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Corona-Schutzimpfung: Fake-News

Was stimmt und was ist schlicht ein Fake?

Leider gibt es rund um Corona viele Mythen und Fake News, die vor allem auch über Social Media Kanäle verbreitet werden. Wichtig ist, sich seine Meinung zur  COVID-19-Schutzimpfung aufgrund von gesicherten Fakten zu bilden. Nachfolgend haben wir daher einige dieser Falschmeldungen aufgegriffen und sie mit erfahrenen Medizinerinnen und Medizinern einem Faktencheck unterzogen.

Richtig ist:

Auch für Jugendliche ab 12 ist eine Impfung wichtig und sinnvoll, weil sie einen selbst schützt. Zugegeben, als junger Mensch ist das Risiko für einen schweren Verlauf vielleicht nicht so hoch, aber ausgeschlossen werden kann es nicht. Vor einem schweren Verlauf schützt die Impfung. Sie schützt auch vor Folgeerkrankungen wie Long Covid, die im Falle einer Infektion auftreten könnten. Und sie reduziert die Wahrscheinlichkeit, das Virus weiterzugeben, sollte man es in sich haben und es nicht bemerken. Durch eine Impfung schützt man sich also nicht nur selbst, sondern auch die Personen in seinem Umfeld.
Zum anderen sollte auch die Pandemiebewältigung ein Motivationsgrund sein. Nur wenn sich genug Menschen impfen lassen, werden wir die Pandemie in den Griff bekommen.

Richtig ist:

Die Impfung macht weder Männer noch Frauen unfruchtbar, denn das Gerücht basiert auf der Annahme, dass das Spike-Protein von SARS-CoV-2 dem Syncitin-1, ein Protein, das für die Plazentabildung bei der Frau wichtig ist, ähnelt und somit die Impfung eine Immunreaktion gegen die Plazentabildung auslösen würde. Das stimmt nicht. Viele renommierte Wissenschaftler haben sich hierzu geäußert und betont, dass es zu dem Gerücht keinerlei Grundlage gibt. Das Spike-Protein und das Plazentaprotein sind so unterschiedlich, dass eine fälschliche Reaktion (Kreuzreaktion) im Grunde unmöglich ist. Die Gemeinsamkeiten von nur 4 (!) Aminosäuren ist zu wenig, hierfür werden etwa 50 bis 80 Aminosäuren benötigt. Also, die Impfung ist kein Hindernis bei Kinderwunsch!

Richtig ist:

Die Impfstoffe nehmen keinen Einfluss auf die eigene DNA, weil die mRNA-Impfstoffe werden zwar als „erbgutbasierte“ Impfstoffe bezeichnet, haben aber gar nichts mit dem Erbgut in unserem Körper zu tun. Im Gegenteil, denn mit unserem Erbgut kommen sie nicht einmal in Kontakt. Außerdem baut sich der Impfstoff im Körper sehr schnell wieder ab, so dass keine Langzeiteffekte zu erwarten sind.

Zitat Prim. Priv.-Doz. Dr. Bernd Lamprecht

Richtig ist:

Die Impfung ist gerade für Schwangere wichtig, weil das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf im Falle einer Sars-Cov-2-Infektion während der Schwangerschaft um das rund dreifache steigt. Auch Schwangerschaftskomplikationen, wie die Präeklampsie, treten bei Covid-19 Erkrankungen häufiger auf. Zudem kommt es aufgrund von SARS-Cov2 Infektionen während der Schwangerschaft zu einem erhöhten Frühgeburtsrisiko mit entsprechenden Gefahren für das Neugeborene. Auch wenn man bereits schwanger ist, kann man sich noch impfen lassen. Im Idealfall ist man aber bereits vor der Schwangerschaft geimpft, bestenfalls vier Wochen vor der Schwangerschaft vollimmunisiert. Dann haben Sie und Ihr Kind - von Beginn der Schwangerschaft an - einen wirksamen Schutz.

Richtig ist:

Auch als Genesener sollte man zumindest eine Teilimpfung verabreicht bekommen, weil bei einer normalen Impfserie (zwei Teilimpfungen) werden im Körper nach der ersten Impfung Antikörper gebildet, die durch die zweite Teilimpfung verstärkt werden und somit längerfristig schützen. Ist man genesen, hat man im Normalfall bereits Antikörper. Somit wirkt die erste Impfdosis bei Genesenen wie die zweite Teilimpfung bei einer normalen Impfserie. Es reicht also eine Teilimpfung. Die zweite Teilimpfung kann dann noch verabreicht werden, sollte man sie zum Beispiel aus Formalitätsgründen für eine Reise brauchen.

Richtig ist:

Derzeit wird eine Auffrischungsimpfung empfohlen, weil nach etwa 6-9 Monaten die Schutzwirkung der Impfung leicht zurückgeht. Der Impfschutz sollte daher nach einem gewissen Zeitraum aufgefrischt werden. Der empfohlene Zeitpunkt für diese Dosis ist abhängig von der Zugehörigkeit zu Risikogruppen sowie vom Impfstoff, der bei der Grundimmunisierung eingesetzt wurde. Nach derzeitigem Wissensstand sollen alle Personen eine Auffrischungsimpfung erhalten - mit Ausnahme von gesunden Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 16 Jahren sowie Genesenen, die bereits 2 Dosen eines Covid-19- Impfstoffes erhalten haben.

Richtig ist:

Auch als Geimpfter kann man sich noch infizieren, aber das Risiko sich als Geimpfter zu infizieren ist deutlich geringer als ohne Impfung. Sogenannte Impfdurchbrüche, also Infektionen trotz einer Impfung, verlaufen jedoch meist milder.

Richtig ist:

Die Impfung ist wichtig, weil das Risiko für eine Erkrankung durch die Impfung erheblich minimiert wird und die Gefahr eines möglichen schweren Krankheitsverlaufs reduziert. Eine Impfung schützt einen selbst und seine Mitmenschen. Außerdem hilft man durch eine Impfung mit, die Spitalsbelastungen möglichst niedrig zu halten und somit Einschränkungen zu vermeiden. Eine Durchimpfungsrate die effektiv gegen die Pandemie hilft, ist erst erreicht, wenn ein möglichst hoher Anteil der Bevölkerung vollimmunisiert ist. Der Nutzen der Impfung überwiegt das Risiko und ist für jede und jeden für uns ein kleiner Schritt, wie wir wieder zu einer Normalität ohne Einschränkungen beitragen können.

Richtig ist:

Es sollten unbedingt beide Teilimpfungen verabreicht werden, weil ein voller Impfschutz ist wichtig und nur durch eine vollständige Impfserie zu gewährleisten. Zwar bildet der Körper bereits nach der ersten Teilimpfung Antikörper, zahlreiche Studien haben allerdings gezeigt, dass die zweite Teilimpfung diese Antikörper noch einmal wesentlich verstärkt und deshalb ein längerfristiger Schutz entsteht. Darum sollten unbedingt beide Impftermine wahrgenommen werden.

Richtig ist:

Die Covid-19 Impfstoffe sind sicher, weil ein Impfstoff erst nach ausreichender Überprüfung auf den Markt gebracht wird. Wie jeder andere Impfstoff wurden auch die Impfstoffe zum Schutz vor Covid-19 intensiv geprüft. Die verschiedenen Impfstoffe durchlaufen jeweils streng kontrollierte Prozesse. Es gibt dafür klare gesetzliche und wissenschaftliche Vorgaben, bevor sie zur Anwendung am gesunden Menschen kommen können. Nur wenn sich dabei eine positive Nutzen-Risiko-Relation zeigt, erhält der Impfstoff eine Marktzulassung.
Auch nach der Marktzulassung erfolgt eine ständige Kontrolle zum Erfassen von möglichen Nebenwirkungen und zur Überprüfung der Wirkung sowie eine laufende weitere Bewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses.