Amt der Oö. Landesregierung
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Reihenhäuser, Doppelhäuser in Mietkauf

Gefördert wird der Neubau von Reihenhäusern/Doppelhäusern in Mietkauf durch Zuschüsse des Landes Oberösterreich.

Wer wird gefördert?

Gewerbliche Bauträger und gemeinnützige Bauvereinigungen mit Firmensitz in Oberösterreich, die Eigentümer oder Bauberechtigte der zu verbauenden Liegenschaft sind und diese Objekte förderbaren Personen überlassen, können im Rahmen der Eigenheimförderung Reihenhäuser bzw. Doppelhäuser in der Rechtsform Mietkauf errichten.

Was wird gefördert?

Die Errichtung von Reihenhäusern/Doppelhäusern in Mietkauf, wobei die Anlage aus mindestens drei Reihenhäusern bzw. zwei Doppelhäusern bestehen muss, die über eine zusammenhängende thermische Hülle verfügen. Das Ansuchen ist vor Baubeginn vom Bauträger einzureichen.

Wie wird gefördert?

Die Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft gewährt nach Prüfung durch das Land Oberösterreich ein Hypothekardarlehen mit einer Laufzeit von 30 Jahren, welches mit Zuschüssen des Landes gefördert wird.

Das Hypothekardarlehen beträgt:

80.000 Euro Standardförderung
(energetische Mindestanforderungen laut Oö. Bautechnikverordnung sowie Mindestanforderungen an Heizungs- und Warmwasserbereitungsanlagen sind zu erfüllen)

Mögliche Förderzuschläge:

Das geförderte Hypothekardarlehen erhöht sich um:

  • 5.000 Euro
    bei der Errichtung als Niedrigenergiehaus
  • oder 10.000 Euro
    bei der Errichtung als Optimalenergiehaus

  • 10.000 Euro bei Verzicht auf mineralölbasierte Dämmstoffe an der thermischen Hülle (davon ausgenommen sind erdberührte Dämmschichten)

  • 3.000 Euro für Barrierefreiheit

Rückzahlung und Verzinsung des geförderten Darlehens:

Zur Rückzahlung dieses Hypothekardarlehens mit variabler Verzinsung und 30-jähriger Laufzeit leistet das Land Oberösterreich einen Zuschuss. 

Die Höhe des Zuschusses beträgt ein Sechstel des geförderten Hypothekardarlehens, aufgeteilt auf die Darlehenslaufzeit von 30 Jahren. Während der ersten 15 Jahre beträgt die Höhe des Zuschusses 5 % pro Jahr und für die restliche Laufzeit 1,67 % pro Jahr des gesamten Förderbetrages.

Die variable Verzinsung erfolgt auf Basis des 3-Monats-Euribors zuzüglich eines nach oben begrenzten Aufschlags. Die Tilgung beträgt im ersten Jahr 2,10 % des ursprünglichen Darlehensbetrags, danach wird diese um 1,86 % p.a. erhöht.

Beispiel zur Förderung:

Reihen- oder Doppelhaus 80.000,00 Euro
für die Errichtung als Niedrigenergiehaus 5.000,00 Euro
Höhe des geförderten Darlehens  85.000,00 Euro
Zuschuss des Landes :

14.167 Euro (= 1/6)

Jahr Förderung p.a. Förderung gesamt
1. bis 15. Jahr 708,33 Euro 10.624,95 Euro
16. bis 30. Jahr 236,11 Euro 3.541,72 Euro
    14.166,67 Euro

Zusatzförderung für Kinder:
Der Erstbezieher eines Mietkaufreihenhauses kann ab Geburt des zweiten Kindes um eine - nach der Restlaufzeit des Darlehens gestaffelte - Zusatzförderung ansuchen. Voraussetzung ist, dass das Kind innerhalb von fünf Jahren ab Zusicherung geboren wird und für dieses Kind Familienbeihilfe bezogen wird. Dieser Zuschlag wird dem Erstbezieher in bar ausbezahlt.
 

Restlaufzeit von 30 Jahren Restlaufzeit von 29 Jahren Restlaufzeit von 28 Jahren Restlaufzeit von 27 Jahren Restlaufzeit von 26 Jahren

im 1. Jahr der Zusicherung

im 2. Jahr der Zusicherung

im 3. Jahr der Zusicherung

im 4. Jahr der Zusicherung

im 5. Jahr der Zusicherung

1.317,63 Euro 1.221,47 Euro 1.129,02 Euro 1.040,12 Euro 954,64 Euro


Energetische Mindestanforderungen:

  • Die energetische Mindestanforderung hinsichtlich HWBRef,RK bzw. fGEE des zu fördernden Eigenheims richtet sich nach den energiebezogenen Anforderungen der, laut Oö. Bautechnikverordnung geltenden, OIB-Richtlinie 6.
  • Der Nachweis dieser energetischen Mindestanforderung an die Energiekennzahlen kann wahlweise entweder über den Heizwärmebedarf oder über den Gesamtenergieeffizienz-Faktor geführt werden.


Mindestanforderung an Heizungs- und Warmwasserbereitungsanlagen:
Als Heizungs- und Warmwasserbereitungssystem ist eins der folgenden hocheffizienten alternativen Energiesysteme verpflichtend vorzusehen:

  • dezentrale Energieversorgungssysteme auf der Grundlage von Energie aus erneuerbaren Quellen; Heizungssysteme auf Basis emissionsarmer, biogener Brennstoffe sind nach Möglichkeit mit Solaranlagen (thermisch oder netzgekoppelte Photovoltaik) zu kombinieren;

  • Fern-/Nahwärme oder Fern-/Nahkälte, sofern sie ganz oder teilweise (zumindest 80%) auf Energie aus erneuerbaren Quellen beruht;

  • Fern-/Nahwärme oder Fern-/Nahkälte aus hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen im Sinne der Richtlinie 2004/8/EG über die Förderung einer am Nutzwärmebedarf orientierten Kraft-Wärme-Kopplung im Energiebinnenmarkt, ABl. Nr. L 52 vom 21.02.2004 S. 50, sowie sonstige Abwärme, die andernfalls ungenutzt bleibt;

  • Wärmepumpen, die nach den EU-Umweltzeichenkriterien gemäß Richtlinie 2014/314/EU zertifiziert sind (EU Ecolabel) bzw. vollinhaltlich den in dieser Richtlinie festgelegten Mindestanforderungen entsprechen, soweit die Vorlauftemperatur des Wärmeabgabesystems (Wand-/Fußbodenheizung) maximal 40°C beträgt; vom Grundsatz der maximalen Vorlauftemperatur von 40°C kann im Falle des Einsatzes eines Zwei-Leiter-Wärmeverteilsystems mit hygienischer Trinkwasserbereitung abgewichen werden; Wärmepumpen sind nach Möglichkeit mit Solaranlagen (thermisch oder netzgekoppelte Photovoltaik) zu kombinieren; die Photovoltaikanlage muss geeignet sein, den Jahresstromverbrauch der Wärmepumpe abzudecken, was bedeutet, dass der Jahresstromverbrauch der Wärmepumpe ungefähr der Jahresstromproduktion der PV-Anlage entspricht;

  • Andere Technologien und Energieversorgungssysteme, soweit diese im Vergleich zu den in Ziffer 2, 3 bzw. 4 angeführten Systemen zu geringeren Treibhausgas-emissionen führen.

Abweichend von obigen Varianten kann in Ausnahmefällen nach erfolgter Alternativenprüfung auch ein Erdgas-Brennwert-System in Kombination mit Solaranlagen (thermisch oder netzgekoppelte Photovoltaik) oder in Kombination mit anderen gleichwertigen Maßnahmen vorgesehen werden.

Als weitere Anforderungen an das Heizungs- und Warmwassersystem sind bei einem wassergetragenen Heizsystem ein Niedertemperaturverteilsystem und eine fachgerechte hydraulische Einregulierung der Wärmeverteilungs/abgabe-Systeme vorzusehen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Welche Voraussetzungen muss ein Bauherr erfüllen?

  • DerFörderungswerber ist hinsichtlich der zu verbauenden Liegenschaft Eigentümer oder Bauberechtigter.
  • Das zu verbauende Grundstück muss hinsichtlich Darlehen bzw. Krediten lastenfrei sein.
  • Für das jeweilige Bauvorhaben ist ein eigenes Bankkonto zu führen, in welches das Land Oberösterreich und die künftige Wohnungsbenützerin und der künftige Wohnungsbenützer ein Einschaurecht haben.
  • Mit dem Bau der Wohnanlage ist unverzüglich nach Erteilung des vorzeitigen Baubeginns bzw. nach Erteilung der Zusicherung zu beginnen.
  • Die Reihenhaus- bzw. Doppelhausanlage muss aus mindestens drei Reihenhäusern bzw. zwei Doppelhäusern bestehen.
  • Deren zugeordnetes Grundstück darf einschließlich der verbauten Fläche im Durchschnitt für jedes Eigenheim der Gesamtanlage 400 nicht übersteigen.
  • Mietkaufreihenhäusern bzw. Doppelhäuser haben eine Mindestgröße von 80 aufzuweisen.
  • Die Reihenhäuser und Doppelhäuser müssen über eine zusammenhängende thermische Hülle verfügen.
  • Die Häuser sind mit Oberflächenendausführung bzw. bezugsfertig zu erstellen.
  • Die zu errichtenden Wohnungen sind an förderbare Personen im Sinne des Oö. WFG 1993 zu vergeben. Der Bauträger hat die Förderungswürdigkeit der Mieter zu prüfen und die diesbezüglichen Unterlagen mindestens bis zur Übertragung ins Eigentum der Bewohner aufzubewahren.
  • Die Vergabe durch gemeinnützige Bauvereinigungen hat unter Anwendung der Vergaberichtlinien vom 6. Mai 2014 gemäß § 7 Abs. 2 Oö. WFG 1993 zu erfolgen.
  • Reihenhäuser/Doppelhäuser dürfen erst nach Ablauf von 10 Jahren ab Erstbezug an den jeweiligen Mieter verkauft werden.
  • Das Benützungsentgelt ist bei Vermietung für die Dauer der Laufzeit der Förderung nach den Entgeltbestimmuingen des § 14 WGG 1979 zu kalkulieren und zu verrechnen.

Welche Voraussetzungen müssen Mieter aufweisen:

Die Vergabe dieser geförderten Reihen- oder Doppelhäuser darf nur an natürliche Personen erfolgen, die nachstehende Voraussetzungen erfüllen:

  • Der Mieter des geförderten Reihen- oder Doppelhauses muss eine förderbare Person im Sinne des § 2 Z. 13 Oö. WFG 1993 sein:
    - das Reihen- oder Doppelhaus ist mit Hauptwohnsitz zu bewohnen,
    - der Mieter muss eigenberechtigt sein und
    - das Einkommen darf bestimmte Einkommensobergrenzen nicht übersteigen.
  • Weiters müssen Mieter zum folgenden Personenkreis zählen:
    - österreichischer Staatsbürger oder
    - Staatsbürger eines EWR-Staates oder
    - Besitz des Aufenthaltstitels „Daueraufenthalt-EU"
    - Sonstige Personen dürfen ein gefördertes Objekt nur anmieten oder erwerben, wenn sie gemäß § 6 Abs. 9 – 13 Oö.WFG 1993 in den letzten 5 Jahren 54 Monate lang Einkünfte oder Leistungen bezogen haben und Deutschkenntnisse nachweisen.
  • Das Reihen- oder Doppelhaus ist umgehend längstens 6 Monate nach Schlüsselübergabe zu beziehen.
  • Mit dem Bezug eines geförderten Reihen- oder Doppelhauses sind alle Rechte an jenen Wohnungen aufzugeben, die in den letzten fünf Jahren mit Hauptwohnsitz vor Bezug der geförderten Wohnung dauernd bewohnt wurden. Unabhängig davon ist, ob es sich dabei um Wohnobjekte im Eigentum oder in Miete, gefördert oder freifinanziert, handelt.

  • Ehepaare und eingetragene Partner müssen den selben Hauptwohnsitz haben.

  • Die Weitervermietung eines geförderten Objektes durch den Mieter ist nicht zulässig.

(nähere Erläuterungen zu den Voraussetzungen finden Sie unter "Begriffe zum Thema Wohnen").

Bei Nichterfüllung der Voraussetzungen bzw. Verpflichtungen erfolgt die Einstellung bzw. Rückforderung der Zinsenzuschüsse.

Förderungsvorgang:

A. Antragstellung durch den Förderungswerber und grundbücherlichen Eigentümer

B. Energiesparende Bauweise
Ein vollständiger Energieausweis gemäß Oö. Bautechnikgesetz/Bautechnik-Verordnung mit Anhang und zusätzlicher Angabe der nach dem Berechnungsverfahren des O.O. Energiesparverbandes ermittelten Nutzheiz-Energiekennzahl ist  vom Errichter der Anlage für jede Einheit  beim O.Ö. Energiesparverband einzureichen. Der Befund des O.Ö. Energiesparverbandes über die Überprüfung der Energieausweise für jedes einzelne Haus der Anlage ist in Folge dem Förderungsantrag anzuschließen.

C. Vorzeitiger Baubeginn
Mit dem Bau darf erst nach Erteilung des vorzeitigen Baubeginns durch die Direktion Soziales und Gesundheit, Abteilung Wohnbauförderung, begonnen werden. Voraussetzung ist das Vorliegen der erforderlichen Unterlagen, sowie der von der Förderstelle geprüfte Energieausweis.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Zustimmung zum Baubeginn keinen Rechtsanspruch auf die Förderung begründet.

D. Förderungszusicherung
Die Bewilligung und die Förderungszusicherung erfolgen nach Maßgabe der vorhandenen Mittel.

E. Darlehensauszahlung:

  1. Die Auszahlung des Hypothekardarlehens kann durch die  Oö. Landesbank Aktiengesellschaft nach  grundbücherlicher Sicherstellung des Darlehens und Fertigstellung des Rohbaues mit Bedachung erfolgen. Zugunsten des Landes Oberösterreich wird ein Veräußerungsverbot eingetragen.
  2. Der Oö. Landesbank Aktiengesellschaft bleibt es unbenommen, weitere erforderliche Nachweise, vor allem im Hinblick auf die Absicherung des Darlehens, zu verlangen.
     

Folgende Unterlagen werden benötigt:

  • Aktueller Grundbuchsauszug (Kopie)
  • Rechtskräftiger Baubewilligungsbescheid oder Baufreistellungsvermerk (Kopie)
  • Befunde des O.Ö. Energiesparverbandes über die Überprüfung der Energieausweise durch den O.ö. Energiesparverband für jedes einzelne Haus der Anlage
  • Färbige Ausfertigung oder Farbkopie des baubehördlich genehmigten Bauplanes gemäß Energieausweis, Lageplan mit Grundstücksbezeichnung
  • Kostenzusammenstellung - Anlage
  • Projektsbeschreibung
  • Aufstellung einzelner Häuser
  • Drei Vergleichsangebote für ein zusätzlich aufzunehmendes Hypothekardarlehen
     

Zusätzlich für gewerbliche Bauträger:

  • Auszug aus dem Firmenbuch mit Gesellschafterliste (Firmensitz in Oberösterreich)
  • Bauträgerkonzession

Abwicklung / Antragstellung

Der Antrag ist mittels Formular an die Direktion Soziales und Gesundheit, Abteilung Wohnbauförderung, zu richten.

Für die Erstellung der erforderlichen Befunde sowie Fragen zur energiesparenden Bauweise, zur barrierefreien Bauweise, zu ökologischen Dämmstoffen und ökologischen Mindestkriterien steht der O.Ö. Energiesparverband, 4020 Linz, Landstraße 45, Tel.: 0800/205 206 kostenlos zur Verfügung.

Formular

Wir verarbeiten personenbezogene Daten zur Abwicklung der Förderung.

Weitere Informationen finden Sie unter

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

Amt der Oö. Landesregierung • 4021 Linz, Landhausplatz 1 • Telefon (+43 732) 77 20-0 • E-Mail post@ooe.gv.at