Delegation des Oö. Landtags zu Gast in Partnerregion Sao Paolo

Landeskorrespondenz

(Presseaussendung vom 25.10.2019)

Oberösterreich ist gemeinsam mit der brasilianischen Region Sao Paolo Mitglied der „Powerregionen“ – dem Forum, das sieben Regionen auf vier Kontinenten umfasst. Ein Grund für eine Delegation des Oö. Landtages – bestehend aus Landtagspräsident KommR Viktor Sigl, seinen Vertretern DI Dr. Adalbert Cramer und Gerda Weichsler-Hauser und den Klubobleuten Ing. Herwig Mahr, Christian Makor, Dipl.-Päd. Gottfried Hirz sowie der KO-Stellvertreterin Michaela Langer-Weninger – im Rahmen einer Informationsreise Kontakt mit der Region Sao Paolo aufzunehmen.

 

Ein Hauptaugenmerk der Kontaktaufnahme liegt auf dem Austausch mit dem Regionalparlament in Sao Paolo. Bei den Treffen mit Parlamentspräsidenten Cauê Macris und Außenminister-Stv. Afonso Emilio Massot wurde über Kooperationsmöglichkeiten und Chancen für die beiden Powerregionen diskutiert.

 

„Wir wollen auch auf der Ebene der Regionalparlamente verstärkt den Austausch zwischen den Powerregionen suchen. Vor allem über die Bereiche parlamentarische Kontrollaufgaben, Regionalentwicklung, wirtschaftliche Chancen sowie mögliche Kooperationen im Bereich Wissenschaft und Forschung haben wir uns ausgetauscht“, sieht Sigl Sao Paolo nicht nur als oö. Partnerregion, sondern als wichtigen Markt für die heimische Wirtschaft. Immerhin ist die Einwohnerzahl Sao Paolos höher als die des EU-Mitgliedstaates Polen.

 

Ein Teil der Reise stand ganz im Zeichen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der beiden Powerregionen. „In vielen Bereichen wie etwa die Fachkräfte-Ausbildung ist Oberösterreich ein Vorreiter. In unzähligen Gesprächen geben wir unsere Erfahrungswerte an die international Interessierten weiter. In anderen Bereichen wiederum greifen wir gerne auf die Erfahrungswerte von anderen Powerregionen zurück und lernen so von den Besten“, erklärt Landtagspräsident KommR Viktor Sigl.

 

So besuchte die oö. Delegation unter anderem die Niederlassungen von Miba, Greiner Bio One, Voestalpine, KTM und Fronius im Bundesstaat Sao Paolo. „Unser Austausch in Sao Paulo hat vor allem eines gezeigt: Dass Oberösterreichs Innovationskraft auf der ganzen Welt geschätzt wird und wir als Triebfeder in Sachen Forschung und Entwicklung gesehen werden. Fronius, Greiner BioOne und voestalpine sind nicht nur in Oberösterreich Vorzeigebetriebe, sie sind auch in der Powerregion Sao Paulo wichtige Arbeitgeber. Dass in einer globalisierten Welt diese Betriebsstätten auch wichtig für den Standort Oberösterreich sind, wird oft vergessen,“ betont Klubobfrau-Stellvertreterin Michaela Langer-Weninger.

 

Auch Klubobmann Ing. Herwig Mahr ist von den Gesprächen mit den Geschäftsführern begeistert: „Es ist für mich faszinierend, wie das Leben in einer solchen Millionenmetropole abläuft. Wir können jedenfalls stolz auf unsere oberösterreichischen Unternehmen sein, die in dieser aufstrebenden Wirtschaftsregion erfolgreich Fuß gefasst haben. Im Zuge der Reise konnten wir viele wertvolle Erfahrungen sammeln, die wir in unsere tägliche Arbeit für Oberösterreich einfließen lassen können.“

 

Obwohl Brasilien durch konsequente Zollpolitik die Arbeitsplätze im Land schützt, sind oberösterreichische Produkte und Wertschöpfung vor Ort gefragt. Die Firmen müssen vor Ort mit einem Produktionsstandort vertreten zu sein, um die 40-Prozent-Zollschranke durchschreiten zu dürfen. Das haben eine Reihe oberösterreichischer Unternehmen erfolgreich bewältigt. „Auch Brasilien muss offenbar seine Inlandsproduktion schützen. Diese Erkenntnis gilt es in Oberösterreich zu verinnerlichen – der Globalisierung kann man sinnvolle Schranken setzen. Einen Schlüsselfaktor kann dabei die Ökobilanz bilden“, so Klubobmann Christian Makor. Das gilt aus seiner Sicht auch für notwendige Schutzmaßnahmen in Oberösterreich gegen chinesische Granitimporte und andere Produkte mit schlechterer CO2-Bilanz als inländische Fabrikate.

 

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt des Aufenthaltes waren die Themen nachhaltiges Wirtschaften, Umweltschutz und allem voran der Schutz des Regenwaldes. Brände und Rodungen im Amazonas sorgen aktuell für weltweites Aufsehen. Zu Recht: Ist doch der Amazonas-Regenwald als weltweit größter Tropenwald für den globalen Klimaschutz von zentraler Bedeutung.

 

Die Besuche beim brasilianischen Institut für Weltraumforschung (INPE), das auch zuständig ist für die Kontrolle der Abholzung des Amazonas-Regenwaldes, im Iguazu Nationalpark, bei der Non-Profit Organisation IMAFLORA, die zahlreiche Projekte im Amazonas unterstützt, oder das Treffen mit der Organisation R20 - „Regions of climate action“ - der Klimaschutz-Organisation die von Arnold Schwarzenegger in Kooperation mit den Vereinten Nationen gegründet worden ist - haben sowohl den Grad der Bedrohung und Zerstörung als auch die Notwendigkeit des Handelns aufgezeigt.

 

„Im Sinne des Klima- und Umweltschutzes stehen wir vor riesigen internationalen Herausforderungen, die wir nur gemeinsam lösen werden können. Es ist enorm wichtig, dass die europäische Länder nicht ausschließlich was die Wirtschaft, sondern auch was den Klimaschutz anlangt im Dialog mit Brasilien bleiben. Unser Besuch in Brasilien hat dazu einen Beitrag geleistet“, betont Klubobmann Dipl.-Päd. Gottfried Hirz.