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LR Hiegelsberger: Bio-Landwirtschaft und Waldbewirtschaftung im Fokus des Strategieprozesses Zukunft Landwirtschaft 2030

Landeskorrespondenz

Der Strategieprozess Zukunft Landwirtschaft 2030 geht in die Zielgerade. Bei der letzten großen Diskussionsveranstaltung standen gestern in der Bioschule Schlägl die Themen Bio-Landwirtschaft und Forstwirtschaft im Mittelpunkt.

(Presseaussendung vom 29.9.2020)
Seit Juni 2019 läuft der umfassende Strategieprozess Zukunft Landwirtschaft 2030. Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger hat sich zum Ziel gesetzt, durch die Einbindung möglichst vieler Bäuerinnen und Bauern sowie den Austausch mit wissenschaftlichen Experten ein Zukunftsbild, einen Fahrplan der nächsten zehn Jahre für die oberösterreichischen Landwirtschaft zu erarbeiten. Bei den sogenannten Dialogplattformen - die sechste und letzte fand gestern in der Bioschule Schlägl statt - traten jeweils gut 200 Bäuerinnen und Bauern mit Fachexperten in den Dialog, um die brennenden Fragen der einzelnen Produktionssparten zu erörtern. Corona-bedingt musste gestern die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf 80 reduziert werden. Bis auf den letzten Platz besetzt konnte die Dialogplattform gemäß den Corona-Richtlinien durchgeführt werden.
Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger: „Die Beteiligung an unserem Strategie-Prozess Zukunft Landwirtschaft 2030 hat unsere Erwartungen weitaus übertroffen. Mehr als 1.500 aktive Bäuerinnen und Bauern, aber auch Vertreter weiterer Anspruchsgruppen wie der Medien und von NGOs, haben sich am Prozess beteiligt. Die Bereitschaft, die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und eine gemeinsame Strategie zu erarbeiten war bei allen Veranstaltungen spürbar. Auch heute in der Bioschule Schlägl ist ohne ideologische Scheuklappen diskutiert worden. Wie sich der Biosektor entwickelt, ist eine wichtige Frage für das Agrarland Oberösterreich. Aber auch der Wald mit all seinen Wirkungen ist zentral sowohl für die bäuerlichen Betriebe als auch die Gesellschaft im Ganzen. Entsprechend intensiv wurden diese Themen diskutiert. Nun sind es nur mehr wenige Wochen bis zum 19. Oktober, an dem wir die Ergebnisse des gesamten Prozesses präsentieren werden. Dass die Abschluss-Veranstaltung im LENTOS Linz und damit mitten in der Stadt stattfindet, ist auch Teil der Botschaft. Man kann die Landwirtschaft nicht als ein abgetrenntes System betrachten, sie steht vielmehr mitten in der Gesellschaft.“
    
Kann uns die Bio-Landwirtschaft ernähren?
Dieser zentralen Frage widmete sich bei der Diskussionsveranstaltung in der Bioschule Schlägl Dr. Andreas Steinwidder von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein. Er charakterisiert die Bio-Landwirtschaft als sehr erfolgreiche Zukunftstechnologie, die bereits in der Vergangenheit dazu beigetragen hat, dass Österreich im EU-Vergleich den geringsten Strukturwandel aufweist:  „Entscheidend wird in Zukunft sein, die Konsumentinnen und Konsumenten richtig anzusprechen. Die Landwirtschaft hat Bio aufgebaut, danach haben die Handelsketten die Bio-Marken übernommen. Hier gibt es sicher Handlungsbedarf für die Bäuerinnen und Bauern, aber auch für die Verarbeiter. Die Landwirtschaft soll den Menschen Einblick geben, wie produziert wird. Das ist ihr einzigartiger Vorteil und baut Vertrauen auf. Am Ende des Tages haben wir ein großes Ziel: auf den Betrieben soll die Freude an der Arbeit erhalten bleiben, damit die Landwirtschaft in eine gute Zukunft geht.“

Notwendiger Waldumbau ist in vollem Gange
Die Zukunft unserer Wälder ist nach den leidvollen Borkenkäfererfahrungen der letzten Jahre ebenfalls ein großes Thema auf den landwirtschaftlichen Betrieben. Die großen Schadholzmengen und der damit verbundene Niedergang der Holzpreise haben die Wälder von der traditionellen Sparkasse der Betriebe zu deren Sorgenkind gemacht. Dr.in Susanne Langmair-Kovács, Nachhaltigkeitsbeauftragte der Österreichischen Bundesforste AG, gab einen spannenden Einblick in die Praxis des größten Waldbesitzers Österreichs. Auch die Bundesforste stehen mitten drinnen im notwendigen Waldumbau. Es bleibt eine große Herausforderung, bereits heute den Waldbestand für die Jahre 2100 und danach zu gründen. Gerade in niedrigeren Lagen wird die Dominanz der Fichte abnehmen. Es soll ein der potentiell natürlichen Waldgesellschaft ähnlicher Bestand entstehen. Durch die Mischung verschiedener Baumarten entstehen stabilere und weniger riskante Wirtschaftswälder. Susanne Langmair-Kovács führt aus, welche Faktoren für den notwendigen Waldumbau entscheidend sind: „Der Waldumbau vor allem im Kleinwald ist natürlich eine große Herausforderung für die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, daher sind die umfangreichen Fördermaßnahmen seitens des Bundes und auch der Länder besonders wichtig. Die Waldbesitzer dürfen sich nicht entmutigen lassen. Jetzt entsteht der Wald, der auch in hundert Jahren mit dem sich verändernden Klima umgehen können muss. Beratung und langfristige Planung sind notwendig. Damit die Waldverjüngung Erfolg hat, brauchen wir auch die entsprechende Bejagung, die Anpassung der Wildstände an die Tragfähigkeit des Lebensraumes.“ 

Die wichtigen Funktionen der Wälder als Rohstofflieferant, Schutz vor Naturkatastrophen und Erholungsraum werden auch in Zukunft gefragt sein. Im Kampf gegen den Klimawandel kommt dem Wald eine immer wichtigere Rolle zu. Der geforderten Außer-Nutzung-Stellung von zehn Prozent der Waldfläche erteilt Landesrat Max Hiegelsberger daher auch eine klare Absage: „Unsere Waldbewirtschaftung vereint ökologische und wirtschaftliche Ziele. Eine Außer-Nutzung-Stellung, wie seitens der Biodiversitätsstrategie gefordert, kommt für mich daher nicht in Frage. Unsere Zielsetzung muss vielmehr lauten, die Waldbewirtschaftung noch stärker an den natürlichen Gegebenheiten auszurichten. So können die Wälder als Lebensraum, aber auch als Energie- und Schnittholzlieferant ihre volle Wirkung entfalten.“

 

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Dr.in Susanne Langmair-Kovács am Rednerpult Quelle: : Land /Ernst Grillnberger, Verwendung mit Quellenangabe (0,36 MB).

Bildtext: Vortragende Dr.in Susanne Langmair-Kovács

Prof. Siegfried Pöchtrager, Dr.in Susanne Langmair-Kovács, Landesrat Max Hiegelsberger, Ing. Johann Gaisberger, Dr. DI Andreas Steinwidder und Mag. Hubert Huber Quelle: Land /Ernst Grillnberger, Verwendung mit Quellenangabe (0,44 MB).

Bildtext: Prozessleiter Prof. Siegfried Pöchtrager, Vortragende Dr.in Susanne Langmair-Kovács, Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, Direkter der Bioschule Schlägl Ing. Johann Gaisberger, Vortragender Dr. DI Andreas Steinwidder, Abteilungsleiter HR Mag. Hubert Huber

Dr. DI Andreas Steinwidder am Rednerpult Quelle: Land /Ernst Grillnberger, Verwendung mit Quellenangabe (0,30 MB).

Bildtext: Vortragender Dr. DI Andreas Steinwidder

Prof. Siegfried Pöchtrager und Landesrat Max Hiegelsberger vor einer Videowand Quelle: Land /Ernst Grillnberger, Verwendung mit Quellenangabe (0,45 MB).

Bildtext: Prozessleiter Prof. Siegfried Pöchtrager und Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger

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