Turbo für Medizintechnik in Oberösterreich

Landeskorrespondenz

Wirtschafts-und Forschungs-Landesrat Achleitner und Gesundheitsreferentin LH-Stv.in Haberlander: „Land fördert Medizintechnik-Standort mit 2,3 Mio. Euro dotiertem Leitprojekt“

 

(Presseaussendung vom 20.2.2019)

Das Projekt „Medical EDUcation in Surgical Aneurysm clipping (MEDUSA)“ ist aus vier Einreichungen des vom Land ausgeschriebenen „Leitprojekt Medizintechnik“ hervorgegangen. Das mit 2,3 Millionen Euro dotierte Leitprojekt soll das Oberösterreich als Standort für Medizintechnik stärken und die oö. MedTech-Branche international ins Rampenlicht rücken. „MEDUSA beschreitet innovative Wege in der medizinischen Aus- und Weiterbildung mit dem Ziel größtmöglicher Patientensicherheit. Die Ergebnisse des Projekts werden uns bei der Bewältigung aktueller und zukünftiger Herausforderungen des modernen Gesundheitssystems helfen“, betonen Wirtschafts-und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner und Gesundheitsreferentin LH-Stv.in Mag.a Christine Haberlander.

 

Weltmarktführer-Unternehmen, Spitzenmedizin sowie innovative Forschungs- und Bildungseinrichtungen: Der Schulterschluss verschiedener Sparten sowie damit verbundene Synergieeffekte machen Oberösterreich zu einem erstklassigen Medizintechnik-Standort. Im Auftrag des Landes wurde daher im Rahmen des strategischen Wirtschafts- und Forschungsprogramms „Innovatives 2020“ die Initiative „MED UP – Medical Upper Austria“ ins Leben gerufen und das Leitprojekt Medizintechnik ausgeschrieben. Der Medizintechnik-Cluster der oö. Standortagentur Business Upper Austria koordiniert die Initiative „MED UP“. Vom 26. Juni bis 3. Dezember 2018 konnten Ideen zum Leitprojekt bei der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) eingereicht werden. Das Leitprojekt soll international für Gesprächsstoff sorgen und Oberösterreich zum Hotspot machen - zu einer Region, in der sich neue Betriebe und ForscherInnen ansiedeln sowie die Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen auf höchstem Level weiterarbeiten.

 

Simulator für Neurochirurgen

Aus insgesamt vier Einreichungen wurde nun das Projekt „Medical EDUcation in Surgical Aneurysm clipping (MEDUSA)“ zum Leitprojekt Medizintechnik gekürt. Es schafft eine innovative Trainings- und Planungsplattform für Neurochirurgen. Denn operative Eingriffe am Gehirn sind äußerst schwierig und oft nur mit Hilfe von Hochtechnologie sowie außergewöhnlichen kognitiven und motorischen Fähigkeiten von Neurochirurgen möglich. Ein hybrider neurochirurgischer Simulator soll die reale und virtuelle Welt miteinander verbinden, um vielseitige und realistische Trainingsmöglichkeiten zu schaffen. Chirurgen können so den künstlich gefertigten Patienten haptisch fühlen und innere, ansonsten nicht sichtbare anatomische Strukturen in Form von virtuell erzeugten Hologrammen sehen.

 

Synergien aus oö. Kernkompetenzen

MEDUSA wurde von einem Konsortium entwickelt, dem folgende Projektpartner angehören: RISC Software GmbH – Unit Medizin Informatik (Konsortialführer), Universitätsklinik für Neurochirurgie am Kepleruniversitätsklinikum, FH-OÖ Forschungs- und Entwicklungs GmbH – Forschungsgruppe ReSSL, Johannes Kepler Universität – Institute of Polymer Product Engineering (IPPE), JKU – Institut für Polymerwissenschaften (IPW), AMC alpha medical concepts e.U., CortEXplore GmbH, EVO-tech GmbH, LIFEtool GmbH, eulerian solutions e.U., Netural GmbH,Profactor GmbH und R’n’B Medical Software Consulting Gmbh. Weitere Ziele des Projekts sind die Etablierung eines Simulations- und Kooperationszentrums sowie das Überführen von Kerntechnologien in zukünftige Medizinprodukte. „Die zusammenwirkenden Kernkompetenzen aus Neurochirurgie, Neurowissenschaften, Künstlicher Intelligenz, Medizintechnik, Materialwissenschaften und der medizinischen Zulassung schaffen ein Leuchtturmprojekt, das den Medizintechnik-Standort Oberösterreich global sichtbar macht“, zeigen sich LR Achleitner und LH-Stv. Haberlander überzeugt.

 

Chain of Innovation

Das Leitprojekt folgt auch der „Chain of Innovation“ entlang der Achse Bildung-Forschung-Wirtschaft. Es transferiert in bestehende Forschungskompetenzen wie z.B. jene der Kunststoffinstitute an der Johannes Kepler Universität Linz in die Medizintechnik. Das fertige MEDUSA-Tool soll auch als Plattform für Unternehmen und Start-ups zur Verfügung stehen, um bereits in frühen Phasen von Produktentwicklungen deren Tauglichkeit zu simulieren.