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LR Steinkellner: TramTrains für alle

Landeskorrespondenz

Sechs Verkehrsorganisationen starten gemeinsame Fahrzeugausschreibung. Projektvolumen der weltweiten Ausschreibung umfasst vier Milliarden Euro

(Presseaussendung vom 12.8.2020)

„Das ist ein nie dagewesenes Projekt, von dem wir sehr profitieren werden. Es geht dabei um nichts Geringeres, als die Mobilitätszukunft unseres Landes und unserer Regionen abzusichern“, fasst Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner zusammen. 

Das Land Oberösterreich ist über die Schiene GmbH Teil des Projektes VDV-TramTrain. Dabei haben sich sechs deutschsprachige Verkehrsunternehmen zu einer Art Käufervereinigung zusammengeschlossen, um gemeinschaftlich 504 Regional¬stadtbahn-Fahrzeuge auszuschreiben. In den kommenden Monaten erwartet man die Angebote der Fahrzeughersteller aus aller Welt. Die Ausschreibung umfasst neben der Fahrzeugentwicklung, -produktion und -zulassung auch einen auf bis zu 32 Jahre angelegten anschließenden Instandhaltungsvertrag mit dem Hersteller. Dadurch entsteht ein Gesamtprojektvolumen von rund 4 Milliarden Euro. Die sich im Rahmen dieses gemeinsamen Projekts ergebenden Vorteile sind klar definiert: die Projekt-partner VBK und AVG aus Karlsruhe, Saarbahn Netz, der Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, das Land Salzburg und die Schiene Oberösterreich wollen durch die gemeinsame Großbestellung bis zu eine Million Euro pro Fahrzeug einsparen. 

Auch die Vorteile der TramTrains im Betrieb sind überzeugend. Hinter dem Begriff TramTrain verbirgt sich sinngemäß eine Verknüpfung zwischen Straßen- und Eisenbahn. Während die Garnituren in der Region die Reisevorteile einer Eisenbahn (wie bspw. Geschwindigkeiten, Sicherheitsnormen, Fahrkomfort, Sanitäranlagen) erfüllen, fungieren sie innerstädtisch als Straßenbahn. „Diese Mehrsystemfahrzeuge sind durch ihre Ausstattung und Betriebseigenschaften sowohl auf die Bedürfnisse derjenigen Fahrgäste, die längere Fahrtstrecken mit der Stadtbahn zurücklegen, als auch für Fahrgäste, die innerstädtisch nur wenige Haltestellen fahren, in idealer Weise abgestimmt. Vor allem ermöglichen die TramTrain-Fahrzeuge auch umsteigfreie Direktverbindungen von der Region mitten in die Stadt. Von der Region bis zu Stadtgrenze haben die Fahrgäste somit den Vorteil schneller Reisezeiten und hohen Fahrgastkomforts. Innerhalb der Stadt kommen weitere Vorteile eines Straßen-bahnsystems, wie attraktive, innerstädtische Umstiegsknoten und dichtere Haltestellenabstände hinzu“, unterstreicht Steinkellner. 


Baukastensystem bringt spezifische Lösung für alle Verkehrsorganisationen

Es wird eine Standardkonstruktion der Fahrzeuge geben, deren Entwicklungs- und Zulassungskosten sich die Partner teilen. Dies ist ein wesentlicher Punkt für das erhoffte Einsparpotential. Auf Basis der Standardkonstruktion sollen des Weiteren fünf Varianten produziert werden, die betreiberspezifische Anforderungen wie zum Beispiel die Einstiegshöhe, die Innenraumgestaltung, die Außengestaltung, etc. erfüllen. So bietet die für das Land Oberösterreich beschaffte Variante im Mittelteil z.B. Regional¬bahnsitze, Sitzgruppen und Gepäckabstellmöglichkeiten, während der vordere und hintere Teil u.a. mit Mehrzweckabteilen für den Rollstuhl-, Kinderwagen- und Fahrradtransport ausgestattet ist. Die für den Einsatz auf den längeren Stadtbahnstrecken vorgesehenen Fahrzeuge sind mit Toiletten ausgestattet. Generell wurde bei der Erstellung des Anforderungsprofils für die TramTrains auf die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Personen Wert gelegt. Im Juli 2026 erwartet man die ersten Fahrzeuge für Oberösterreich, welche dann vorerst auf der Linzer Lokalbahn zum Einsatz kommen sollen. Während in deutschen Städten wie beispielsweise Karlsruhe bereits durchgehende Schienenverbindungen zwischen den Innenstädten und den Regionen bestehen, sollen in Oberösterreich die Durchbindung der Mühlkreisbahn zum Linzer Hauptbahnhof sowie der Bau der Stadtbahn nach Gallneukirchen/ Pregarten umgesetzt werden. „Ein weiterer Vorteil der gemeinsamen Arbeiten im VDV-TramTrain war der Erfahrungsaustausch. Hier gab es kein Konkurrenzdenken, sondern ein produktives, gegenseitiges zur Verfügung stellen von Fachwissen und Erfahrungswerten. Im Zentrum stand eine gemeinsame Zukunftsvision. Nämlich durch moderne und attraktive ÖPNV-Lösungen möglichst viele Menschen zum Umstieg auf den öffentlichen Verkehrs einzuladen“, so LR Steinkellner abschließend.

 

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