dargestellten Annuitätenplänen.

  • Altersgerechte Wohnungen
    maximal 66% der anerkennbaren Gesamtbaukosten

    Bei Altersgerechten Wohnungen beträgt die Laufzeit des Förderungsdarlehens 46 Jahre. Das Darlehen ist mit 1% verzinst. Die Annuitäten betragen anfänglich 1,5% und steigen während der Darlehenslaufzeit entsprechend dem in der Anlage zur Verordnung dargestellten Annuitätenplan.

Das Land Oberösterreich hat die Möglichkeit, ab dem sechsten Jahr die Rückzahlungsrate des Förderungsdarlehens neu zu bemessen, wenn sich das Einkommen des Darlehensschuldners bzw. Mieters oder der Geldwert inzwischen wesentlich geändert haben.

2.) Zusatzförderung (Erhöhungen des Förderungsdarlehens)

Die Basisförderung kann sich für folgende Maßnahmen um nachstehende Beträge erhöhen:

  1. Bei Verzicht auf mineralölbasierte Dämmstoffe an der thermischen Hülle (davon ausgenommen sind erdberührte Dämmschichten):
    Erhöhung des Förderdarlehens um 25 Euro je m² geförderter Fläche

  2. Niedrigenergiehaus und Optimalenergiehaus: Bei Gebäuden, die untenstehende energetische Anforderung unabhängig des gewählten Nachweiswegs „Heizwärmebedarf HWB“ oder „Gesamtenergieeffizienzfaktor fGEE“ erfüllen:
    Erhöhung des Förderdarlehens je m² geförderter Fläche:
    Niedrigenergiehaus um 25 Euro
    Optimalenergiehaus um weitere 25 Euro
    Diese Förderzuschläge können gewährt werden, solange die energietechnischen Voraussetzungen nicht ohnehin als Mindestanforderung auf Grund des Oö. Baurechts gelten.

1. Niedrigenergiehaus:

Nachweisweg HWB Nachweisweg fGEE
HWBRef,RK 12 x (1 + (3 x A/V))  [kWh/m2a] HWBRef,RK 16 x (1 + (3 x A/V))  [kWh/m2a]
fGEE,RK - fGEE,RK

0,80                         [-]

2. Optimalenergiehaus:

Nachweisweg HWB Nachweisweg fGEE
HWBRef,RK 10x (1 + (3 x A/V))  [kWh/m2a] HWBRef,RK 16 x (1 + (3 x A/V))  [kWh/m2a]
fGEE,RK - fGEE,RK

0,75                         [-]

3.) Wohnungsgrößen

  • Gefördert werden nur jene Bauvorhaben, deren Wohnnutzfläche (Wohnfläche plus Loggienfläche) im Durchschnitt 90 nicht überschreitet.
  • Bei den einzelnen Wohnungen dürfen folgende Wohnungsgrößen generell nicht überschritten werden:
    - Zwei-Raumwohnung max. 55m²
    - Drei-Raumwohnung max. 75m²
    - Vier-Raumwohnung max. 90m²
    - Fünf-Raumwohnung max. 100m²   

    Diese Flächenvorgaben gelten ohne Einbeziehung von Loggien, Balkonen oder Terrassen.
    Diese Größenvorgaben können im Einzelfall um bis zu 10 % überschritten und gefördert werden, wobei die oben genannten Werte bei den einzelnen Raumklassen pro Wohnanlage insgesamt nicht überschritten werden dürfen; Überschreitungen um bis zu 10 % bei Vier- und Fünf-Raumwohnungen können auch mit Optimierungen bei den Raumklassen für Zwei- und Drei-Raumwohnungen ausgeglichen werden.   

4.) Freiflächen:

Freiflächen (Loggien Balkone Terrassen) dürfen nicht größer als 10 % der Wohnfläche errichtet werden, Wohnungen unter 80 Wohnfläche dürfen abweichend davon eine Freifläche bis zu 8 aufweisen.
Diese Freiflächen (Loggien, Balkone und Terrassen) können im Ausmaß von maximal 50 % der förderbaren Fläche mit dem Fördersatz für die Wohnnutzfläche gefördert werden.

5.) Finanzierung:

  • Mietwohnungen
    Der Förderungswerber hat mindestens elf Prozent der Nettogesamtbaukosten (ohne Mehrwertsteuer) als Eigenmittel einzusetzen, vom Mieter sind zwei Prozent der Gesamtbaukosten als Eigenmittel aufzubringen.
    Die monatliche Rückzahlungsrate für Förderungsdarlehen, Bankdarlehen und Eigenmitteleinsatz darf monatlich pro Nutzfläche 4,50 Euro (ohne Mehrwertsteuer) nicht übersteigen.
  • Altersgerechte Wohnungen
    Der Förderungswerber oder die Förderungswerberin hat mindestens zehn Prozent der Gesamtbaukosten als Eigenmittel aufzubringen. Ein Eigenmitteleinsatz der Mieterin oder des Mieters ist nicht vorzusehen.
    Die monatliche Rückzahlungsrate für Förderungsdarlehen, Bankdarlehen und Eigenmitteleinsatz darf monatlich pro Nutzfläche 4,20 Euro (ohne Mehrwertsteuer) nicht übersteigen. 
    Altersgerechte Wohnungen mit erhöhter Förderung sind dem Förderungszweck entsprechend zu nutzen, widrigenfalls wird durch die Förderungsstelle eine Änderung der Rückzahlungsmodalitäten bzw. Kürzung oder Fälligstellung der Förderung vorgenommen.
    Die Vergabe von Altersgerechten Wohnungen hat ausnahmslos an Personen zu erfolgen, die ohne das Angebot einer Altersgerechten Wohnung möglicherweise einen Heimplatz in Anspruch nehmen würden oder müssten.
    Das sind im Besonderen:
    - Menschen ab einem Alter von 70 Jahren oder
    - Menschen ab einem Alter von 60 Jahren mit mangelhaftem, nicht altersgerechtem Wohnstandard oder Menschen mit leichtem bis mittlerem Pflegebedarf (Pflegegeldbezug, Rollstuhlfahrer) oder
    - Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung oder Menschen, die über Empfehlung der mobilen Dienste aufgrund einer besonderen sozialen Situation vorgeschlagen werden.

Im Mietvertrag ist die zu vermietende Wohnung als Seniorenwohnung zu bezeichnen und die Bereitstellung einer Grundversorgung des Hauptmieters mit sozialen Diensten der Altenhilfe zu vereinbaren. Die Inanspruchnahme des sozialen Dienstes der Altenhilfe darf den Mietern nicht vorgeschrieben werden; auf Wunsch des Mieters ist diese jedoch sofort bereit zu stellen.
Sämtliche sonstigen Förderauflagen gemäß Oö. WFG 1993 und der Oö. Neubauförderungs-Verordnung 2019 sind selbstverständlich Voraussetzung für die Zuweisung einer altersgerechten Wohnung.
Die Prüfung und Einhaltung dieser Fördervoraussetzungen durch die Bewohner und Bewohnerinnen hat der Bauträger vorzunehmen.

6.) Energetische Mindestanforderung:

  1. Die energetische Mindestanforderung hinsichtlich HWBRef,RK bzw. fGEE des zu fördernden Gebäudes richtet sich nach den energiebezogenen Anforderungen der, laut Oö. Bautechnikverordnung geltenden, OIB-Richtlinie 6.

  2. Der Nachweis der energetischen Mindestanforderung an die Energiekennzahlen kann wahlweise entweder über den Heizwärmebedarf oder über den Gesamtenergieeffizienz-Faktor geführt werden.

7.) Mindestanforderung an Heizungs- und Warmwasserbereitungsanlagen:

Als Heizungs- und Warmwasserbereitungssysteme ist eines der nachfolgenden hocheffizienten alternativen Energiesysteme verpflichtend vorzusehen:

  1. dezentrale Energieversorgungssysteme auf der Grundlage von Energie aus erneuerbaren Quellen; Heizungssysteme auf Basis emissionsarmer, biogener Brennstoffe sind nach Möglichkeit mit Solaranlagen (thermisch oder Photovoltaik) zu kombinieren;

  2. Fern-/Nahwärme oder Fern-/Nahkälte, sofern sie ganz oder teilweise (zumindest 80 %) auf Energie aus erneuerbaren Quellen beruht;

  3. Fern-/Nahwärme oder Fern-/Nahkälte aus hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen im Sinn der Richtlinie 2004/8/EG über die Förderung einer am Nutzwärmebedarf orientierten Kraft- Wärme-Kopplung im Energiebinnenmarkt, ABl. Nr. L 52 vom 21.2.2004, S 50, sowie sonstige Abwärme, die andernfalls ungenutzt bleibt;

  4. Wärmepumpen, die nach den EU-Umweltzeichenkriterien gemäß Richtlinie 2014/314/EU zertifiziert sind (EU Ecolabel) bzw. vollinhaltlich den in dieser Richtlinie festgelegten Mindestanforderungen entsprechen, soweit die Vorlauftemperatur des Wärmeabgabesystems (Wand-/Fußbodenheizung) maximal 40 °C beträgt; vom Grundsatz der maximalen Vorlauftemperatur von 40 °C kann im Fall des Einsatzes eines Zwei-Leiter-Wärmeverteilsystems mit hygienischer Trinkwasserbereitung abgewichen werden; Wärmepumpen sind nach Möglichkeit mit Solaranlagen (thermisch oder Photovoltaik) zu kombinieren; die Photovoltaikanlage muss geeignet sein, den Jahresstromverbrauch der Wärmepumpe abzudecken, was bedeutet, dass der Jahresstromverbrauch der Wärmepumpe ungefähr der Jahresstromproduktion der PV-Anlage entspricht;

  5. andere Technologien und Energieversorgungssysteme, soweit diese im Vergleich zu den in Z 2, 3 bzw. 4 angeführten Systemen zu geringeren Treibhausgasemissionen führen.

Abweichend kann in Ausnahmefällen nach erfolgter Alternativenprüfung auch ein Erdgas-Brennwert-System in Kombination mit Solaranlagen (thermisch oder Photovoltaik) oder in Kombination mit anderen gleichwertigen Maßnahmen vorgesehen werden.
Als weitere Anforderungen an das Heizungs- und Warmwassersystem sind bei einem wassergetragenen Heizsystem ein Niedertemperaturverteilsystem und eine fachgerechte hydraulische Einregulierung der Wärmeverteilungs- und -abgabesysteme vorzusehen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Welche Voraussetzungen muss ein Bauherr erfüllen?

  • Der Förderungswerber muss Eigentümer oder Bauberechtigter der zu verbauenden Liegenschaft sein.
  • Das zu verbauende Grundstück muss lastenfrei sein.

  • Gewerbliche Bauträger haben eine unwiderrufliche Bank- oder Zahlungsgarantie mindestens im Ausmaß des Landesdarlehens vorzulegen.

  • Vor schriftlicher Zusicherung der Förderung darf mit dem Bau nicht begonnen werden.

  • Die Prüfung der Förderungswürdigkeit der Mieter hat durch den Förderungswerber (Bauträger) zu erfolgen.

Welche Voraussetzungen müssen Mieter aufweisen?

Die Vergabe und der Verkauf dieser geförderten Wohnungen darf nur an natürliche Personen erfolgen, die nachstehende Voraussetzungen erfüllen:

  • Der Mieter einer geförderten Wohnung muss eine förderbare Person im Sinne des § 2 Z. 13 Oö. WFG 1993 sein:
    - die Wohnung ist mit Hauptwohnsitz zu bewohnen,
    - der Mieter muss eigenberechtigt sein und
    - das Einkommen darf bestimmte Einkommensobergrenzen nicht übersteigen.
  • Weiters müssen Mieter zum folgenden Personenkreis zählen:
    - österreichischer Staatsbürger oder
    - Staatsbürger eines EWR-Staates oder
    - Besitz des Aufenthaltstitels „Daueraufenthalt-EU“.
    - Sonstige Personen dürfen ein gefördertes Objekt nur anmieten, wenn sie gemäß § 6 Abs. 9 bis 13 Oö.WFG 1993 in den letzten 5 Jahren 54 Monate lang Einkünfte oder Leistungen in Österreich bezogen haben und Deutschkenntnisse nachweisen.
  • Das geförderte Objekt ist umgehend längstens 6 Monate nach Fertigstellung bzw. Übergabe zu beziehen.
  • Mit dem Bezug einer geförderten Mietwohnung sind alle Rechte an jenen Wohnungen aufzugeben, die in den letzten fünf Jahren mit Hauptwohnsitz vor Bezug der geförderten Wohnung dauernd bewohnt wurden. Unabhängig davon ist, ob es sich dabei um Wohnobjekte im Eigentum oder in Miete, gefördert oder freifinanziert, handelt.
  • Ehepaare und eingetragene Partner müssen den selben Hauptwohnsitz haben.
  • Die Weitervermietung einer geförderten Wohnung durch den Mieter ist nicht zulässig.

(nähere Erläuterungen zu den Voraussetzungen finden Sie unter "Begriffe zum Thema Wohnen")

Wie müssen die Wohnungen bzw. das Wohnhaus ausgestattet sein?

  • Als normale Ausstattung im Sinne des § 2 Ziffer 7 des Oö. WFG 1993 gilt eine Ausstattung, die bei größter Wirtschaftlichkeit des Baukostenaufwandes bei einwandfreier Ausführung nach dem jeweiligen Stand der Technik sowohl den Wohnbedürfnissen junger Menschen als auch den Bestimmungen des oberösterreichischen Baurechts entspricht.

  • Bauvorhaben, für die eine Förderung beantragt wird haben die Wirtschaftlichkeitsparameter einzuhalten und Vorgaben des Standardausstattungskataloges zu erfüllen. Eine Förderung kann nur dann erfolgen, wenn das Bauvorhaben in einer Gesamtbewertung als wirtschaftlich positiv beurteilt wird.  Es können auch einzelne  Projekte des Bauprogramms durch den Wirtschaftlichkeitsbeirat überprüft und einer Detailevaluierung unterzogen werden.  
    (siehe Dokument am Seitenende)

  • Bei Gebäuden ohne Lifteinbau hat die Planung des Stiegenhauses so zu erfolgen, dass ein nachträglicher Lifteinbau bzw. Liftanbau mit Ausstiegsstellen in allen Geschoßebenen niveaugleich möglich ist.

  • Altersgerechte Wohnungen sind mit Loggien oder überdachten Balkonen auszustatten.

  • Miet(kauf)wohnungen und Altersgerechte Wohnungen sind mit Oberflächenendausführung herzustellen d.h. sie müssen bezugsfertig sein.

  • Die erforderlichen Anschlussmöglichkeiten für E-Herd, Spülbecken und Kühlschrank sind herzustellen. Im Bad ist Platz für eine Waschmaschine und deren Anschluss vorzusehen.

  • Ein der Größe der Wohnung entsprechender Bereich für Abstellzwecke (Abstellschrank) ist innerhalb der Wohnung vorzusehen.

Abwicklung / Antragstellung

Der Antrag ist mittels Onlineantrag oder Formular an die Direktion Gesellschaft, Soziales und Gesundheit, Abteilung Wohnbauförderung zu richten

Formular

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

Amt der Oö. Landesregierung • 4021 Linz, Landhausplatz 1 • Telefon (+43 732) 77 20-0 • E-Mail post@ooe.gv.at