Amt der Oö. Landesregierung
4021 Linz • Landhausplatz 1

Telefon (+43 732) 77 20-0
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Hilfestellungen bei Diskriminierung

Hier finden Sie Ratschläge für Betroffene, Außenstehende und Vorgesetzte bzw. Arbeitgeber.

Hand stoppt das Umfallen von Dominosteinen

Quelle: @adrian_ilie825 – stock.adobe.com

 

Was kann ich als Betroffene oder Betroffener tun?

Holen Sie sich Rat!

Die Antidiskriminierungsstelle berät Sie kostenlos und vertraulich und verweist Sie bei Unzuständigkeit gerne an die für Sie passende Stelle weiter. Sie können sich telefonisch, per E-Mail, Post oder Beschwerdeformular an uns wenden. Für ein persönliches Beratungsgespräch bitten wir Sie um vorherige Terminvereinbarung.

Holen Sie sich Unterstützung!

Bei Diskriminierungen oder Belästigungen durch Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz, können Sie sich an ihre Personalvertretung oder ihre Vorgesetzte bzw. ihren Vorgesetzten wenden. Ihre Vorgesetzte bzw. Ihren Vorgesetzten sowie Ihre Arbeitgeberin bzw. Ihren Arbeitgeber trifft die Pflicht, einzuschreiten und Diskriminierungen oder Belästigungen zu unterbinden. Kommt sie oder er dieser Verpflichtung nicht nach, begeht er oder sie eine Diskriminierung und kann schadenersatzpflichtig werden.

Sammeln Sie Beweise!

Notieren Sie sich Datum, Ort und Art der Diskriminierung und Belästigung und sprechen Sie eventuelle Zeugen und Beobachter darauf an. Sollte es sich um mehrere Vorfälle oder längere Belästigungen handeln, ist es sinnvoll, ein Journal darüber zu führen.

Fordern Sie Ihr Recht!

Wenn Sie Opfer einer Diskriminierung sind, haben Sie ein Recht auf Schadenersatz. Für Klagen nach dem Oö. Antidiskriminierungsgesetz sind das Arbeits- und Sozialgericht, das Bezirksgericht (bei einem Streitwert bis zu 5.000 Euro) oder das Landesgericht (bei einem über 5.000 Euro liegenden Streitwert) zuständig. Dabei sind jedoch das Prozesskostenrisiko und die jeweiligen Fristen zu beachten. Neben dem Ersatz des entstandenen Schadens, haben Sie auch einen Anspruch auf Ersatz, des durch die Verletzung der Würde, entstandenen Nachteils ("immaterieller Schadenersatz").

Als Bewerberin oder Bewerber, vertragliche Bedienstete oder vertraglicher Bediensteter sowie Lehrling bei einer Gemeinde oder dem Land Oberösterreich, sind die Ansprüche aus einer Diskriminierung oder Belästigung vorab dem Dienstgeber gegenüber geltend zu machen.

Bei der gerichtlichen Geltendmachung unterstützen Sie, die sachlich in Betracht kommenden beruflichen Interessensvertretungen (z. B. ÖGB, AK) sowie Vereinigungen, die nach ihren satzungsmäßigen Zielen ein berechtigtes Interesse an der Einhaltung des Diskriminierungsverbots haben.

Eine Diskriminierung oder Belästigung nach dem Oö. Antidiskriminierungsgesetz ist überdies eine Verwaltungsübertretung, sofern sie nicht eine in die Zuständigkeit der Gerichte fallende strafbare Handlung darstellt und kann bei der jeweiligen Bezirksverwaltungsbehörde (Magistrat oder Bezirkshauptmannschaft) angezeigt werden.

Was kann ich als Außenstehende oder Außenstehender tun?

Weisen Sie Betroffene auf die Beratungsangebote der Oö. Antidiskriminierungsstelle oder anderer in Betracht kommender Einrichtungen hin und bieten Sie Ihre Unterstützung (z. B. als Zeugin oder Zeuge) an. Die Oö. Antidiskriminierungsstelle berät auch Sie gerne.

Was kann ich als Vorgesetzte bzw. Vorgesetzter tun?

Als Vorgesetze bzw. Vorgesetzter sowie Arbeitgeberin bzw. Arbeitgeber, trifft Sie eine Fürsorgepflicht für Ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Darunter fällt auch, Diskriminierungen und Belästigungen unter den Arbeitnehmern zu unterbinden und Abhilfe zu schaffen. Unterlassen Sie dies, können Schadenersatzansprüche gegen Sie geltend gemacht werden.

Nehmen Sie Betroffene, die sich an Sie wenden ernst und suchen Sie das Gespräch mit den Täterinnen und Tätern sowie Zeuginnen und Zeugen. Stellen Sie klar, dass Diskriminierungen und Belästigungen in Ihrem Betrieb nicht geduldet werden und Konsequenzen haben. Machen Sie sich Notizen über Gespräche und getroffene Vereinbarungen. Die Oö. Antidiskriminierungsstelle berät auch Sie gerne.

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

Amt der Oö. Landesregierung • 4021 Linz, Landhausplatz 1 • Telefon (+43 732) 77 20-0 • E-Mail post@ooe.gv.at