Amt der Oö. Landesregierung
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Landeskorrespondenz Nr. 130 vom 7. Juni 2005

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Pressekonferenz

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Landeshauptmann Pühringer: Großes Interesse am Ideenwettbewerb für neues Musiktheater in Linz - 197 Einreichungen

(LK) Großes Interesse gibt es am Wettbewerb zum Neubau eines Musiktheaters für das Linzer Landestheater. 197 Arbeiten sind zeitgerecht bis zum Ende der Einreichfrist für die erste Stufe des Wettbewerbs, den Ideenwettbewerb, gestern Montag, 6. Juni 2005 um 18 Uhr eingelangt, gibt Landes-hauptmann Dr. Josef Pühringer bekannt. Anfragen habe es praktisch aus ganz Europa und sogar aus den Vereinigten Staaten gegeben. Die rund 1.050 Interessenten stammten aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Groß-britannien, Italien, Niederlande, Portugal, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechien und den USA. Aufgrund der anonymen Durchführung des gesamten Wettbewerbsverfahrens können aber keine Angaben dazu gemacht werden, aus welchen Ländern die nun eingegangenen Arbeiten stammen.

 

"Die große Anzahl der Einreichungen, um 56 mehr als beim Projekt ´Theater am Berg`, zeugt vom großen internationalen Interesse für das Musiktheaterprojekt. Es ist anzunehmen, dass auch sehr bedeutende Architekten unter den Einreichern sind. Daher besteht auch die große Chance, mit dem neuen Musiktheater einen dementsprechenden städtebaulichen Akzent zu setzen, der prägend für diesen neu zu gestaltenden Stadtteil werden kann", so der Landeshauptmann.

 

Zwei extern beauftragte Büros haben jetzt ein Monat Zeit, die städtebauliche, baukünstlerische, funktionelle, infrastrukturelle und verkehrtechnische Vorprüfung der Wettbewerbsarbeiten vorzunehmen. Mitte Juli wird eine aus elf Preisrichtern zusammen-gesetzte Kommission (sechs Fachpreisrichter, fünf Sachpreisrichter - siehe Beilage) die mindestens 15 bis höchstens 25 besten Projekte ermitteln, die in die zweite Wett-bewerbsstufe zum Realisierungswettbewerb ein-geladen werden. 

Das gesamte Verfahren wird anonym durchgeführt, die Versendung der Wettbewerbsunterlagen an die Teilnehmer für die zweite Stufte erfolgt durch einen Notar.

 

Nach dem Preisgericht Ende Dezember ist vorgesehen, die Wettbewerbsbeiträge und -ergebnisse in Form einer Ausstellung zu veröffentlichen.

Mag.ª Karin Speidl (+43 732) 77 20-114 07

Beilage:

Beilage Preisgericht 58,57 KB)

LH Pühringer: Oö. Landesregierung beschließt einstimmig Verleihung der höchsten Landesauszeichnung an Bischof Maximilian Aichern

(LK) Das Land Oberösterreich wird Bischof Maximilian Aichern als Dank und Anerkennung für sein mehr als 23-jähriges Episkopat in der Diözese Linz mit der höchsten Landesauszeichnung, mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich, auszeichnen. Das hat die Oö. Landesregierung in ihrer gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen, gibt Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer bekannt.

 

"Aichern ist eine Persönlichkeit, die ganz maßgeblich zu einem Klima des Dialogs des Ausgleichs, des Brückenbauens und des Aufeinander Zugehens in unserem Land beiträgt. Dialogfähigkeit und Menschennähe sind zu Markenzeichen seiner Amtsführung geworden.

 

Bischof Maximilian hat es verstanden, mit den verschiedensten Gruppen unseres Landes ein gutes Verhältnis aufzubauen und damit Brücken zwischen Konfessionen und Religionen, zwischen Kirche und Politik, zwischen Glaube und Wissenschaft zu bauen. Hier ist ganz besonders seine positive Einstellung zur Ökumene zu erwähnen. Für dieses christliche Miteinander in unserem Land ist auch die Oö. Landesregierung besonders dankbar", so Pühringer.

 

Der Landeshauptmann hebt aber auch das Wirken Bischof Maximilans als „Sozial-Bischof“ hervor. In dieser Funktion forderte Aichern von der gesamten Republik die Verantwortung für die Schwachen in der Gesellschaft ein.

 

Und nicht zuletzt danke das Land Oberösterreich für die gute Zusammenarbeit zwischen und Land und Diözese in den letzten 23 Jahren. Eine Zusammenarbeit, die viel Positives in diesem Land bewirkt hat, so Pühringer.

Andreas Hörtenhuber (+43 732) 77 20-116 17

LH Pühringer überreichte Landesauszeichnungen

(LK) Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer überreichte am 6. Juni 2005 an verdiente Persönlichkeiten Landesauszeichnungen. An diesem Festakt, der in feierlichem Rahmen im Linzer Landhaus stattfand, nahmen auch LH-Stv. Franz Hiesl, LH-Stv. Dipl.Ing. Erich Haider und Landesrätin Dr. Silvia Stöger

 

Das "GOLDENE EHRENZEICHEN DES LANDES OBERÖSTERREICH" erhielt Helmut OBERCHRISTL, Obmann der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse sowie Vorsitzender des Zentralbetriebsrates der Voestalpine Stahl Linz GmbH aus Linz.

 

Das "SILBERNE EHRENZEICHEN DES LANDES OBERÖSTERREICH" erhielten

  • Dr. Werner BAUDREXEL, Generaldirektor der Nestlé Österreich GmbH aus Wien und
  • Dkfm. Dr. Wolfgang BERGER-VOGEL, Mitglied des Vorstandes der Brau Union AG aus Linz.

Das "GOLDENE VERDIENSTZEICHEN DES LANDES OBERÖSTERREICH" erhielten

  • Oberst Hans-Peter BARTA, ehem. Stellvertretender Leiter der Ergänzungsabteilung  und Leiter des Referates C beim Militärkommando Oberösterreich und nunmehr Referent im Führungsstab beim Bundesministerium für Landesverteidigung aus Wien,
  • Regierungsrat August FALKNER, ehem. Bezirksschulinspektor des Bezirkes Grieskirchen sowie ehem. Bürgermeister der Stadtgemeinde Peuerbach aus Peuerbach,
  • Konsulentin Mathilde HALLA, ehem. Obfrau der OÖ. Plattform gegen Atomgefahr aus Linz,
  • Franz HEILMANN, ehem. Bürgermeister der Marktgemeinde Mitterkirchen im Machland sowie Obmann des Bauausschusses der Pfarre Mitterkirchen aus Mitterkirchen,
  • Oberschulrat Erwin HERRMANN, ehem. Bürgermeister der Stadtgemeinde Gmunden sowie ehem. Direktor der Hauptschule Gmunden-Traundorf aus Gmunden,
  • Josef LEIBETSEDER, ehem. Bürgermeister der Marktgemeinde Altenfelden sowie ehem. Geschäftsführer des Wildparkes Altenfelden aus Altenfelden,
  • Gerald NENING, ehem. Direktor der Prokuktion/Werke und Human Resources bei Nestlé Österreich aus Linz,
  • Ing. Karl SIEGHARTSLEITNER, ehem. Bürgermeister der Gemeinde Steinbach an der Steyr sowie Obmann des Tourismusverbandes Steyrtal aus Steinbach an der Steyr,
  • Vortragender Hofrat Dipl.Ing. Meinrad STIPEK, ehem. Straßenbaudirektor des Landes Niederösterreich aus Wien und
  • Ceija STOJKA, engagierte Roma-Aktivistin, Musikerin und Sängerin sowie Autorin und Malerin aus Wien.

Das "SILBERNE VERDIENSTZEICHEN DES LANDES OBERÖSTERREICH" erhielten

  • Kommerzialrat Manfred RATZ, Direktor der INKO Inkasso GmbH sowie Präsident des Inkassoverbandes Österreich aus Engerwitzdorf,
  • Mag. Harald SEYRL, Restaurator und Initiator für die Errichtung des Kriminalmuseums im Schloss Scharnstein aus Scharnstein,
  • Günther WINDHAGER, Obmann des Multiples Sklerose-Regionalclubs Eferding aus Prambachkirchen und
  • Johanna WINDHAGER, Obfrau des Multiples Sklerose-Regionalclubs Eferding aus Prambachkirchen.

Die "VERDIENSTMEDAILLE DES LANDES OBERÖSTERREICH" erhielten

  • Friedrich MAIR, ehem. Obmann-Stellvertreter des Klubs für Alkoholkranke in Vöcklabruck aus Ottnang am Hausruck,
  • Franz ROTTENSTEINER, Tourenführer der Sektion Linz des Österr. Alpenvereines, Landesverband Oberösterreich aus Leonding und
  • Gemeinderat Helmut SCHRÖCKMAYR, Gründer des Männergesangs-Quartetts "Die Harmonies" sowie Obmann des Seniorenbundes Wolfern aus Wolfern.

Bernadette Roth (+43 732) 77 20-116 34

LR Ackerl: In der Gemeindeaufsicht gibt es keine "Geheimmissionen"!

Prüfung von Gemeinden durch den Landesrechnungshof reine Arbeitsteilung

 

(LK) Gemeindereferent Landesrat Josef Ackerl stellte gestern den Artikel der Samstagsausgabe einer kleinformatigen Tageszeitung richtig. "Es gibt keine Geheimmissionen bei der Gemeindeaufsicht!" so Ackerl. "Bei dem angesprochenen Prüfantrag an den Landesrechnungshof handelt es sich lediglich um eine Arbeitsteilung bei der Überprüfung der Gemeindegebarung zwischen Rechnungshof und Gemeindeaufsicht!"

 

Von den fünf Gemeinden fallen zwei - Bad Schallerbach und Gallneukirchen - in die Aufsichtsverantwortung von Landesrat Ackerl, die übrigen drei - Ampflwang, Micheldorf und Stadl-Paura - in den Verantwortungsbereich von Landesrat Stockinger. "Der leider verkürzt zitierte Prüfauftrag an den Landesrechnungshof stellt die Gemeinden in ein schlechteres Licht, als diese verdienen!" kritisiert Ackerl. "Tatsächlich werden jährlich durchschnittlich rund 60 Gemeinden überprüft, um dieses Pensum zu bewältigen, teilt sich die Gemeindeabteilung diese Aufgabe mit dem Rechnungshof!" Diese regelmäßige Überprüfung dient dazu, die Finanzplanung der Gemeinden und des Landes auf eine sichere Basis zu stellen. "Den Gemeinden und dem Land reichen ohnehin die bösen Überraschungen, die sie durch nicht eintreffende Budgetprognosen der Bundesregierung zu erwarten haben!" so Ackerl. "Dem entstandenen Eindruck, die genannten Gemeinden würden im Vergleich zu den anderen, vielleicht ebenfalls heuer geprüften Kommunen besonders schlecht dastehen und würden deshalb vom Rechnungshof geprüft, widerspreche ich jedenfalls in aller Deutlichkeit!"

Peter Binder (+43 732) 77 20-151 12

"Der Tanz - Mein Leben" Kulturmedaille für Frau Prof. Johanna Wilk-Mutard

(LK) Vor 50 Jahren hat Johanna Wilk-Mutard, die Grande Dame der Tanzkultur, die 1. Linzer Ballettschule gegründet. Tausende oberösterreichische Kinder und Jugendliche erhielten seither durch sie eine fundierte Ballettausbildung.
Im Landestheater, in dem sie lange engagiert war, zeigten am Sonntag Abend kleine und große Ballett-Kinder Johanna Wilk-Mutards künstlerisches Leben in exemplarischen Stationen auf - denn auch ihr 70. Geburtstag wurde an diesem Abend gefeiert.

 

Landtagspräsidentin Angela Orthner überreichte ihr im Anschluss an den Ballettabend die Kulturmedaille des Landes Oberösterreich. "Obwohl Frau Wilk-Mutard selbst als Tänzerin in großen österreichischen Filmen mitwirkte, gehörte ihr Herz stets dem Nachwuchs. Sie wollte immer der Jugend ihre eigene Liebe zum Ballett vermitteln, um sie zum klassischen Tanz hinzuführen. Durch ihre Hände gehen seit Jahrzehnten die Hoffnungen der österreichischen Tanz-Szene."
Johanna Wilk-Mutards Repertoire umfasst  die große Bandbreite von klassischen, romantischen, National-, Jazz- und Ausdruckstänzen. Weit über 1000 Choreografien, auch von lebenden Komponisten, davon über 60 abendfüllende Ballettabende hat sie in fünfzig Jahren mit großem Erfolg einstudiert.

Mag.ª Christa Höllhumer (+43 732) 77 20-117 44

Aus der Sitzung der Oö. Landesregierung: Landesregierung fördert neue Musikschulen

(LK) Für das Oö. Landesmusikschulwerk wurde den fünf Gemeinden Niederneukirchen, Ostermiething, Windischgarsten, St. Martin im Innkreis, Neumarkt im Mühlkreis insgesamt eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Dies beschloss die Oö. Landesregierung in ihrer Sitzung am 6. Juni 2005. Damit können neue Musikschulen gebaut bzw. bestehende saniert werden.

 

700.000 Euro wurden zur Behebung der Not nach der Flutkatastrophe in Südostasien freigegeben. 

Die Landesregierung bewilligte einen Landesbeitrag in Höhe von 450.000 Euro für die Förderung von Jugendherbergen und Jugendheimen.

 

Für die Finanzierung von sechs neuen Gelenktriebfahrzeugen der Linzer Lokalbahn und Aufrüstung vorhandener wurden für das Jahr 2005 vier Millionen Euro vergeben.

 

Eine einmalige Beihilfe in Höhe von 100.000 Euro wurde zum Ankauf von 330 Rufhilfe-Neugeräten zur Verfügung gestellt. Den Ankauf von 36 Laien-Defibrillatoren förderte die Landesregierung mit 45.000 Euro.

 

Weiters bewilligte die Landesregierung 900.000 Euro nicht rückzahlbare Bauzuschüsse für 495 Energiegewinnungsanlagen.

 

250.000 Euro Landesförderung wurden für den Firmenausbildungsverbund Oberösterreich bereit gestellt, der Lehrbetriebe bei der Durchführung von Ausbildungsmaßnahmen unterstützt und diese koordiniert.

 

Der Stadtgemeinde Bad Hall wurden für die Durchführung der Landesgartenschau 2005, die bis Oktober geöffnet ist,  560.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Mag.ª Daniela Rotschädl (+43 732) 77 20-157 60

Termine der Beratungsstellen

Jugendberatung und Jugendinformation

 

(LK) Infos, Tipps und Beratung für junge Leute zu verschiedenen Fragen und Anliegen. Vertraulich, persönlich und kostenlos.

 

Jugendservice des Landes Oberösterreich:

Termine außerhalb der Öffnungszeiten sind möglich. Auf Wunsch wird auch gerne zurückgerufen.

Sozialmedizinische Beratung bei Alkoholproblemen

 

(LK) Sprech- und Beratungsstunden für Alkoholkranke und deren Angehörige finden am Donnerstag, 9. Juni 2005, in der Bezirkshauptmannschaft Urfahr-Umgebung, Peuerbachstraße 26, von 14:00 bis 18:00 Uhr, in der Bezirkshauptmannschaft Perg, Dirnbergerstraße 11, von 08:30 bis 12:30 Uhr, in der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck, Außenstelle Mondsee, Krankenhausstraße 8, von 9:00 bis 12:00 Uhr; in der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck, Außenstelle Jungmairgasse 1, von 08:00 bis 12:00 Uhr, in der Bezirkshauptmannschaft Linz-Land, Kärntnerstraße 16, von 08:30 bis 12:30 Uhr; in der Bezirkshauptmannschaft Linz-Land, Außenstelle Enns, Dr. Karl Rennerstraße 31, von 14:00 bis 18:00 Uhr, in der Bezirkshauptmannschaft Kirchdorf a. d. Kr., Garnisonstraße 1, von 08:00 bis 12:00 Uhr, in der Bezirkshauptmannschaft Gmunden, Esplanade 10, von 08:00 bis 12:00 Uhr, sowie in der Bezirkshauptmannschaft Gmunden, Außenstelle Bad Ischl, Bahnhofstraße 10, von 14:00 bis 17:00 Uhr, statt.

 

Weiters findet am Donnerstag, 9. Juni 2005, eine therapeutische Zusammenkunft der Selbsthilfegruppen für Alkoholkranke und deren Angehörige für den Bezirk Linz-Land in der Außenstelle Enns, Dr. Karl Rennerstraße 32 (Seniorenclub), ab 19:00 Uhr sowie für den Bezirk Gmunden, Führerscheingruppe, Außenstelle 4820 Bad Ischl, Bahnhofstraße 10, ab 19:00 Uhr, statt.

 

Familienberatung

 

(LK) Familienberatung durch Arzt, Jurist und Sozialarbeiter am Donnerstag, 9. Juni 2005, in den Familienberatungsstellen des Landes Oberösterreich bei den Bezirkshauptmannschaften Gmunden (Tel. +43 7612/792 Kl. 345) von 17:00 bis 19:00 Uhr und Steyr (Tel. +43 7252/523 61 Kl. 82) von 18:00 bis 20:00 Uhr.

 

Familienberatung für den Bezirk Wels-Land

 

(LK) Familienberatungen durch einen Juristen und eine Psychologin für den Bezirk Wels-Land erfolgen nach telefonischer Vereinbarung. Anmeldungen werden während der Amtsstunden unter der Telefonnummer +43 7242/618-452 entgegen genommen: Montag und Donnerstag von 7:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 17:00 Uhr, Dienstag von 7:00 bis 17:00 Uhr, Mittwoch von 7:00 bis 13:00 Uhr und Freitag von 7:00 bis 12:30 Uhr.

Pressekonferenzen

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Pressekonferenz am 7. Juni 2005

Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer
zum Thema

"Bundesheerorganisation in Oberösterreich"

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Rückfragen-Kontakt: Mag.ª Karin Speidl  (+43 732) 77 20-114 07

Bundesheerorganisation in Oberösterreich

 

In der heutigen Ministerratssitzung hat die Bundesregierung die Bundesheerreform beschlossen. Auf Bundesebene wurde der Reformbeschluss mit der Vorgabe der Auflassung für 40 % der Liegenschaften des Bundesheeres von allen vier politischen Parteien einvernehmlich getroffen.

 

Dem Beschluss im Ministerrat gingen schwierige Verhandlungen zwischen Bundes-minister Platter und Landeshauptmann Dr. Pühringer voraus, die bis kurz vor der Ministerratssitzung dauerten und bei denen der Landeshauptmann sich für die Erhaltung aller oberösterreichischen Standorte in gleichem Ausmaß eingesetzt hat. Klar war von Beginn an, dass in Anbetracht der Standortschließungen in den anderen Bundesländern eine Null-Lösung für Oberösterreich nicht möglich sein wird.


Arbeitsplätze bleiben erhalten

 

Hauptziel bei den Verhandlungen mit Bundesminister Platter war, die Summe der 2.400 Arbeitsplätze des Österreichischen Bundesheeres in Oberösterreich zu erhalten. Dieses Ziel konnte trotz Schließung der beiden Standorte Oberfeld in Obertraun und der Kaserne Kirchdorf deshalb erreicht werden, weil die beiden Standorte in Ried und Hörsching deutlich aufgewertet werden.


Kaserne Steyr in oö. Reformbeitrag eingerechnet

 

Landeshauptmann Pühringer konnte auch erreichen, dass die schon vor mehreren Jahren geschlossene Kaserne Steyr in den Reform-beitrag Oberösterreichs eingerechnet wird. Somit schlägt die Vorgabe aller Nationalratsfraktionen nach Auflassung von 40 % der Liegenschaften in Oberösterreich nur etwa zu 20 % durch.


Grundwehrdiener-Ausbildung wenig betroffen

 

Auch die Ausbildung für die Grundwehrdiener wird in Oberösterreich nur wenig betroffen sein. Denn durch den Geburtenrückgang und die Verkürzung des Wehrdienstes auf sechs Monate verringert sich die Anzahl der Grundwehrdiener um etwa 25 %.

 

Vor allem der auch in Diskussion gestandene Standort Freistadt kann gehalten werden. In Oberösterreich gibt es damit zwei plus eine Standortschließung, in den anderen Bundesländern wesentlich mehr.


Standortschließungen in den Bundesländern

 

Burgenland

4

Kärnten

4

Niederösterreich

8

Oberösterreich

2 + 1 (Steyr)

Salzburg

3

Steiermark

7

Tirol

4

Vorarlberg

0

Wien

10

 

Landeshauptmann Pühringer bedauert die Schließung des Truppen-übungsplatzes am Oberfeld in Obertraun und die Kasernenschließung in Kirchdorf. Das Bundesheer wird die Standorte weiter verwerten und mit Unterstützung des Landes Oberösterreich wird nach guten Lösungen gesucht.


Für Oberösterreich ergeben sich im Detail folgende Maßnahmen:


In Oberösterreich bleibt erhalten:

  • Militärkommando Oberösterreich 
    Beim MilKomando verbleibt weiters: 
    • Die Führungsverantwortlichkeit für Assistenzen.
    • Ein Milizbataillon. 
    • Baupionierzug.
  • 4. Panzergrenadierbrigade und die drei in Oberösterreich dislozierten unter-stellten Bataillone (Panzerstabsbataillon 4, Panzergrenadierbataillon 13 und Panzerbataillon 14)
  • Die Gesamtzahl der Arbeitsplätze bleibt mit ca. 2.400 unverändert.
  • Heeresunteroffiziersakademie
  • Kommando Luftunterstützung (= aufgewertetes bisheriges Fliegerregiment 3) mit der Lufttransportbasis in Hörsching
  • Heereslogistikzentrum Wels
  • Heeresmunitionsanstalt Stadl-Paura
  • Feldambulanz mit Sonderstatus für Medizinische Evakuierung (bisher Sanitätsanstalt Hörsching)
  • Schießplatz Ramsau/Molln
  • Gruppenübungsplatz Treffling


Standorte:

  • Ried
  • Stadl-Paura
  • Wels
  • Hörsching
  • Linz/Garnisonstraße
  • Linz/Gugl (Heeresleistungssportzentrum)
  • Linz/Ebelsberg
  • Freistadt (mit Erstellung eines Perspektivenplanes)
  • Enns
  • Raumsau/Molln


Was ist neu oder wird verstärkt?

  • Panzergrenadierbataillon 13 (Ried) wird nahezu verdoppelt
  • Kommando Luftunterstützung: 
    Der Aufgabenbereich wird erweitert, und es erfolgt eine personelle Verstärkung. Die drei Fliegerabwehrkompanien werden in das aufgewertete Kommando des Fliegerregimentes 3 übergeleitet. Dieses zusätzliche Personal wird für die Lufttransportbasis des Österreichischen Bundesheeres in Hörsching benötigt.
  • Schießplatz Ramsau/Molln wird modernisiert.


Oberösterreich verliert:

  • Jägerbataillon 15
  • Ausbildungskompanie (MilKommando)

Standorte:

  • Kirchdorf
  • Obertraun
  • Steyr

Veränderungen:

  • 3 Fliegerabwehrkompanien (Personal wird zur Gänze in das Fliegerregiment 3 integriert)

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Pressekonferenz am 7. Juni 2005

Tourismus-Landesrat Viktor Sigl und Mag. Karl Pramendorfer, Vorstand OÖ. Tourismus


zum Thema

"Großflächige Qualifizierungswelle im oberösterreichischen Tourismus sorgt für Qualitätsschub"

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Rückfragen-Kontakt: Gerhard Rumetshofer  (+43 732) 77 20-151 02
Elisabeth Kierner (+43 732) 72 77-123

Tourismus-Landesrat Viktor Sigl:
Qualifizierung von Tourismusbetrieben notwendig


Der Oberösterreich Tourismus iniitierte im vergangenen Jahr "Qualifizierungsprojekte für Tourismusbetriebe", die mit Mitteln aus dem Ziel-2-Programm Oberösterreich und Landesmitteln gefördert werden. Gemeinsam mit touristischen Partnern und anderen Leistungsträgern in den heimischen Feriendestinationen arbeitet der OÖ. Tourismus damit gezielt an der Entwicklung von touristischen Kompetenzzentren.

 

Um sich am touristischen Markt (inter)national zu positionieren, setzt Oberösterreich mit dem "Kursbuch für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft" auf Kernthemen und klar definierte Zielgruppen. "Die Umsetzung der Themen und die Erreichung der Kursbuch-Vorgaben kann nur durch eine (strategische) Angebotsentwicklung und Qualifizierung erfolgen," ist Tourismus-Landesrat Viktor Sigl überzeugt. Die Unterstützung der betrieblichen Ebene, um die dafür notwendigen, vermarktbaren Standards zu erreichen, ist Ziel dieses Qualifizierungsprojektes.

Das Ziel-2-Schulungs- und Beratungsprogamm ist bis Ende 2005 befristet. Bis dahin sollen alle zehn Projekte abgeschlossen sein und die Spezialisten im jeweiligen Thema eigenständig weiter arbeiten.

 

Die gemeinsame Erarbeitung der Konzepte brachte einen enormen Motivationsschub aller Teilnehmer und eine hohe Identifikation mit dem Thema mit sich. Gleichzeitig bietet das Programm insbesonders auch für kleinere Betriebe eine Chance zur Profilierung. Denn, durch die Vernetzung der Leistungsträger bringt jeder Partner seine Stärke ein, kann jeder auf das Angebot des anderen zurückgreifen. Damit wird die breite Palette der Urlaubs- und Freizeitmöglichkeiten in der gesamten Destination je nach gewähltem Schwerpunkt für Familien-, Wander- oder Mountainbikegäste noch besser erlebbar gemacht. Gleichzeitig bewirkt diese gemeinsame, koordinierte Weiterentwicklung einen Qualitätsschub für die jeweilige Destination.

 

Strukturierte (Urlaubs)Angebote, eine einheitliche strategische Ausrichtung und ein umfassendes Qualitätsversprechen auf allen Ebenen werden damit gewährleistet.

 

Land Oberösterreich leistet wertvollen Beitrag

 

Für diese Qualitätsoffensive kann in den beiden Jahren 2004 und 2005 ein Budgetrahmen von 1,6 Mio. Euro ausgeschöpft werden. Ein Großteil davon sind Fördergelder aus der EU und dem Land OÖ. "Die betriebliche Weiterbildung und Spezialisierung, sowohl in der Ausstattung als auch in der Dienstleistungsqualität, ist uns ein wichtiges Anliegen," sagt Sigl. Mit diesem innovativen, individuell abgestimmten Qualifizierungsprogramm haben mehr als 250 touristische Leistungsträger eine kostengünstige Form der betrieblichen Verbesserung genutzt.

 

Die Projekte im Detail

 

Thema

Projektpartner der Dienstleistungskette

Projektende

Wanderkompetenzzentrum Nationalpark Kalkalpen (mit den
touristischen Destinationen Pyhrn-Priel, Enns- und Steyrtal)

37

Herbst 2004

Wanderkompetenzzentrum Inneres Salzkammergut

35

Frühjahr 2005

Wanderkompetenzzentrum Mühlviertel

40

Herbst 2005

Romantisch Wohnen bei den Privatvermietern

25

Frühjahr 2005

Kulturtourismus Mühlviertel (Schwerpunkt Stifterjahr 05)

19

Frühjahr 2005

Kulturtourismus Mühlviertel (Schwerpunkt Strudengau)

 

Beginn Sommer 05

Familienkompetenzzentrum Pyhrn-Priel

15

Ende 2004

Familienkompetenzzentrum Oberinnviertler Seenplatte

38

Herbst 2005

Mountainbikekompetenzzentrum Inneres Salzkammergut

15

Ende 2004

Wanderreiten auf der Mühlviertler Alm

15

Herbst 2005

 

Mag. Karl Pramendorfer:
Qualitätsschub durch Vernetzung


"Biete an, was du selbst gerne tust und du wirst erfolgreich sein," fasst Mag. Karl Pramendorfer, Vorstand des OÖ. Tourismus, die Motivation für dieses Projekt zusammen. Denn, nur wer sein Angebot auch kennt und danach lebt, wird dies dem Gast glaubwürdig erlebbar machen. Pramendorfer freut sich über das klare Bekenntnis der Teilnehmer zu Qualität im Tourismus und zur gemeinsamen Weiterentwicklung eines für das Urlaubsland Oberösterreich so wichtigen Themas.

 

Die für jede Destination gemeinsam mit Entscheidungsträgern, Touristikern, Hoteliers, Freizeitanbietern und anderen Leistungsträgern erarbeiteten Programme basieren auf einer umfassenden Auseinandersetzung aller Beteiligten mit dem Thema. Die Steuerung der Netzwerk-Gruppen liegt bei den Projektmanagern im Oberösterreich Tourismus, die das Schulungs- und Beratungsprogramm für die jeweilige Destination gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort - je nach individuellen Voraussetzungen und Notwendigkeiten der teilnehmenden Betriebe und Organisationen - entwickelten, koordinierten und betreuten.

 

Basis für die Optimierung der Dienstleistungskette sind zum Beispiel Machbarkeitsstudien oder Stärken-Schwächen-Analysen. Mystery Guesting und betriebliche Einzelgespräche fanden in der Aufbereitung dieser Bedarfsanalysen ebenso Einfluss.

 

Mit zahlreichen Informationsveranstaltungen zu Beginn der Projekte wurde die Bewusstseinsbildung in den Destinationen für die Notwendigkeit von Qualifizierung und Spezialisierung vorangetrieben. "Besonders engagiert waren unsere Kollegen aus den Tourismusverbänden, wenn es darum ging, alle relevanten Partner der Dienstleistungskette für das gemeinsame Projekt zu motivieren," freut sich Pramendorfer. Denn, damit wurde die Struktur geschaffen, um gemeinsam - Tourismusverbände und Leistungsträger - eigenständig an der Kompetenz der Destination weiter zu arbeiten.


Gästeorientierung mit Herz und Hirn

 

Die Inhalte der sowohl von Touristikern als auch externen Experten abgehaltenen Schulungs- und Beratungseinheiten stellen eine gesunde Balance zwischen fachlicher und persönlicher Weiterbildung her. Die Software wurde von allen Teilnehmern als wesentlicher Einflussfaktor für den Erfolg des Unternehmens und in Folge auch für den Erfolg des Projektes bestätigt. "Wir beraten deshalb nicht nur das Unternehmen, sondern auch den Unternehmer," weiß Pramendorfer um die Wichtigkeit des Persönlichkeitsmanagements.

 

Daneben umfassten die Schwerpunkte der Schulungsmaßnahmen Bereiche wie Zielgruppenorientierung, Marketingstrategie, erfolgreiche Kommunikation und die Einbindung neuer Medien. Die Auseinandersetzung mit dem Gast, dessen Bedürfnisse und Wünsche und auch Trends in Zusammenhang mit der jeweiligen Zielgruppe waren für viele besonders aufschlussreich. Unterstützung gab’s auch bei Themen wie betriebliche Positionierung und das Herausfiltern des Alleinstellungsmerkmals (USP), Preisgestaltung, Produktentwicklung, Werbemaßnahmen, Homepagegestaltung, Verkauf, Beschwerdemanagement uvm.

 

Gleichzeitig wurden für einzelne Projekte neben den Trainingsgruppen (vorwiegend Betriebe) auch Strategiegruppen eingerichtet. Diese Vertreter der Entscheidungsträger (Politik, Funktionäre, Leitbetriebe) entwickelten parallel dazu strategische Rahmenbedingungen und treiben in ihrem Wirkungsbereich die gemeinsamen Interessen voran.

 

Mit diesem Programm konnte eine optimale Verknüpfung zu den Kursbuch-Themen und deren Umsetzung auch im OÖ. Tourismus hergestellt werden. Die betrieblichen Vernetzungsmöglichkeiten wurden anhand der Dienstleistungskette umfassend aufbereitet. Die im Rahmen der Work-shops erarbeiteten Vertriebs- und Marketingpläne der Kompetenzzentren fließen nun auch in die Marketingpläne der Landes-Tourismusorganisation ein und stärken damit den einheitlichen Auftritt Oberösterreichs mit all seinen "Landschaften für Leidenschaften".


Starthilfe zur Kompetenzentwicklung erfolgreich

 

Nach der anfänglichen Unterstützung durch den Oberösterreich Tourismus arbeiten vielen Projekte mittlerweile eigenständig weiter - und das mit Erfolg!

 

Das Mountainbike Zentrum Salzkammergut etwa profiliert sich in der trendigen Bikerszene: 30 Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe, 6 Biker-Spezialisten, 3 Reisebüros, 4 Verkehrsträger und die Tourismusverbände Inneres Salzkammergut, Bad Ischl, Bad Goisern und Traunsee haben sich kürzlich zum Verein "Mountainbike Zentrum Salzkammergut" zusammengeschlossen und schaffen auch mit Unterstützung des OÖ. Tourismus neue Angebotszuckerl für diese beliebte Trendsportart. Die Steigerung der Frequenz auf der "Dachsteinrunde" zeigt den touristischen Impuls des Bikens. Hier hat alleine die Zahl der fix als Package gebuchten Touren von 2003 auf 2004 um 42 % zugenommen. Ein eigener Katalog mit Mountainbikepauschalen (Auflage 10.000 Stück) war bereits nach wenigen Monaten vergriffen und wird derzeit neu produziert. Der Gast kann sich vor Reiseantritt bereits über http://www.biken.at/ alle relevanten Informationen zur Bikeregion (Touren, spezialisierte Beherberger, Hütten, geführte Touren, etc.) beschaffen und auch Packages online buchen.

 

Die Wanderspezialisten in der Nationalpark Kalkalpen Region wiederum bieten in einem eigenen Katalog vernetzte Urlaubsangebote. Diese mittlerweile mit über 30 Betrieben starke Gruppe steht einheitlich zum Produkt Nationalpark, bietet gemeinsame wöchentliche Wanderprogramme und buchbare Wanderangebote. Durch die klare Profilierung als Nationalpark-Wanderspezialisten und die eindeutige Marktaussage gibt es bereits nachweisliche Buchungserfolge bei den Betrieben: Rund 50 Anfragen treffen derzeit wöchentlich für die Wanderspezialisten ein, damit liegen sie zum Beispiel im Ranking der Anfragen innerhalb der Wanderdörfer Österreichs auf Platz 2. Infos auch unter http://www.wandern.at/

 

Besonders gut läuft die Saison auch für die Projektteilnehmer anlässlich des Stifterjahres 2005 an. Der Aufbau eines Netzwerkes, das weit über den touristischen Bereich hinaus geht, ist in diesem Projekt besonders beeindruckend. So werden ein eigenes Stifterbier oder Wiener Würstel nach alter Rezeptur angeboten. Neben der Verwendung qualitativ hochwertiger regionaler Produkte in der Speisenzubereitung wird auch bei der Dekoration regionalen Materialien große Beachtung geschenkt. Eine Mühlviertler Weberei etwa hat spezielle Tischwäsche für alle Anlässe kreiert.

 

Ein übersichtlicher Katalog mit kulturellen Veranstaltungen und Ausstellungen zum Stifterjahr 2005 sowie ein handlicher Folder (mit Landkarte, auf der sowohl die Ausstellungsorte als auch Wanderwege, Radrouten und Stifterwirte gekennzeichnet sind), den es übrigens auch in tschechischer Sprache gibt, sind bei der OÖ. Tourismus Information (Tel: 0732/22 10 22, Email: info@oberoesterreich.at) erhältlich.

 

Umfassende Informationen zu Veranstaltungen und Ausstellungen finden sich im Internet unter www.stifter2005.at. Zudem werden zehn verschiedene, individuell buchbare Kurzreiseprogramme sowie zehn Gruppenreisenangebote präsentiert. Auch die benutzerfreundliche Aufbereitung der Wander- und Spazierwege im Internet ist sehr umfangreich: Neben der detaillierten Beschreibung zum jeweiligen Weg findet man Einkehrmöglichkeiten bei den Stifterwirten, ausdruckbare Landkarten oder auch den Hinweis auf besondere Aussichtspunkte, die in Stifters Literatur empfohlen werden.

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Pressekonferenz am 7. Juni 2005

Landesrat Dr. Josef Stockinger
zum Thema

"Der erste Honig. Die ersten Bienenwirtschaftsmeister. Leistungen der Imkerei für Oberösterreich."

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Weitere Gesprächsteilnehmer: Hofrat Mag. Maximilian Liedlbauer, Präsident des OÖ. Landesverbandes für Bienenzucht
Jordan Grandl, aus Wartberg an der Aist als Sprecher der Bienenwirtschaftsmeister
Susanne Wimmer, Laborleiterin beim Landesverband für Bienenzucht

Rückfragen-Kontakt: Ing. Walter Silber  (+43 732) 77 20-111 17

Qualitätsoffensive für Honig aus Oberösterreich

 

Gold oder Silber tragen die Honiggläser seit heuer. Das Qualitätssiegel "Honigland Oberösterreich" wurde vom OÖ. Landesverband für Bienenzucht entwickelt. Honig, der dieses Qualitätssiegel trägt, ist garantiert ein reines Naturprodukt aus den Regionen Oberösterreichs mit ausgezeichneter Qualität, nachvollziehbarer Herkunft und strenger Kontrolle. Im Labor für Bienenprodukte und Bienengesundheit des OÖ. Landesverbandes wird der Honig auf Herkunft, Naturbelassenheit, Reife, Sauberkeit, korrekte Kennzeichnung, Geruch und Geschmack geprüft. In der Folge gibt es eine Kennzeichnung als "Silber-Honig" oder "Gold-Honig".

 

Agrarlandesrat Dr. Josef Stockinger: "Für den Konsumenten muss es auf den ersten Blick erkennbar sein, dass es sich bei Honig um ein Qualitätsprodukt aus Oberösterreich handelt".

 

Erster Honig 2005: Guter Blütenhonig trotz Wetterkapriolen

 

Die oberösterreichischen Imker haben trotz Kälteeinbrüche Mitte Mai und Wetterkapriolen den ersten Blütenhonig des Jahres 2005 schleudern können. Die Bienenvölker haben die kurzen Schönwetterphasen optimal genutzt und Nektar in die Stöcke getragen. "Die Carnica-Biene ist in unseren Klimalagen bestens angepasst und lässt sich nicht so leicht von kalten Temperaturen beeindrucken", sagt Präsident Maximilian Liedlbauer. Daher wird die Carnica-Rasse auch von der überwiegenden Mehrheit der oberösterreichischen Imker gehalten. Die Mischung verschiedener Blütennektare ergibt auch heuer wieder einen sehr aromatischen und würzigen Blütenhonig. Jetzt warten die Imker auf die Waldtracht und in der Folge auf eine gute Waldhonig-Ernte.

 

Die wichtigsten Bestandteile des Honigs:

 

28 bis 34 % Traubenzucker (Glucose)
34 bis 40 % Fruchtzucker (Fructose)
1 bis 10 % Mehrfachzucker (Saccharose)
16 bis 20 % Wasser
bis 5 % Fermente (Biokatalysatoren)
bis 8 % Vitamine je nach Pollenanteil
bis 12 % Mineralstoffe und Spurenelemente (besonders Kalium, Magnesium, Kalzium, Eisen, Kupfer, Mangan und Chrom)
bis 10 % verschiedene Säuren
bis 14 % Aminosäuren sowie
mehr als 100 natürliche Aromastoffe und antibakterielle Substanzen

 

Blütenhonig hat um ca. 10 % mehr Einfachzucker und einen höheren Vitamingehalt durch die im Honig enthaltenen Pollen.

 

Waldhonig hat einen bis zu 10 % höheren Mehrfachzuckeranteil und bis zu 1 % mehr Mineralstoffe und Spurenelemente.

 

Fachausbildung zum Bienenwirtschaftsmeister - die ersten 30 Absolventen

 

Von Herbst 2003 bis April 2005 haben 30 Imker aus Oberösterreich die Fachausbildung zum Bienenwirtschaftsmeister erfolgreich absolviert. Die Abschlussarbeit war je eine 40seitige Hausarbeit zu einem Thema aus der Imkerei. Jordan Grandl aus Wartberg an der Aist ist Sprecher der frisch geschlüpften Bienenwirtschaftsmeister. "Ohne Grundkenntnisse kommt man heute in der Imkerei nicht mehr durch. Mir war ein umfangreiches Wissen wichtig und ist mir jetzt auch hilfreich. Ich empfehle diese Ausbildung jedem Imker". Für Bienenwirtschaftsmeister Grandl ist die Berufung zur Imkerei vor allem auch aus Landschaftssicht wichtig. "Die Bienen bestäuben die Blüten der Bäume und Pflanzen", sagt Grandl, der Creme-Honig und Propolis aus seinen 20 Völkern erntet.

 

Alle Hausarbeiten der Abschlussprüfung werden am 2. Juli 2005 beim OÖ. Imkertag in Bruckmühl (Gemeinde Ottnang im Bezirk Vöcklabruck) vorgestellt.

 

Landesrat Stockinger: "Die Professionalisierung in der Bienenwirtschaft sichert neben der Produktion hochqualitativer Produkte das Überleben der Imkerei in Oberösterreich. Die 7.500 Imker sind auch verantwortlich für das blühende Gesicht des Landes Oberösterreich. Denn durch ihre Arbeit bestäuben die Bienen die zahlreichen Bäume, Blüten und Sträucher".


Honig als Multitalent

 

Der heilige Ambrosius (7. Dezember) ist der Schutzpatron der Imker. Die Imkerei ist eine Lebenseinstellung, die somit auch in den christlichen Werten verwurzelt ist. Wer Bienen hält, hat auch eine bewusste Einstellung zu den Abläufen in der Natur. Die Produkte der Bienenhaltung und der Imker sind vielfältig nutzbringend. 

  • Honig
    Heimischer Honig mit seinen vielfältigen Inhaltstoffen ist für den menschlichen Organismus fast Medizin, stärkt die Immunabwehr, erhöht die Vitaminnutzung, regt Appetit und Verdauung an und verhindert Heißhunger.
  • Blütenpollen
    Blütenpollen haben mit ihren Inhaltstoffen, den Proteinen, den Aminosäuren, den Mineralstoffen und Spurenelementen, Fermenten und antibiotische Substanzen einen hohen Stellenwert als wertvolle Nahrungsergänzung. Weiters ist Blütenpollen hervorragend geeignet um Leistungstiefs abzufangen.
  • Gelee Royal
    Der königliche Futtersaft ist im Bienenvolk den königlichen Larven vorbehalten. Der Imker kann dieses Gelee Royal durch spezielle Methoden ernten. Wertvoll für den menschlichen Körper sind die Aminosäuren, die Vitamine, Fett, Mineralstoffe, Farbstoffe und Antibiotika.
  • Bienengift
    Sofern keine Allergie besteht, kann ein Bienenstich sogar hilfreich sein. Bienengift wird in der API-Therapie vielfältig verwendet, besonders auch bei der Rheumabehandlung.
  • Met
    Honigwein entsteht durch Vergärung von Honig und Wasser. Sein Image als Kraftgetränk, Mutgetränk und Gesundheitsgetränk haben schon die Römer und Germanen genutzt.
  • Propolis
    Propolis oder Kittharz ist im Bienenstock das Schutzschild gegen Krankheiten und Schädlinge. Die Bienen dichten damit Fugen ab. Propolis ist als Naturstoff eine wertvolle Rarität. In Untersuchungen wurde festgestellt, dass Propolis 60 verschiedene entzündungshemmende und gesundheitsfördernde Wirkstoffe und Spurenelemente enthält. Angewendet wird Propolis als Tinktur (Tropfen und als Creme).
  • Bienenwachs
    Bienen erzeugen mit ihren speziellen Drüsen kleine Wachsplättchen, aus den die sechseckigen Waben gebaut werden. Bienenwachs wird verwendet für die Kerzenproduktion, für die Textilindustrie, in der Elektrotechnik, als Poliermittel und in der Kosmetik.

Daten zur Imkerei in Oberösterreich:

 

7.500 Imker
90.000 Völker (ein Volk zählt im Sommer 70.000 Bienen)
Jahresernte 2004: 1.940 Tonnen Honig aufgegliedert in 1.270 Tonnen Waldhonig und 675 Tonnen Blütenhonig
Ab 2005 Qualitätssiegel für Silber-Honig und Gold-Honig
Fachausbildung professinalisiert: 30 neue Bienenwirtschaftsmeister
LR Stockinger: "Honig ist ein Qualitätsprodukt aus Oberösterreich. Die Imker leisten einen wertvollen Beitrag für das blühende Gesicht unseres Bundeslandes".

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Pressekonferenz am 7. Juni 2005

Landesrat Josef Ackerl
zum Thema

"Die ´schwierigen` Kinder, die keine Kinder mehr sein wollen - eine qualitative Studie über Lückekinder"

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Weitere Gesprächsteilnehmer: Daniela Königsmayr, Studienautorin

Rückfragen-Kontakt: Peter Binder  (+43 732) 7720-151 12

In der Jugendwohlfahrt des Landes Oberösterreich ist der Paradigmenwechsel von der "Fürsorge" zum "hilfeorientierten Service für Kinder, Jugendliche und deren Eltern" gelungen. Die Zielgruppe reicht also von den Klein- und Kleinstkinder über Schülerinnen und Schüler bis hin zu allen Erziehungsberechtigten und solchen, die es noch werden wollen. Die Palette des Angebots umfasst Krabbelstuben, Kindergärten, Tagesmütter, Schulsozialarbeit, Jugendzentren, Elternschulen und Eltern-Kind-Zentren.

 

Trotz dieses weitreichenden und scheinbar alle Altersschichten durchdringenden Angebots der Jugendwohlfahrt und der in der Jugendarbeit tätigen Organisationen und Vereine konnte auch in Oberösterreich bzw. ganz Österreich eine Angebotslücke für eine bestimmte Altersgruppe von Kindern bzw. Jugendlichen konstatiert werden. Über diese sogenannten "Lückekinder" gibt es bereits in Deutschland - z.B. Berlin, Dresden – Untersuchungen, die dieses Phänomen zum Teil bis in die 80er Jahre zurückverfolgen konnten. Das vorhandene Angebot ist einerseits schon zu "kindisch", andererseits schon für "reiferes" Publikum. Dementsprechend finden die Kinder zwischen 12 und 15 oftmals keine Angebote.

 

Wenn Jugendliche dann durch Verhaltensauffälligkeiten, Medikamenten- und Rauschmittelmissbrauch oder kriminelle Handlungen in die Schlagzeilen geraten, liegt die Ursache dafür oftmals in dieser Entwicklungsstufe zwischen 12 und 15 Jahren, sie sind entwicklungs- und sozialisationsbedingt. Die dann von der Jugendwohlfahrt initiierten "Feuerwehrprogramme" oder auf die "Problemgruppen" zugeschnittenen Angebote tragen dann zu einer weiteren Ausgrenzung bzw. Stigmatisierung bei, ohne die Probleme wirklich zu lösen. Eine kriseninterventionslastige Jugendwohlfahrtspraxis entspricht aber ohnehin nicht mehr dem erreichten Paradigmenwechsel; der nicht zuletzt aus der Erkenntnis kommt, dass eine solche Praxis umso mehr Problemfälle erzeugt, je mehr sie Freizeitangebote zugunsten der Einzelbetreuung von Problemjugendlichen einengt.

 

Von früheren Berechnungen - z.T. wieder aus Deutschland - ist bekannt, dass die Betreuung eines problematischen Jugendlichen etwa zwanzig Mal soviel kostet wie entsprechende Angebote in der offenen Jugendarbeit. Auch in Oberösterreich machen jene Beträge, die Vereinen und Organisationen für ein breites Freizeitangebot für Jugendliche zur Verfügung gestellt werden, immer noch einen Bruchteil der Summe aus, die die Jugendwohlfahrt des Landes, der Städte und Gemeinden für die Hilfen für Erziehung bzw. die Unterbringung und Betreuung verhaltensauffälliger Jugendlicher ausgibt. Die "offene" oder verbandliche Jugendarbeit kann hier auf jeden Fall präventiv wirken, indem sie altersadäquate und speziell auf die Zielgruppe zugeschnittene Freizeitprogramme entwickelt. Dafür ist es aber notwendig, genau zu wissen, wie diese Zielgruppe im Detail beschaffen ist.

 

Landesrat Josef Ackerl hat darum als zuständiger Referent für die Jugendwohlfahrt eine qualitative Studie in Auftrag gegeben. "Die Kinder dieser Altersgruppe werden durch keine unserer Einrichtungen - wie Hort oder Jugendzentren - adäquat erfasst!" so Landesrat Josef Ackerl. "Wir müssen Jugendgruppen und -verbänden unterstützen, damit sie mit den Herausforderungen dieser Zielgruppe besser umgehen zu können!"

 

Die "schwierigen" Kinder, die keine Kinder mehr sein wollen -
eine qualitative Studie über Lückekinder

 

Verortung 12- bis 15-Jähriger und der Übergang zur aktiven Rolle in Kinder- und Jugendorganisationen

 

Ausgangssituation

 

Kinder im Alter von 12-15 Jahren finden oft keinen Platz in den bestehenden Kinder- und Jugendorganisationen und ihren Angeboten: Sie befinden sich im Übergang vom ´Kind-sein` zum ´Jugendlich-sein`, eine Zeit die bestimmt ist durch starke Veränderungen ihrer Interessen und Bedürfnisse und speziell auch einem Umbau der sozialen und zwischenmenschlichen Beziehungen. Hinsichtlich ihrer Bedürfnisse und Interessen liegt die Schwierigkeit somit in der Angebotsstruktur: Einerseits unterfordern sie die Angebote für Kinder, gleichzeitig sind sie andererseits mit dem Angebot für Jugendliche aber noch überfordert.

 

Diese Angebotslücke führt dazu, dass gerade in diesem Alter junge Menschen keine entsprechenden Angebote vorfinden und dadurch die Organisationen verlassen. Das heißt somit auch, dass es diesen an Nachwuchs für BetreuerInnenfunktionen fehlt, die am ehesten aus der eigenen Kinder- und Jugendarbeit gewonnen werden können.

 

Die Anforderungen der ´Lückekinder` haben sich aber in den letzten Jahren stark gewandelt. Es stellt sich die Frage welche Veränderungen die Organisationen vornehmen müssen um auf diese neuen Bedürfnisse reagieren zu können.

 

Fragestellungen

 

Die vorliegende Studie befasst sich somit mit folgenden Fragestellungen:

 

Welche Bedürfnisse haben die 12- bis 15-Jährigen? Was wünschen sie sich von einer Organisation an Rahmenbedingungen, Angeboten, Bezugspersonen, Strukturen, Inhalten? Wie kann ein Übergang von der Teilnahme an Aktivitäten zur Übernahme von Verantwortung und Engagement gelingen?

 

Methoden

 

Betrachtet wird auf entwicklungspsychologischer - soziologischer Ebene die Entwicklungsphase, in der sich die 12- bis 15-Jährigen befinden.

 

In einem kurzen Überblick über Ergebnisse aktueller Jugendstudien, wird die ´heutige Jugend` beleuchtet: ihre Werte und Identitäten, ihre Einstellung zu Leben, gesellschaftspolitischem Engagement und Politik.

 

Zur Steigerung der Effizienz der Studie wurden sechs anerkannte, traditionelle Jugendorganisationen aus dem In- und Ausland in Hinblick auf ihre Kinder- und Jugendgruppenarbeit untersucht. Die Ergebnisse dieser Best Practice - Recherche bieten Denkanstöße und Vergleichsmöglichkeiten für die Neuorientierung der Arbeit mit den ´Lückekindern`.

 

In  sechs Gruppendiskussionen mit insgesamt 20 stichprobenartig ausgewählten 12- bis 15-Jährigen Mädchen und Burschen aus fünf Bundesländern wurde versucht, Wünsche, Bedürfnisse, Meinungen und Ideen der Jugendlichen einzufangen und aufzuarbeiten.

 

Ergebnisse

 

Junge Menschen im Alter von 12-15 Jahren machen einen großen Entwicklungssprung, aufgrund dessen kommt es in dieser Zeit zur starken Veränderung der Interessen, die Abgrenzung vom ´Kind-sein` ist ein Hauptanliegen - dies bedeutet für den Umgang mit ´Lückekindern`die Gewährung größtmöglicher Partizipation und Selbständigkeit.

 

Die Entwicklung der Kinder im Alter von 12 - 15 Jahren lässt sich anhand von folgenden Spannungsfeldern beschreiben:

 

Spannungsfelder

  • Zwischen Sex und Plüschteddy
    • Sie befinden sich inmitten der turbulenten Phase der Pubertät
  • Zwischen Freiraum und Stabilität
    • Sie wollen Grenzen ausloten, ´zu weit gehen` und sich aufgehoben fühlen
  • Zwischen Verständnis und Grenzen
    • Sie wünschen sich vertrauensvolle, offene und verständnisvolle Bezugspersonen
  • Zwischen Angebot und Eigeninitiative
    • Sie wünschen sich Partizipation und Mitbestimmung bei sinnvoller Freizeitgestaltung
  • Zwischen sozialem Gewissen und Eigennutz
    • Sie brauchen geschlechtersensible, ihren Interessen entsprechende Angebote und die Peer Group (Peer Education - Lernen von und mit Gleichaltrigen)

Aufgabe der Jugendarbeit in der Arbeit mit dieser Zielgruppe ist es, gemeinsam mit ihnen die Balance innerhalb dieser Herausforderungen zu finden und zu bewahren.

 

In dieser Zeit wird der Grundstein für die Bildung von Interesse an Engagement und inhaltlicher Arbeit einerseits, Interesse an der Arbeit mit Kindern und in einer eigenen Gruppe andererseits  - im Idealfall fallen bei entsprechender Begleitung durch die Organisation diese Interessensgebiete bei den TeilnehmerInnen zusammen - das Alter der Lückekinder bietet einen guten Zeitpunkt, um auf Peer Education zu setzen.

 

Mädchen und Buben haben unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten. Entwicklungs- und sozialisationsbedingte Vorsprung der Mädchen wirkt sich auch auf die Interessensbildung aus.

 

Dem Übergang zur Übernahme von Verantwortung und Engagement der sich in dieser Phase verortet, sollte von der Organisation besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Für einen gelungenen Übergang sind verschiedene Faktoren zu beachten die mit einander vernetzt sind. Die Kindergruppenarbeit der Organisation ist Voraussetzung und Maßnahme für eine nachhaltige Mitgliederbindung und die ´Schaffung` ehrenamtlicher MitarbeiterInnen im Jugend- und Erwachsenenalter, die bspw. BetreuerInnenfunktionen übernehmen können. Grundvoraussetzung für eine adäquate Mitgliederbetreuung von Kindesbeinen an, ist eine transparente und durchlässige Struktur, in welche die gesamte Kinder- und Jugendgruppenarbeit der Organisation eingebettet ist. Dies kann in ersten Schritten über direkte und konkrete Kommunikation, Information und Aufklärung auf allen Ebenen der Organisation passieren. Mit einer verstärkten Konzentration auf die Kindergruppenarbeit ist ein wichtiger Baustein in Richtung Weiterbestehen der Organisation gelegt.

 

In der Literatur findet sich zur aktuellen Lage der ehrenamtlichen Arbeit, die Meinung, dass in den letzten Jahren ein Trend weg von langjährigem Engagement herrscht. Dies kann aus der vorliegenden Erhebung weder bestätigt noch widerlegt werden. Während einerseits die organisierten Mädchen überzeugt sind, dass es gut wäre, Kinder ´von Anfang an` in einer Organisation zu begleiten, äußern andererseits einige nichtorganisierte Mädchen und Burschen Ablehnung bzw. Skepsis gegenüber einer langjährigen ´Bindung` an eine Organisation.

 

Wie sich in der Best Practice - Recherche gezeigt hat arbeiten einige der von uns untersuchten Organisationen mit klar strukturierten Altersgruppen, deren Übergänge mit Ritualen und Traditionen verbunden sind. Ein solches System in einer bestehenden Organisation einzuführen gestaltet sich zumindest schwierig. Eine machbare Variante für Organisationen, die dafür auch die personelle Kapazität (noch) nicht aufbringen können, liegt in einer Konzentration auf die Angebotssetzung - Stichwort: Kontinuierliche Angebotsstruktur für alle relevanten Altersgruppen und altersadäquate Angebote.

 

Was heißt das aber nun, das Angebot altersgerecht zu gestalten? Neben einer intensiven Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen der unterschiedlichen Altersgruppen in pädagogisch-didaktischer Hinsicht, lässt sich relativ allgemein folgendes festhalten: Das Angebot wird altersadäquat durch die direkte Kommunikation mit den Kindern und Jugendlichen. ´Fragen - einbeziehen - mitbestimmen lassen - vorgeschlagene Themen aufgreifen`; dadurch wird klar, wo die Schwerpunkte in einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen liegen und dementsprechend können dann Aktivitäten gesetzt werden.

 

Für die Gesamtorganisation bedeutet dies, Kontakt haben mit den GruppenleiterInnen, Überblick haben über mediale Ereignisse zum Thema Kinder und Jugendliche und auch den direkten Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen zu suchen.

 

Dadurch können von der Organisation Unterlagen und Materialien für die einzelnen Altersgruppen erstellt und zur Verfügung gestellt werden, die den GruppenleiterInnen die Möglichkeit bieten, das für ihre Gruppe oder einzelne Mitglieder ihrer Gruppe entsprechende heraus zu suchen und zu verwenden.

 

Hinsichtlich der möglichen Information und Kommunikation zwischen Jugendorganisation und den Jugendlichen überraschten die eher konservativen Meinungen und Ideen. E-Mail, E-Mail-Newsletter und Homepage als Informationsmöglichkeit fanden weniger Anklang, als die traditionelle Vereinszeitung - diese soll allerdings "peppig" sein, eventuell von Kindern und Jugendlichen mitgestaltet.

 

Schlussfolgerungen und Handlungsansätze für die Jugendarbeit

  • Mitbestimmung als Prinzip der Arbeit mit dieser Zielgruppe
  • In der Arbeit mit dieser Altersgruppe eher Modelle und Werte zur kritischen Reflexion anbieten als Überzeugungsarbeit leisten zu wollen
  • Spezifisches Angebot in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit für diese Altersgruppe
  • Speziell für diese Altersgruppe geschlechtssensible Angebote setzen
  • Gezieltes Einsetzen von Peer Education - Arbeiten und Lernen mit Gleichaltrigen
  • Spezielle Seminarangebote für Menschen, die mit dieser Zielgruppe arbeiten
  • Konkrete, zielgruppenorientierte Kommunikation zwischen Organisation und der Zielgruppe durch entsprechende Medien
  • Begleitete Betätigungsfelder und geschützte Handlungsräume für erste Erfahrungen mit Verantwortungsübernahme

HerausgeberInnen:
Österreichisches Institut für Kinderrechte & Elternbildung, A-1010 Wien, Ballgasse 2
Tel.: 01/513 83 93, mail: kinderrechteinstitut@aon.at
Autorin: Daniela Königsmayr

Presseinformationen

Amt der Oö. Landesregierung • 4021 Linz, Landhausplatz 1 • Telefon (+43 732) 77 20-0 • E-Mail post@ooe.gv.at