Amt der Oö. Landesregierung
4021 Linz • Landhausplatz 1

Telefon (+43 732) 77 20-0
Fax (+43 732) 77 20-2116 68

E-Mail post@ooe.gv.at
www.land-oberoesterreich.gv.at

Kostenlose Masernimpfung in Oberösterreich

Im Jahr 2011 wurden in Europa große Masernausbrüche mit annähernd 30.000 Erkrankungen, zahlreichen schweren Verläufen und Todesfällen verzeichnet. 2015 lag Österreich mit 309 Fällen - europaweit mit 35,5 gemeldeten Masernfällen pro einer Million Personen - an zweiter Stelle in Europa. Mit Beginn des Jahres 2017 kam es in Österreich erneut zu einer Ausweitung des Maserngeschehens, welches bis dato anhält (2017: 95 Fälle, 2018: 77 Fälle). Mit Stand vom 15.05.2019 wurden im Jahr 2019 bereits 106 Masernfälle gemeldet.

Weltweit herrscht weiterhin eine erhöhte Masernaktivität. In der WHO-Region Europa wurden im Jahr 2018 mehr als 80.000 Masernfälle und 72 Todesfälle verzeichnet. In den EU/EWR-Ländern wurden zwischen 01.11.2017 und 30.11.2018 insgesamt 12.790 Fälle bzw. 35 Todesfälle registriert (Stand: Jänner 2019, ECDC).

Aufgrund der aktuellen Entwicklung, sollte der eigene Impfstatus dringend kontrolliert werden. Ein ausreichender Schutz besteht nach zwei schriftlich bestätigten Impfungen gegen Masern-Mumps-Röteln oder wenn mittels Antikörperbestimmung nachgewiesen ist, dass ein ausreichender Schutz im Blut vorhanden ist. Fehlende Impfungen können und sollen in jedem Lebensalter nachgeholt werden. Es handelt sich um einen Lebendimpfstoff, darum ist ein "überimpfen" nicht möglich. Der Impfstoff ist für alle Personen an öffentlichen Impfstellen kostenfrei erhältlich. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann die Impfung wie üblich bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten für Allgemeinmedizin und Kinderheilkunde - unter Verwendung des Impfgutscheinheftes - durchgeführt werden.

 

Masern gehören zu den schwersten der sogenannten Kinderkrankheiten, denn sie haben eine hohe Komplikationsrate:

  • Jede Maserninfektion zieht eine Schwächung des Immunsystems für mehrere Jahre (zwei bis drei Jahre) nach sich. Es besteht dadurch ein anhaltend erhöhtes Risiko an anderen Infektionskrankheiten zu erkranken oder sogar zu sterben.
  • Bei 20 Prozent der Maserninfektionen kommt es zu Komplikationen, wie Bronchitis, Mittelohrentzündung und/oder Lungenentzündung.
  • Gehirnentzündungen (Enzephalitis) kommen in etwa ein bis zwei von 1000 Masernfällen vor. Sie führen in 20 bis 30 Prozent zu Dauerschäden, wie z.B. Krampfanfällen, Schwerhörigkeit, körperlicher bzw. geistiger Behinderung, Koma und sind in 25 Prozent tödlich.
  • Gefürchtete Spätfolge ist die SSPE (= subakute sklerosierende Panenzephalitis) bei einer von 1.700 bis 10.000 Erkrankten. Dabei kommt es etwa sechs bis acht Jahre nach der akuten Masernerkrankung zu fortschreitenden Hirnfunktionsstörungen, die immer tödlich enden. Besonders gefährdet für SSPE sind Kinder, die im ersten Lebensjahr erkranken oder während der Geburt angesteckt werden. Hier erkrankt ein Kind von 600 Masernerkrankten an SSPE.
  • Schwere Komplikationen treten vor allem bei Kindern auf, die im ersten Lebensjahr erkranken! Bekanntermaßen kommt es auch im  Erwachsenenalter eher zu schweren Verläufen und Komplikationen.


Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt und werden durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen (z.B. beim Sprechen, Husten, Niesen) sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen übertragen. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt bereits vier Tage vor Auftreten des Ausschlags und hält bis vier Tage nach Auftreten des Ausschlags an. Das Masernvirus löst bereits bei kurzer Kontaktzeit (15 Minuten) bei nahezu allen ungeschützten Personen (ca. 95 Prozent) eine Infektion aus.

Ungeschützt sind Personen, die nicht durch Impfungen oder durch eine frühere Masernerkrankung immun sind. Im Falle eines Kontakts mit einer an Masern erkrankten Person können ungeschützte Kontaktpersonen von der Gesundheitsbehörde bis zu 21 Tage vom Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung (Kindergarten, Schule, Hort, etc.) ausgeschlossen werden.
 

Impflücken:

Die Anzahl der geimpften Personen reicht nach wie vor nicht aus, um die Erkrankung in Österreich auszurotten. Um zu gewährleisten, dass Infektketten wirkungsvoll unterbrochen werden und auch jene Personen geschützt werden, die nicht geimpft werden können (z.B. Säuglinge, ungeimpfte Schwangere und Personen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche), sind Durchimpfungsraten von 95 Prozent mit zwei Dosen nötig ("Herdenimmunität").
Die Masern-Durchimpfungsraten 2017 zeigen, dass für die Zwei- bis Fünfjährigen die Durchimpfungsrate mit der 2. Dosis bei etwa 81 Prozent liegt, es sind also 48.000 Kinder in dieser Altersgruppe nicht ausreichend gegen Masern geschützt. Beispielsweise bei den 15 bis 30-Jährigen benötigen eine halbe Million Menschen eine 2. Dosis. Die Immunität der Bevölkerung zeigt sich auch ganz deutlich in den Masern-Fallzahlen 2018, wo der Großteil der Fälle bei Personen über 15 Jahren auftritt.

Nebenwirkungen wie leichtes Fieber und Ausschlag können bei circa jedem zehnten Impfling auftreten, sind aber in der Regel harmlos und sehr viel schwächer ausgeprägt als bei der Wildvirusinfektion.

Bei Verdacht auf Masern (Auftreten von unspezifischen Symptomen wie Schnupfen, Fieber, geröteten Augen, anderen grippeähnlichen Symptomen und Ausschlag) UNBEDINGT die Ärztin bzw. den Arzt oder das Krankenhaus VORHER telefonisch kontaktieren, damit eine Übertragung in Warteräumen und Ambulanzen verhindert werden kann.

 

Weiterführende Informationen

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

Amt der Oö. Landesregierung • 4021 Linz, Landhausplatz 1 • Telefon (+43 732) 77 20-0 • E-Mail post@ooe.gv.at