Wolfs-Management

Lesen Sie hier wichtige Informationen über den Wolf. Was können Sie vorbeugend tun, um sich vor dem Wildtier zu schützen, wie verhalten Sie sich richtig bei einer Begegnung mit dem Canis lupus und was können Sie tun, wenn ein Schaden durch den Wolf entstanden ist.

Daten und Fakten sowie Infos zum Thema

Aufgrund der sich häufenden Vorkommnisse im Zusammenhang mit dem Auftreten des Wolfes in Oberösterreich soll die Öffentlichkeit über aktuelle Wolfssichtungen und Risse bestmöglich und zeitnah informiert werden. In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht über die aktuellen Vorkommnisse.

Liste an Wolfsriss-Verdachtsfällen seit Jahresbeginn 2020
Datum Ort Meldung Status
08.01.2020 Weyer 1 totes Reh

DNA-Analyse:

Wolf bestätigt

13.05.2020 Vorderstoder 1 tote Rehgeiß

DNA-Analyse:

Wolf bestätigt

30.05.2020 Steyrling 2 tote Stk. Rotwild

DNA-Analyse:

Wolf bestätigt

01.06.2020 Unterach/Attersee

1 totes Schaf

1 totes Lamm

DNA-Analyse:

Wolf bestätigt

03.06.2020 Gmunden 1 totes Schaf

DNA-Analyse:

Wolf bestätigt

05.06.2020 Kirchham 1 totes Schmalreh

DNA-Analyse:

Wolf bestätigt

26.04.2021 Weyer 1 totes Rotwild

DNA-Analyse:

Wolf bestätigt

11.06.2021 Hengstpass/Karlhütte Wolfssichtung kein Fotonachweis vorhanden
12.06.2021 Gr. Phyrgas/Hofersteig Wolfssichtung kein Fotonachweis vorhanden
14.06.2021 Unterach "Druckerhof" Eglsee Wolfssichtung kein Fotonachweis vorhanden
02.07.2021 Unterburgau bei Unterach bzw. St. Gilgen Wolfssichtung kein Fotonachweis vorhanden
14.07.2021 Kefermarkt Wolfssichtung kein Fotonachweis vorhanden
14.07.2021 Weyer 1 totes Rotwild begutachtet - DNA-Entnahme nicht möglich
15.07.2021 Gutau 2 tote Schafe begutachtet -
DNA-Entnahme nicht möglich
16.07.2021 Egglalm/Hengstpass Kratzspuren an einem Jungrind DNA-Analyse: Wolf bestätigt; italienische Quellpopulation
21.07.2021 Gosau 1 totes Kalb begutachtet - DNA-Analyse noch ausständig
21.07.2021 St. Lorenz 1 totes Reh begutachtet - DNA-Analyse: Fuchs bestätigt
23.07.2021 Prendt 1 totes Schmaltier DNA-Analyse: Wolf bestätigt; nördliche Quellpopulation
24.07.2021 Helfenberg 1 toter Wolf DNA-Analyse: Wolf bestätigt; nördliche Quellpopulation
03.08.2021 Gemeinde Engerwitzdorf, Ortschaft Haid

Wolfssichtung

kein Fotonachweis vorhanden
24.08.2021 Hirschbach 1 toter Rehbock begutachtet - DNA-Analyse: Fuchs bestätigt
24.08.2021 u. 26.08.2021 Westseite Hochsur/Südseite Hengstpass Wolfssichtung Fotonachweis vorhanden 
17.09.2021 Bad Goisern 1 totes Schaf begutachtet - DNA-Analyse noch ausständig
18.09.2021 Vorderstoder, Schafferteich Wolfssichtung kein Fotonachweis vorhanden
Übersichtskarte über Wolfsnachweise 2021 (Quelle: Dr. Rauer)

Mit der Einführung strengerer Schutzbestimmungen in vielen europäischen Ländern haben sich die Wolfspopulationen im Umfeld von Österreich stabilisiert. Insbesondere die italienische Population hat deutlich zugelegt und sich in den vergangenen 30 Jahren über den Apennin bis in die Westalpen ausgebreitet. Dass der Wolf über kurz oder lang auch Oberösterreich erreichen wird, war in Anbetracht der Entwicklung in Europa durchaus absehbar.

 

Europarechtlich ist der Wolf (Canis lupus) als prioritäre Art in Anhang II und Anhang IV der Fauna Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) angeführt. Gemäß Artikel 12 haben die Mitgliedstaaten die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um ein strenges Schutzsystem für die im Anhang IV Buchstabe a) genannten Tierarten in deren natürlichem Verbreitungsgebiet einzuführen. Dies ist unter anderem durch die ganzjährige Schonung des Wolfes gemäß § 1 Abs. 1 der Oö. Schonzeitenverordnung 2007 sowie die Bestimmungen der §§ 48 und 49 Oö. Jagdgesetz gegeben. Wölfe dürfen daher weder gejagt, noch gefangen, noch getötet werden. Über Antrag kann die Landesregierung Ausnahmen von diesen Verboten bewilligen, wenn dies beispielsweise im Interesse der öffentlichen Sicherheit, zur Abwendung erheblicher Schäden an Viehbeständen oder zu Zwecken der Wissenschaft erforderlich ist, es keine anderweitige zufriedenstellende Lösung gibt und der günstige Erhaltungszustand der betroffenen Tierart aufrecht erhalten wird.

 

 

Um die Möglichkeit der Erteilung von Ausnahmebewilligungen sicherzustellen, haben sich die Mitgliedstaaten vorweg mit Alternativen zu einem Fang, Abschuss etc. auseinanderzusetzen. Aus diesem Grund wurde bereits im Jahr 2012 bundesländerübergreifend im Rahmen der Koordinierungsstelle Braunbär, Wolf und Luchs ein Wolfsmanagementplan ausgearbeitet und veröffentlicht (siehe weiter unten). In diesem Plan werden neben den biologischen Grundlagen auch mögliche Auswirkungen des Wolfes auf die Landwirtschaft, die Jagd sowie auf den Menschen ausführlich behandelt und sowohl Präventionsmaßnahmen als auch die Vorgehensweise im Schadensfall aufgezeigt.   

 

Aufbauend auf dem Wolfsmanagementplan wurde in Oberösterreich zu dessen Weiterentwicklung ein Runder Tisch Wolf eingerichtet, der sich aus Vertreterinnen und Vertretern der im Wesentlichen betroffenen Interessensgruppen zusammensetzt.

Regionale Wolfsbeauftragte verstärken Vor-Ort Kompetenz

Für die Koordination des Wolfsmanagements in Oberösterreich ist die Abteilung Land- und Forstwirtschaft des Landes Oberösterreich zuständig. Zur Begutachtung von Rissen und zur Beratung wurden seitens des Landes Oberösterreich fünf Wolfsbeauftragte bestellt und ausgebildet. In Kooperation mit dem österreichweit tätigen Wolfsbeauftragten Dr. Georg Rauer haben diese Fachkräfte folgende Aufgaben übernommen:

  • Abwicklung Rissbeurteilung
  • Informationsdrehscheibe vor Ort
  • Regionaler Wolfsachverständiger
  • Koordinierung mit dem zuständigen Wolfsbeauftragten Dr. Georg Rauer
  • Abstimmung mit dem Österreichzentrum für Große Beutegreifer in Raumberg/Gumpenstein

Wolfssichtungen sollten nach Möglichkeit unverzüglich beim Land Oberösterreich gemeldet werden.

Ein entsprechendes Formular finden Sie weiter unten.

 

Informationen zu Präventivmaßnahmen gegen Wolfsrisse

Auskünfte über erfolgversprechende Schutzvorkehrungen gegen Wolfsrisse können bei den Wildschadensberatern der Landwirtschaftskammer Oberösterreich (Tel. 050 6902/1436) eingeholt werden. Darüber hinaus sind auch im Managementplan (siehe weiter unten) wertvolle Ratschläge für Vorbeugungsmaßnahmen enthalten. 

Vorgangsweise bei Rissen von Nutztieren durch einen Wolf

Bei Auffinden eines vermutlich von einem Wolf gerissenen landwirtschaftlichen Nutztieres (Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde) sollte von der Eigentümerin/Besitzerin bzw. vom Eigentümer/Besitzer wie folgt vorgegangen werden:

  • Lage des Kadavers nicht verändern
  • Dokumentation der Fundstelle und des gerissenen Tieres (fotografieren oder filmen)
  • Abdecken des Kadavers, um mögliche DNA-Spuren zu sichern bzw. Aasfresser fernzuhalten
  • Unverzügliche Kontaktaufnahme mit einem der Oö. Wolfsbeauftragten über die Oö. Wolf-Hotline
  • Besichtigung vor Ort und Entnahme einer Gewebeprobe zur DNA-Untersuchung durch einen der Wolfsbeauftragten
  • DNA-Untersuchung veranlasst durch Dr. Rauer
  • Bei Vorliegen eines positiven Untersuchungsergebnisses unterstützt der Wolfsbeauftragte die Eigentümerin/den Eigentümer bei der Schadensaufstellung
  • Vorlage der Schadensaufstellung bei der Abteilung Land- und Forstwirtschaft beim Amt der Oö. Landesregierung, Bahnhofplatz 1, 4021 Linz, lfw.post@ooe.gv.at (Ansprechperson: Mag. Manuela Kopecky, Tel.Nr. +43 732 7720-11800).

Im Schadensfall erfolgt die Begutachtung von vermuteten Wolfsrissen durch den Wolfsbeauftragten Dr. Georg Rauer bzw. durch einen der fünf Wolfsbeauftragten Oberösterreichs. Die zuständigen Experten sind unter folgender Nummer erreichbar:

Oö. Wolf - Hotline im Schadensfall
+43 732 7720-11812 während der Amtsstunden
+43 732 7720-18889 außerhalb der Amtsstunden

Die Entschädigung von Wolfsrissen bei landwirtschaftlichen Nutztieren (Schafe, Ziegen, Rinder, Pferde) wird vom Land Oberösterreich, Abteilung Land- und Forstwirtschaft, abgewickelt (Ansprechperson: Mag. Manuela Kopecky, Tel. Nr. +43 732 7720-11800). Das entsprechende Antragsformular finden Sie hier.

 

Weiterführende Informationen

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Weiterführende Informationen

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an: