Der Bereich Forstschutz umfasst
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Waldzustandserfassung
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Erhebung von Waldschadens- und Forstschädlingsereignissen (Prognose über die Befallsentwicklung), Erarbeitung von Aufarbeitungs- und Bekämpfungsstrategien und die Koordinierung von Aufarbeitungs- und Bekämpfungsmaßnahmen
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Forstliches Biomonitoring
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Biologische Forstschädlingsbekämpfung (Ameisen- und Vogelschutz etc.)
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Forstliche Aufklärung und Förderung im Bereich Forstschutz
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Monitoring und Bekämpfung invasiver Waldschädlinge
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UVP-Angelegenheiten und Sachverständigentätigkeit
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Forstliche Beweissicherung in Betriebsanlagen- Verfahren
Waldzustand und Schadholzanfall
In den oberösterreichischen Wäldern wurden im Jahr 2024 rund 3,2 Millionen Efm Holz eingeschlagen, davon waren rund 1,4 Millionen Efm Schadholz (rund 45%).
Rund 0,43 Mio. Efm sind davon durch Borkenkäfer, 0,76 Mio. Efm durch Sturm und Schnee und rund 0,19 Mio. Efm durch Fäule und Sonstige verursacht. Die Borkenkäfersituation hat sich 2025, im Vergleich zu den Jahren der großen Kalamitäten weiter entspannt. Die Fangzahlen des diesjährigen Borkenkäfermonitorings sind weiterhin auf einem hohen Niveau.
Borkenkäfer
Aufgrund des trockenen Frühjahrs waren die Bestände stark disponiert für Käferbefall. Trotz der Disponierung der Bestände startete der Käferflug wie üblich in den ersten beiden Aprilwochen. Der sehr trockene Mai, und sehr heiße und trockene Juni beflügelten die Entwicklung des Borkenkäfers. Ab Juli wurde die Borkenkäferentwicklung aufgrund des Schlechtwettereinbruchs deutlich verlangsamt. In den Niederungen und in begünstigten Lagen wurde die dritte Generation des Buchdruckers angelegt und konnte sich teilweise fertig entwickeln. In den Mittel- und Hochlagen kam es zur Anlage der dritten Generation des Buchdruckers, aber in vielen Gebieten konnte sich die dritte Generation nicht fertig entwickeln.
Die Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, die Borkenkäferkalamitäten speziell im Schutzwald durch erhöhte Forstaufsicht auf den kritischen Flächen hintanzuhalten. Nach den aktuellen Schätzungen wird in Oberösterreich laut den Meldungen aus den Bezirken die Borkenkäferschadholzmenge für das Jahr 2025 unter 350.000 Efm liegen.
Sturmschäden:
Die durch kleine, lokal sehr begrenzte, Ereignisse verursachten Sturmschäden im Jahr 2025 belaufen sich ca. auf 70.000 fm. Die Schadensschwerpunkte lagen in den Bezirken Braunau und Steyr-Land.
Eschen(trieb)sterben:
Das Eschentriebsterben tritt seit rund 15 Jahren in Oberösterreich auf und wird durch einen eingeschleppten Pilz (Hymenoscyphus fraxineus) verursacht.
Das Absterben der Eschen durch Eschentriebsterben schreitet, wie auch 2024, unvermindert voran und ist auch aufgrund des überdurchschnittlichen Eschenanteiles in Oberösterreich weiter ein zunehmendes Waldschadensproblem. Das Eschentriebsterben tritt in allen Regionen des Bundeslandes auf, wobei bereits 90 % bis 95 % der vorhandenen Eschen Schadsymptome des Eschentriebsterbens aufweisen. Rund 20 % der Eschen sind bereits abgestorben. Die erkrankten Eschen stellen auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, da abgestorbene Astteile und häufig auch Bäume durch Wurzelschäden eine entsprechende Gefahr darstellen.
Im Jahr 2015 wurde daher vom Bundesforschungszentrum für Wald gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur ein Forschungsprojekt zur Rettung der Esche erarbeitet und begonnen, in dem festgestellte genotypische Unterschiede im Befallsverlauf genauer erforscht und durch entsprechende Züchtung von gegen den Schadpilz resistenteren Eschen versucht wird die Baumart Esche zu erhalten.
In Phase I dieses Forschungsprojektes („Esche in Not“) konnten bereits vielversprechende Ergebnisse die Baumart Esche zu retten, erzielt werden. Von Oktober 2019 bis 2024 wurde die Forschung bereits in Phase II weitergeführt. Im Herbst 2024, zum Abschluss der Phase II von „Esche in Not“, wurde die Hochlagen-Plantage in Kooperation mit dem Landesforstgarten Tirol bei Nörsach angelegt. Im Frühling 2024 wurde mit der Anlage der entsprechenden Samenplantagen begonnen. Die Tieflagen-Plantage wurde am Standort Feldkirchen/Donau in Kooperation mit der Landesforstdirektion Oberösterreich angelegt, die Plantage für Vorarlberg in Zusammenarbeit mit der Landesforstdirektion Vorarlberg am Standort Rankweil.
Mit ersten ertragreichen Saatguternten ist in etwa 10 Jahren zu rechnen.
Monitoring Forstschädlinge - EU-Quarantäneverordnung - Umsetzung
Pflanzengesundheitsverordnungen für den Bereich Forst/Holz und Forstpflanzen
Entsprechend der Verordnung (EU) 2016/2031 des Europäischen Parlaments und Rates über Maßnahmen zum Schutz vor Pflanzenschädlingen besteht auch für den Bereich Forst/Holz und Forstpflanzen eine Verpflichtung zur Überwachung (Survey) auf prioritäre Unionsquarantäne-Schädlingsvorkommen im Wald und den Forstpflanzgärten.
Entsprechend der Verordnung sind damit nunmehr für bestimmte Schädlinge auch im Bereich Forst/Holz regelmäßig ein risikobasierter „Gesundheitscheck“ durchzuführen, Notfall- und Aktionspläne zu erstellen und Informationspflichten für die Öffentlichkeit vorgegeben. In einem ersten Schritt wurden dazu im Jahr 2021 mögliche Einschleppungswege (Import/Logistikzentren, Natursteinhändler etc.) eruiert, deren Entfernung zu nächstgelegenen Waldflächen erhoben und für ein Erstmonitoring eine Priorisierung möglicher/wahrscheinlicher Einschleppungswege festgelegt. 18 Waldflächen im Nahbereich von prioritär eingestuften Importquellen sind 2021 erstmals einem Monitoring unterzogen worden und an fünf Standorten wurden lockstoffbestückte Monitoringfallen betreut. Im Jahr 2025 wurden wiederum die 18 Waldflächen im Nahbereich von prioritär eingestuften Importquellen visuell kontrolliert. Des Weiteren wurden vier Segmenttrichterfallen für den Walnussborkenkäfer, vier Segmenttrichterfallen für den Eschenprachtkäfer und drei KreuzbarrierefalIen für Monochamen aufgestellt und mit einem speziellen Pheromon beködert. Es wurden 3 Monochamen gefangen und untersucht. Dabei wurden keine Kiefernsplintholznematoden (Bursaphelenchus xylophilus) gefunden. Das Monitoring verlief 2025 ohne Auffälligkeiten.
Weiterführende Informationen
- Informationen zum Walnussborkenkäfer .
- Kiefernholznematode - Monochamusarten als potenzielle Vektoren .
- Kiefernholznematode - Notfallplan .
- Merkblatt zum asiatischen Eschenprachtkäfer .
Weiterführende Informationen
Weiterführende Informationen
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Institut für Genetik
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des Bundesforschungs- und Ausbildungszentrums für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
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Institut für Waldschutz
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des Bundesforschungs- und Ausbildungszentrums für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
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Forstliches Biomonitoring
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auf der Homepage des Bundesforschungs- und Ausbildungszentrums für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)
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FORRISK
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Grenzüberschreitende (Österreich-Tschechien) forstliche Frühwarnplattform

