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Landeskorrespondenz Nr. 145 vom 24. Juni 2005

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Pressekonferenz

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Landeskorrespondenz

LR Ackerl: "Neues Jugendschutzgesetz beseitigt Ausnahmen beim Alkoholabgabeverbot!"

Generelles Alkohol-Abgabeverbot 2001 gefordert, damals keine Mehrheit

 

(LK) Der für den Jugendschutz in Oberösterreich zuständige Landesrat Josef Ackerl begrüßt die im Unterausschuss des Landtags erzielte Einigung über das neue Jugendschutzgesetz. "Ich habe mich schon 2001 für das ausnahmslose Abgabeverbot von Alkohol an Unter-16-Jährige eingesetzt!" so Ackerl. "Vor allem in den kinder- und jugendfreundlich getarnten Alkopops sehe ich eine echte Gefahr für die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen!" Damals, vor vier Jahren, ist Ackerl mit seinem Vorstoß noch an der Landtagsmehrheit gescheitert, in der neuen Novelle ist nun ein ausnahmsloses Abgabeverbot für alkoholische Getränke an Personen unter 16 Jahren vorgesehen, und die Bestimmungen wurden ausdrücklich auf Alkopops ausgedehnt!

Schon im oö. Jugendschutzgesetz 2001 war die Abgabe von Alkohol an Unter-16-Jährige zwar grundsätzlich verboten, aber die 2001 von der Mehrheit des Landtags geforderte Ausnahmebestimmung - nach der Jugendliche mit einer Bestätigung für ihre Eltern Alkohol und Tabak kaufen dürfen - untergrub dieses Verbot. "Ich habe mich entgegen der damaligen Mehrheit immer für ein ausnahmsloses Abgabeverbot von Alkohol ausgesprochen!" betont Landesrat Josef Ackerl. "Ich freue mich, dass der Unterausschuss des Landtags meinen Vorstellungen nun gefolgt ist!" Auch die ausdrückliche Ausdehnung der Bestimmungen auf Alkopops, die durch ihren süßlichen Geschmack den Alkoholgehalt übertünchen, aber nicht minder gefährlich sind, freut Ackerl: "Diese Mixgetränke halte ich wegen ihres ungefährlichen Aussehens und Geschmacks für eine besonders perfide Gefährdung der Gesundheit unserer Jugend!" Mit der Novelle, die am 15. September 2005 in Kraft treten soll, werden auch die Gewerbetreibenden mehr in die Verantwortung gezogen. "Wer Alkohol an Jugendliche ausschenkt, muss nicht mehr wie bisher zuerst behördlich abgemahnt, sondern kann sofort bestraft werden!" so Ackerl. "Alkohol bleibt leider eine gesellschaftlich legitimierte Droge, der negativen Beispielwirkung der Erwachsenen können wir nicht viel entgegensetzen. Was wir tun können, haben wir mit diesem Gesetz getan!"

Peter Binder (+43 732) 77 20-151 12

Errichtung der Tagesheimstätte Unterweißenbach genehmigt

Qualifizierung und Beschäftigung für Menschen mit Beeinträchtigung

 

(LK) Am 20. Juni 2005 hat die Landesregierung auf Antrag von Sozial-Landesrat Josef Ackerl die Errichtung der Tagesheimstätte Unterweißenbach genehmigt. Das Angebot - Beschäftigung und Förderung sowie berufsorientierte Ausbildung und Qualifizierung - dieser Einrichtung der Lebenshilfe Oberösterreich richtet sich an Menschen mit vorwiegend geistiger Beeinträchtigung, die aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht oder noch nicht einen geschützten Arbeitsplatz bzw. einen Arbeitsplatz in der sogenannten freien Wirtschaft ausfüllen können. "Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu mehr Chancengleichheit für Menschen mit Beeinträchtigungen!" betont Sozial-Landesrat Josef Ackerl.

Die Tagesheimstätte wird zentral im Gemeindegebiet von Unterweißenbach errichtet, 15 km von Liebenau und 31 km von Freistadt entfernt. Sie bietet 8 Plätze für Maßnahmen für die Hilfe zur beruflichen Eingliederung - Ziel ist nach einer maximal dreijährigen Verweildauer eine Vermittlung im 1. Arbeitsmarkt bzw. in geschützte Werkstätten nach §10 Oö. BHG - und 32 Plätze für die Hilfe durch Beschäftigung nach § 12 Oö. BHG, davon 9 Plätze in Fördergruppen.
Der Spatenstich ist für September 2005 geplant, mit der Fertigstellung ist Ende 2006 zu rechnen. Nach Inbetriebnahme werden die derzeit 9 Beschäftigten der Tagesheimstätte in Neustift nach Unterweißenbach übersiedelt, die Einrichtung in Neustift wird aufgelöst. Für die Tagesheimstätte Freistadt erwartet das Sozialressort ebenfalls eine Entlastung. "Diese Einrichtung ist ein wesentlicher Beitrag zur Dezentralisierung unserer Angebote für Menschen mit Beeinträchtigung!" so Sozial-Landesrat Josef Ackerl. "Die Kombination der Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung und der Hilfe durch Beschäftigung unter einem Dach ist überdies eine Besonderheit an diesem Haus!" Die Investitionskosten betragen insgesamt 1,566 Millionen Euro, davon für die berufliche Eingliederung 305.000 Euro, wovon wiederum 50% durch die EU gefördert werden.

Peter Binder (+43 732) 77 20-151 12

Überschreitung der Ozon-Informationsschwelle - Entwarnung

(LK) Die Informationsschwelle gemäß Ozongesetz wird nach den vorgestern aufgetretenen Überschreitungen derzeit an keiner der Messstellen im Ozonüberwachungsgebiet 3 überschritten. Aufgrund der meteorologischen Situation sind keine weiteren Überschreitungen der Informationsschwelle im Ozonüberwachungsgebiet 3 zu erwarten.

 

Detailliertere Information über die aktuelle Höhe der Belastung an den einzelnen Messstellen sind im Internet auf der Homepage Landes Oberösterreich unter www.ooe.gv.at/umwelt/luft/luftguet, auf der Homepage des Umweltbundesamtes unter http://www.umweltbundesamt.at/, oder im ORF Teletext auf den Seiten 782-783 verfügbar.

Abteilung Umwelt- und Anlagentechnik (+43 732) 77 20-136 32

Sprechtage für die Woche vom 27. Juni bis 3. Juli 2005

  • Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer
    nur gegen Voranmeldung (0732/7720/11100), Mittwoch, 29. Juni 2005, von 07.30 bis 10.00 Uhr, Landhaus
  • Landesrat Josef Ackerl
    nur gegen Voranmeldung (0732/7720/15110), Altstadt 30
  • Landesrat Dr. Josef Stockinger
    jeden Dienstag nur gegen Voranmeldung (0732/7720/11111), Landhaus
  • Landesrätin Dr. Silvia Stöger
    nur gegen Voranmeldung (0732/7720/11120), Starhembergstraße 14
  • 2. Präsidentin des Oö. Landtages Gerda Weichsler
    nur gegen Voranmeldung (0732/7720/11152), Landhaus
  • 3. Präsidentin des Oö. Landtages Doris Eisenriegler
    nur gegen Voranmeldung (0732/7720/11154), Landhaus

Romana Puchner (+43 732) 77 20-114 12

Termine der Beratungsstellen

Reisemedizinische Beratungsstelle

 

(LK) Um möglichen gefährlichen Erkrankungen bei Fernreisen vorbeugen zu können, hat die Landes-Sanitätsdienstabteilung Linz, Bahnhofsplatz 1, Montag bis Freitag von 10:00 bis 13:00 Uhr sowie Dienstag zusätzlich von 15:00 bis 18:00 Uhr eine "Reisemedizinische Beratungsstelle" eingerichtet, die über wichtige Vorsorge-Impfungen bei Reisen in ferne Länder informiert und Impfungen durchführt. Info-Telefon: +43 732/77 20-141 07.

Oö. Schulservice

(LK) In der Schulservicestelle des Landesschulrates für Oberösterreich können sich Schüler, Eltern und Lehrer informieren und beraten lassen. Rat und Hilfe in allen Schulfragen erteilen jeweils Montag bis Freitag Elisabeth Messner (Tel. +43 732/70 71-91 21) und Mag. Gertraud Schwarzmair (Tel. +43 732/70 71-91 22).

Familienberatung

 

(LK) Beratung in Familienangelegenheiten durch Psychologen, Juristen (+43 732/694 14 -665 00) Sozialarbeiter (+43 732/694 14-664 70 und Klappe 664 72) am Montag, 27. Juni 2005: Familienberatungsstelle des Landes Oberösterreich in Linz, Kärntnerstraße 16, Bezirkshauptmannschaft, von 18:00 bis 20:00 Uhr. Für eine psychologische Beratung wird um telefonische Voranmeldung unter +43 732/694 14 Klappe 664 70 und 664 72 gebeten.

 

Oberösterreichische Kinder- und Jugendanwaltschaft/KiJA

(LK) Beratung für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen. Auskünfte und Informationsmaterialien zu Kinder- und Jugendthemen.
Vertraulich und kostenlos.
KiJA/Oberösterreichische Kinder- und Jugendanwaltschaft, Tel: +43 732/77 97 77
www.kija.at, e-mail: kija@ooe.gv.at, 4021 Linz, Promendade 37
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, von 10:00 – 12:00 Uhr
Montag, Dienstag und Donnerstag von 14:00 – 16:00 Uhr.

 

Oö. Patienten- und Pflegevertretung

 

(LK) Das Büro der Oö. Patienten- und Pflegevertretung in Linz, Bahnhofsplatz 1 (Tel. +43 732/77 20-142 15) ist am Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 7:30 bis 17:00 Uhr sowie am Freitag von 7:30 bis 13:00 Uhr besetzt. In diesem Büro hält ein Oö. Patientenvertreter einmal pro Woche gegen telefonische Voranmeldung einen Sprechtag ab. 

 

EU-Auskünfte

 

(LK) Kostenlose Auskünfte zum Themenbereich EU und EWR gibt es im Info-Point-Europa, Amt der Oö. Landesregierung, Altstadt 30, 4010 Linz, Tel. +43 732/77 20-140 20, Fax: +43 732/77 20-140 22.

 

Therapiezentrum Traun für Medikamenten- und Alkoholabhängige

 

(LK) Das Therapiezentrum Traun für Medikamenten- und Alkoholabhängige in 4050 Traun, Oberer Flötzerweg 1 bietet Erstkontakte für eine ambulante oder stationäre Therapie, Beratung für Angehörige, Psychotherapie sowie nachstationäre Behandlung. Telefonische Terminvereinbarungen von Montag bis Freitag in der Zeit von 9:00 bis 12:00 Uhr unter der Telefonnummer +43 7229/644 36-36 erbeten. 

 

Sozialmedizinische Beratung bei Alkoholproblemen

(LK) Sprech- und Beratungsstunden für Alkoholkranke und deren Angehörige finden am Montag, 27. Juni 2005 in der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck, Außenstelle, Jungmairgasse 1 von 8:00 bis 12:00 Uhr, in der Bezirkshauptmannschaft Urfahr-Umgebung, Peuerbachstraße 26, von 8:00 bis 12:00 Uhr, in der Bezirkshauptmannschaft Linz-Land, Kärntnerstraße 16, von 08:30 bis 12:30 Uhr; in der Bezirkshauptmannschaft Gmunden, Esplanade 10, von 08:00 bis 12:00 Uhr, sowie in der Bezirkshauptmannschaft Eferding, Stadtplatz 1 (Sparkassengebäude, 3. Stock), von 08:00 bis 12:00 Uhr statt.

 

Beratungen im Eltern-Kind-Zentrum Ried

 

(LK) Das Eltern-Kind-Zentrum Ried i.I., Riedholzstraße 17, Eingang Nord bietet folgende Beratungen an:

 

Elternsprechstunde:

  • jeden Donnerstag von 13:00 bis 17:00 Uhr (Tel. +43 7752/912-361)

Beratung von Eltern mit behinderten Kindern:

  • jeden 3. Dienstag im Monat von 9:30 bis 11:00 Uhr (Tel. +43 7752/912-361)

Pressekonferenzen

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Pressekonferenz am "Hochwasserhilfe in allen Bereichen abgeschlossen.Die Gesamtbilanz liegt vor."

Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Hiesl (Straßenbau) und Landesrat Dr. Josef Stockinger (Katastrophenfonds und Gemeinden)

zum Thema

"Hochwasserhilfe in allen Bereichen abgeschlossen.Die Gesamtbilanz liegt vor."

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Weitere Gesprächsteilnehmer:
  • Dr. Peter Neumann, Geschäftsführer der Firma Engel Austria GesmbH.
  • Christine Hödlmayr, Aufsichtsratsmitglied der Firma Hödlmayr International AG
  • Dipl.-Ing. Christoph Merckens, Geschäftsführer der Firma Merckens Karton und Pappenfabrik GmbH.
  • HR Dipl.-Ing. Michael Haderer, Agrar- und Forstrechtsabteilung des Landes OÖ. (Katastrophenfonds)

Rückfragen-Kontakt: Mag.ª Karin Speidl      (+43 732) 77 20-114 07
Ing. Walter Silber        (+43 732) 77 20-111 17
Helmuth Rechberger  (+43 732) 77 20-121 55

Schwerste Hochwasser-Katastrophe 2002 - Hilfe abgeschlossen

 

Das Hochwasser im August 2002 war die schwerste Katastrophe, die Oberösterreich in der Zweiten Republik getroffen hat. Heute, drei Jahre danach, ist die Hochwasserhilfe abgeschlossen und die Infrastruktur wieder hergestellt. Auch die schwer betroffenen Wirtschaftsbetriebe laufen wieder auf Hochtouren. In allen Bereichen kann Bilanz gezogen werden.

 

Im Zeitraum vom 7. bis 16. August 2002 kam es aufgrund großflächiger intensiver Niederschläge zu einem Hochwasserereignis in einem bisher noch nie da gewesenen Ausmaß. Auch kleinere und mittlere Zubringer führten extremes Hochwasser, insbesondere die Donauzubringer Rodl, Aist und Naarn sowie einige Zubringer zur Enns. Im Mühlviertel und im Ennsgebiet lagen die Tagesniederschläge teilweise bei mehr als 100 mm pro Quadratmeter. Am 12. August 2002 erreichte die zweite Hochwasserwelle ihren Höhepunkt, der Landeskrisenstab rief die Alarmstufe II aus. Die Jahrhundertflut forderte vier Todesopfer in Oberösterreich und verursachte einen Gesamtschaden von rund 1,1 Milliarden Euro.
 
Helfer leisteten fast Übermenschliches

 

Die Einsatzkräfte von Feuerwehren, Hilfs- und Rettungsorganisationen, Bundesheer, Polizei, Gendarmerie, Flugeinsatzstelle Linz und COBRA, aber auch zahlreiche Privatpersonen, die sich spontan als Helferinnnen und Helfer in die Katastrophengebiete aufgemacht haben, leisteten in den Tagen der Katastrophe und bei den Aufräumarbeiten fast Übermenschliches. So konnten auch 29 Personenleben gerettet werden.

 

Die Tage und Wochen nach der Katastrophe waren durch ein sichtbares und spürbares Zusammenrücken der Menschen im gesamten Bundesland gekennzeichnet. Noch nie waren die Hilfstätigkeit und die Spendenfreudigkeit so groß und dadurch die Solidarität so spürbar.


Gesamter Sachschaden bei rund 1,1 Milliarden Euro

 

Beim Katastrophenfonds wurden Sachschäden in der Höhe von rund 1,1 Milliarden Euro bekannt gegeben. Dies beinhaltet die infrastrukturellen Schäden bei Landes- und Gemeinde-einrichtungen, die Schäden an wasserbautechnischen Einrichtungen, die gemeldeten Schäden an privaten und betrieblichen Gebäuden, Inventar, Schäden an landwirtschaftlichen Gebäuden und landwirtschaftlichen Kulturen sowie Schäden an Güterwegen und  Forststraßen.

 

Bilanz 3 Jahre nach dem Hochwasser

 

In den Richtlinien für Mittel aus dem Katastrophenfonds ist fixiert, dass 3 Jahre nach einem Schadereignis alle Reparaturnachweise und Endrechnungen vorgelegt sein müssen.

 

Gesamtbilanz der aus dem Katastrophenfonds ausbezahlten Beihilfen (Bundesmittel und Landesmittel) für die Beseitigung der Hochwasserschäden aus dem Jahr 2002:

 

1. 22.478 Schadfälle im Privatbereich (Privathäuser, Firmen, Vereine)
   aus 406 Gemeinden                                                           245 Mio. Euro
2. OÖ. Straßennetz (Landesstraßen und Güterwege)             76 Mio. Euro
3. 342 betroffenen Gemeinden und 18 Gemeindeverbände    63 Mio. Euro
     ausbezahlte Beihilfen gesamt:                                        384 Mio. Euro
davon Landesmittel:                                                             201 Mio. Euro  

 

Die am schwersten betroffenen Bezirke waren der Bezirk Perg (250 Millionen Euro Schaden), der Bezirk Linz-Land (70 Millionen Euro Schaden), der Bezirk Steyr (37 Millionen Euro Schaden) und der Bezirk Urfahr-Umgebung (25 Millionen Euro Schaden).


Wirtschaftsbetriebe mit mehr Arbeitsplätzen wieder auf vollen Touren

 

Von der Hochwaser-Katastrophe 2002 waren auch Wirtschaftsbetriebe betroffen, die teilweise zu den Flaggschiffen der oberösterreichischen Industrie gehören.  Die  Betriebsausfälle durch Hochwasserschäden mischten sich mit der Angst um die Zukunft der Arbeitsplätze. Die Unternehmen hatten neben den Schäden an Gebäuden und Maschinen auch noch Einbußen aus den Betriebsunterbrechungen und aus Engpässen bei der Lieferfähigkeit.

 

Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer: "Heute können wir aufatmen und Danke sagen. Die Wirtschaftsbetriebe laufen wieder auf vollen Touren. In den vom Hochwasser 2002 schwer betroffenen Industriebetrieben arbeiten heute sogar mehr Menschen als vor der Hochwasserkatastrophe."

 

Qualifizierte Aufarbeitung der Gesamtproblematik Hochwasser

 

Bereits nach Abschluss der ersten Aufräumarbeiten wurde damit begonnen, die Gesamtproblematik Hochwasser in Oberösterreich qualifiziert aufzuarbeiten, um in allen Bereichen die richtigen Schlüsse und Konsequenzen zu ziehen. Dazu gehören Katastrophenmanagement, Absiedelungsproblematik, Wasserbau/Schutzwasserbau, Raumordnung, Umwelt und Baurecht sowie Klimaschutz.

 

Krisen- und Katastrophenschutzmanagement des Landes optimiert

 

Auch im Krisen- und Katastrophenschutzmanagement des Landes Oberösterreich wurden die Hochwasserereignisse von 2002 genau analysiert und Lehren daraus gezogen. In Zusammenarbeit mit dem Oö. Landesfeuerwehrverband, dem Rotem Kreuz Oberösterreich, der Oö.Sicherheitsdirektion und dem Oö. Militärkommando hat das Land Oberösterreich bei der Energie AG ein Callcenter mit eigener Krisenhotline eingerichtet, das im Krisen- oder Katastrophenfall kurzfristig aktiviert werden kann. Damit gibt es für die Öffentlichkeit eine Ansprechstelle mit einer Gratistelefonnummer. Den behördlichen Einsatzleitungen und den Einsatzorganisationen wird eine abgestimmte und effektive Öffentlichkeitsarbeit ermöglicht.

 

Bei den Bezirkshauptmannschaften wurde das Krisen- und Katastrophenschutzmanagement aufbauend auf die im Bezirk Perg beim Hochwasser gewonnenen positiven Erfahren neu organisiert und strukturiert. Alle Bezirkshauptmannschaften wurden mit einem sogenannten "Notfallkoffer" mit modernster und leistungsfähiger Informations- und Kommunikationstechnologie ausgestattet. Rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den Bezirkshauptmannschaften sind für den Krisen- und Katastrophenfall geschult und einsatzbereit.

 

Das neue Warn- und Alarmsystem (WAS) garantiert die Alarmierung auf höchstem technischen/digitalen Niveau und eine moderne Sirenensteuerung. Künftig kann die im Landesfeuerwehrkommando eingerichtete Landeswarnzentrale auch Unterlieger gezielt informieren. Über die Landeswarnzentrale können nun mehrere Info- und Alarmkanäle gleichzeitig aber auch selektiv bedient werden.

 

Katastrophenfonds: 22.478 Anträge aus 406 Gemeinden

 

Beim Katastrophenfonds des Landes OÖ., der in der Agrar- und Forstrechtsabteilung im Ressort von Landesrat Dr. Josef Stockinger betreut wird, waren in der Zeit von August bis Dezember 2002 bis zu 60 Mitarbeiter nahezu rund um die Uhr im Einsatz, um die eingelangten Anträge um Katastrophenhilfe raschest bearbeiten zu können. Insgesamt wurden nach dem August-Hochwasser 22.478 Anträge bearbeitet. Dabei landete kein einziger Fall vor der Beschwerdekommission.

 

Der vom Katastrophenfonds anerkannte Gesamtschaden liegt bei ca. 500 Millionen Euro. Die aus dem Katastrophenfonds ausbezahlte Beihilfe beträgt 245,060 Millionen Euro, das sind 49 % vom anerkannten Gesamtschaden. Die 245 Millionen Euro Beihilfe gliedern sich in 147 Millionen Euro Bundesmittel und 98 Millionen Euro Landesmittel.

 

Die insgesamt gestellten 22.478 Anträge gliedern sich nach Sparten folgendermaßen auf:

  • 1.908 Anträge (8 %) wurden von selbständig Erwerbstätigen gestellt und stammen überwiegend aus den Bereichen von Gewerbe und Industrie
  • 5.868 Anträge (26 %) stammen aus dem Bereich der Land- und Forstwirtschaft und betreffen Kulturflächen, Gebäude oder Forststraßen
  • Mit 14.702 Anträgen (66 %) stammen die meisten Anträge von unselbständig Erwerbstätigen sowie von Pensionisten, aber auch von Vereinen. Überwiegend handelt es sich dabei um Schäden an Gebäuden und Einrichtungsgegenständen.

Das Land OÖ. hat rasch reagiert

 

Das Jahr 2002 war ein Jahr der Naturkatastrophen. Am 22. März 2002 gab es ein Donauhochwasser im Bezirk Perg. Am 13. Juli ein Hochwasser in den Bezirken Perg und Eferding und schließlich das Jahrhunderthochwasser am 7. und 12. August 2002 in ganz Oberösterreich. Bereits am 14. August 2002 wurde das Hilfsmaßnahmenpaket in einer außerordentlichen Sitzung der oö. Landesregierung beschlossen. 17 Tage nach Einlangen der ersten Anträge beim Katastrophenfonds wurde der Beihilfenauszahlungsbetrag von 1 Million Euro überschritten.

 

Hochwasser-Beschwerdekommission: Kein einziger Fall

 

Mit Beschluss vom 9. Dezember 2002 hat die Oö. Landesregierung entsprechend der Vorgabe des Hochwasseropferentschädigungs- und Wiederaufbau-Gesetzes 2002 des Bundes eine Beschwerdekommission eingerichtet. Bürger, die sich im Zusammenhang mit der finanziellen Leistung des Katastrophenfonds ungerecht behandelt fühlen, wurde damit die Möglichkeit geboten, Beschwerde einzubringen. In Oberösterreich gab es bei 22.478 abgewickelten Schäden keinen einzigen Beschwerdefall.


Aussiedelungsprojekt im oberösterreichischen Machland

 

Die Gesamtkosten für die in 2 Zonen abgewickelten  Aussiedelungsprojekte betragen derzeit 92,1 Millionen Euro (57,6 Mio. Euro Bund und 34,5 Mio. Euro Land). Von den 246 beantragten Aussiedlungen sind 58 bereits abgeschlossen. Die gesetzliche Grundlage dafür ist das Wasserbautenförderungsgesetz, wonach 50 % der Bund und 30 % das Land  vom geschätzten Zeitwert  der Gebäude und deren Abbruchkosten übernehmen.

 

Die betroffenen Gemeinden haben sich gegenüber dem Bund und dem Land OÖ. verpflichtet, im Aussiedelungsgebiet keine Neu- und Zubauten mehr zuzulassen. Außerdem werden sie bewilligtes, aber noch nicht konsumiertes Bauland rückwidmen.
 
Hochwasserschäden an Straßeninfrastruktur sind beseitigt

 

Im Zuge des Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002 wurde auch das oö. Straßennetz schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Kosten für die Beseitigung der Schäden an den ehemaligen Bundesstraßen, Landesstraßen und Güterwegen belaufen sich auf rund 76 Mio. Euro aus Landesmitteln.

 

"Bis auf das Aisttal wurden praktisch alle Hochwasserschäden an oö. Straßen innerhalb eines Jahres beseitigt", zeigt Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Hiesl als Straßenbaureferent auf.

 

Die großen Maßnahmen im Aist- und Naarntal bedurften neben aufwendiger Planungen auch der Abstimmung mit der Wasserwirtschaft und können nur abschnittsweise realisiert werden, da eine ständige Zufahrtsmöglichkeit zu den örtlichen Wirtschaftsbetrieben (zB Beneder, Merckens) gewährleistet sein muss. Die Gesamtverkehrsfreigabe für das Aisttal wird am 3. September 2005 erfolgen, kündigt Hiesl an.


Kosten für Beseitigung der Hochwasserschäden:

 

Landesstraßen:
2002:                                  8.240.000 Euro
2003:                                26.725.000 Euro
2004:                                19.104.000 Euro
2005:                    bisher    1.920.000 Euro
Gesamt:                            55.989.000 Euro

 

wichtigste Maßnahmen:
1415 Aisttal Straße, Baulos Josefstal: ca. 12,6 Mio. Euro
572 Naarntalstraße, Baulos Kuchlmühle ca. 5,6 Mio. Euro

 

Güterwege:
2002                   5.830.000 Euro
2003                   9.560.000 Euro
2004                   4.660.000 Euro
Gesamt:            20.050.000 Euro

 

Hochwasserschutz für das Machland

 

Bereits 1998 hat die Landesregierung die Übernahme der Planungskosten für den Machland-Damm als Hochwasserschutz beschlossen. 2002 musste das Projekt überarbeitet werden. Mit dem Machland-Damm können mehr als 1.000 Häuser im Machland dauerhaft gegen Hochwasser geschützt werden. Diese Gesamtkosten für das Projekt betragen rund 66 Millionen Euro.

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Pressekonferenz am 24. Juni 2005


zum Thema

Gemeinsame Ausstellung Südböhmen-Oberösterreich im Zisterzienserstift Vyssí Brod/Hohenfurt "ROSE UND SCHWERT. ADALBERT STIFTERS 'WITIKO'"

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Rückfragen-Kontakt: Julius Stieber  (+43 732) 77 20-154 93

ROSE UND SCHWERT. ADALBERT STIFTERS "WITIKO"

 

Gemeinsame Ausstellung Südböhmen - Oberösterreich
im Zisterzienserstift Vyssí Brod / Hohenfurth (Südböhmen)

25. Juni - 30. Oktober 2005


Anlässlich des Stifterjahres 2005, das insgesamt als oberösterreichisch-südböhmisches Kooperationsprojekt mit weit über 130 Veranstaltungen organisiert wird, sticht ein Projekt im Reigen der Stifterjahr-Veranstaltungen besonders hervor, da es von vornherein als Gemeinschaftsprojekt geplant worden ist: die Stifterausstellung "Rose und Schwert. Adalbert Stifters ‚Witiko‘".

 

Die Ausstellung ist im ehemaligen Verwaltungsgebäude des Zisterzienserstiftes Vyssí Brod/Hohenfurth untergebracht und beschäftigt sich mit Stifters historischen Roman "Witiko" (1865-67), der den Aufstieg des Ahnherrn der Rosenberger im Südböhmen des 12. Jahrhunderts schildert. Stifters Roman wurde als übernationales Epos konzipiert. Mit großem Interesse für die Geschichte Böhmens und hohem Respekt vor der slawisch-tschechischen Kultur entwickelte Stifter in dieser historischen Romanerzählung die Vorstellung einer übergreifenden europäischen Staatengemeinschaft als Gegen-Modell zur politischen Realität des 19. Jahrhunderts. Diese für Stifters nationalistisch gesonnenen Zeitgenossen undenkbare visionäre Vorstellung eines 'gemeinsamen Europa' eröffnet heute im Zeitalter des zusammenwachsenden Europa neue Bezugspunkte.

 

Zitate Adalbert Stifters zum "Witiko":

 

"Wenn das Buch gelingt, wird es Böhmen wohl freuen; denn Böhmen hat eine der größten und merkwürdigsten europäischen Geschichten" (Adalbert Stifter an seinen Verleger Gustav Heckenast, 18.11.1864)

 

"Mit dem Witiko werden mich die Leute erst in hundert Jahren verstehen" (Adalbert Stifter zu seinem Bruder Johann Stifter, 1867)


 Ausstellungsrundgang

 

I.
Im ersten Ausstellungsabschnitt steht der geografische Schauplatz und der historische Stoff des Romans im Mittelpunkt. Der südliche Böhmerwald bildet das Zentrum des Romans, wobei das heutige "Dreiländereck" (Bayern-Südböhmen-Oberösterreich) als einheitlicher kultureller Raum ohne nationale Grenzen und Gegensätze erscheint.

 

II.
Der zweite Ausstellungsabschnitt widmet sich Stifters Geschichtsbild. Im "Witiko" spielt die "kleine" anonyme Geschichte  im Verhältnis zur "großen" politischen Geschichte eine gleichwertige Rolle.

 

III.
Der dritte Ausstellungsabschnitt beschäftigt sich mit der Entstehung und Wirkung des "Witiko". Die stark korrigierten Handschriften zum "Witiko" zeigen, wie intensiv Stifter an diesem Werk gearbeitet hat. Es werden auch Einblicke in den Umgang Stifters mit den historischen Quellen eröffnet. Ein eigener Abschnitt widmet sich der äußerst kontroversiellen Aufnahme des "Witiko" bei Lesern und Kritikern.

 

IV.
Der "Gotische Keller" des Stiftes ist der Schauplatz einer künstlerischen Intervention, die sich mit einem Grundthema des "Witiko" auseinandersetzt, nämlich der Lösung politischer Konflikte. Die Künstler Sam Auinger und Werner Fritsch haben diesen Konflikt als Hör- und Videocollage in dem historischen Gewölberaum medial inszeniert.


AUSSTELLUNGSORT: Zisterzienserstift Vyssí Brod/Hohenfurth, Kláster 137, CZ-38273 Vyssí Brod. Anmeldung für Führungen durch die Ausstellung „Rose und Schwert“ sowie Auskunft (täglich 9.00 – 16.00 Uhr): Sdruzení prátel vysebrodského klástera (Verein der Freunde des Stiftes Hohenfurth), CZ-382 72 Dolní Dvoriste 212 (okr. Cesky Krumlov), Tel.: +420/ 380 704 817, Fax: +420 / 380 704 811, stifter2005.vbrod@seznam.cz, www.stifter2005.at, www.horniplana.cz Öffnungszeiten: täglich außer Montag 9.00 – 12.00 Uhr und 13.00 – 16.00 Uhr. Eintrittspreise:  Vollpreis 90,- Kc / Ermäßigt 50,- Kc / 10% Ermäßigung für Gruppen / Zuschlag für Führungen


Südböhmisch-österreichische Kooperation auf allen Ebenen

 

Schon die Zusammensetzung des Ausstellungsgestalter- und -organisationsteams zeigt, dass hier Kräfte aus beiden Ländern eng zusammengearbeitet haben. In die wissenschaftliche, organisatorische und gestalterische Arbeit und Umsetzung waren sowohl tschechische als auch österreichische Experten einbezogen.

 

Wissenschaftliche Konzeption: Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Wiesmüller, Universität Innsbruck gemeinsam mit Dir. Mag. Martin Sturm, Mag. Jirí Franc und Mgr. Ivan Slavík
Organisatorische Leitung: Ing. Květoslava Lauterbachová, Dir. Mag. Martin Sturm,
Marketing: Ing. Kvetoslava Lauterbachová, Mag. Jirí Franc, Dr. Julius Stieber
Ausstellungsarchitektur: Ing.arch. Hana Urbancová, Ing. Manfred Quatember
Ausstellungsgestaltung: Nebe s.r.o. Ceské Budejovice
Medieninstallationen: Video: Werner Fritsch, Sound: Sam Auinger, Video editing: Dany Scheffler, Technische Umsetzung: Gerd Thaller, Konzept: Sam Auinger, Martin Sturm, Wolfgang Wiesmüller, Produktion: Medienstudio O.K Centrum für Gegenwartskunst;
Schauspieler: Petr Cervinka, Martin Hruska, Sylva Malinková, Jirí Sesták, Petr Sporcl (Südböhmisches Theater in Ceské Budejovice), Georg Bonn, Ljubisa Lupo Grujcic, Florian Müller-Morungen, Thomas Kasten, Joachim Rathke, Gunda Schanderer (Landestheater Linz)

 

Aber auch jene Partner, die letztlichzur Umsetzung dieses außergewöhnlichen Ausstellungsprojektes beigetragen haben, zeigen die enge südböhmisch-oberösterreichische Kooperation auf:
Projektträger:
Sdruzení psátel vysebrodského klástera (Verein der Freunde des Stiftes Hohenfurth), CZ-382 72 Dolní Dvoriste 212 (Ceský Krumlov). Vorsitzende des Vollzugsausschusses: Ing. Kvetoslava Lauterbachová

 

Partner:
Verein zur Förderung des Zisterzienserstifts Hohenfurth, Mittelpromenade 7, A-4048 Puchenau. Geschäftsführer: Dkfm. Dr. Klaus Zerbs
Odbor kultury, památkové péce a cestovního ruchu. Jihoceský kraj, Krajský úrad, U Zimního stadionu 1952/2, CZ-370 76 Ceské Budejovice. Abteilungsvorstand: Ing. Kamila Hrabáková
Land Oberösterreich, Landeskulturdirektion, Promenade 37, A-4021 Linz. Organisatorische Leitung: HR Mag. Josef Ecker
Zisterzienserabtei Hohenfurth, Kláster 137, CZ- 38273 Vyssí Brod. Kontaktperson: P. Justín Berka, OCist., Prior des Stiftes.


INFORMATIONEN ZUM STIFTERJAHR

Landeskulturdirektion Oberösterreich
Promenade 37
A-4021 Linz
Tel.: +43 732/7720 - 148 75
Email: k.post@ooe.gv.at


Jihoceský kraj – Krajský úrad
Odbor kultury, památkové péce a cestovního ruchu
U Zimního stadionu 1952/2
CZ - 370 76 Ceské Budejovice
Tel. +420 / 386 / 359 088
E-mail: stiborova@kraj-jihocesky.cz

www.stifter2005.at www.horniplana.cz

Presseinformationen

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