Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer: Überprüfung bestätigt hohe Qualität im Frauenhaus Linz

Landeskorrespondenz

(Presseaussendung vom 10.8.2020)

Seit Jahresbeginn wurden in Österreich bereits 16 Frauen ermordet. Jede fünfte Frau ist laut Statistik körperlicher und/oder sexueller Gewalt ausgesetzt. Zwei von drei Übergriffen passieren in der Familie oder im engsten sozialen Umfeld. Dies zeigt, wie wichtig es ist, dass es Orte gibt, an denen betroffene Frauen und ihre Kinder Schutz finden und die Möglichkeit erhalten, sich neue Lebensperspektiven zu erarbeiten. Die oberösterreichischen Frauenhäuser sind solche Orte. Dass diese Häuser, was die Qualität anbelangt, im österreichischen Spitzenfeld liegen, hat eine durch das Land Oberösterreich kürzlich durchgeführte Überprüfung des Frauenhauses Linz bestätigt. Zu den geprüften Leistungen gehörten neben dem Wohnen unter anderem auch die ambulante Beratung, die Betreuung und Unterstützung der Kinder, die Erarbeitung von Lebensperspektiven und die Begleitung bei Behörden- und Gerichtswegen.

 

„Die Zahl der akut gewaltbetroffenen Frauen ist leider auch bei uns in Oberösterreich konstant hoch. Steigend ist vor allem die Intensität der Gewalt, fast alle Frauen in den Frauenhäusern zählen mittlerweile zur Hochrisikogruppe. Umso wichtiger ist es, dass unsere Frauenhäuser Tag und Nacht erreichbar sind, besondere Schutzmaßnahmen nach außen bieten und nach modernen Konzepten betrieben werden.“, sagt Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer.

 

Das Sozialressort des Landes finanziert fünf eigenständige Frauenhäuser in Oberösterreich, sechs Übergangswohnangebote für Frauen, die nicht akut von Gewalt betroffen sind, aber aus einer belastenden häuslichen Beziehung flüchten müssen. Seit Beginn des Lockdowns bietet ein Zusatzquartier in Linz Frauen und ihren Kindern Zuflucht – da alle Frauenhäuser in Oberösterreich zu fast 100 Prozent ausgelastet sind, soll dieses Angebot über den September hinaus verlängert werden.

Für das Jahr 2020 sind im Budget des Sozialressorts rund 2,8 Millionen Euro für den Betrieb und Erhalt dieser Einrichtungen vorgesehen. Auch ist das Sozial-Ressort für das Gewaltschutzzentrum zuständig, das mit regionalen Außenstellen und Sprechstunden in den Bezirken ein flächendeckendes Angebot der Beratung und Unterstützung bei Gewalt, Stalking und Prozessbegleitung in Strafverfahren bietet. Seit vergangenen Herbst werden auch Schulworkshops zur Gewaltprävention in ganz Oberösterreich finanziert.