LRin Langer-Weninger: Prägendes Kulturgut – Kein Oberösterreich ohne Streuobstwiese

Landeskorrespondenz

(Presseaussendung vom 29. April 2022)

„So unterschiedlich sich die Vierteln und Regionen präsentieren, ein Landschaftselement prägt das gesamte Bundesland: die Streuobstwiese.  Heute, am Tag der der Streuobstwiese, feiern wir dieses für Oberösterreich so typische Kulturgut und machen auf diese Orte der Biodiversität, der Obstvielfalt und des Klimaschutzes aufmerksam. Mein Dank an diesem besonderen Tag gilt den vielen Bäuerinnen und Bauern sowie Privatgartenbesitzerinnen und Privatgartenbesitzer, die sich der arbeits- und zeitintensiven Pflege dieses prägenden Elements der heimischen Kulturlandschaft widmen. Durch sie könnte Oberösterreich bald um ein immaterielles UNESCO-Kulturerbe reicher sein!“   
Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger

Jetzt im Frühling, wenn die mächtigen Birnen- und Apfelbäume blühen, sind Oberösterreichs Streuobstwiesen ein Eldorado für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel und Co. Rund 5.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten beherbergen diese grünen Oasen mitten in Oberösterreichs Landschaftsraum – und fast ebenso viele alte schützenswerte Obstsorten. Für den Mensch sind die Streuobstwiesen wichtiger Erholungsraum. „Um auf den vielfältigen Nutzen der Streuobstwiese und ihren unschätzbaren Wert für die heimische Kulturlandschaft hinzuweisen, wurde im Vorjahr der Tag der Streuobstwiese ins Leben gerufen. Jeweils am letzten Freitag im April wird nun Bewusstsein für den Wert dieses Kulturguts geschaffen“, erklärt Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger, „zusätzlich soll noch heuer der Antrag auf Aufnahme der Streuobstwiese in die UNESCO-Liste der immateriellen Kulturgüter gestellt werden.“ Ein solcher Antrag hat durchaus seine Berechtigung, insbesondere aus Perspektive Oberösterreichs, dem Streuobst-Bundesland Nummer 1. 

Oberösterreich: Land der Streuobstbäume
Oberösterreich hat mit 1,2 Millionen Streuobstbäumen auf rund 15.000 Hektar Fläche den größten Bestand an Streuobstwiesen. Meist befinden sich diese Landschaftselemente rund um Höfe, wurden sie doch von Bauershand angelegt und über Generationen gepflegt. Aufgrund der arbeits- und zeitintensiven Bewirtschaftung und fehlender Absatzmöglichkeiten reduzierte sich jedoch im 20. Jahrhundert der flächenmäßige Bestand. Nun erfährt die Pflege und Wertschätzung freistehender Obstbaum aber ein Renaissance. Gleiches gilt für das Interesse an Streuobst-Produkten wie Apfelsaft, Schnaps, Essig oder Most. 

Um diese Entwicklung zu unterstützten und weiter zu fördern, wurden für die neue Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) Anreize im „Österreichischen Programm für umweltgerechte Landwirtschaft“ (ÖPUL 2023+) geschaffen. „Die extensiv bewirtschafteten Obstgärten rund um unsere landwirtschaftlichen Betriebe sind artenreich, aber auch arbeitsintensiv. Sie prägen Oberösterreichs Landschaftsbild und sind wichtiger Lebens- und Naherholungsraum. Indem unserer Bäuerinnen und Bauern durch ihre tägliche Arbeit diese Kulturlandschaft pflegen und erhalten, leisten sie einen zentralen Beitrag zu Biodiversität, zum Natur- und Klimaschutz, aber auch für den Tourismus – Gäste aus nah und fern kommen, um Oberösterreichs Natur- und Kulturlandschaft zu genießen. Im neuen ÖPUL wird dieser umfassenden Leistung der heimischen Landwirtschaft Rechnung getragen. Biodiversitätsfördernde Maßnahmen, wie die Pflege von Streuobstwiesen, werden mit einer angehobenen Prämie pro Landschaftselement honoriert“, so Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger.

 

Bilder zum Download

Portrait Landesrätin Michaela Langer-Weninger, im Hintergrund Spalierobst in Blüte Quelle: Land /Daniel Kauder, Verwendung mit Quellenangabe (0,71 MB).

Bildtext: Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger