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Meningokokken - Infektionen sind lebensbedrohlich!

Etwa 10 Prozent der Menschen haben Meningokokkenbakterien im Nasen-Rachenraum ohne daran zu erkranken oder davon zu wissen.
Durch „Tröpfcheninfektion“ (z.B. durch Husten, Küssen oder den gemeinsamen Gebrauch von Gläsern, ....) können andere Personen infiziert werden. Die Rate dieser passiven Träger ist mit über 30 Prozent bei Jugendlichen am höchsten.

Meningokokken sind Bakterien, die den Nasen-Rachenraum besiedeln und eine Hirnhautentzündung (Meningokokken - Meningitis) und Blutvergiftung (Meningokokken - Sepsis) auslösen können.

Übertragen werden Meningokokken über Tröpfcheninfektion. In Gemeinschaftseinrichtungen (Kinderkrippen, Kindergärten, Schulen, Jugendherbergen, Studentenheimen, Kasernen, Ferienlager, Sprachferien, ...) ist durch den engen Kontakt das Infektionsrisiko erhöht.

In Österreich treten bis zu 100 schwere Meningokokken Erkrankungen pro Jahr auf. Bis zu 13 von 100 der Betroffenen versterben an den Folgen der Infektion.

Insgesamt gibt es 12 unterschiedliche Gruppen (sog. Serogruppen) von Meningokokken, 5 davon – die Serogruppen A, B, C, W und Y – sind für den Menschen lebensgefährlich.

In Europa sind fast nur Meningokokken der Serogruppen B und C für die Erkrankungen verantwortlich.

2010 gab es in Österreich 58,8 Prozent B- und 31,3 Prozent C-Infektionen.

Meningokokken B-Infektionen sind zwar häufiger, Meningokokken C-Infektionen jedoch gefährlicher, weil sie eher tödlich verlaufen.

Auch in beliebten Reiseländern der Österreicher hat es in den letzten Jahren Ausbrüche von Meningokokken-Erkrankungen gegeben.

Länder mit hohem Anteil an Meningokokken C-Erkrankungen sind: Großbritannien, Irland, Benelux-Länder, Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland, Malta, Island, Tschechische und Slowakische Republik, Ungarn, Schweiz, Süddeutschland.
In Großbritannien konnten die hohen Fallzahlen durch Impfprogramme stark zurückgedrängt werden. Die britischen Gesundheitsbehörden legen großen Wert darauf, dass bei Schüleraustauschen die Einreisenden geimpft sind, um eine neuerliche Einschleppung zu verhindern.
In Norwegen, England und den baltischen Staaten hat die Serogruppe Y stark zugenommen. In Schweden entwickelten sich in den letzten 5 Jahren Y-Meningokokken sogar zur am häufigsten vorkommenden Serogruppe. Auch in Österreich gab es 2010 4 Y-Erkrankte, 2 von ihnen (13 und 22 Jahre alt) starben.

In Afrika dominieren die Serogruppen A und Y, in Asien A und C. In den USA sind die Typten B, C und Y am meisten verbreitet.

Ein weiteres Phänomen ist die weltweite Verbreitung der Meningokokken-Gruppe W, die durch Mekka-Pilger in ihre Heimatländer eingeschleppt wird. Seit 2000 ist für die Einreise von Hajj-Pilgern nach Saudi-Arabien eine ACWY-Impfung verpflichtend.

Die Verteilung der Serogruppen ist geografisch unterschiedlich und sie kann sich über die Zeit ändern. Wann und wo solche Veränderungen auftreten, ist jedoch nicht vorhersehbar. Eine reisemedizinische Beratung ist jedenfalls zu empfehlen.

Wer soll geimpft werden?
- Jeder, der sich oder sein(e) Kind(er) schützen möchte
- Jugendliche bei Eintritt in eine Gemeinschaftswohneinrichtung (Internat, Studentenwohnheim, Kaserne u.ä.)
- Jugendliche bei Auslandsaufenthalten: Sprachferien, Schüler-Austauschprogramme, etc.
- Exponiertes Personal (Labor, Intensivstation, Pädiatrie etc.)
- Gesundheitlich gefährdete Personen (Immundefekt, ...)
- bei Reisen in Länder mit hoher Meningokokken-Inzidenz

Die Impfung gegen Meningokokken der Gruppe A, C, W 135 und Y wird als kostenlose Impfung für Schulkinder  (11. - 14. Lebensjahr) vom Sanitätsdienst angeboten.

Die Impfungen gegen Meningokokken der Gruppe B und für Erwachsene werden im Sanitätsdienst nicht durchgeführt.

Mitzubringen ist die Impfkarte!

Impfkosten: kostenlos bis zur Vollendung des 15. Lebensjahr

 

Weiterführende Informationen

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