LR Steinkellner: Einbindung der lokalen Bevölkerung als wichtiger Schritt zur Attraktivierung der Nebenbahnen

Landeskorrespondenz

Erfolgskonzept der Vinschger Bahn zeigt wie wichtig gemeinschaftlicher Einsatz ist

 

(Presseaussendung vom 8.4.2019)

"Das erfolgreiche Modell der Vinschger Bahn zeigt eindrucksvoll, wie eine bereits stillgelegte Bahn revitalisiert wurde", unterstreicht Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner.

Die Vinschgaubahn ist eine Südtiroler Nebenbahn mit einer etwa 60 Kilometer langen Streckenführung von Meran nach Mals. Im Juni 1990 verkehrte die letzte Bahn, bevor die Strecke einstweilig stillgelegt wurde. Durch Initiative verschiedener Bevölkerungsschichten konnte die Wiedereröffnung der Bahn im Jahr 2005 gefeiert werden. Die ursprünglichen Fahrgastprognosen wurden jedoch nach kurzer Zeit übertroffen. Bereits nach drei Jahren wurden rund 1,6 Millionen Fahrgäste, also mehr als drei Mal so viel wie erwartet, gezählt. Mittlerweile stößt die Bahn mit rund 2 Millionen Fahrgästen wieder an die Grenze der Leistungsfähigkeit. Durch die bevorstehende Elektrifizierung soll das Angebot ausgeweitet und noch attraktiver gestaltet werden.

Steinkellner selbst befasste sich intensiv mit der Historie der Bahn im Vintschgau. Bereits 2017 unternahm er eine Exkursion in den Vinschgau und führte Gespräche mit diversen Stakeholdern. Darunter u.a. lokale Unterstützungsgruppen, Bahndienstleister und der damalige Südtiroler Verkehrs-Landesrat Florian Mussner. Dadurch konnten bereits frühzeitig Elemente des Südtiroler Konzepts auch in Oberösterreich implementiert werden. Als wichtige Säule des Erfolgsmodells, sieht Landesrat Steinkellner die aktive Einbindung von lokalen Arbeitsgruppen. Dadurch soll regional das Bewusstsein für die zahlreichen Vorteile einer Bahnanbindung gestärkt werden. „Es gibt nicht die große Einzellösung um Regionalbahnstrecken zu attraktivieren. Die Maßnahmenpakete beinhalten oft unzählige Mosaiksteine, die richtig zusammengesetzt werden müssen. Zahlreiche Aufgaben können dabei von regionalen Arbeitskreisen unterstützt werden“, so Steinkellner.

Als positives Beispiel ist in diesem Zusammenhang die Arbeitsgruppe Pro Mühlkreisbahn zu erwähnen. Diese befasst sich unter anderem mit der Evaluierung sämtlicher Eisenbahnkreuzungen entlang der Mühlkreisbahn. Um raschere Reisezeiten und eine Erhöhung der Sicherheit gewährleisten zu können, besteht ein besonderes Interesse an der Schließung entbehrlicher Kreuzungen. Die regionalen Arbeitsgruppen haben den Vorteil einer persönlichen Gesprächsbasis und können dadurch bereits vorab Sensibilisierungen erreichen. Weitere Aufgabenfelder sind im Bereich von Park-and-Ride-Flächen angesiedelt. „Gut situierte Park-and-Ride-Standorte gewährleisten ein flexibles Mobilitätsangebot und dienen als weiterer Multiplikator für hohe Fahrgastzahlen. Die Kommunikation dieser wichtigen Strukturen kann durch regionale Arbeitsgruppen wie bspw. dem Verein Pro Mühlkreisbahn enorm unterstützt werden“, so Steinkellner.

Neben dem Verein Pro Mühlkreisbahn existiert auch auf der Almtalbahn eine Unterstützungsinitiative, die selbige Aufgabengebiete betreut. Mit dem Einsatz der Mobilitätsmanager wird die Bildung weiterer, lokaler Unterstützungsgruppierungen forciert.

 

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