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Feinstaub

Was Sie über Feinstaub wissen sollten.

Was ist Feinstaub?

Als Feinstaub bezeichnet man den Anteil des Schwebstaubs [3], der nicht in den oberen Teilen des Atemtraktes hängen bleibt, sondern bis in die Lunge vordringen kann. Dieser Staubanteil, der überwiegend aus Teilchen mit Durchmessern unter 10 Mikrometern [4] besteht, heißt auch PM10.

Der noch feinere Teil mit Durchmessern überwiegend unter 2,5 Mikrometern heißt PM2,5. Er dringt nicht nur in die Bronchien, sondern auch in die Lungenbläschen vor. Zu dieser Feinstaubfraktion gehören die gefährlichsten Staubarten wie Dieselruß, feinste Schwefelsäuretröpfchen, aber auch Zigarettenrauch.

 

[3] Den in der Luft schweben bleibenden und damit einatembaren Staub nennt man Schwebstaub.

[4] 1 Mikrometer (μm) entspricht einem millionstel Meter bzw. einem tausendstel Millimeter.

Wo kommt Feinstaub her?

Grundsätzlich kann zwischen primären und sekundären Partikeln unterschieden werden. Primäre Partikel werden als Emissionen direkt in die Atmosphäre abgegeben, z.B. durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen und Holz. Sekundäre Partikel entstehen durch luft-chemische Prozesse aus gasförmig emittierten Vorläufersubstanzen (saure Gase, wie z.B. Stickoxide reagieren mit basischen Gasen, wie z.B. Ammoniak und bilden eine feste Sub-stanz, die dann als Feinstaub in der Luft verteilt ist).

Der Großteil des Feinstaubs wird durch menschliches Handeln erzeugt.

Primärer Feinstaub entsteht durch Emissionen aus dem Verkehr, Industrie, Kleinverbrauch, Landwirtschaft oder auch beim Umschlagen von Schüttgütern und auf Baustellen. In der Industrie sowie im Kleinverbrauch entsteht Feinstaub bei Verbrennungsprozessen (Öfen, Heizungen). Der Straßenverkehr ist die dominierende Feinstaubquelle in Städten. Einerseits gelangt Feinstaub aus Motoren – vorrangig aus Dieselmotoren – in die Luft, andererseits entsteht Staub aber auch durch Brems- und Reifenabrieb und durch Aufwirbelung auf der Straße.

Zur Bildung von sekundärem Feinstaub tragen neben den Stickoxiden der Diesel-KFZ und Schwefeldioxid aus der Industrie auch Ammoniakemissionen aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung bei.

Natürliche Staubquellen sind z.B. Erosion der Erdoberfläche, Pollenflug, Pilzsporen usw. Gelegentlich (etwa einmal im Jahr) kann auch eine Staubwolke aus feinstem Saharasand die Alpen überqueren und bis zu uns kommen.

Grobe Anteile des Staubes fallen als Staubniederschlag rasch zu Boden. Dies ist jener Staub, der sich z.B. auch auf den Fensterbrettern wiederfindet. Bei Bauarbeiten etwa wird überwiegend Grobstaub erzeugt. Feinstaub ist für das menschliche Auge unsichtbar! Sichtbarer Staub – und sei er auch noch so fein – ist Grobstaub.

Messung:

Die Konzentration von Schwebstaub wird seit 1977 im automatischen Luftmessnetz rund um die Uhr registriert. Staubniederschlag wird in Abständen von jeweils einigen Jahren als Sondermessprogramm erfasst. Seit 2001 wird PM10 gemessen, also Feinstäube unter 10 Mikrometer, seit 2005 auch PM2,5, die Staubfraktion kleiner als 2,5 μm.

Welche Wirkung auf die menschliche Gesundheit hat Feinstaub?

Feinstaub ist der Luftschadstoff mit den gravierendsten gesundheitlichen Auswirkungen. Aufgrund der geringen Größe der Partikel können diese tief in die Lunge eindringen. Schädliche Auswirkungen von Feinstaub auf die Gesundheit reichen von (reversiblen) Änderungen der Lungenfunktion über die Einschränkung der Leistungsfähigkeit bis hin zu einer Zunahme an Todesfällen. Feinstaub wirkt nicht nur auf Lunge sondern vor allem auf das Herz-Kreislaufsystem. Auch kann Feinstaub Lungenkrebs verursachen [5].

 

[5] International Agency on Research on Cancer 2013

Gibt es eine kritische Zeit für hohe Feinstaubbelastung?

Ja, die gibt es. Aufgrund der besonderen meteorologischen Situationen und der schlechteren Durchmischung der Luft ist der Feinstaubgehalt der Luft im Winterhalbjahr höher als im Sommerhalbjahr. Die Feinstaubperiode startet meist wetterbedingt um den 15. Oktober und endet mit ca. Anfang April.

Wie kann ich mein Verhalten an die Belastungssituation anpassen?

Besonders betroffen sind folgende Bevölkerungsgruppen:

  • Empfindliche Personen: Personen mit Herz-/Kreislauf- und
    Atemwegserkrankungen, Kinder, Schwangere und ältere Personen
    Wenn Sie zu diesem Personenkreis gehören, versuchen Sie bei Konzentrationen über 50 μg/m³(Tagesmittelwert) anstrengende körperliche Aktivitäten zu reduzieren und vermeiden Sie Sportausübung im Freien.
  • Personen, die intensive körperliche Aktivitäten im Freien ausüben.
    Versuchen Sie bei Konzentrationen über 75 μg/m³(Tagesmittelwert) anstrengende Aktivitäten draußen zu reduzieren oder zu verschieben, besonders wenn Sie schon Symptome wie Husten, Kurzatmigkeit oder Halsschmerzen verspüren.
Welchen Beitrag zur Verringerung der Feinstaubbelastung kann jeder leisten?
  • Ich verzichte – wenn möglich – auf Autofahrten mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und benutze stattdessen öffentliche Verkehrsmittel, etc.
  • Ich halte außerhalb der Stadt Linz* auf Autobahnen ein Tempolimit von 100 km/h ein. (*Innerhalb des Stadtgebietes von Linz gilt auf Autobahnen und Schnellstraßen maximal 80 km.)
  • Ich lasse den Motor nicht im Stand warmlaufen, z.B. während des Schnee-Abputzens (nach § 102 Abs. 4 KFG ist das Warmlaufenlassen eine vermeidbare Luftverunreinigung und daher nicht zulässig)
  • Wenn ich über eine Zentralheizung, Gasheizung oder Fernwärme verfüge, dann verzichte ich auf den Betrieb meines Kamin- oder Kachelofens.
  • Im Sinne meiner eigenen Gesundheit vermeide ich in Innenräumen zusätzliche Schadstoffbelastung durch Rauchen oder offene Flammen.
Wie erfahre ich, wenn die Grenzwerte überschritten werden?

Die Luftgüte wird in Oberösterreich an einer Reihe von Messstellen durch das Amt der Oö. Landesregierung, Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft Abteilung Umweltschutz überwacht. Neben Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid, Kohlenmonoxid und Ozon wird auch Feinstaub (PM10, PM2,5) kontinuierlich gemessen.

Gesetzlich ist bei Feinstaub - anders als bei Ozon - bei der Überschreitung der Grenzwerte keine aktive Warnung der Bevölkerung vorgesehen.

Es liegt daher bei jedem Einzelnen, sich über die Feinstaubbelastung in der Luft zu informieren.

Weiterführende Informationen

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

Amt der Oö. Landesregierung • 4021 Linz, Landhausplatz 1 • Telefon (+43 732) 77 20-0 • E-Mail post@ooe.gv.at