Vogelgrippe -Geflügelpest - Aviäre Influenza

Informationen zur aktuellen Situation und Vorsorgemaßnahmen.

Allgemeines

  • Geflügelpest (Aviäre Influenza, „Vogelgrippe“) ist eine Erkrankung der Vögel, die durch Influenza A Viren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird. Der Subtyp H5N1, den die AGES nun nachgewiesen hat, ist für Vögel hochpathogen (stark krankmachend) und führt oft zu vielen Todesfällen, besonders in Hausgeflügelbeständen.

  • Infektionen mit H5N1 sind in Europa beim Menschen bis jetzt nicht nachgewiesen worden.

Situation in Europa und Österreich

  • In Europa breitet sich seit Mitte Oktober die Geflügelpest immer mehr aus. Am 25. 11. hat die AGES den ersten Fall in Österreich bestätigt: In einer kleinen Hühnerhaltung in Fischamend (Niederösterreich) wurde Geflügelpest diagnostiziert. Die Hühner des betroffenen Betriebs sind gestorben bzw. wurden unter behördlicher Aufsicht getötet. Der Betrieb wurde gesperrt. 

  • In Oberösterreich wurde am 20. Jänner 2022 Geflügelpest bei einem Kleinbetrieb im Bezirk Rohrbach nachgewiesen, wobei auch der benachbarte Betrieb in der Folge positiv getestet wurde. Die beiden Geflügelbestände wurden tierschutzgerecht getötet und Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt, um die Weiterverbreitung der Seuche zu verhindern.

  • Die Ausbreitung der Geflügelpest in Europa ist heuer besonders stark: Hochpathogene Aviäre Influenzaviren zirkulierten auch in den Sommermonaten in Wildvogelpopulationen. Durch den derzeitigen Herbstzug der Zugvögel auf verschiedenen Zugrouten kommt es zur Verbreitung des Virus in ganz Europa. Bei der Weiterverbreitung spielen auch heimische Wildvögel, besonders Enten und Gänse, eine Rolle. Im heurigen Herbst wurde das Virus aber noch nicht bei heimischen Wildvögeln nachgewiesen.

    Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz hat daher im Einvernehmen mit dem Landwirtschaftsministerium, den Bundesländern und unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Expertise der AGES ein Risikogebiet festgelegt, in welchem bestimmte Schutzmaßnahmen einzuhalten sind.

Gebiete mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko

Als Gebiete mit erhöhtem Risiko gelten folgende Verwaltungseinheiten:

Die Städte:

  1. Linz
  2. Steyr
  3. Wels   

die Bezirke:

  1. Braunau am Inn
  2. Ried im Innkreis
  3. Rohrbach
  4. Schärding
  5. Urfahr-Umgebung
  6. Vöcklabruck

im Bezirk Eferding die Gemeinden:    

  1. Alkoven
  2. Aschach an der Donau
  3. Haibach ob der Donau
  4. Hartkirchen
  5. Pupping

im Bezirk Gmunden die Gemeinden:    

  1. Altmünster
  2. Ebensee am Traunsee
  3. Gmunden
  4. Grünau im Almtal
  5. Gschwandt
  6. Kirchham
  7. Laakirchen
  8. Ohlsdorf
  9. Pinsdorf
  10. Roitham am Traunfall
  11. St. Konrad
  12. St. Wolfgang im Salzkammergut
  13. Traunkirchen
  14. Scharnstein
  15. Vorchdorf

im Bezirk Grieskirchen die Gemeinden:    

  1. Geboltskirchen
  2. St. Agatha    

im Bezirk Kirchdorf die Gemeinden:    

  1. Grünburg
  2. Inzersdorf im Kremstal
  3. Kirchdorf an der Krems
  4. Kremsmünster
  5. Micheldorf in Oberösterreich
  6. Nußbach
  7. Oberschlierbach
  8. Pettenbach
  9. Ried im Traunkreis
  10. Schlierbach
  11. Steinbach am Ziehberg
  12. Steinbach an der Steyr
  13. Wartberg an der Krems

im Bezirk Linz Land die Gemeinden:    

  1. Allhaming
  2. Ansfelden
  3. Eggendorf im Traunkreis
  4. Enns
  5. Hörsching
  6. Kematen an der Krems
  7. Kronstorf
  8. Leonding
  9. Neuhofen an der Krems
  10. Piberbach
  11. Pucking
  12. St. Marien
  13. Wilhering

im Bezirk Perg die Gemeinden:    

  1. Baumgartenberg
  2. Grein
  3. Langenstein
  4. Luftenberg an der Donau
  5. Mauthausen
  6. Mitterkirchen im Machland
  7. Naarn im Machlande
  8. St. Nikola an der Donau
  9. Saxen
  10. Waldhausen im Strudengau

im Bezirk Steyr-Land die Gemeinden:    

  1. Adlwang
  2. Bad Hall
  3. Dietach
  4. Pfarrkirchen bei Bad Hall
  5. Rohr im Kremstal
  6. St. Ulrich bei Steyr
  7. Sierning
  8. Waldneukirchen

im Bezirk Wels-Land die Gemeinden:    

  1. Bad Wimsbach-Neydharting
  2. Eberstalzell
  3. Edt bei Lambach
  4. Fischlham
  5. Gunskirchen
  6. Lambach
  7. Marchtrenk
  8. Neukirchen bei Lambach
  9. Sattledt
  10. Schleißheim
  11. Sipbachzell
  12. Stadl-Paura
  13. Steinerkirchen an der Traun
  14. Steinhaus
  15. Thalheim bei Wels
  16. Weißkirchen an der Traun
Risikogebiete in Österreich (Quelle: AGES)

 Daraus resultieren folgende Maßnahmen:

Innerhalb der Gebiete mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko gelten folgende Maßnahmen nach der Geflügelpest-Verordnung:

  • In gemischten Betrieben die getrennte Haltung der Enten und Gänse von übrigem Geflügel.

  • Die Tränkung darf nicht mit Oberflächenwasser, zu dem Wildvögel Zugang haben, erfolgen.

  • Unter der Voraussetzung, dass Enten und Gänse von anderem Geflügel getrennt gehalten wird, dürfen Ausläufe genutzt werden, wenn das sich darin befindende Geflügel durch Netze, Dächer oder horizontal angebrachte Gewebe vor dem Kontakt mit Wildvögeln geschützt wird oder zumindest Fütterung und Tränkung im Stallinnenbereich erfolgen. Derartige Ausläufe sind gegen Oberflächengewässer, an denen sich wild lebende Wasservögel aufhalten können, ausbruchsicher abzuzäunen.

  • Jeder Verdacht auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Erreger der Geflügelpest ist bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft anzuzeigen; im Risikogebiet sind außerdem der Abfall der Futter- und Wasseraufnahme (von mehr als 20%), der Abfall der Eierproduktion (um mehr als 5%) oder eine erhöhte Sterblichkeitsrate (höher als 3% in einer Woche) zu melden.

Vorsorgemaßnahmen für das gesamte Bundesland:

  • Ziel: Ansteckung des hochempfänglichen Hausgeflügels durch Wildvögel bestmöglich zu verhindern. Vorsorgemaßnahmen dienen dem Schutz der gesamten Vogelpopulation zur Vermeidung von großem Tierleid und wirtschaftlichen Schäden.

  • Umsetzung sämtlicher Biosicherheitsmaßnahmen, wie Einhaltung der Hygiene, Vermeidung von Kontakt zu Wildvögeln, Futter- und Wasservorlage im Stall und getrennte Haltung von Wassergeflügel und Hühnern

Was tun bei Fund von toten Wildvögeln?

  • verendet aufgefundene Wasser- und Greifvögel nicht berühren
  • Fundort der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde / der zuständigen Amtstierärztin, dem zuständigen Amtstierarzt melden.

Was tun bei überdurchschnittlicher Sterblichkeit im Hausgeflügelbestand?

  • Seuchenverdacht der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde / der zuständigen Amtstierärztin, dem zuständigen Amtstierarzt melden. Bei Seuchenverdacht an Wochenenden oder Feiertagen Meldung an die Polizei

Weiterführende Informationen