Amt der Oö. Landesregierung
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Forststraßen: Investitionen in die Infrastruktur für die Entwicklung, Modernisierung und Anpassung der Forstwirtschaft (Vorhabensart 4.3.2)

Gefördert wird die Errichtung und Verbesserung der Infrastruktur (u.a. Forststraßen, Wasserstellen, Lager- und Aufarbeitungsplätze)

Wer wird gefördert?

Bewirtschafter und Bewirtschafterinnen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe:
Personen (natürliche, juristische und Personenvereinigungen, die einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb im eigenen Namen und auf eigene Rechnung bewirtschaften.

Sonstige Förderungswerber:
Waldbesitzervereinigungen, Agrargemeinschaften, Bringungsgenossenschaften und Bringungsgemeinschaften, Nutzungsberechtigte, Gemeinden

Was wird gefördert?

1. Errichtung und Umbau von Forststraßen
2. Anlage von Wasserstellen, (Nass)Lager- und Aufarbeitungsplätzen

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

  • Vorlage aller für das jeweilige Vorhaben erforderlichen Genehmigungen (Forstgesetz, Wasserrechtsgesetz, Naturschutzgesetz)
  • Für die Errichtung und den Umbau von Forststraßen:
  1. Planung und Bauaufsicht durch befugte Fachkräfte gemäß Forstgesetz 1975.
  2. Vorlage eines dem Stand der Technik entsprechenden Projekts (dieses muss auch alle forstgesetzlich erforderlichen Unterlagen enthalten) inklusive eines einfachen Konzeptes für die Bewirtschaftung der erschlossenen Waldflächen.
  3. Die Errichtung von Forststraßen muss unter besonderer Berücksichtigung der vorhandenen Erschließungsdichte, des Geländes, der Besitzstruktur und sonstiger Bringungsmöglichkeiten durchgeführt werden. Vorhaben, die trotz gegebener technischer Anschlussmöglichkeit an ein bestehendes Forststraßennetz oder der Möglichkeit der Errichtung als Gemeinschaftsprojekt als Einzelprojekte geplant sind, werden nicht gefördert.
  4. Gewährung der Anschlussmöglichkeit weiterer Erschließungen nach Maßgabe der Bestimmungen des Forstgesetzes (Bringung über fremden Boden) und Einbindung von markierten Wegen, die von der Forststraße gekreuzt werden, in diese.
  • Die Anlage von Wasserstellen wird nur in Verbindung mit der Errichtung von Forststraßen oder dem Umbau von  Forststraßen gefördert.

Anrechenbare Gesamtkosten

  • Förderbare Kosten sind die anerkennungsfähigen Nettokosten (bei Bringungsgenossenschaften Bruttokosten) laut der vorgelegten Rechnungen samt Zahlungsbelegen. Kleinstrechnungen unter einem Betrag von 50,00 Euro sind nicht anerkennungsfähig. Barzahlungen werden nur bis zu einem Rechnungsbetrag von 5.000,00 Euro anerkannt.
  • Eigenleistungen (Arbeitsleistungen, Maschinen, Material) werden nur auf Grundlage detaillierter Aufzeichnungen anerkannt. Das Ausmaß der Förderung darf aber jenen Betrag nicht übersteigen, der sich im Rahmen der Endabrechnung nach Abzug der Eigenleistungen von den anrechenbaren Kosten ergibt.
    Beispiel: anrechenbare Kosten 100.000,00 Euro, Investitionszuschuss 40 Prozent, Eigenleistung maximal 60.000,00 Euro)
  • Es werden nur Kosten bzw. Rechnungen anerkannt, die nach dem im Verständigungsschreiben über die Entgegennahme des Antrages angeführten Kostenanerkennungsstichtag anfallen (Liefer-, Rechnungs- und Zahlungsdatum).
    Die Antragstellung muss daher vor Durchführung einer Maßnahme erfolgen.

Anrechenbare Kosten – Ober- und Untergrenze
Für die Errichtung von Forststraßen müssen die anrechenbaren Kosten mindestens 5.000,00 Euro je Vorhaben betragen und werden je begünstigten Waldbesitzer maximal 3.500 Laufmeter pro Jahr gefördert.

Förderungsart und –ausmaß
Die Summe aus Investitionszuschuss und Kreditvolumen des AIK darf die anrechenbaren Gesamtkosten nicht übersteigen. Je nach Verfügbarkeit des Kreditvolumens kann der AIK von der bewilligenden Stelle zusätzlich eingeschränkt werden.

Investitionszuschuss

Maßnahme Investitionszuschuss
Errichtung von Forststraßen allgemein 35 Prozent
Errichtung von Forststraßen in Wäldern mit hoher Schutzwirkung oder im hohen öffentlichen Interesse (Wälder mit Objektsschutzwirkung). Mindestens 70 % der Vorteilsfläche in Wäldern mit hoher Schutzwirkung (S3-Fläche gemäß Waldentwicklungsplan) 50 Prozent
Umbau Forststraßen 35 Prozent
Anlage von (Nass)Lager- und Aufarbeitungsplätzen, Wasserstellen 35 Prozent

Agrarinvestitionskredit (AIK)

Zinsenzuschuss maximal 50 Prozent

Kredituntergrenze 15.000,00 Euro

Kreditlaufzeit maximal 20 Jahre

Auswahlverfahren
Die Vorhaben werden in einem Auswahlverfahren anhand eines bundesweit einheitlichen Bewertungsschemas bewertet und ausgewählt. Für die Vorhabensart 4.3.2 Investitionen in die Infrastruktur für die Entwicklung, Modernisierung und Anpassung der Forstwirtschaft wurden bisher die Auswahlkriterien für den Bereich Forststraßenbau erlassen. Nur jene Förderungsanträge, die bis zu einem vorgegebenen Stichtag vollständig bei der Bewilligenden Stelle eingelangt und entscheidungsreif sind, können in das Auswahlverfahren einbezogen werden. Um für eine Förderung grundsätzlich in Betracht zu kommen, muss zumindest die Mindestpunktezahl erreicht werden.

Vorhaben, die die Mindestpunkteanzahl oder mehr Punkte erreichen, werden entsprechend der erreichten Punkteanzahl gereiht und abhängig vom für die Auswahlrunde festgelegten Budget für eine Förderung ausgewählt. Vorhaben, die auf Grund der budgetären Situation in der jeweiligen Auswahlrunde nicht zum Zug kommen, können bei gleichbleibenden Bedingungen einmal in die nächste Auswahlrunde übernommen werden.

Wird das beantragte Vorhaben im Auswahlverfahren positiv ausgewählt, erfolgt eine schriftliche Bewilligung des Projektes und die Übermittlung des Zahlungsantrages für die Projektabrechnung.

Die Auswahlverfahren werden blockweise durchgeführt. Alle entscheidungsreifen Anträge, die bis zum Stichtag 15. März 2018 vorliegen, werden dem Auswahlverfahren unterzogen.

 

Abwicklung / Antragstellung

Der Antrag ist mittels Formular an die Abteilung Land- und Forstwirtschaft zu richten. Informationen und Antragsformulare erhalten Sie auch bei den Forstdiensten der Bezirkshauptmannschaften und Bezirksbauernkammern.

Formulare für Vorhabensart 4.3.2

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

Amt der Oö. Landesregierung • 4021 Linz, Landhausplatz 1 • Telefon (+43 732) 77 20-0 • E-Mail post@ooe.gv.at