Die Borkenkäfersituation im Bezirk Ried bleibt angespannt. Nach einem außergewöhnlich trockenen Frühjahr und den sommerlichen Hitzeperioden stehen vor allem Fichtenbestände unter Druck. Bereits Ende Mai wurden im Bezirk erste Käfernester festgestellt. Mittlerweile ist die Gefahr weiter gestiegen.
Besonders problematisch ist die Kombination aus Trockenheit, hohen Temperaturen und geschwächten Fichten. Gesunde Bäume können sich mit Harz gegen eindringende Borkenkäfer wehren. Bei Wassermangel funktioniert diese natürliche Abwehr jedoch deutlich schlechter. Genau diese geschwächten Bäume werden für den Schädling zu attraktiven Brutstätten.
Borkenkäfer kennt keine Grundstücksgrenzen
Eine weitere Herausforderung ist die Zusammenarbeit zwischen den Waldbesitzern. Ein Befallsherd endet nicht an einer Grundstücksgrenze. Deshalb sind gemeinsame Kontrollen und ein rascher Informationsaustausch zwischen den Grundnachbarn besonders wichtig.
Neben klassischen Waldbegehungen kommen inzwischen auch technische Hilfsmittel zum Einsatz. Drohnen können größere Waldflächen aus der Luft kontrollieren und verdächtige Bäume leichter auffinden. Borkenkäferfallen und Fangbäume wiederum dienen vor allem dazu, die Aktivität der Käfer zu beobachten. Sie ersetzen jedoch nicht die regelmäßige Kontrolle der Bestände.
Klimawandel erhöht den Druck
Langfristig wird die Borkenkäferproblematik auch zu einer Frage der Waldbewirtschaftung. Längere Trockenperioden und höhere Temperaturen können die Entwicklung des Schädlings beschleunigen und gleichzeitig die Widerstandskraft der Fichten verringern.
Der Landesforstdienst setzt deshalb zunehmend auf klimafitte Mischwälder. Unterschiedliche Baumarten sollen die Wälder widerstandsfähiger gegenüber Hitze, Trockenheit und Schädlingen machen. Für die Waldbesitzer bedeutet das einen langfristigen Wandel: Statt ausschließlich auf die Fichte zu setzen, gewinnt die Anpassung der Wälder an die veränderten klimatischen Bedingungen immer mehr an Bedeutung.

