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Die Entscheidung, Pflegeeltern zu sein, nie bereut

Um sich für ihre Arbeit zu bedanken und ihnen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch zu geben, hat die Bezirkshauptmannschaft jene Eltern eingeladen, die Pflegekinder betreuen. Wie ihr Familienleben mit Pflegekindern aussieht, davon hat eine Mutter erzählt....

Pflegeeltern

Quelle: GePaltinger

WELS-LAND. Um sich für ihre Arbeit zu bedanken und ihnen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch zu geben, hat die Bezirkshauptmannschaft jene Eltern eingeladen, die Pflegekinder betreuen. Wie ihr Familienleben mit Pflegekindern aussieht, davon hat eine Mutter erzählt.

Wenn in einer Familie eine belastende Situation eintritt, in der das Wohl eines Kindes nicht mehr gesichert ist, dann kann die Kinder- und Jugendhilfe entscheiden, das Kind vorübergehend oder dauerhaft in einer Wohngemeinschaft oder (meist bei Kindern bis sechs Jahre) oder einer Pflegefamilie unterzubringen. 19 solcher Pflegefamilien gibt es momentan in Wels-Land, diese betreuen 28 Kinder. Diese Pflegeeltern haben Bezirkshauptfrau Elisabeth Schwetz und ihre Mitarbeiterinnen von der Kinder- und Jugendhilfe zu einem Frühstück eingeladen – um sich zu bedanken und ihnen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch zu geben.

Eine Pflegefamilie werden

Um eine Pflegefamilie zu werden, müssen interessierte Paare oder Einzelpersonen eine Eignungsüberprüfung durchlaufen. Nach einem Erstgespräch mit der Kinder- und Jugendhilfe und dem Ausfüllen eines Fragebogens wird bei einem Hausbesuch vereinbart. Nach dem Hausbesuch werden die Pflegeeltern dem psychologischen Fachdienst vorgestellt wobei geschaut wird, ob die Interessenten für die Aufnahme eines Pflegekindes geeignet sind. Dann absolvieren die zukünftigen Pflegeeltern eine fachliche Vorbereitung bei der Organisation Plan B, danach können die Pflegeeltern in ein Pflegeeltern-Register aufgenommen werden.

Bei einem aufrechten Pflegeverhältnis gibt es regelmäßig Kontakt mit der zuständigen Sozialarbeiterin, da die Pflegeeltern im Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe tätig sind. Es finden Verlaufsgespräche und Hausbesuche statt. Es wird auch versucht Kontakt zwischen der Herkunftsfamilie und den Kindern aufrecht zu erhalten. Oft finden diese Kontakte in Form von begleiteten Besuchskontakten statt.

„Bereicherung für uns“

Schon seit acht Jahren Pflegeeltern sind Elisabeth und Erich (Namen zum Schutz der Familie geändert, echte Namen sind der Redaktion bekannt). Damals kam ein knapp zweijähriger Bub zu dem Paar aus Wels-Land, vor sechs Jahren noch ein weiterer, einige wenige Monate alter Bub. Die leiblichen Eltern konnten ihre Verantwortung aus verschiedenen Gründen nicht wahrnehmen. Zumindest aber mit den leiblichen Vätern haben der heute fast Siebenjährige und der fast Zehnjährige Kontakt.

„Mein Mann und ich konnten keine Kinder bekommen und wir haben erfahren, dass es viele Paare gibt, die Adoptiveltern werden wollen, es aber einen großen Bedarf an Pflegeeltern gibt“, erzählt Elisabeth, die als Lehrerin arbeitet. „Wir dachten uns, die Kinder können ja nichts dafür.“ So hat sich das Paar entschieden, zuerst einem und dann einem weiteren Kind ein Zuhause und eine Chance zu geben, wie Elisabeth es nennt, und zwar möglichst für immer.

Jederzeit Unterstützung

Diese Entscheidung haben Elisabeth und Erich ganz bewusst und wohlüberlegt getroffen und bisher nie bereut. Im Gegenteil: „Die Buben sind eine Bereicherung für uns. Ich bin stolz darauf, wie gut sie sich entwickelt haben, es ist eine sehr schöne Aufgabe sie zu begleiten“, erzählt sie, wie die Buben ihre Entwicklungsrückstände, die sie leider hatten, schon zu einem großen Teil aufgeholt haben. Auch sie selbst habe viel dazugelernt, wie die Mutter meint, zum Beispiel, Menschen so anzunehmen wie sie sind.

Dass es wie in jeder anderen Familie auch herausfordernde Phasen gibt, gehöre dazu. Wenn einer der Buben damit hadert, keinen Kontakt zur leiblichen Mutter zu haben, dann brauchen Pflegeeltern ganz besonderes Einfühlungsvermögen, oft auch Unterstützung von außen. Mit Pflegekindern gäbe es auch zusätzliche Termine, zum Beispiel für Fördermaßnahmen oder Besuche mit den leiblichen Eltern, dessen müsse man sich bewusst sein, fügt Elisabeth hinzu. Kommt es zu einer herausfordernden Situation, dann bekomme man aber immer Hilfe von den zuständigen Institutionen, sagt Elisabeth abschließend.

Pflegeeltern sind gesucht

Die meisten Pflegefamilien kommen aus Marchtrenk (fünf), drei aus Bad Wimsbach-Neydharting. Weitere elf Pflegefamilien gibt es in neun anderen Wels-Land-Gemeinden. Die Stadt Wels hat die Verantwortung für 50 Pflegekinder, diese leben bei 40 Familien, entweder in der Stadt oder auch in anderen Bezirken.

Pflegeeltern erbringen eine ganz wichtige Aufgabe, bieten den Kindern Stabilität und ein geregeltes Familienleben.

Aber der Bedarf an Pflegeeltern übersteigt sowohl in Wels-Land aus auch in der Stadt das Angebot. Weitere Pflegefamilien werden immer gesucht.

 

Quelle: Tips Redaktion Gertrude Paltinger, BSc., 09.05.2023 17:30 Uhr

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