Amt der Oö. Landesregierung
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Soziale Rehabilitation - Zuschüsse

Informationen über Hilfsmittel und Heilbehelfe sowie Leistungen für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer, schwer gehbeeinträchtigte sowie gehörlose oder blinde Menschen.

Was ist das?

Für behinderungsbedingte Mehraufwändungen, zur Bewältigung behinderungsbedingt erschwerter Lebensumstände, zur sozialen Integration und zur Milderung besonderer Notlagen können bei Vorliegen der Voraussetzungen im Rahmen des Oö. Chancengleichheitsgesetzes Zuschüsse gewährt werden. Auf die Förderung besteht kein Rechtsanspruch.
Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation (z.B. Mobilitätszuschuss) fallen in die Zuständigkeit des Sozialministerium Service (vormals: Bundesamt für Soziales und Behindertenwesen).

Allgemeine Voraussetzungen

  • Zielgruppe: Menschen mit Beeinträchtigungen - ausgenommen sind jedoch altersbedingte Beeinträchtigungen
  • Grad der Beeinträchtigung: mindestens 50 Prozent (Nachweis: Behindertenpass oder ärztliches Gutachten)
  • Maßnahme oder Mehrkosten sind behinderungsbedingt notwendig
  • Gesamtes Haushaltsnettoeinkommen liegt unter der vorgesehenen Einkommensgrenze:
    • Einkommen Antragsteller: 3.409,70 Euro
    • Steigerungsbetrag je Person: 341,30 Euro
    • Steigerungsbetrag je schwer beeinträchtigte Person: 682,10 Euro
  • Antragsteller bzw. Antragstellerin ist der Mensch mit Beeinträchtigung - bei Kindern die gesetzliche Vertretung
  • Antragstellung erfolgt vor Durchführung der Maßnahme / vor Ankauf; bei kurzfristiger Dolmetschnotwendigkeit längstens sechs Monate nach Dolmetschanlass
  • Verwendung der Beihilfe nach den Kriterien der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit
  • Angemessenheit der Kosten
  • Nachweis der Kosten (Rechnungskopien und Einzahlungsbelege)
  • Richtwerte und Einkommensgrenzen werden jährlich neu festgelegt
  • keine Förderung möglich, wenn ein anderer Kostenträger zuständig ist (z.B. AUVA bei Arbeitsunfall, gegnerische Versicherung bei Unfall mit Fremdverschulden)

Welche Leistungen können gefördert werden?

 

 

Fahrtkostenzuschuss

Der Fahrtkostenzuschuss ist eine Pauschalabgeltung, die einmal jährlich an Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer sowie schwer gehbeeinträchtigte Menschen für die erschwerte Mobilität bewilligt werden kann. Die Unzumutbarkeit der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist Voraussetzung.

  • Einkommensobergrenzen gelten für diesen Zuschuss nicht
  • Antragstellung ist zwischen dem 15. und 65. Lebensjahr möglich
  • bei Berufstätigkeit mit Zugehörigkeit zum Personenkreis der "Begünstigten Behinderten" gibt es den Mobilitätszuschuss vom Sozialministerium Service

Adaptierung eines Personenkraftwagens

Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer sowie schwer gehbeeinträchtigte Menschen, denen die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel nicht zumutbar ist, können einen Zuschuss zur behinderungsbedingt notwendigen Adaptierung bzw. Ausstattung eines Kraftfahrzeuges erhalten. Förderbar sind auch Leasingfahrzeuge und Fahrzeuge mit Eigentumsvorbehalt (bei Kreditfinanzierung).

Die Einkommensobergrenzen sind anzuwenden. Innerhalb von 5 Jahren darf ein bestimmter Förderungsrahmen nicht überschritten werden und es ist pro Umbaumaßnahme lediglich eine Beihilfe möglich (Beispiel: Beihilfe zum Einbau eines Automatikgetriebes lediglich einmal innerhalb von 5 Jahren möglich). Ein Kostenvoranschlag ist dem Antrag beizulegen. Zulassungsschein und Rechnung müssen auf den Namen der Antragstellerin / des Antragstellers lauten.

Behindertengerechte Wohnraumadaptierung

Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern, schwer gehbeeinträchtigten Menschen sowie Menschen ohne obere Extremitäten kann zur behindertengerechten Ausstattung von Eigenheimen und Wohnungen ein Zuschuss gewährt werden.
Für die Antragstellung sind Kostenvoranschläge, eine Situationsbeschreibung und die Begründung des behinderungsbedingten Mehraufwandes erforderlich.
Bei Mietobjekten ist die schriftliche Zustimmung der Eigentümerin/des Eigentümers zur Durchführung vorzulegen. Neubauten sowie der Ankauf von Häusern bzw. Wohnungen können nicht gefördert werden. Die Einkommensobergrenzen sind anzuwenden.

Kommunikationshilfsmittel

Gehörlosen oder schwerhörigen Menschen (Eintrag der Hörbeeinträchtigung im Behindertenpass) kann zum Ankauf von Kommunikationshilfsmitteln (z.B. Faxgerät, Lichtwecker, Blitzlampen, Türsender, Verstärkeranlagen) oder deren Reparatur ein Zuschuss gewährt werden. Die Bestellung und Überweisung des Zuschusses kann vom Land direkt mit der Firma (keine Handelskette) abgewickelt werden, wenn dies gewünscht wird.

Die Einkommensobergrenzen sind anzuwenden. Innerhalt von 5 Jahren darf ein bestimmter Förderungsrahmen nicht überschritten werden.

Elektronische Hilfsmittel

Blinden und schwerst sehbeeinträchtigten Menschen kann zur Anschaffung behindertengerechter Sonderausstattung (z.B. elektronische Vorlesegeräte, Braillezeile) ein Zuschuss gewährt werden.  Ist für den Umgang mit diesen Geräten eine Schulung erforderlich, kann auch dafür ein Zuschuss bewilligt werden. Kostenvoranschläge sind beizubringen.

Die Einkommensobergrenzen sind anzuwenden. Innerhalt von 5 Jahren darf ein bestimmter Förderungsrahmen nicht überschritten werden.

Sonstige technische Hilfsmittel

Menschen mit Beeinträchtigungen (mindestens 50 Prozent Grad der Beeinträchtigung) können für den Ankauf spezieller technischer Hilfsmittel (z.B. Treppensteiger, Therapiedreirad, Handbike, Aufstehhilfen) einen Zuschuss erhalten, wenn die medizinische Notwendigkeit nachgewiesen wird. Kostenvoranschläge sind vorzulegen.

Die Einkommensobergrenzen sind anzuwenden. Innerhalt von 5 Jahren darf ein bestimmter Förderungsrahmen nicht überschritten werden.

Gebärensprach-Dolmetschkosten

Zur Regelung von privaten Angelegenheiten können gehörlose und schwerst hörbeeinträchtigte Menschen zu Gebärdendolmetschkosten Zuschüsse erhalten. Der Eintrag der Hörbeeinträchtigung im Behindertenpass ist erforderlich. Die DolmetscherInnen müssen eine anerkannte Ausbildung absolviert haben.

Die Zuschüsse betragen derzeit:

  • 28 Euro je halbe Stunde Dolmetschtätigkeit und
  • 12 Euro je halbe Stunde Zeitversäumnis (Wegzeit, Mittagspause).

Fahrtkosten: Ersatz öffentlicher Verkehrsmittel oder amtliches Kilometer-Geld.

Förderbare Anlässe:

  • Führerscheinausbildung (Klasse AM, B) inklusive Erste-Hilfe-Kurs, Fahrsicherheitstraining und Perfektionsfahrten
  • Arztbesuch / Vorträge im Gesundheitsbereich
  • Elternsprechtag / Elternabend
  • Kauf- und Verkaufsverhandlungen
  • Mieterversammlungen
  • finanzielle Angelegenheiten / Schuldnerberatung
  • Bankgeschäfte / Kreditgespräche / Vermögensberatung
  • Behördenkontakte, ausgenommen Vorladungen (= Verfahrenkosten)
  • Hochzeit (Standesamt und Kirche) / Taufe / Begräbnis

 

In Gruppen ab 5 Personen bei vorheriger Antragstellung:

  • Erste-Hilfe-Kurse
  • Exkursionen / Ausstellungen
  • Messebesuche / Vorträge
  • Theatervorstellungen
  • ganztägige Vereinsausflüge (gefördert werden maximal 4 Stunden)

Durch den Einsatz neuer Technologien besteht die Möglichkeit, eine Dolmetschleistung unter Verwendung technischer Kommunikationsmittel (z.B. Videodolmetschen) durchzuführen. Als Kostenersatz kann ein Zuschuss in Höhe von 1 Euro pro Minute (also maximal 60 Euro pro Stunde) geleistet werden. Kostenübernahme für die Anschaffung geeigneter Kommunikationsmittel und Ersatz von Fahrzeiten bzw. Reisekosten ist hier nicht möglich.

Behinderungsbedingte finanzielle Notlagen

Menschen mit Beeinträchtigungen (mindestens 50 Prozent Grad der Beeinträchtigung) können in finanziellen Notlagen einen Zuschuss erhalten, wenn diese durch behinderungsbedingte Mehraufwändungen entstanden sind.

Innerhalb eines Jahres darf ein bestimmter Förderungsrahmen nicht überschritten werden.

Folgende Einkommensgrenzen (Haushaltsnettoeinkommen) dürfen nicht überschritten werden:

  • Einkommensgrenze Antragsteller 2.045,80 Euro
  • Steigerungsbetrag für weitere Person im Haushalt 341,30 Euro
  • Steigerungsbetrag für schwer beeinträchtigte Person 682,10 Euro

Ist eine finanzielle Notlage nicht behinderungsbedingt, kann ein Antrag beim Solidaritätsfonds gestellt werden.

 

Wie komme ich zur Förderung?

Antragstellung beim Amt der Oö. Landesregierung, Abteilung Soziales

Antragsformulare

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

Amt der Oö. Landesregierung • 4021 Linz, Landhausplatz 1 • Telefon (+43 732) 77 20-0 • E-Mail post@ooe.gv.at