Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Haberlander: Direktorinnen und Direktoren müssen bei Gefahr im Verzug rasch über Suspendierung entscheiden können

Landeskorrespondenz

Aufforderung an den Bund, alle Systempartner in Lösungsfindung einzubinden

 

(Presseaussendung vom 17.5.2019)

In den vergangenen Wochen häufen sich Berichte über Fälle von Gewalttaten an Schulen. In den letzten beiden Tagen ist es zu Übergriffen mit einem Messer bzw. einer Schere gekommen. Landeshauptmann-Stellvertreterin und Bildungsreferentin Mag.a Christine Haberlander fordert deshalb den Bund auf, rasch gesetzliche Grundlagen zu schaffen, um Suspendierungen zu erleichtern. „Bei Gefahr im Verzug, etwa wenn eine Schülerin oder ein Schüler mit einem Messer bewaffnet ist, muss es möglich sein, dass die Direktorin oder der Direktor der Schule sofort eine Suspendierung aussprechen kann, ohne den sonst üblichen Amtsweg mit einem Antrag an die übergeordnete Behörde einzuhalten. Im Falle eines solchen Vorgehens ist es auch wichtig, dass sich die Direktorinnen und Direktoren anschließend nicht für ihre Entscheidung überschießend rechtfertigen müssen. Wir müssen den Großteil der Schülerinnen und Schüler, die nicht auffällig oder gewalttätig werden, vor den einzelnen Täterinnen und Tätern schützen – und dies rasch und effektiv“, so Haberlander.

 

Für Haberlander ist die Einbindung aller am System Beteiligten eine wichtige Voraussetzung, um eine langfristige Lösung zu finden: „Ich appelliere an das Bildungsministerium, eine Task Force einzurichten und unter Einbeziehung der Bildungsdirektionen und Lehrer-, Eltern- sowie Schülervertreterinnen und –vertreter an einem Konzept zu arbeiten, das einen gewaltfreien Unterricht ermöglicht.“

 

Weitere Maßnahmen, um die Lehrerinnen und Lehrer zu unterstützen und das gut funktionierende Schulsystem zu stärken, sieht Haberlander in einem zielgenauen Einsatz von Unterstützungspersonal. „Pädagoginnen und Pädagogen dürfen nicht das Gefühl haben, mit den Herausforderungen allein gelassen zu werden.“ Auch eine stärkere Einbindung der Eltern ist für die Bildungsreferentin wichtig. „Der Dialog zwischen Schule und Eltern ist ein wesentliches Instrument zur Bewältigung schwieriger Situationen. Mit einer gemeinsamen Anstrengung von Erziehungsberechtigten und Schule können viele Probleme im Vorfeld gelöst und heikle Situationen vermieden werden.“