LR Anschober: Aktuelle Hitzewelle ist schon eine Vorschau auf Temperaturrekorde durch Klimaveränderung – Bund muss sich endlich auf engagierten Klimaschutz einigen! Auch Ozonwerte hoch – hart an der Grenze zur Informationsschwelle

Landeskorrespondenz

(Presseaussendung vom 22.6.2017)

Die aktuelle Hitzewelle in weiten Teilen Europas und darüber hinaus entspricht ziemlich genau den Prognosen der Wissenschaft über die Auswirkungen der Klimaveränderung.

So wurden innerhalb der Studie „Klimaszenarien für das 21. Jahrhundert in “ der BOKU Wien im Auftrag des oö. Umweltressorts zukünftige Szenarien, je nach Stadium des Klimawandels, erstellt. Die Kernaussagen: Werden jetzt keine Maßnahmen gegen den fortschreitenden Klimawandel gesetzt und wird weiterhin mit Öl, Kohle und Gas Energie erzeugt, treten die extremen Szenarien auf: Ende des 21. Jahrhunderts hätten wir dann völlig andere klimatologische Verhältnisse als heute. Mitteltemperaturen in könnten um 6,5 Grad Celsius, steigen, in Linz auf 16 Grad Celsius – wie heute etwa in Südspanien – mit enormen Auswirkungen auf Natur und Wirtschaft. Die Hitzetage mit über 30°Celsius könnten sich von aktuell 10 auf rund 100 Tage in Linz verzehnfachen – mit Belastungen für Mensch, Tier, Umwelt, Materialien. Trockenperioden könnten im Extremfall bis 25 % zunehmen.

(http://www.anschober.at/presse/artikel/neue-studie-klimaszenarien-fuer-das-21jahrhundert-in-ooe-belegt-linz-liegt-bald-in-suedspan/)

 

International sorgt eine im Fachblatt Natur Climate Change publizierte Studie der Universität Hawaii für Aufsehen, die prognostiziert, dass im Jahr 2100 drei Viertel der gesamten Erdbevölkerung an mindestens 20 Tagen im Jahr bedrohlichen Hitzewellen ausgesetzt sein wird, wenn die Welt wie bisher fossile Rohstoffe verfeuert.

 

Aktuelle Prognose: Hitzetage halten an – kaum Regen

In Oberösterreich sind die Prognosen von Bluesky-Wetteranalysen für die nächsten Tage eindeutig: Die meist trockene und hochsommerliche Witterung hält in den kommenden Tagen an. Der Donnerstag ist wieder überall trocken und sonnig, die Temperaturen steigen verbreitet über +30 Grad, im Zentralraum bis. ca. +33 Grad und knapp darüber. Dieser Trend hält bis inkl. Samstag an. Nach einer geringfügigen Abkühlung mit maximal kleinen Niederschlagsfeldern am Sonntag, steigen die Temperaturen in der nächsten Woche durchwegs bis 30 Grad und darüber, auch in den Nächten wird es sehr warm. Niederschläge beschränken sich auf Wärmegewitter, v.a. im Bergland und Mühlviertel – an manchen Orten fällt weiterhin kein Regen.

 

Die Konsequenzen von immer mehr Hitzewellen sind auch klar: starke Ernteschäden, Flurbrände, Gesundheitsprobleme, Probleme bei der Wasserversorgung u.v.a.m.

 

LR Anschober: „Es wird uns in immer kürzeren Abständen vor Augen geführt, wie dringend notwendig ernst gemeinter effizienter Klimaschutz ist. Doch derzeit bewegt sich trotz des Pariser Weltklimavertrages wenig. Auch in Österreich, wo es die Bundesregierung trotz einer Frist bis 27.6. bisher nicht einmal schafft, sich auf eine Klimastrategie zu einigen. Das ist leider der Inbegriff des Scheiterns der Klimapolitik."

 

Erhöhte Ozonwerte in : Freiwilliger Verzicht auf Autofahrten

Am Mittwoch wurde in Steyr Münichholz um 16:00 Uhr ein Spitzenwert von 174 µg/m³ erreicht. Die Ozon-Informationsschwelle liegt bei 180 µg/m³. Mehr Hitze führt auch zu steigenden Ozonwerten.

Eine Ozon-Belastung in dieser Höhe kann bei einzelnen, besonders empfindlichen Personen und erhöhter körperlicher Belastung geringfügige Beeinträchtigungen hervor­rufen. Der normale Aufenthalt im Freien, z. B. Spaziergang, Baden oder Picknick, ist auch für empfindliche Personen unbedenklich. Diese sollten sich besonders über den weiteren Verlauf der Ozonkonzentration im Aufenthaltsbereich informieren. Weitere individuelle Schutzmaßnahmen sind erst bei Überschreiten der Alarmschwelle erforderlich.

Alle Infos unter http://www.land-oberoesterreich.gv.at > Themen > Umwelt > Luft

 

Da Ozon im Wesentlichen aus Abgasen des Straßenverkehrs gebildet wird, wird ersucht, auf nicht unbedingt notwendige Autofahrten zu verzichten und öffentliche Verkehrsmittel zu benützen.