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Hangwasser

Immer häufiger führt plötzlich auftretender Starkregen zu Überschwemmungen - auch fernab von Gewässern. Diese Hangwasserereignisse treten zumeist ohne Vorwarnzeit und sehr lokal auf.

Hangwasser überflutet Straße (Quelle: FF Laakirchen)

Was ist Hangwasser?

Als Folge von Starkniederschlägen oder lang anhaltenden Niederschlägen kann das Niederschlagswasser nicht mehr versickern und es kommt es zu Oberflächenabfluss. Bei Hangwasserabflüssen handelt es sich um Abfluss fern von Gewässern. Ausgelöst werden diese Hochwässer nicht durch übergehende Flüsse sondern durch auf die Flüsse zuströmende als Hangwasser abfließende Niederschlagswässer.
Als Starkregen bezeichnet man Niederschlagsereignisse, die in einem sehr kurzen Zeitintervall sehr große Regenmengen bringen.
 

Einflussfaktoren

Hangwässer sammeln sich in Gräben, Mulden und Senken oder fließen breitflächig über die Hänge ab. Welcher Anteil des Niederschlags zum Abfluss gelangt, hängt neben dem Niederschlagsereignis selbst von der Geländeform, der Flächennutzung und dem Untergrund ab. Bei Extremniederschlägen nimmt der Einfluss der Flächennutzung ab. Bäume, Gräser und Feldfrüchte - in Abhängigkeit vom Aufwuchsstadium - bremsen den Hochwasserabfluss. Die Wiese filtert Erde und Schlamm aus dem Hochwasser.
 

Maßnahmen

Durch eine geschickte Situierung von Häusern auf dem Grundstück, durch das Vermeiden der Versiegelung von Flächen mittels Asphalt oder Gebäuden sowie durch den Erhalt abflusswirksamer Mulden und Gräben auch außerhalb des Siedlungsraumes wird die Gefährdung durch Hangwasser verringert.
Öffnungen von Häusern wie Lichtschächte, Kellertüren oder Terrassentüren sind so zu gestalten, dass Hangwasser nicht eindringen kann. Durch Mulden und Gräben kann das Wasser gefahrlos an einem Gebäude vorbei geleitetet werden.
In Folge von Starkniederschlägen kann der Kanal überlastet sein. Bei der Konzeption des Hauses ist darauf zu achten, dass eine Flutung des Hauses über die Kanalisation ausgeschlossen wird.

 

Wie entsteht Hangwasserabfluss?
Bedeutung der Flächennutzung bei Niederschlag (Quelle: Land )

Bedingt durch diese kurzfristig auftretenden sehr großen Wassermengen bei einem Starkregenereignis kann das Wasser nicht oder nur unzureichend in den Untergrund versickern. Dadurch kommt es zu einem oberirdischen Abfließen der Wassermassen.

Der Abfluss des Hangwassers wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Ausschlaggebend ist die Intensität des Niederschlags. Großen Einfluss haben auch die Geländeform, die Rauigkeit, die Bepflanzung und ob abflusswirksame Mulden bestehen.

Hangwassermanagement in Oberösterreich
Übersicht Hangwassermanagement (Quelle: Land , Felix Weingraber)

Das Hangwassermanagement umfasst die Summe aller Maßnahmen im Umgang mit Hangwasser. Die Ermittlung der möglichen Abflussverhältnisse ist weiterführenden Überlegungen vorweggestellt. Die lokalspezifischen Gegebenheiten bestimmen, welche Hangwassermanagement-Maßnahmen geeignet sind.

Umgang mit Hangwassergefährdung bei der Flächennutzung
Flächennutzung bei Hangwassergefährdung (Quelle: einsatzdoku.at, Patrik Lechner)

Die Verminderung von Schäden an bestehenden Objekten, die Vermeidung von Schäden an neu zu errichtenden Objekten und die Auswahl von Flächen, die für eine Widmung als Bauland geeignet sind, erfordern unterschiedliche Instrumente und Maßnahmen des Hangwassermanagements.

Wasserwirtschaftliche Grundsätze für Hangwassermanagement
  • Erhalt von Wald, Erhalt von Wiesenflächen
  • Erhalt von abflusswirksamen Geländeformen
  • Betrachtung des Einzugsgebietes vor Betrachtung des Grundstücks
  • Ganzheitliche Lösungen anstatt isolierter „Insellösungen“
  • Maßnahmen auf Eigengrund vor Maßnahmen auf Fremdgrund
  • Angepasste „gefahrenbewusste“ Flächennutzung zur Maßnahmenvermeidung
  • Dauerhaft wirksame Maßnahmen (baulich) vor nur zeitweilig wirksamen Maßnahmen (zeitlich begrenzte Regelungen zur Bewirtschaftung)

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

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