Amt der Oö. Landesregierung
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Förderprogramm für die erstmalige Installation von privaten Wärmepumpen und Fernwärmeanschlüssen sowie für den Einbau von thermischen Solaranlagen in bzw. auf Bestandswohngebäuden

Förderung für Austausch eines fossilen Wärmeerzeugers gegen eine elektrisch betriebene Heizungs-Wärmepumpe, Ersatz eines fossilen Wärmeerzeugers durch Anschluss an ein bestehendes Fernwärmenetz, Errichtung einer thermischen Solaranlage.

Wer wird gefördert?

Privatpersonen, die eine förderungsfähige Anlage in ihrem bestehenden Wohnhaus (Hauptwohnsitz) mit bis zu drei Wohnungen errichten.

Hinweis: Die förderbaren Maßnahmen müssen der privaten Nutzung dienen und die betroffenen Wohnhäuser und Wohnungen müssen ganzjährig bewohnt sein (Hauptwohnsitz). Ferienwohnungen sowie Zweitwohnsitze sind nicht förderbar.

Was wird gefördert?

  • Austausch eines fossilen Wärmeerzeugers gegen eine elektrisch betriebene Heizungs-Wärmepumpe,
    die entsprechend der VERORDNUNG (EU) Nr. 813/2013 zur Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Raumheizgeräten und Kombi­heizgeräten eine jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz (ηs) bei mittlerem Klima von mindestens 125 % (55° C) und 150 % (35° C) aufweisen. Die Wärme­pumpen müssen weiters nach den EU-Umweltzeichenkriterien gemäß der Richtlinie 2014/314/EU zertifiziert sein (EU Umweltzeichen) oder den in dieser Richtlinie festge­legten Mindestanforderungen entsprechen und über das nationale Wärmepumpen-Gütesiegel entsprechend dem European Quality Label für Heat Pumps, EHPA, verfügen.
  • Ersatz eines fossilen Wärmeerzeugers durch Anschluss an ein bestehendes Fernwärmenetz,
    sofern diese ganz oder teilweise (zumindest 80 %) auf Energie aus erneuerbaren Quellen beruht oder aus hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen im Sinne der Richtlinie 2004/8/EG über die Förderung einer am Nutzwärmebedarf orientierten Kraft-Wärme-Kopplung im Energiebinnenmarkt, ABl. Nr. L 52 vom 21.02.2004 S. 50, sowie sonstige Abwärme, die andernfalls ungenutzt bleibt, stammt.
  • Errichtung einer thermischen Solaranlage,
    sofern diese nachträglich eingebaut wurde und eine Produktzertifizierung einer anerkannten Prüfstelle für den Kollektor nach der „Solar Keymark“-Richtlinie vorliegt. Die Förderung kann unabhängig des bestehenden Heizsystems beantragt werden.
     

Nicht gefördert werden: Anlagen in Neubauten, Eigenbauanlagen und Prototypen, gebrauchte Anlagen und Anlagen mit wesentlich gebraucht erworbenen Anlagenteilen sowie der alleinige Kollektortausch.

Wie wird gefördert?

Die Förderung wird in Form von fixen Beträgen in Abhängigkeit von der Art, der Nennwärmeleistung und der Energieeffizienz der Anlage berechnet. Der finanzielle Zuschuss wird als einmaliger, nicht rückzahlbarer Investitionskostenzuschuss ausbezahlt.

  Fördersatz
Luft-Wasser-Wärmepumpe

100 Euro/kW Nennwärmeleistung

(maximal 1.700 Euro)

Gültig bei einer jahreszeitbedingten Raumheizungs-Energieeffizienz (ηs) ≥ 150 % (35° C) bzw. ≥ 125 % (55° C)

 

Förderungsfähige Nettokosten*:

  • Wärmepumpe
  • Pufferspeicher
  • Montagekosten
Erdwärme- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe bzw. bei einer Tiefenbohrung (Erdwärmesonde)

170 Euro/kW Nennwärmeleistung

(maximal 2.800 Euro)

Gültig bei einer jahreszeitbedingten Raumheizungs-Energieeffizienz (ηs) ≥ 170 % (35° C) bzw. ≥ 150 % (55° C)

 

100 Euro/kW Nennwärmeleistung

(maximal 1.700 Euro)

Gültig bei einer jahreszeitbedingten Raumheizungs-Energieeffizienz (ηs) ≥ 150 % und < 170 % (35° C) bzw.

≥ 125 % und < 150 % (55° C)

 

Förderungsfähige Nettokosten*:

  • Wärmepumpe
  • Wärmequellenanlage (Erdwärmekollektor Grundwasserbrunnen, Tiefenbohrung)
  • Pufferspeicher
  • Montagekosten
Anschluss an Fern- bzw. Nahwärme

140 Euro/kW Anschlussleistung laut Wärmeliefervertrag

(maximal 2.800 Euro)

 

Förderungsfähige Nettokosten*:

  • Übergabestation,
  • Einbindung ins Heizungssystem
  • Rohrleitungen, Pumpen, Ventile, Wärmespeicher
  • Grabungsarbeiten
  • Anschlussgebühren
  • Montagekosten
Thermische Solaranlage auf Bestandsgebäude Bruttokollektorfläche in Förderung
4 bis 10 Pauschal 2.000 Euro
11 bis 19 200 Euro pro
ab 20 Pauschal 4.000 Euro

Förderungsfähige Nettokosten*:

  • Solarkollektor
  • Verrohrung, Pumpengruppe
  • Wärmespeicher
  • Solarregelung
  • Montagekosten

* Die Landesförderung ist in jedem Einzelfall mit 50 Prozent der förderungsfähigen Nettokosten begrenzt!

Hinweis: Für die Errichtung förderungsfähiger Anlagen können eventuelle zusätzliche Fördermittel des Bundes in Anspruch genommen werden. Die gleichzeitige Inanspruchnahme einer weiteren Landesförderung ist jedoch nicht möglich.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Allgemeine Kriterien

  • Auf die Beihilfen besteht kein Rechtsanspruch. Das Land Oberösterreich behält sich das Recht vor, unabhängig der Laufzeit die Förderrichtlinien zu ändern und/oder die Förderung einzustellen.
  • Für die private Investition dürfen keine zusätzlichen Fördermittel einer anderen Landesförderstelle in Anspruch genommen werden.
  • Die Anlage muss von einer befugten Fachkraft fach- und normgerecht installiert werden.
  • Der Förderungsantrag ist nach Durchführung der Maßnahme spätestens sechs Monate nach Rechnungslegung (es gilt das Datum der Schlussrechnung) an die Förderstelle des Landes Oberösterreich zu senden.
  • Die jeweilige vollinhaltliche Anerkennung und Einhaltung der Richtlinien zur Umweltförderung in Oberösterreich idgF und Allgemeinen Förderungsrichtlinien des Landes Oberösterreich idgF.
  • Die geförderte Anlage muss zumindest 10 Jahre lang zweckentsprechend betrieben werden. Um einen zweckentsprechenden Betrieb handelt es sich nur, wenn die geförderte Anlage innerhalb dieses Zeitraums nicht stillgelegt und bei einer Veräußerung der Erwerber auf diese Pflicht hingewiesen wird.
  • Die im Förderprogramm genannten technischen Bestimmungen und Grenzwerte sind einzuhalten.
  • Im Falle einer Förderung für Wärmepumpe und Fernwärmeanschluss sind alle vorhandenen fossilen alten Heizkessel nachweislich zu demontieren. Der Nachweis über die Altanlage mit genauer Typenbezeichnung (Foto, Typenschild, alte Rechnung oder Entsorgungsbestätigung) ist für die Dauer von 10 Jahren aufzubewahren und auf Nachfrage vorzulegen.
  • Es muss eine überwiegend private Nutzung der geförderten Anlage gewährleistet sein, d. h., die zu Wohnzwecken dienende Fläche muss mehr als 50 Prozent des Gesamtgebäudes betragen.

Technische Kriterien

Fernwärmeanschluss:

  • Ein wassergetragenes Heizsystem muss nach dem Heizkesseltausch gegeben sein.
  • Die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs der Heizanlage muss erfolgen.
  • Neu installierte Heizungsumwälzpumpen müssen Hocheffizienzpumpen sein (Energieeffizienzindex [EEI] von mindestens 0,23).
      

Wärmepumpe:

  • Ein wassergetragenes Heizsystem muss nach dem Heizkesseltausch gegeben sein.
  • Die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs der Heizanlage muss erfolgen.
  • Neu installierte Heizungsumwälzpumpen müssen Hocheffizienzpumpen sein (Energieeffizienzindex [EEI] von mindestens 0,23).
  • Die Wärmepumpe ist entweder
    • mit einer netzgekoppelten Photovoltaikanlage mit einer Leistung von zumindest 5 kWpeak oder
    • mit einer thermischen Solaranlage mit mindestens 8 m2 Bruttokollektorfläche zur Warmwasserbereitung zu kombinieren (bei dieser Variante kann der Heizungstausch und die nachträgliche Installation der Solaranlage zur Warmwasserbereitung gefördert werden) oder
    • muss ab Inbetriebnahme der Anlage 10 Jahre mit Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energieträgern betrieben werden.
  • Die geförderte Wärmepumpe muss über einen Herstellernachweis über die Smart Grid-Fähigkeit (z. B. „Smart Grid Ready“-Zertifikat) verfügen; das SG-Ready-Label wird an Wärmepumpen-Baureihen verliehen, deren Regelungstechnik die Einbindung der einzelnen Wärmepumpe in ein intelligentes Stromnetz ermöglicht.
  • Zur Eigenkontrolle der Jahresarbeitszahl sind ein Wärmemengenzähler sowie ein separater Stromzähler für den Verdichter und die Hilfsantriebe zu installieren. Dies kann auch durch entsprechend technische Einrichtungen in der Wärmepumpenanlage selbst erfolgen. Es muss jedoch die nachträgliche Berechnung der Jahresarbeitszahl (JAZ) gewährleistet sein.
    • Einzuhaltende Schallimmissionsgrenzwerte bei Luftwärmepumpen:

      Grundsätzlich handelt es sich bei Geräuschen von Luftwärmepumpen um Dauergeräusche. Diese Geräusche haben auch teilweise tieffrequente Geräuschanteile. Für die Förderung wird die Anforderung definiert, dass die spezifische Schallimmission Lr,spez den Wert von 35 dB an der Grundgrenze des Nachbargrundstückes nicht überschreiten darf. Dieser Wert orientiert sich grundsätzlich am Planungsrichtwert für Dauergeräusche für die Baulandwidmung Wohngebiet zur Nachtzeit (gemäß ÖNORM S 5021:2010).

      Die spezifische Schallimmission Lr,spez ist dabei, mit einem vereinfachten Verfahren, wie folgt zu berechnen:
      Lr,spez = Lw,A + LZ + K0 - 20*log(d) - 11           [dB]

      Abkürzungen:
      Lr,spez = Beurteilungspegel an der Grundgrenze   [dB]
      Lw,A = Schallleistungspegel der Luftwärmepunpe   [dB]
      LZ = Pegelzuschlag für tieffrequente Geräuschcharakteristik
              LZ = 0 dB, wenn nachweislich kein tieffrequentes Geräusch 
                     (Nachweis z.B. durch Prüfzeugnis, Herstellerangaben)
              LZ = 5 dB, wenn kein Nachweis vorhanden
      K0 = Raumwinkelmaß, berücksichtigt die Lage der Quelle (grafische Veranschaulichung siehe Datenblatt zur Berechnung der Schallimmissionen bei Luftwärmepumpen UWD-US/E-73d)
              K0 = 0 dB, wenn freie Aufstellung
              K0 = 3 dB, wenn Aufstellung vor Hausmauer
              K0 = 6 dB, wenn Aufstellung in einer Hausecke
      d = Abstand zur Grundgrenze  [m]

Hinweis:

  • Der Beurteilungspegel ist dabei auf ganze Zahlen zu runden.

  • Für den Lw,A  ist der maximale Schallleistungspegel laut Angaben des Herstellers einzusetzen. Eine Nachtabsenkung ist bei der Berechnung nicht zu berücksichtigen.

  • Der Abstand d ist vom Mittelpunkt der Luftwärmepumpe zu  messen.

  

  • Wenn ein Anschluss an ein bestehendes Nah- oder Fernwärmenetz aus erneuerbaren Energieträgern in einem Umkreis von max. 35 m technisch/wirtschaftlich möglich ist, wird keine Förderung für Wärmepumpen gewährt.
        

Thermische Solaranlage:

  • Mindestgröße der thermischen Solaranlage von 4 m2 Bruttokollektorfläche.
  • Die Kollektoren müssen über ein gültiges Solar Keymark Zertifikat nach CEN verfügen.
  • Bei der installierten thermischen Solaranlage muss der solare Ertrag erfasst und angezeigt werden. Dies kann durch den Einbau eines Wärmemengenzählers im Kollektorkreislauf oder durch entsprechend ausgestattete Solarregelung erfolgen.

Hinweis: Die Förderungsnehmerin bzw. der Förderungsnehmer erklärt sich einverstanden, dass die gemäß Energieeffizienzgesetz anrechenbare Energieeffizienzmaßnahme, die sich durch die Ausführung der ausschließlich durch Landesmittel geförderten Errichtung der Anlage ergibt, grundsätzlich dem Land Oberösterreich zufällt. Soweit auch zulässige Förderungen durch Dritte (z. B. Energieversorger o. dgl.) bestehen, kann die anrechenbare Energieeffizienzmaßnahme aliquot auf die Förderstellen aufgeteilt werden.

Der Anteil des Landes Oberösterreich darf aber 50 Prozent nicht unterschreiten. Die Förderungsnehmerin bzw. der Förderungsnehmer hat dem Land Oberösterreich eventuelle Ansprüche Dritter auf die Anrechenbarkeit der Energieeffizienzmaßnahme anlässlich der Fördererklärung schriftlich mitzuteilen.

Erforderliche Unterlagen

  • Online-Antragsformular Land

Hinweis: Es sind keine Rechnungen und Zahlungsbestätigungen vorzulegen. Wir weisen jedoch darauf hin, dass stichprobenweise Überprüfungen durchgeführt werden.
   

Zusätzlich bei

Fernwärmeanschluss:

  • Technisches Datenblatt Fernwärmeanschluss (UWD-US/E-73b)
  • Wärmeliefervertrag
        

Wärmepumpe:

  • Technisches Datenblatt Wärmepumpe (UWD-US/E-73a)
    • Bei Luftwärmepumpen: Datenblatt zur Berechnung der Schallimmissionen (UWD-US/E-73d)
  • Nachweis über den Einsatz von Strom aus erneuerbarer Energie mittels eines Stromliefervertrags, der bestätigt, dass der Strom aus 100 Prozent erneuerbarer Energie (Ökostrom gemäß E-Control) oder
  • eine aktuelle Stromrechnung, aus der ersichtlich ist, dass 100 Prozent Ökostrom im Sinne des § 5 Abs. 1 Ökostromgesetz bezogen wird oder
  • Nachweis über eine zumindest 8 m2 große thermische Solaranlage
  • das Geschäftszeichen des Anerkennungsbescheides der installierten Photovol­taikanlage als Ökostromanlage.
       

Thermische Solaranlage

  • Technisches Datenblatt Thermische Solaranlage  (UWD-US/E-73c)

 

Weitere Unterlagen sind bei Bedarf der Förderstelle zu übermitteln.

Abwicklung / Antragstellung

Die einfache und schnelle Abwicklung Ihrer Förderungsanträge ist ein wesentlicher Aspekt unserer Arbeit. Damit dieses gemeinsame Ziel erreicht werden kann, möchten wir für die betreffenden Maßnahmen die optimale Antragstellung und Durchführung aufzeigen:

 

Antragstellung

Die Förderung ist NACH Durchführung der Maßnahme, spätestens jedoch 6 Monate nach Ausstellung der maßgeblichen Rechnung, ONLINE (mittels elektronischem Antragsformular inkl. Technischem Datenblatt als Upload) beim Amt der Oö. Landesre­gierung zu beantragen. In Ausnahmefällen kann die Antragstellung auch mittels E-Mail (foerderungsantrag.us.post@ooe.gv.at) oder am Postweg erfolgen.

Die dafür erforderlichen Formulare befinden sich auf der Homepage des Landes OÖ. Sämtliche notwendigen Unterlagen sind mit dem Antrag zu übermitteln. Das Fehlen von Unterlagen verzögert die Bearbeitung des Antrages.

 

Beurteilung

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Förderungsteams prüfen die Vollständigkeit der Unterlagen und Einhaltung der Kriterien. Unvollständige Anträge bzw. Anträge mit falschen Angaben werden im Rahmen der Antragsprüfung abgelehnt bzw. storniert.

 

Auszahlung

Nach Feststellen der Förderfähigkeit ergeht die politische Förderzusage und der errechnete Förderungsbetrag wird auf Ihre angegebene Kontoverbindung überwiesen.

Rechtsgrundlage

Richtlinien zur Umweltförderung in Oberösterreich

Laufzeit

Das Förderprogramm für die erstmalige Installation von privaten Wärmepumpen und Fernwärmeanschlüssen sowie für den Einbau von thermischen Solaranlagen in bzw. auf Bestandswohngebäuden startet mit 3. Juli 2017 und endet nach Maßgabe der vorhandenen finanziellen Mittel spätestens jedoch am 31. Dezember 2018.

Formular

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

Amt der Oö. Landesregierung • 4021 Linz, Landhausplatz 1 • Telefon (+43 732) 77 20-0 • E-Mail post@ooe.gv.at