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Kostenlose Masernimpfung in Oberösterreich

Im Jahr 2011 wurden in Europa große Masernausbrüche mit annähernd 30.000 Erkrankungen, zahlreichen schweren Verläufen und Todesfällen verzeichnet. 2015 lag Österreich mit 309 Fällen - europaweit mit 35,5 gemeldeten Masernfällen pro einer Million Personen - an zweiter Stelle in Europa. Mit Beginn des Jahres 2017 kam es in Österreich erneut zu einer Ausweitung des Maserngeschehens. Laut nationalem Meldesystem wurden seit Jahresbeginn 2017 in sieben Bundesländern insgesamt 84 Masernfälle (Stand: 20. Oktober 2017) gezählt. Das sind mehr als im gesamten Jahr 2016.

Masern gehören zu den schwersten der sogenannten Kinderkrankheiten, denn sie haben eine hohe Komplikationsrate:

  • Jede Maserninfektion zieht eine Schwächung des Immunsystems für mehrere Jahre (zwei bis drei Jahre) nach sich. Es besteht dadurch ein anhaltend erhöhtes Risiko an anderen Infektionskrankheiten zu erkranken oder sogar zu sterben.
  • Bei 20 Prozent der Maserninfektionen kommt es zu Komplikationen, wie Mittelohrentzündung und Lungenentzündung.
  • Gehirnentzündungen (Enzephalitis) kommen in etwa ein bis zwei von 1000 Masernfällen vor. Sie führen in 20 bis 30 Prozent zu Dauerschäden, wie z.B. Krampfanfällen, Schwerhörigkeit, körperlicher bzw. geistiger Behinderung, Koma und sind in 25 Prozent tödlich.
  • Gefürchtete Spätfolge ist die SSPE (= subakute sklerosierende Panenzephalitis) bei einer von 1.700 bis 10.000 Erkrankten. Dabei kommt es etwa sechs bis acht Jahre nach der akuten Masernerkrankung zu fortschreitenden Hirnfunktionsstörungen, die immer tödlich enden – vor allem Kinder sind häufiger betroffen.
  • Schwere Komplikationen treten vor allem bei Kindern auf, die im ersten Lebensjahr erkranken! Bekanntermaßen kommt es auch im  Erwachsenenalter eher zu schweren Verläufen und Komplikationen.


Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt und werden durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen (z.B. beim Sprechen, Husten, Niesen) sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen übertragen. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt bereits vier Tage vor Auftreten des Ausschlags und hält bis vier Tage nach Auftreten des Ausschlags an. Das Masernvirus löst bereits bei kurzer Kontaktzeit (15 Minuten) bei nahezu allen ungeschützten Personen (ca. 95 Prozent) eine Infektion aus.

Ungeschützt sind Personen, die nicht durch Impfungen oder durch eine frühere Masernerkrankung immun sind. Impflücken in Österreich gibt es vor allem bei jüngeren Erwachsenen, geboren in den 1990er Jahren. Zusätzlich ist aktuell ein Drittel der 15 bis 30-Jährigen noch kein zweites Mal geimpft, das sind mehr als eine halbe Million Personen.

Laut Masernbericht 2016 reicht die Anzahl der geimpften Personen nach wie vor nicht aus, um die Erkrankung in Österreich auszurotten. Um zu gewährleisten, dass Infektketten wirkungsvoll unterbrochen werden und auch jene Personen geschützt werden, die nicht geimpft werden können (z.B. Säuglinge, ungeimpfte Schwangere und Personen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche), sind Durchimpfungsraten von 95 Prozent mit zwei Dosen nötig ("Herdenimmunität").

Allen Personen, die nicht ausreichend geschützt sind, werden Nachholimpfungen nachdrücklich empfohlen.

Das Land Oberösterreich bietet daher allen Personen (altersunabhängig), die noch keine oder nur eine einmalige Masernimpfung erhalten haben, die Masern-Mumps-Röteln-Impfung kostenlos an.

Der Masernimpfschutz der Säuglinge und Kleinkinder kann wie üblich bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten für Allgemeinmedizin und Kinderheilkunde - unter Verwendung des Impfgutscheinheftes - durchgeführt werden.

Kostenlose Nachholimpfungen ab dem Schulalter (auch bei Erwachsenen) können an den Sanitätsdiensten und Gesundheitsämtern der Bezirkshauptmannschaften und Magistrate in Anspruch genommen werden.

Nebenwirkungen wie leichtes Fieber und Ausschlag können bei circa jedem zehnten Impfling auftreten, sind aber in der Regel harmlos und sehr viel schwächer ausgeprägt als bei der Wildvirusinfektion.

Bei Verdacht auf Masern (Auftreten von unspezifischen Symptomen wie Schnupfen, Fieber, geröteten Augen, anderen grippeähnlichen Symptomen und Ausschlag) UNBEDINGT die Ärztin bzw. den Arzt oder das Krankenhaus VORHER telefonisch kontaktieren, damit eine Übertragung in Warteräumen und Ambulanzen verhindert werden kann.

 

Weiterführende Informationen

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