Amt der Oö. Landesregierung
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Forstschutz

Der Bereich Forstschutz umfasst alle Aktivitäten zur Erhebung und Erfassung des Waldzustandes, sowie Maßnahmen zur Bewältigung und Eindämmung von bereits bestehenden Waldschadens- und Forstschutzproblemen.

Der Bereich Forstschutz umfasst

  • Waldzustandserfassung
  • Erhebung von Waldschadens- und Forstschädlingsereignissen (Prognose über die Befallsentwicklung), Erarbeitung von Aufarbeitungs- und Bekämpfungsstrategien und die Koordinierung von Aufarbeitungs- und Bekämpfungsmaßnahmen
  • Forstliches Biomonitoring
  • Biologische Forstschädlingsbekämpfung (Ameisen- und Vogelschutz etc.)
  • Forstliche Aufklärung und Förderung im Bereich Forstschutz
  • UVP-Angelegenheiten und Sachverständigentätigkeit

 

Asiatischer Laubholzbockkäfer

Im Jahr 2001 ist im Stadtgebiet von Braunau erstmals in Europa  der asiatische Laubholzbockkäfer aufgetreten. Der für unsere Laubbäume überaus gefährliche EU-Quarantäneschädling wurde wahrscheinlich mit Verpackungsholz aus dem südostasiatischen Raum eingeschleppt.

Der asiatische Laubholzbockkäfer befällt in Europa auch gesunde Laubbäume und bringt diese zum Absterben.

Durch intensive Monitoring- und Bekämpfungsmaßnahmen konnte der Schädling in Braunau nach rund 12 jähriger Dauer der Monitoring- und Bekämpfungsmaßnahmen erfolgreich ausgerottet werden.

Leider sind in den Jahren 2012 und 2013 in Oberösterreich neue Befallsherde dieses gefährlichen Schädlings entdeckt worden. Der Befall in St. Georgen bei Obernberg (Bezirk Ried im Innkreis) konnte nach umfangreichen Bekämpfungsmaßnahmen Ende 2016 erfolgreich ausgerottet  werden.

Bei dem im Spätherbst 2013 in Gallspach (Bezirk Grieskirchen) festgestellten Befallsherd sind nach den in den vergangenen Jahren durchgeführten Bekämpfungsmaßnahmen noch Monitoringmaßnahmen bis voraussichtlich Ende 2020 durchzuführen. Im Jahr 2017 und bisher 2018 konnten auch in diesem Befallsgebiet keine Bäume mit Befallssymptomen mehr festgestellt werden, sodass auch in diesem Befallsgebiet eine erfolgreiche Ausrottung möglich erscheint.

 

 

Weiterführende Informationen

 

Borkenkäfer

Nach den Hitze- und Trockensommern in den Jahren 2015 und 2017 sind die Borkenkäferschäden in Oberösterreich von rund 100.000 fm im Jahr 2014 auf rund 700.000 fm im Jahr 2017 angestiegen. Auch für 2018 ist ein weiterer Anstieg des Borkenkäferbefalles zu erwarten. Hauptbetroffen sind überwiegend die trockeneren Bereiche des Mühlviertels und des Alpenvorlands.

Die Ausgangssituation, der frühe Borkenkäferflug im Jahr 2018 und die seit Wochen hohen Fangzahlen in den Monitoringfallen lassen bei der gegebenen Witterung und den seit Wochen nur geringen Niederschlägen in vielen Bereichen Oberösterreichs weiter eine deutliche Verschärfung der Borkenkäfersituation erwarten.

Aktuell ist die 1. Borkenkäfergeneration ausgeschwärmt sodass ab Anfang Juli wieder mit einem verstärkten Auftreten von neuen Borkenkäferbäumen und Käfernestern zu rechnen ist.

Die Waldeigentümer werden daher dringend aufgerufen der Borkenkäfersituation wieder erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken und ihre Waldgrundstücke während der gesamten Vegetationsperiode regelmäßig auf Borkenkäferneubefall zu durchforschen und gefundene Käferbäume rasch aus dem Wald zu entfernen.

 „Nur durch gemeinsame und koordinierte Maßnahmen kann größere Schäden verhindert und die gegebene Borkenkäfersituation entsprechend eingedämmt werden“.

 

Weiterführende Informationen

Eschentriebsterben

 

Das Eschentriebsterben ist ein europaweit zunehmendes Waldschadensproblem. Durch intensive Forschungen konnte im Jahr 2010 der Pilz Hymenoscyphus pseudoalbidus (Falsches Weißes Stengelbecherchen) als Verursacher eindeutig festgestellt werden. Genotypische Unterschiede im Befallsverlauf lassen die vorsichtige Hoffnungen aufkeimen, dass nicht alle Eschen befallen werden und absterben.

2015 wurde vom Bundesforschungszentrum für Wald gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur ein entsprechendes Projekt zur Rettung der Esche erarbeitet und begonnen, das auch 2016 und 2017 fortgeführt wurde.

 

Kiefern-Nadelschütte

2010 ist in Oberösterreich an mehreren Orten erstmals der Pilz Lecanosticta nachgewiesen worden, der eine Nadelschütte an Kiefer verursacht. Monitoring und Maßnahmen für die Bekämpfung und Ausrottung dieses EU-Quarantäneschädlings sind  im Gange. Die Gefahr einer Einschleppung von gefährlichen Waldschädlingen durch den "grenzenlosen" Warenverkehr ist auch weiterhin hoch.

 

Weiterführende Informationen

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

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