LR Anschober: -Initiative gegen hochriskante Laufzeitverlängerungen von alten AKWs legt in zwei Wochen im EP in Brüssel internationale Studie vor und fordert EU-Maßnahmen

Landeskorrespondenz

(Presseaussendung vom 22.2.2019)

„Unser Engagement für einen schrittweisen europaweiten Atomausstieg kommt jetzt in die entscheidende Phase: Beim Verhindern von neuen Atomreaktoren sieht es schon recht gut aus, jetzt müssen wir es auch noch schaffen, dass die EU wirksame Beschränkungen der hochriskanten Praxis von zunehmenden Laufzeitverlängerungen von AKWs verankert. Darum kämpfe ich mit meiner ‚Allianz der Regionen‘ in zwei Wochen im Europaparlament in Brüssel“, kündigt Oberösterreichs Umweltlandesrat Rudi Anschober an.

 

Anschober: „Derzeit sind in der EU 125 Reaktoren in Betrieb. Die allermeisten sind schon ziemlich alt - das Durchschnittsalter liegt bei 33,4 Jahren. Immer mehr Betreiber versuchen aktuell die für 30 oder 40 Jahre erteilten Betriebsgenehmigungen massiv zu erhöhen - die Pläne gehen in Richtung 50 Jahre und teilweise sogar mehr. Mit jeder zusätzlichen Genehmigung von Betriebsjahren über die technisch festgelegte Laufzeit des Reaktors hinaus, steigt das Risiko. Denn gerade sicherheitsrelevante Komponenten unterliegen der Abnützung und werden im Lauf der Zeit problematischer. Bisher gibt es keine europaweite Regelung für diese Situation. Mein Ziel ist es daher, eine klare europaweite Begrenzung durchzusetzen.“

 

Konkret fordert Anschober dabei:

  • eine verpflichtende grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung bei Anträgen auf Laufzeitverlängerung
  • eine Obergrenze von 40 Jahren für den Betrieb von AKWs in der EU

 

Anschober: „Wir haben aus diesem Grund als ‚Allianz der Regionen für einen europaweiten Atomausstieg‘ ein internationales Gutachten bei Topexpert/innen aus Österreich, Deutschland und den USA in Auftrag gegeben, um wissenschaftlich fundierte Aussagen zu erhalten, dass mit Laufzeitverlängerungen das Risiko für Störfälle oder Unfälle steigt. Das erste Zwischenergebnis werden wir am 7. März in Brüssel im Europaparlament präsentieren. Dann müssen Kommission, Rat und Europaparlament handeln und zum Schutz der Bevölkerung klare Regeln für die Betriebsdauer von Atomkraftwerken einführen.“