Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck
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Geschichte und Geografie

  • Der Bezirk Vöcklabruck hat eine Ausdehnung von 1084,12 Quadratkilometer; er ist flächenmäßig der drittgrößte Bezirk nach Gmunden und Kirchdorf.
  • Der Bezirk zählt 126.599 Einwohner; er liegt von der Bevölkerungszahl her (außer der Stadt Linz) an zweiter Stelle nach Linz-Land.
  • Der Bezirk umfasst 52 Gemeinden, darunter die Städte Vöcklabruck, Schwanenstadt und Attnang-Puchheim und zwölf Marktgemeinden.

Wenn man den Bezirk Vöcklabruck kurz charakterisieren soll, dann drängt es einen, auf die landschaftliche Vielfalt und Schönheit hinzuweisen: Mehrere Landschaftselemente, die für Oberösterreich typisch sind, treffen im Bezirk Vöcklabruck aufeinander, ergänzen und vereinigen sich hier: die Ausläufer des Kobernaußerwaldes; die hügelig gegliederte Landschaft des Hausrucks im Norden; die fruchtbaren Felder und Äcker, die sich im Osten um Schwanenstadt erstrecken und über die Bezirksgrenze bis in den oberösterreichischen Zentralraum reichen; das Seengebiet im Süden als ein Teil des weltberühmten Salzkammergutes - von den romantischen Felswänden der Kalkalpen bis zu den reich bewaldeten Kuppen der Flyschberge - und schließlich ganz im Westen die Berührung mit der sanften Landschaft des Salzburger Flachgaus.

Drei Salzkammergut-Seen

Drei große Salzkammergut-Seen liegen zur Gänze im Bezirk Vöcklabruck. An erster Stelle ist der Attersee zu nennen, mit fast 47 km2 Österreichs größter Binnensee, auf dessen hervorragende Wasserqualität hingewiesen werden darf. Der Mondsee und der Irrsee (Zellersee) zeichnen sich ebenfalls durch besonderen landschaftlichen Reiz und schöne Bademöglichkeiten aus. Das Benediktiner-Kloster Mondsee, im Jahr 748 als erstes Kloster Österreichs vom Baiernherzog Odilo gegründet, wurde zwar 1791 aufgehoben, die kulturelle Ausstrahlung ist aber bis heute geblieben. Anlässlich der Renovierung des weitläufigen Gebäudes wurden nicht nur Funde aus der Jungsteinzeit und aus der Römerzeit zutage gefördert, man kann sich seither auch ein gutes Bild vom mittelalterlichen Kloster machen, dessen Schreibstube einst von europäischer Bedeutung war. Neben der prächtigen Kirche lädt auch das Heimatmuseum zu einem Besuch ein. Hier gewinnt man nicht nur einen Eindruck vom einstigen Glanz des Klosters, man wird auch mit 5000-jähriger Geschichte konfrontiert. Zahlreiche prähistorische Funde aus Pfahlbausiedlungen rund um den Mondsee lassen uns heute von der Mondseekultur sprechen.

Die Vöckla-Ager-Zone

Vöcklabruck, die Bezirksstadt, ist nicht nur Sitz der Verwaltungsbehörden und Ämter des Bezirkes, sie ist Schul- und Einkaufsstadt, aber auch Mittelpunkt der wirtschaftlich bedeutenden Vöckla-Ager-Zone, die im regionalwirtschaftlichen Entwicklungsleitbild Oberösterreichs neben den Zentren Linz, Wels und Steyr als wichtigster gewerblicher Wachstumspol genannt wird und auch tausenden Menschen Arbeitsplätze bietet. Zahlreiche Mittelbetriebe finden sich hier, die die Finanzkraft der Bezirksstadt ausmachen. Die fünf Gemeinden Vöcklabruck, Attnang-Puchheim, Lenzing, Timelkam und Regau haben sich zu einem Planungsverbund zusammengeschlossen und können gemeinsam auf eine maßgebliche Wirtschaftskraft verweisen.

Attnang-Puchheim, die zweitgrößte Stadt des Bezirkes, hat als Bahnknotenpunkt einen Namen und ist Sitz des Technologiezentrums.

Der Name der Marktgemeinde Lenzing ist aufs engste mit der Lenzing AG verbunden, die sich als Fasererzeugungsbetrieb neben wenigen Konkurrenten auf dem Weltmarkt behaupten kann. Die Lenzing AG kann durchaus als Leitbetrieb und maßgeblicher Arbeitgeber des Bezirkes bezeichnet werden. Zahlreiche Investitionen auf dem Umweltsektor haben nicht nur dazu beigetragen, dass Luft und Wasser in der Region wieder sauber gehalten werden, die Umwelttechnologie des Betriebes ist auch beispielgebend und zukunftsweisend. Schwanenstadt ist das zweite städtische Zentrum des Bezirkes, Einkaufsstadt, kultureller und gastronomischer Brennpunkt der ländlichen Gemeinden in der Umgebung. In früheren Zeiten war es die Kohle aus dem Hausruck, die vielfach als Energiequelle zur Verfügung stand und für viele Menschen Arbeit bedeutete. Heute gilt es, die alte Bergmannstradition und 200 Jahre Geschichte des Kohleabbaus im Hausruck historisch zu dokumentieren. Die ausgedehnten Wälder der Region werden natürlich zur Holzverarbeitung in verschiedenster Form genutzt. Zahlreiche Sägewerke, Tischlereien und Stiegenbauer liefern hervorragende Produkte ins In- und Ausland.

Landwirtschaft und Tourismus

Bedeutend ist aber auch die Landwirtschaft im Bezirk. Stellt der westliche Teil mit seinen weiten Wiesen die Grundlage für eine ausgedehnte Milchwirtschaft dar, so finden wir im östlichen Teil die reichen Getreidefelder, auf denen Mais, Weizen und Gerste gedeihen und reifen.


Die geänderten Marktverhältnisse haben aber in den letzten Jahren viele Landwirte auch nach Alternativen suchen lassen. Direktvermarktung in Bauernläden und Märkten, aber auch Verkauf ab Hof, Schafzucht, Schnapserzeugung und Mostschänken gewinnen daher an Bedeutung und stellen nicht nur für die Einheimischen, sondern auch für die Gäste eine Bereicherung des Angebotes dar.   Der Bezirk Vöcklabruck kann natürlich schon wegen der landschaftlichen Schönheiten vieles für Touristen bieten. Aber die saftiggrünen Wiesen sind auch auf die zahlreichen Niederschläge, den sprichwörtlichen Salzkammergut-Regen, zurückzuführen. Es liegt daher nahe, dass auch für schlechtes Wetter und außerhalb der kurzen Badesaison attraktive Angebote für die Gäste zur Verfügung stehen müssen. Der Stehrerhof in Neukirchen an der Vöckla mit seinem Handwerksmuseum, das Kinderweltmuseum in Walchen und das Heimathaus in Vöcklabruck seien als interessante Angebote genannt. Aber auch Pferdefreunde und Radfahrer finden großartige Möglichkeiten.

Kunst und Kultur

Mit Stolz ist auf viele Besonderheiten zu verweisen: Prähistorische Funde, römische Mosaike und Grabsteine, langobardische Buchbeschläge aus der Vöcklabrucker Dörflkirche und kostbare Schriften aus dem Kloster Mondsee zählen zu den ältesten Schätzen des Bezirkes. In der kleinen Pfarrkirche zu Gampern befindet sich einer der großen Flügelaltäre aus der Zeit der Spätgotik. Gotische Meisterwerke finden wir ferner in den Kirchen der Vöcklamarkter Bauhütte, die durch den Namen Stefan Wultinger gekennzeichnet ist. Die Barockzeit ist im Bezirk Vöcklabruck mit den berühmten Namen Schwanthaler, Guggenbichler und Altomonte verbunden. Im 20. Jahrhundert hat Gustav Klimt in vielen Sommeraufenthalten am Attersee weltberühmte Werke geschaffen, Gustav Mahler hat in Steinbach am Attersee in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts seine zweite und dritte Symphonie komponiert.

Dass Kunst und Kultur lebendig sind, wird in vielen Ausstellungen, Konzerten und Theateraufführungen sowie in zahlreichen Aktivitäten verschiedener Vereine im Bezirk bewiesen. Die Atterseer Kunsthalle bietet jährlich eine anspruchsvolle Ausstellung, zahlreiche qualitativ hochwertige Konzerte - das sind nur einige besonders attraktive Kulturangebote, die von vielen Veranstaltungen der Kulturvereine ergänzt werden. Allein im Bereich der Blasmusik sind im Bezirk 46 Kapellen mit ausgezeichneter Besetzung tätig. Kunst und Kultur ist in diesem Bezirk für viele ein Anliegen, Lebensinhalt und Lebensfreude. Vöcklabruck ist ein landschaftlich reizvoller Bezirk, aber auch ein Bezirk von Lebensqualität: Die Menschen finden hier Arbeit und Erholung, aber auch für Ausbildung, soziale Notfälle und gesundheitliche Probleme stehen ausgezeichnete Einrichtungen zur Verfügung. Gerade die Hilfsbereitschaft und das soziale Engagement so vieler Menschen, die ehrenamtlich in verschiedenen Körperschaften und Vereinen tätig sind, macht neben der landschaftlichen Schönheit die Liebenswürdigkeit dieses Bezirkes aus.

Weiterführende Informationen

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