Amt der Oö. Landesregierung
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1934

  42.955 Arbeitslose in Oberösterreich
1. Jänner

Der Bezirkshauptmann von Braunau, Johann Hammerstein-Equord, übernimmt den Posten eines Sicherheitsdirektors für das Bundesland Oberösterreich.

7. Jänner Bildhauer Anton Hanak
12. Jänner

Nationalrat Dr. Edmund Aigner tritt von der Leitung des Katholischen Volksvereins (Christlichsoziale Partei) zurück.

15. Jänner Dichter und Kritiker Hermann Bahr
16. Jänner

Papierbölleranschlag gegen das Landesregierungsgebäude am Pestalozziplatz in Linz und in anderen Teilen Oberösterreichs, u. a. auch gegen die Redaktion der "Rieder Volkszeitung". Zahlreiche Verhaftungen

Das Bundeskommissariat für Propaganda errichtet in Linz eine Landesstelle.

28. Jänner

Sieben Sprengkörper in Linz zur Explosion gebracht

6. Februar

Der oberösterreichische Heimatschutz unter Leitung Heinrich Wenningers überreicht Landeshauptmann Dr. Josef Schlegel ein Forderungsprogramm zur Umgestaltung der Landesregierung.

8. Februar

Vorsprache der sozialdemokratischen Parteivertetung unter Richard Bernaschek bei Dr. Josef Schlegel

12. Februar

Beginn der Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern des Republikanischen Schutzbundes und der Exekutive in Linz, Attnang und Steyr.

Auflösung der Sozialdemokratischen Partei und zahlreicher sozialistischer Vereine

Standrecht in Oberösterreich und Wien

Auflösung des Gemeinderates von Linz und Steyr, Ernennung von Regierungskommissären

Zahlreiche Verhaftungen in Linz, u. a. Nationalrat Dr. Ernst Koref und Landesrat Eduard Euller

Sondersitzung der oö. Landesregierung

13. Februar

Fortsetzung der blutigen Kämpfe in Linz, Steyr, Stadl-Paura und im Hausruck-Revier

14. Februar

Nur noch vereinzelte Kämpfe; Wiederaufnahme der Arbeit im Kohlenrevier

64 Gemeindevertretungen aufgelöst

15. Februar

23 sozialdemokratische Lehrer in Oberösterreich vom Dienst enthoben; vorläufige Enthebung der gesamten Linzer Berufsfeuerwehr

16. Februar

Militärische Besetzung des Gebiets von Mauthausen

Begräbnis gefallener Sozialdemokraten am Linzer Friedhof

17. Februar

Begräbnis der Gefallenen der Exekutive in Linz. Für die Bundesregierung nimmt Staatssekretär Dr. Heinrich Gleißner teil. Die Teilnahme von Landeshauptmann Dr. Josef Schlegel wird abgesagt.

Veröffentlichung der amtlichen Verlustlisten: 239 Tote und 658 Verwundete

Auf Seite der Exekutive: 104 Tote und 309 Verletzte

Auf Seite der Bevölkerung: 193 Tote und 493 Verletzte

In Oberösterreich: 29 Tote (darunter 2 Frauen), 54 verletzte Männer, 9 Frauen und ein Kind

Erste Standgerichtsverhandlung in Steyr: Todesurteil für Josef Ahrer, der hingerichtet wird

19. Februar

Dr. Josef Schlegel als Landeshauptmann von Oberösterreich zurückgetreten

21. Februar

Standrecht ab 7 Uhr früh aufgehoben

Entlassung von Sozialdemokraten, die mit den Kämpfen nichts zu tun hatten

Linzer Standgerichtsprozess: Todesstrafe für Anton Bulgari, Franz Gschwandtner und Ludwig Schwinghammer. Die Verfahren gegen Josef Ehn, Johann Mißbichler und Ernst Fröller werden in ein ordentliches Gerichtsverfahren überführt.

22. Februar

Anton Bulgari im Hof des Landesgerichtes Linz hingerichtet; Franz Gschwandtner und Ludwig Schwinghammer zu lebenslänglichem Kerker begnadigt

Erste Sitzung des Rumpflandtages ohne sozialistische Abgeordnete

27. Februar

Der Landtag beschließt mit den Stimmen der Christlichsozialen ein Ermächtigungsgesetz für die Landesregierung.

Landeshauptmann Dr. Josef Schlegel verabschiedet sich von den Beamten.

1. März

Dr. Heinrich Gleißner einstimmig zum Landeshauptmann gewählt. Franz Langoth scheidet aus der Landesregierung, der er seit 1919 angehörte

5. März

Großkundgebung anlässlich des einjährigen Bestehens der Regierung Dollfuß in Linz

7. März

Ferdinand Fageth, der Führer der Bergarbeiter des Hausruck-Reviers, vom Schwurgericht in Wels zu lebenslänglichem Kerker verurteilt

9. März

Illegale Sozialisten nehmen den Namen "Revolutionäre Sozialisten" an.

Uraufführung "Der Streit der Väter" von Karl Emmerich Baumgärtel und Franz Spindler in Linz

17. März

Das Justizministerium löst die oberösterreichische Notariatskammer auf. Die Geschäfte werden durch das Landesgericht Linz geführt.

Bauerndemonstrationen beim Landbundhof in Wels

18. März Uraufführung "Disharmonie" von Hannes Faßl in Linz
21. März

Auflösung des tschechoslowakischen Konsulats in Linz (letzter Konsul Dr. Franz Duchek)

22. März

Volkszählung in Oberösterreich: 902.965 Einwohner

Politiker Georg Eckl

28. März

Die Ländervertreter stimmen dem Verfassungsentwurf zu.

1. April

Nach zweiwöchiger Unterbrechung erscheint die Tageszeitung "Tagblatt" wieder.

2. April

Richard Bernaschek aus dem Gefangenenhaus des Landesgerichts Linz und weitere vier Mithäftlinge sowie ein Aufseher flüchten und überschreiten bei Wernstein die Grenze nach Deutschland.

9. April

Der neue Linzer Flugplatz für den Verkehr zugelassen

Matthäus Bauchinger (Pionier des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens)

10. April

Im Zusammenhang mit der Bernaschek-Flucht Beurlaubung des Präsidenten des Linzer Landesgerichts Dr. Friedrich Frauenberger. Gefängnisdirektor Ernst Seiler in den Ruhestand versetzt, später verhaftet

Bei einem Anschlag auf den Pariser Nachtschnellzug zwischen Oftering und Marchtrenk 1 Toter und 15 Verletzte (vorher hier schon Attentate am 10. Oktober 1932 und am 1. April 1933)

13. April

Umbenennung von Straßen und Plätzen in Linz

29. April

Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß spricht in Linz vor 55.000 Menschen. Es ist die größte Kundgebung, die Linz bisher gesehen hat.

Papierbölleranschlag gegen die Wohnung von Sicherheitsdirektor Dr. Hans Hammerstein-Equord

30. April

Eine Kompanie der Welser Alpenjäger zur Aufrechterhaltung der Ruhe nach Gmunden verlegt

Politiker Cölestin Baumgartner (Abt von Lambach)

1. Mai Ständisch-autoritäre Verfassung
2. Mai

Umgestaltung des Landesschulrates, der Bezirks- und Stadtschulräte

20. Mai

Der Linzer Flugplatz eröffnet. Er wurde seit 1928 errichtet und verursachte Kosten in einer Höhe von 520.000 S.

Sprengstoffattentat auf die Welser Badeanstalt

21. Mai

Grenzlandkundgebung der Vaterländischen Front mit Landeshauptmann Dr. Heinrich Gleißner und Landesrat Heinrich Wenninger in Schärding. An Luftballons befestigte Papierböller über der Stadt

22. Mai

Fusion Daimler-Steyr mit dem neuen Namen Austro-Daimler-Puch-Steyr-AG vollzogen. Die Betriebe der bisherigen Daimler-Werke werden von Wiener Neustadt nach Steyr verlegt.

23. Mai

Dem vom Schwurgericht in Wels im März zu lebenslänglichem Kerker verurteilten Franz Fageth wurde das Strafausmaß auf 18 Jahre herabgesetzt, die Nichtigkeitsbeschwerde verworfen.

28. Mai Benediktiner Leonhard Angerer
6. Juni

Aufruf des Sicherheitsdirektors Dr. Hans Hammerstein-Equord wegen des Übergangs von Papierböller zu Sprengstoffanschlägen. Künftig standgerichtliche Bestrafung und Ersatzleistung

Konstituierung der Landesluftschutzkommission

9. Juni

Sprengstoffanschlag auf die Bundesbahn bei Vöcklabruck, im Militärverpflegslager Wels, Mordanschlag in Sierning

11. Juni

Sendezeit der RAVAG von 23.30 auf 1 Uhr verlängert

12. Juni

Schärfste Bewachung der Bahnstrecken durch die Exekutive. Neue Warnung von Sicherheitsdirektor Dr. Hans Hammerstein-Equord

17. Juni

Grenzlandkundgebung der Vaterländischen Front mit Landeshauptmann Dr. Heinrich Gleißner und Fürst Ernst Rüdiger Starhemberg in Braunau

30. Juni

Ausbau des Linzer Umschlaghafens

1. Juli

Auf Grund des Verfassungsüberleitungsgesetzes 1934 tritt anstelle des Amtes der oö. Landesregierung die Landeshauptmannschaft. Landesamtsdirektor Dr. Otto Richter erhält den Titel Regierungsdirektor.

Ein oberösterreichischer Gewerberat gebildet

4. Juli

Erste größere Luftschutzübung unter Mitwirkung des Bundesheeres in Wels

9. Juli

Ein Großteil des Linzer sozialdemokratischen Parteivorstandes

16. Juli

Vor der VF Oberösterreichs spricht Minister Odo Neustädter-Stürmer über die Nationale Frage in Österreich.

18. Juli

Hausdurchsuchungen bei Kommunisten in Braunau, ein Gendarm niedergeschossen

Zahlreiche Sprengstofffunde in Oberösterreich

24. Juli

Erstes beschleunigtes Verfahren wegen Sprengstoffverbrechens vor dem Landesgericht Linz

25. Juli

Im Zusammenhang mit dem Attentat auf Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß zahlreiche Aufstandsversuche in Oberösterreich: in Wilhering und in Laakirchen wird ein Gendarm ermordet; umfassendere nationalsozialistische Aktionen im Raum Hinterstoder - Windischgarsten; Aufstandsversuch in Gaspoltshofen mit Besetzung von Post und Gendarmerie. Aktionen und Verhaftungen in Bad Ischl, Pinsdorf und Goisern. Verlustreiche Kämpfe der 4. Brigade (2 Tote und 9 Verletzte) gegen die am Pyhrnpass verschanzten nationalsozialistischen Aufständischen des Oberen Ennstales. Ermordung eines Gendarmen bei einem Überfall der österreichischen Legion im Raume Kollerschlag. Verhaftung eines deutschen Kuriers mit detaillierten Putschanweisungen in Kollerschlag

Der durch die Kampfhandlungen behinderte Sender der RAVAG in Wien gibt die Nachrichten dem Linzer Sender, der normal senden kann.

26. Juli

Der deutsche Konsul in Linz Dr. Dirk von Langen stattet Landeshauptmann Dr. Heinrich Gleißner einen Kondolenzbesuch ab.

28. Juli

Bischof Dr. Johannes Maria Gföllner ordnet das Läuten aller Kirchengloken zwischen 8 und 9 Uhr an.

29. Juli

Trauergottesdienst für Dr. Engelbert Dollfuß im Linzer jüdischen Tempel

30. Juli

Trauergottesdienst (Bischof Dr. Johannes Maria Gföllner) für Dr. Engelbert Dollfuß im Linzer Dom

Ein verstärktes Alpenjägerregiment aus Linz übernimmt die Sicherung der deutschen Grenze im Bereich des Mühlviertels.

2. August

In Linz wird der Senat 6 des Militärgerichts installiert, der sich aus Offizieren der Garnison Innsbruck zusammensetzt. Er behandelt oberösterreichische und Salzburger Angelegenheiten.

7. August

Trauergottesdienst auf Veranlassung des deutschen Konsulats in der katholischen Stadtpfarrkirche und in der Evangelischen Kirche für Paul von Hindenburg

Der Landesführer-Stellvertreter der oö. Heimwehr, Peter Revertera, wird Sicherheitsdirektor von Oberösterreich.

Ein Staudamm der Naarn geborsten, schwere Überflutungsschäden

8. August

Ein Waffenlager in Schwanenstadt ausgehoben

9. August

Richard Bernaschek, der frühere Landtagsabgeordnete Strasser und der Steyrer Betriebsrat Gustl Moser in Moskau

13. August

Erste Militärgerichtsverhandlung in Linz

18. August

Geheime Besprechung früherer großdeutscher Spitzenfunktionäre in Goisern

21. August

Ex-Minister Franz Bachinger und Redakteur Karl Itzinger von der Welser Bauernzeitung sowie weitere Landbund-Funktionäre verhaftet

23. August

Ein großes Sprengstofflager am Pfenningberg ausgehoben

Erfinder Viktor Kaplan

25. August

Ein großes Sprengstofflager deutscher Herkunft bei einem Spediteur in Urfahr gefunden. Zahlreiche Verhaftungen

26. August

Eine Dollfuß-Kapelle am Feuerkogel geweiht

28. August

Die Militärakademie verlässt Enns und geht wieder nach Wiener Neustadt. Die erste Ausmusterung erfolgte in Enns am 15. August 1924. In 13 Jahren wurden in Enns 500 Offiziere des Bundesheeres ausgemustert.

Der Sicherheitsdirektor von Oberösterreich löst den Landbund in Oberösterreich wegen Zusammenhänge mit der NSDAP und Verbindung mit der Landesleitung in München auf.

30. August

Die Sicherheitsdirektion löst den "Jung-Landbund" in Oberösterreich auf.

Der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Friedrich Feitzlmayr in Hörsching verhaftet

4. September

Die Alpenjägereinheiten werden wieder aus Gmunden und Bad Ischl abgezogen.

Polizeirat Dr. Viktor Benz zum Polizeidirektor von Linz ernannt

17. September Politiker Heinrich Hinsenkamp
19. September

Straßenumbenennungen in Linz

40 Kommunisten in Oberösterreich verhaftet

24. September

Umfassende Waffenfunde im Innviertel, u. a. vier Maschinengewehre, 192 Gewehre, vier Maschinenpistolen, 79 Pistolen, dazu Munition

28. September

Selbstauflösung der Christlichsozialen Partei

4. Oktober

Der Wirkungsbereich der Polizeidirektion Linz wird auf die Gebietsstrecke der Donau bis zur Staatsgrenze ausgeweitet; Engelhartszell erhält eine Polizeiexpositur.

10. Oktober

Stift Reichersberg begeht das 850jährige Bestehen.

12. Oktober Verschmelzung der drei bedeutendsten Automobilfabriken Österreichs - Geburtsstunde der Steyr-Daimler-Puch AG (ab 10.5.1935)
13. Oktober Erste elektrische Verkehrsampel in Steyr
14. Oktober

Enthüllung einer Gedenktafel für die Gefallenen des Bundesheeres am Pyhrnpass

Weihe eines Dollfuß-Denkmals in Altmünster

Frauenrechtlerin Marie Lang

20. Oktober

Gauleitertagung der Vaterländischen Front in Linz befasst sich mit Aufbau und Besetzung der öffentlichen Körperschaften.

Umgestaltung des oberösterreichischen Gewerbebundes unter Vorsitz von Ing. Julius Raab

27. Oktober

Gedenktafelenthüllung für die Gefallenen der Exekutive an der Neuen Linzer Brücke (Eisenbahnbrücke), an der Linzer Körnerschule und in Laakirchen

30. Oktober

Gedenksteinenthüllung in Kollerschlag

1. November

Landeshauptmann Dr. Heinrich Gleißner ernennt die 34 Mitglieder des neuen Landtages und die Mitglieder des Linzer Gemeindetages.

1. November 1934 bis 18. März 1938

XV. Wahlperiode des Oberösterreichischen Landtages

3. November

Das Alpenjägerregiment Nr. 8 in Wels wird von 2 auf 3 Bataillone verstärkt. Das erste Bataillon wird nach Enns verlegt, Regimentsstab und das 3. Bataillon verbleiben in Wels, während das 2. seinen Sitz in Braunau hat.

8. November

Dr. Wilhelm Bock zum Bürgermeister von Linz gewählt

Gedenktafelenthüllung im Gebäude der Landes-Gendarmerie für die 19 seit 1874 gefallenen Gendarmen

9. November

Der Neubau der Linzer Studienbibliothek (heute: Landesbibliothek) kann benützt werden.

11. November

Gedenksteinenthüllung für einen Gefallenen der Exekutive in Wilhering

12. November

Die neue Landesregierung ernannt: Wenninger (Landesstatthalter), Anton Gasperschitz, Dr. Franz Lorenzoni, Felix Kern, Josef Mayrhofer, Peter Revertera-Salandra

14. November

500 postenlose Lehrer in Oberösterreich. Durch eine Verordnung der Landesregierung werden 120 postenlose Lehrer angestellt, davon 90 aus den Jahrgängen bis 1932. Der Rest besteht aus den "gesperrten" Jahrgängen bis 1934.

18. November

Enthüllung eines Dollfuß-Denkmals in Gramastetten

19. November

Die Steyr-Werke bringen den Kleinwagen "Steyr 100" auf den Markt.

25. November Weihe des ersten Bauabschnitts der Friedenskirche in Urfahr
28. November

Erste Landtagssitzung des neuen Landtags

Gedenksteinenthüllung für die Opfer der Exekutive am Polygonplatz (Bulgariplatz)

29. November

Landesregierung erlässt Geschäftsordnung für den Landtag

22. Dezember

8300 aus politischen Gründen Verurteilte in ganz Österreich begnadigt

25. Dezember Autor, Schauspieler, Regisseur Anton Freytag

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