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Landeskorrespondenz Nr. 183 vom 9. August 2006

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Landeshauptmann Josef Pühringer: Großer Kulturpreis des Landes Oberösterreich 2006 "Alfred Kubin-Preis" für Bildhauer Osamu Nakajima

(LK) Den Großen Kulturpreis des Landes Oberösterreich, heuer nach Alfred Kubin benannt, sieben Landeskulturpreise und 13 Talentförderungsprämien vergibt das Land Oberösterreich 2006. Die Preisträger wurden von unabhängigen Fachjurys vorgeschlagen und von der Oö. Landesregierung kürzlich beschlossen, gibt Kulturreferent Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer bekannt.

 

Folgende Persönlichkeiten werden heuer ausgezeichnet:

 

Den mit 11.000 Euro dotierten Großen Kulturpreis 2006, den "Alfred Kubin Preis", erhält der Bildhauer Osamu Nakajima. Er ist der 18. Träger des erstmals 1989 vergebenen Großen Kulturpreises des Landes Oberösterreich und der erste Bildhauer, dem diese Auszeichnung zuerkannt wird.

 

Die mit je 7.500 Euro dotierten Landeskulturpreise erhalten:

  • Architektur:
    Arbeitsgemeinschaft LENGAUER/SCHNEIDER, Neumarkt/Mühlkreis (Mag.arch. Erich Lengauer/Mag.arch. Peter Schneider)

  • Bildende Kunst:
    Prof. Siegfried ANZINGER, Weyer/Köln

  • Fotografie:
    Herwig KEMPINGER, Steyr/Wien

  • Literatur:
    Christian STEINBACHER, Linz

  • Musik:
    Hannes RAFFASEDER, Freistadt/Wien

  • Geisteswissenschaften:
    Univ. Prof. Dr. Ferdinand REISINGER, St. Florian

  • Sozial- und Wirtschaftswissenschaften:
    Univ. Prof. Dr. Gustav POMBERGER, Linz

Talentförderungsprämien in Höhe von je 5.250 Euro erhalten 2006:

  • Architektur:
    Arbeitsgemeinschaft ATTENEDER/BARTH, Linz (Siegfried Atteneder/Alfred Barth)

  • Bildende Kunst:
    Mag. Teresa PRÄAUER, Linz/Wien; Arnold REINTHALER, Wels/Wien; Patrick SCHMIERER, Schärding; Mag. Elfriede WIMMER, Bad Wimsbach-Neydharting

  • Fotografie:
    Mag. Gerlinde MIESENBÖCK, Linz

  • Musik:
    Matthias SCHINAGL, Gallneukirchen

  • Wissenschaft:
    Dr. Julia DANIELCZYK, Traun/Wien; Mag. Dr. Ulrike EDER, Vorchdorf/Wien; Mag. Christian HUEMER, Ohlsdorf/Paris; DI Mag. Bernd KREUZER, Wilhering; MMag. Dr. Moritz NEUMÜLLER, Linz/Wien; Arbeitsgemeinschaft DICK/PILLICHSHAMMER (Dr. Josef Dick, Ried im Innkreis/Sydney; Univ. Prof. Dr. Friedrich Pillichshammer, Vöcklamarkt)

"Vielfalt, Offenheit, Qualität und Innovation prägen Kultur in Oberösterreich. Dies kommt auch in der Verleihung der Kulturpreise und Talentförderungsprämien zum Ausdruck", so Landeshauptmann Pühringer. Die Preise und Prämien sind nicht nur Anerkennung für herausragende Künstlerinnen, Künstler, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre bisher geleistete Arbeit. Sie sind auch Ermutigung für den Nachwuchs, den Weg fortzusetzen. "Die Preisträger 2006, vor allem der Träger des Alfred Kubin-Preises Osamu Nakajima, zeigen wie vernetzt künstlerische und wissenschaftliche Arbeit in Oberösterreich ist, wie wichtig es ist, Kunst und Kultur in all ihren Facetten Heimat zu geben, sich zugleich aber international zu öffnen und über die Grenzen unseres Landes hinaus zu blicken. Daher sind Kunst und Kultur entscheidende Standortfaktoren, die das Bild Oberösterreichs prägen. Die Verleihung der Kulturpreise und Talentförderungsprämien unterstreicht dieses hervorragende Potenzial, über das Oberösterreich verfügt", so Pühringer.

 

Die feierlich Überreichung der Landeskulturpreise und Talentförderungsprämien durch den Landeshauptmann findet am Dienstag, 7. November 2006, um 10 Uhr im Steinernen Saal des Linzer Landhauses statt.

Dr.in Elisabeth Mayr-Kern (+43 732) 77 20-154 91

Berufsorientiertes Sozialjahr: 34 Jugendliche lernen ab September 2006 Sozialbereich "hautnah" kennen

LH.-Stv. Hiesl: "Berufsorientiertes Sozialjahr ist wichtiger Wegweiser für die Berufsentscheidung!"

 

(LK) Das Land Oberösterreich bietet seit Herbst 1997 Jugendlichen die Möglichkeit einer freiwilligen sozialen Tätigkeit, das "Berufsorientierte Sozialjahr" an, informiert Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Hiesl. Mehr als 250 Jugendlichen wurden bisher durch dieses berufsorientierte Sozialjahr Perspektiven eröffnet und der Weg in die Sozialarbeit geebnet. Mit 1. September 2006 werden wiederum 34 Jugendliche ab 16 Jahren den Sozialbereich "hautnah" kennen lernen, freut sich Hiesl.

 

Das Angebot richtet sich an junge Menschen, die Interesse für den Sozialbereich mitbringen bzw. beabsichtigen, künftig im Sozialbereich zu arbeiten oder später eine entsprechende Schule zu besuchen.

 

Die 34 jungen Menschen werden im Rahmen einer 10-monatigen Tätigkeit - bis Ende Juni 2007 - durch Mitarbeit in verschiedenen Funktionsbereichen in den vier Landespflege- und Betreuungszentren (Schloss Haus, Schloss Gschwendt, Schloss Cumberland, Christkindl) oder in den drei Landeskinder- und Jugendwohnheimen (Schloss Leonstein, Schloss Neuhaus, Sozialpädagogisches Jugendwohnheim Linz) wichtige Erfahrungen sammeln. Die Jugendlichen erhalten Einblick in die sozialpädagogische Arbeit und sammeln Erfahrungen bei der Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen. Sie sind während ihrer Tätigkeit pflichtversichert, d. h. unfall-, kranken- und pensionsversichert und erhalten neben dem Taschengeld von 160 Euro freies Quartier bzw. Quartiergeld und freie Verpflegung.

 

Das Engagement und die Einsatzbereitschaft der bisherigen mehr als 250 jungen Leute war außerordentlich hoch und schon nach kurzer Zeit konnten sich die Jugendlichen in die bestehenden Strukturen, die jeweilige Anstalt sowie in das Team bestens integrieren, zeigt Hiesl auf.


Die Jugendlichen leisten einen sehr wichtigen Beitrag zur Betreuung und Pflege. Außerdem wird dieses Kennen lernen die Jugendlichen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung sowie Lebens- und Berufsorientierung einen wesentlichen Schritt weiterbringen. "Die Tätigkeit im berufsorientierenden Sozialjahr ist ein Wegweiser für die Berufsentscheidung. Die vier Landespflege- und Betreuungszentren geben umfassenden Einblick in die Aufgaben und Möglichkeiten bei der Betreuung von hilfsbedürftigen Menschen", so Hiesl abschließend.

Helmuth Rechberger (+43 732) 77 20-121 55

Pollenwarndienst für Oberösterreich vom 9. bis 16. August 2006

(LK) Die feuchte Witterung führt im Alpenvorland und Donauraum zu einem Anstieg in der Belastung durch die allergologisch bedeutsamen Bei -und Gänsefußgewächse. Hinzu treten vor allem Pilzsporen. Lokal können Mais, Brennnessel und Wegerich zu Belastungen führen.

 

Tonbanddienste:

  • AKH Linz: (+43 732) 78 06-69 19
  • LKH Freistadt: (+43 50) 554-76-284 00
  • LKH Vöcklabruck: (+43 50) 554-71-499 00

Roland Schmidt (+43 6232) 35 81

Termine der Beratugnsstellen

Jugendinformation und Jugendberatung

 

(LK) Infos, Tipps und Beratung für junge Leute zu verschiedenen Fragen und Anliegen. Vertraulich, persönlich und kostenlos.

 

Jugendservice des Landes Oberösterreich:

  • Jugendservice des Landes Oberösterreich, Linz, Bahnhofplatz 1, 4021 Linz, Tel. (+43 732) 17 99, Montag  bis  Freitag von 13:00 bis 18:00 Uhr.
    E-Mail: jugendservice@ooe.gv.at, www.jugendservice.at
  • Jugendservice Eferding, Stadtplatz 4, 4070 Eferding, Tel. (+43 7272) 758 23, Dienstag und Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr.
    E-Mail: jugendservice-eferding@ooe.gv.at
  • Jugendservice Ried im Innkreis, Roßmarkt 9, 4910 Ried/I., Tel. (+43 7752) 715 15, Dienstag und Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr.
    E-Mail: jugendservice-Ried@ooe.gv.at
  • Jugendservice Rohrbach, Pfarrplatz 1, 4150 Rohrbach, Tel. (+43 7289) 17 99, Dienstag und Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr.
    E-Mail: jugendservice-rohrbach@ooe.gv.at
  • Jugendservice Steyr, Pfarrgasse 6, 4400 Steyr, Tel. (+43 7252) 17 99, Dienstag und Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr.
    E-Mail: jugendservice-steyr@ooe.gv.at
  • Jugendservice Wels,  Rablstraße 16, 4600 Wels, Tel. (+43 7242) 21 14-11, Dienstag und Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr.
    E-Mail: jugendservice-wels@ooe.gv.at
  • Jugendservice Braunau, Salzburger Vorstadt 13, 5280 Braunau, Tel. (+43 7722) 222 33, Dienstag und Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr.
    E-Mail: jugendservice-braunau@ooe.gv.at
  • Jugendservice Freistadt, Hauptplatz 12, 4240 Freistadt, Tel. (+43 7942) 725 72, Montag und Mittwoch von 14:00 bis 17:00 Uhr.
    E-Mail: jugendservice-freistadt@ooe.gv.at
  • Jugendservice Gmunden, Kirchengasse 18, 4810 Gmunden, Tel. (+43 7612) 17 99, Montag und Mittwoch von 14:00 bis 17:00 Uhr.
    E-Mail: jugendservice-gmunden@ooe.gv.at
  • Jugendservice Grieskirchen, Roßmarkt 10, 4710 Grieskirchen, Tel. (+43 7248) 644 64, Montag und Mittwoch von 14:00 bis 17:00 Uhr.
    E-Mail: jugendservice-grieskirchen@ooe.gv.at
  • Jugendservice Kirchdorf an der Krems, Kirchengasse 6, 4560 Kirchdorf, Tel. (+43 7582) 604 16, Montag und Mittwoch von 14:00 bis 17:00 Uhr.
    E-Mail: jugendservice-kirchdorf@ooe.gv.at
  • Jugendservice Perg, Johann-Paur Straße 1, 4320 Perg, Tel. (+43 7262) 581 86, Montag und Mittwoch von 14:00 bis 17:00 Uhr
    E-Mail: jugendservice-perg@ooe.gv.at
  • Jugendservice Schärding, Tummelplatzstr. 9, 4780 Schärding, Tel. (+43 7712) 357 07, Montag und Mittwoch von 14:00 bis 17:00 Uhr.
    E-Mail: jugendservice-schaerding@ooe.gv.at
  • Jugendservice Vöcklabruck, Parkstraße 2a, 4840 Vöcklabruck, Tel. (+43 7672) 757 00, Dienstag und Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr.
    E-Mail: jugendservice-voecklabruck@ooe.gv.at

Termine außerhalb der Öffnungszeiten sind möglich. Auf Wunsch wird auch gerne zurückgerufen.

 

Sozialmedizinische Beratung bei Alkoholproblemen

 

(LK) Sprech- und Beratungsstunden für Alkoholkranke und deren Angehörige finden am Freitag, 11. August 2006, in der Bezirkshauptmannschaft Gmunden, Außenstelle Bad Ischl, Bahnhofstraße 10, von 09:00 bis 12:00 Uhr statt

 

Weiters finden therapeutische Zusammenkünfte von Selbsthilfegruppen für Alkoholkranke und deren Angehörige am Freitag, 11. August 2006, für den Bezirk Gmunden, Außenstelle Bad Ischl, Sozialzentrum, Bahnhofstraße 14, ab 18:30 Uhr, für den Bezirk Eferding im Rot-Kreuz-Gebäude, Vor dem Linzer Tor 10, 4240 Eferding, ab 20:00 Uhr; sowie für den Bezirk Perg, Bezirksstelle des Rotes Kreuzes, Dirnbergerstraße 15, ab 19:30 Uhr statt.


Antidiskriminierungsstelle des Landes

 

(LK) Der Aufgabenbereich der Antidiskriminierungsstelle erstreckt sich auf alle Angelegenheiten des Landes, der Städte und der Gemeinden, sofern diese Angelegenheiten in die Gesetzgebungskompetenz des Landes fallen. Aufgabe der Antidiskriminierungsstelle ist unter anderem die Förderung und die Verwirklichung der Gleichbehandlung.

 

Personen, die diskriminiert oder belästigt werden, wurden oder dies vermuten können sich zur Wahrung ihrer Rechte kostenlos anonym und vertraulich an die Antidiskriminierungsstelle des Landes wenden:

 

Antidiskriminierungsstelle beim Amt der Oberösterreichischen Landesregierung

Amtsgebäude Landhaus/Eingang

Klosterstraße 7, EG, Zimmer 7,

4021 Linz

 

Tel.: (+43 732) 77 20-114 46
Fax.: (+43 732) 77 20-116 21
E-Mail: as.post@ooe.gv.at

 

Mo, Di, Do: 09:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 16:00 Uhr
Mi, Fr: 09:00 - 12:00 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung

Um Voranmeldung wird gebeten! 


OÖ. Energiesparverband

 

(LK) Produktunabhängige Energieberatung für Haushalte, Unternehmen und Gemeinden erhalten Sie beim OÖ. Energiesparverband.

 

Montag bis Freitag von 08:00 bis 17:00 Uhr,
Landstraße 45, 4020 Linz

 

Energiesparhotline:
(+43) 800 205 206 oder (+43 732) 77 20-148 60

 

E-Mail:

office@esv.or.at

 

Internet:

www.energiesparverband.at

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Landeshauptmann Josef Pühringer Gedenkworte anlässlich der Segnung und Eröffnung des "Jägerstätterparks" in Braunau am 8. August 2006

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Es gilt das gesprochene Wort!

 

Wir Oberösterreicher haben vor zwei Jahren den Heiligen Florian zu unserem zweiten Landespatron erwählt. Der Heilige Florian war ein hoher römischer Beamter, der sich durch sein Bekenntnis zum Christentum gegen die damalige Obrigkeit gestellt hat und dafür am 4. Mai 304 am Enns-Fluss sein Martyrium erlitten hat.

 

Heute gedenken wir mit Franz Jägerstätter eines Mannes, der zu den großen Nachfolgern des Heiligen Florian in unserer Landesgeschichte zählt. Auch er lehnte sich durch sein unverbrüchliches Bekenntnis zum christlichen Glauben gegen die Obrigkeit seiner Zeit auf. Auch er hat dafür mit seinem Leben bezahlt.

 

Franz Jägerstätter hatte den Mut und die Kraft Nein zu sagen.

  • Nein zum nationalsozialistischen Ungeist, dessen tragende Säulen Rassismus, Hass, Intoleranz und Herrenmenschen-Wahn waren.
  • Nein zu einem System, in dem Gott keinen Platz hatte.
  • Nein zu einem Regime, in dem rechtsextreme Fanatiker, aber auch viele Mitläufer versuchten, an die Stelle Gottes einen hier in Braunau geborenen ehemaligen Postkartenmaler zu setzen.
  • Nein zu diesem sogenannten "Führer", der die Welt in die größte Menschheitskatastrophe der Geschichte gestürzt hat und durch seine Verbrechen Deutsche und Österreicher mit einer schweren Bürde beladen hat, die wir auch heute noch zu tragen haben.
  • Nein zur Auslöschung Österreichs als eigenständigen Staat.
  • Und nicht zuletzt Nein zu einem brutalen und gewissenlosen Angriffskrieg.

Franz Jägerstätter hat diese Gewissensentscheidung für sich getroffen. Sie gründete sich auf einer tiefen religiösen Überzeugung, die sich dem nationalsozialistischen Verbrechensregime nicht beugen wollte.

 

Franz Jägerstätter war kein politischer Mensch - und doch setzte er ein beeindruckendes politisches Zeichen: Gegen Willkür- und Gewaltherrschaft, gegen Rassismus und Völkermord. Er ist damit weit über die Grenzen unseres Landes hinaus zum Symbol eines anderen Österreich geworden, das es zwischen 1938 und 1945 auch gegeben hat. Eines Österreich, das dem braunen Terror die Stirn geboten hat.

 

Franz Jägerstätter hat dabei mit seiner persönlichen, mutigen Entscheidung keinesfalls jene angeklagt, die als Soldaten in diesen Krieg ziehen mussten. In einem Brief an den Pfarrer von St. Radegund vom 22. Februar 1943 schreibt er ausdrücklich, dass man nicht nur sein Schicksal sehen solle, zu dem er sich persönlich entschieden habe, sondern auch jene, die in Stalingrad kämpfen mussten - unter ihnen vier oder fünf St. Radegunder.

 

"Was werden sich diese Armen mitmachen an Leib und Seele, möge Gott ihnen all das vergelten", schrieb er wörtlich.


Er hat also jenen, die sich anders als er entschieden haben, keinen Vorwurf gemacht, im Gegenteil: Auch ihnen gehörte sein Mitgefühl. Angeklagt hat er einzig und allein das nationalsozialistische Verbrechensregime, mit dem er jede Zusammenarbeit strikt ablehnte.

 

Er ist damit eine Persönlichkeit, die uns in ihrem christlichen Glauben, ihrem persönlichen Mut und ihrem konsequenten Handeln Vorbild ist. Wir wollen daher heute und auch in Zukunft das Gedenken an diesen außerordentlichen Menschen wach halten, der zurecht in die Reihe der großen Oberösterreicher zu stellen ist. Er ist durch sein mutiges Handeln auch eine Mahnung an die Politik:

  • Alles zu tun, um den Frieden zu bewahren.

  • Menschenrechte und Menschenwürde als oberste Richtschnur allen politischen Handelns zu betrachten.

  • An jenem Österreich, dass vor 61 Jahren als sehr bewusster Gegenentwurf zum Nationalsozialismus gegründet wurde, weiter zu bauen.

Dieses Vermächtnis hat uns Franz Jägerstätter hinterlassen. Dieser Auftrag gehört zum Gedenken an ihn, genauso wie der Respekt vor seinem Mut. Dass wir heute einen Park nach ihm benennen, soll sichtbares Zeichen dafür sein.

 

Damit entsteht eine weitere Gedenkstätte in unserem Bundesland. Sie soll - wie alle anderen - ein Mahnmal gegen das Vergessen sein. Uns muss bewusst sein, dass persönliche Trauer allein keine angemessene Antwort auf das dunkelste Kapitel unserer Geschichte, die Zeit von 1938 bis 1945 sein kann.

 

Nirgendwo werden die Lehren unserer Geschichte so nachdrücklich erfahrbar wie an den Gedenkstätten, die uns an die Opfer dieser Zeit erinnern, die Opfer der Gewaltherrschaft und des Rassenwahns, aber auch die Opfer des Widerstandes dagegen.
 
Der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland Theodor Heuss hat immer wieder auf die gegenseitige Achtung hingewiesen, die die Überlebenden der Konzentrationslager über alle politischen, weltanschaulichen Unterschiede hinweg für einander erworben hatten. Das war in Deutschland ebenso wie in Österreich. Er hat aber nie vergessen, darauf hinzuweisen, dass viele das NS-Regime nicht überlebt haben. Sie, so Heuss wörtlich, "sind gestorben, verhungert, ermordet oder wurden gehängt. Schweigen Sie deshalb? Die Stimme der Toten sucht Gehör!". Gedenkstätten wie diese sollen dieser Stimme Ausdruck geben. Sie soll erfahrbar machen, was das Opfer eines Mannes wie Franz Jägerstätter uns bedeutet.

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