Forstschutz

Der Bereich Forstschutz umfasst alle Aktivitäten zur Erhebung und Erfassung des Waldzustandes, sowie Maßnahmen zur Bewältigung und Eindämmung von bereits bestehenden Waldschadens- und Forstschutzproblemen.

Der Bereich Forstschutz umfasst

  • Waldzustandserfassung
  • Erhebung von Waldschadens- und Forstschädlingsereignissen (Prognose über die Befallsentwicklung), Erarbeitung von Aufarbeitungs- und Bekämpfungsstrategien und die Koordinierung von Aufarbeitungs- und Bekämpfungsmaßnahmen
  • Forstliches Biomonitoring
  • Biologische Forstschädlingsbekämpfung (Ameisen- und Vogelschutz etc.)
  • Forstliche Aufklärung und Förderung im Bereich Forstschutz
  • UVP-Angelegenheiten und Sachverständigentätigkeit

 

Borkenkäfer

Nach den Hitze- und Trockensommern der Jahre 2015, 2017 und 2018 sind die Borkenkäferschäden in Oberösterreich von rund 100.000 Efm im Jahr 2014 auf rund 1.200.000 Efm im Jahr 2018 angestiegen. Auch 2019 sind mit rund 1.100.000 Efm ähnlich hohe Borkenkäferschadholzmengen wie im Jahr 2018 aufgetreten. Hauptbetroffen waren überwiegend die trockeneren Bereiche des Mühlviertels und des Alpenvorlandes.

Die Ausgangssituation im Frühjahr 2020 ließ nach einem trockenen Winter und einem frühen Borkenkäferflug, bei gegebenen überdurchschnittlichen Temperaturen und nur geringen Niederschlägen, in vielen Bereichen auch für 2020 eine weiter anhaltende bedrohliche Borkenkäfersituation erwarten.

Die im späten Frühjahr und Sommer 2020 gegebenen Niederschläge und Temperaturen, die insbesondere in den Sommermonaten im oder über langjährigen Durchschnitt lagen, haben in Oberösterreich vor allem in den Hauptschadengebieten der vergangenen Jahre im Mühlviertel und Alpenvorland zu einer gegenüber den Vorjahren leichten Entspannung der Borkenkäfersituation und einer Verringerung der Borkenkäferschadholzmengen auf das Schadensniveau des Jahres 2017 geführt. Für das gesamte Jahr 2020 sind in Oberösterreich Borkenkäferschadholzmengen im Ausmaß von rund 500.000 bis 600.000 Efm zu erwarten.

Regionale Unterschiede: Schadensschwerpunkte verlagern sich ins Gebirge

Während bei den Fichten im Alpenvorland und Mühlviertel eine leichte Erholung, mit einer Verringerung der angefallenen Schadholzmengen, festzustellen ist, haben die Schäden in den Gebirgsbezirken stark zugenommen. Neben großen Niederschagsdefiziten im Februar und unterdurchschnittlichen Niederschlägen in den Folge- und Sommermonaten liegt die Ursache in diesem Bereich auch bei den für die Borkenkäfer schadensanfälligeren Bäumen durch das Schneedruckschadereignis des vergangenen Jahres und dem auch in der Folge zunehmendem Kupferstecherbefall.

Borkenkäferentwicklung und Ausblick:

Während sich in den vergangenen Jahren auf Grund der überdurchschnittlichen Temperaturen und fehlenden Niederschlägen in den Hauptschadengebieten überwiegend 3 Borkenkäfergenerationen mit Geschwisterbruten ausbilden konnten ist im heurigen Jahr in diesen Bereichen von 2 fertig entwickelten Borkenkäfergenerationen und Geschwisterbruten auszugehen.

Die gegenüber den Jahren 2018 und 2019 verspätete Flugperiode der 2 Borkenkäfergeneration im Jahr 2020 lässt gegenüber den vergangenen Jahren auch bei der Entwicklung überwinterungsfähiger Borkenkäfer eine leichte Entspannung der Borkenkäfersituation für das kommende Jahr erwarten, wenn die Wintermonate für eine entsprechende Aufarbeitung der im Wald vorhandenen Schadhölzer genutzt werden.

Einea gute Gesprächsbasis und laufende Gespräche mit den Holzverarbeitern in Runden Tischen zu verstärkter Abnahme von heimischem Holz und der Ausbau von Lagerkapazitäten bei den holzverarbeitenden Betrieben, sowie die Schaffung von Pufferlagern durch Waldeigentümer sollen zu einer weitren Entspannung der Situation beitragen.

 

Eschen(trieb)sterben:

Das Eschentriebsterben tritt seit rund 15 Jahren in Oberösterreich auf und wird durch einen Pilz, das Falsche Weiße Stengelbecherchen (Hymenoscyphus pseutoalbidus) verursacht.

Das Eschentriebsterben ist ein europaweit zunehmendes Waldschadensproblem, da auch in Oberösterreich unvermindert voranschreitet. Rund 86 bis 90 % der vorhandenen Eschen weisen bereits Schadsymtome des Eschentriebsterbens auf und rund 20 % der Eschen sind bereits abgestorben.

Im Jahr 2015 ist vom Bundesforschungszentrum für Wald gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur ein entsprechendes Forschungsprojekt zur Rettung der Esche erarbeitet und begonnen worden, in dem festgestellte genotypische Unterschiede im Befallsverlauf genauer erforscht und durch entsprechende Züchtung von gegen den Schadpilz resistenteren Eschen versucht wird die Baumart Esche zu erhalten.

 

Asiatischer Laubholzbockkäfer (ALB): Ausrottung des Befalles in Gallspach Ende 2020

Nach aufwendigen und teuren Bekämpfungsmaßnahmen konnte nun nach den bereits erfolgreichen Ausrottungen des Quarantäneschädlings in Braunau und St. Georgen bei Obernberg (Bezirk Ried im Innkreis) auch im dritten oberösterreichischen Befallsgebiet, dem im Jahr 2013 festgestellten Befallsauftreten im Ortszentrum von Gallspach, Bezirk Grieskirchen, der Asiatische Laubholzbockkäfer erfolgreich ausgerottet werden.

Insgesamt wurden in diesem Befallsgebiet in der Zeit von 2013 bis 2020 an den rund 11.700 erfassten ALB-Wirtsbäumen mehr als 27.000 Baumkontrollen, davon mehr als 9.000 Baumkontrollen durch Baumsteiger, vorgenommen.

Im Rahmen dieser durchgeführten Befallskontrollen sind insgesamt 168 Bäume mit ALB-Befallssymptomen, davon 31 Bäume mit insgesamt 328 Ausbohrlöchern, entdeckt worden.

Die im Vergleich zu anderen europäischen Befallsauftreten rasche und erfolgreiche Ausrottung des Quarantäneschädlings war nur durch die kooperative Zusammenarbeit der Bevölkerung und Gemeinden, mit den für die Ausrottung zuständigen amtlichen Stellen, möglich.

 

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