Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV)

Ab 1. Februar 2014 wurde die Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV) in das österreichische Kinderimpfkonzept aufgenommen.

Bei den Humanen Papillomaviren (HPV) handelt es sich um eine große Gruppe von Viren. Die Übertragung von HPV erfolgt vorwiegend durch direkten Schleimhautkontakt, insbesondere durch sexuelle Kontakte.
Bestimmte sogenannte "Hochrisiko Typen" der HPV sind Ursache für die Entwicklung bösartiger Tumoren. Dazu zählen ein Großteil der Gebärmutterhals-Karzinome sowie andere Tumore sowohl im Genitalbereich als auch im Mund- und Rachenbereich bei Männern und Frauen.
Andere HPV-Typen können zu infektiösen, stark wachsenden Hautveränderungen im Genitalbereich (Kondylome/Feigwarzen) führen. Die Behandlung der Feigwarzen ist meist langwierig und unangenehm.

Die Impfung schützt vor den häufigsten HPV-bedingten Krebsformen und Genitalwarzen. Wenn Frauen und Männer geimpft werden, haben alle Geimpften nicht nur einen direkten Nutzen von der Impfung. Indirekt nimmt dadurch die Übertragungshäufigkeit insgesamt ab, sodass langfristig die Erkrankungen bzw. Erkrankungsvorstufen in der Bevölkerung seltener werden.

Der größte Nutzen der Impfung tritt ein, wenn diese zu einem Zeitpunkt erfolgt, zu dem noch kein Kontakt mit HPV stattgefunden hat - also idealerweise vor den ersten sexuellen Kontakten.

Die Impfung ersetzt nicht die Vorsorgeuntersuchung mittels "Krebsabstrich" (PAP-Abstrich) bei Frauen, da sie vor den häufigsten und gefährlichsten, aber nicht vor allen HPV-Typen schützt.

Gemäß österreichischem Impfplan wird die HPV-Impfung mit den 9-fach-Impfstoff GARDASIL 9 allen Mädchen und Buben bzw. Frauen und Männern ab dem vollendeten 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 30. Lebensjahr empfohlen. Der Nutzen einer später (ab dem vollendeten 30. Lebensjahr) begonnen HPV-Impfung sinkt.

Die Impfung gegen Humane Papillomaviren ist im kostenfreien Impfprogramm für Mädchen und Buben enthalten und wird ab dem vollendeten 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 12. Lebensjahr nach dem 2-Dosen-Schema kostenfrei geimpft. Untersuchungen haben eindeutig ergeben, dass die Impfantwort bei Kindern in dieser Altersgruppe am besten ist.

Seit Herbst 2021 stehen HPV-Nachholimpfungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr zum vergünstigten Selbstkostenpreis an öffentlichen Impfstellen zur Verfügung. Dabei kann mittlerweile ab dem vollendeten 15. Lebensjahr bis zum vollendeten 18. Lebensjahr ein 2-Dosen-Schema (Offlabel-Anwendung mit evidenzbasierter Empfehlung) angewandt werden, sofern das empfohlene Mindestintervall von mindestens sechs Monaten zwischen 1. und 2. Impfung eingehalten wird. Wurde die zweite Dosis früher als fünf Monate nach der ersten Dosis verabreicht, so ist immer eine dritte Dosis (3-Dosen-Schema) notwendig. Ab dem vollendeten 18. Lebensjahr wird für einen gleichwertigen Individualschutz ein 3-Dosen-Schema (2. Dosis zwei Monate nach der 1. Dosis und 3. Dosis sechs bis acht Monate nach der 2. Dosis – abweichend von der Fachinformation, wegen besserer Wirksamkeit) empfohlen. Die Impfserie sollte aber jedenfalls innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden. Für immunsupprimierte und immuninkompetente Personen gilt altersunabhängig das 3-Dosen-Schema. Wir dürfen darauf hinweisen, dass für HPV-Impfungen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr keine finanzielle Unterstützung durch den öffentlichen Gesundheitsdienst angeboten wird. Ab dieser Altersgruppe müssen die Kosten selbst getragen werden (insgesamt etwa 600 Euro für drei Teilimpfungen).

Auch nach bereits erfolgter Infektion oder durchgemachter Erkrankung mit einem durch die Impfung abgedeckten Virus-Subtyp kann die Impfung empfohlen werden. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, neuerliche Infektionen mit demselben sowie auch anderen, durch den Impfstoff erfassten Subtypen zu verhindern. Zudem wirkt die HPV-Impfung zwar nicht therapeutisch, bei Impfung nach Konisation können durch Impfung jedoch zwei Drittel der Rezidive vermieden werden. Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK), die Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) und die Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS) übernehmen für Frauen nach Konisation wegen hochgradiger zervikaler intraepithelialer Dysplasien bis zum 45. Lebensjahr die Kosten für die HPV-Impfung.

 

Kinderimpfprogramm in Oberösterreich:

  • Für alle Schulkinder in der 5. Schulstufe wird die Impfung kostenfrei im Rahmen von Schulimpfungen durchgeführt.
  • Zusätzlich wird die Impfung für alle Kinder vom vollendeten 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 12. Lebensjahr (= 12. Geburtstag) an den Sanitätsdiensten der Bezirkshauptmannschaften und den Gesundheitsämtern der Magistrate kostenlos angeboten. Als Zeitpunkt für die Inanspruchnahme gilt der Zeitpunkt der ersten Teilimpfung.
  • Jugendliche vom vollendeten 12. Lebensjahr bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (= 18. Geburtstag) erhalten in Oberösterreich die HPV9-Impfung zu einem Selbstkostenpreis von 60,00 Euro pro Teilimpfung an den Sanitätsdiensten der Bezirkshauptmannschaften und den Gesundheitsämtern der Magistrate. Als Zeitpunkt für die Inanspruchnahme gilt der Zeitpunkt der ersten HPV9-Teilimpfung.

 

Für die Vereinbarung von Impfterminen wenden Sie sich bitte an die jeweiligen Sanitätsdienste der Bezirkshauptmannschaften bzw. an die Gesundheitsämter der Magistrate.

 

Laut Ärztekammer besteht heuer erstmals im Rahmen einer gemeinsamen Impfaktion der Österreichischen Ärzte- und Apothekerkammer für die 12- bis 18-Jährigen zwischen 01.03.2022 und 30.06.2023 die Möglichkeit die HPV-Nachholimpfung zum vergünstigten Selbstkostenpreis im niedergelassenen Bereich durchführen zu lassen. Die Impfung wird von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten für Allgemeinmedizin, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Dermatologie, Urologie sowie von Kinderärztinnen und Kinderärzten verabreicht. Für die Inanspruchnahme gilt das Alter des Impflings zum Zeitpunkt der ersten Dosis. Die Kosten für den HPV-Impfstoff - zuzüglich Impfhonorar - sind vom Impfling selbst zu tragen, wobei die Empfehlung für das Impfhonorar maximal 15,00 Euro pro Impfung beträgt. Gegen Vorlage von speziellen Rezepten für die HPV-Impfaktion besteht die Berechtigung zum Bezug von "Gardasil 9" zum vergünstigten Verkaufspreis in Höhe von maximal 75,00 Euro (inklusive Umsatzsteuer) in öffentlichen Apotheken, Hausapotheken und jenen Apotheken, die Ordinationen mit den Impfstoffen des Gratis-Impfprogramms versorgen.

Weiterführende Informationen

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an: