LR Anschober: „Heimische Super-Beeren statt Superfoods“ Lebensmittelaufsicht untersucht Beerenobst und Kirschen – mit positivem Ergebnis: Keine Beanstandung bei Pestizidrückständen und einwandfreier Hygienestatus

Landeskorrespondenz

(LK) Ob als Kuchen, Dessert, Marmelade oder einfach nur frisch gegessen, Beerenobst und Kirschen sind immer eine Verlockung. Ob der Genuss auch aus Hygienesicht einwandfrei ist, hat die oö. Lebensmittelaufsicht getestet – mit positivem Ergebnis.

 

Im Juli 2016 wurden von der Lebensmittelaufsicht insgesamt 15 Proben Beerenobst und Kirschen aus dem Handel bzw. direkt bei den Herstellern entnommen und von der AGES Innsbruck auf ihren Hygienestatus und eventuelle Pestizid-Rückstände untersucht. Es wurden Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Ribiseln, Erdbeeren, Kirschen, Stachelbeeren und Physalis analysiert.

 

In neun Proben wurden geringe Spuren von Pflanzenschutzmittel-Rückständen gefunden, diese lagen jedoch unterhalb der gesetzlich gültigen Grenzwerte. Zu einer Überschreitung der Höchstmengen kam es bei keiner einzigen Probe.

 

Des Weiteren wurden im Rahmen des jährlichen Nationalen Kontrollprogramms für Pestizide 15 Proben Kirschen (aus Österreich, Italien, Spanien, Ungarn, Griechenland und der Türkei) auf Pflanzenschutzmittel-Rückstände getestet. Von diesen musste eine Probe mit Herkunft Italien aufgrund einer Grenzwertüberschreitung bei Phosphonsäure beanstandet werden. Phosphonsäure-Rückstände können durch den Einsatz von Fosetyl (ein im Obstbau zugelassener Wirkstoff gegen Pilzbefall) oder durch phosphonathaltige Dünger auftreten.

 

Auch pflanzliche Lebensmittel können mit Krankheitserregern belastet sein, ausgelöst etwa durch verunreinigtes Wasser und organische Düngung, die beim Menschen eine Infektion auslösen können. Aus diesem Grund werden die Proben auch auf den Keimgehalt untersucht, das erfreuliche Ergebnis: Hinsichtlich des Keimgehalts waren alle 15 Proben einwandfrei!

 

Zusätzlich werden von der Lebensmittelaufsicht über das Jahr verteilt routinemäßig verschiedenste Produkte beprobt und auf ihren Hygienestatus untersucht. Unter diesen Planproben befanden sich heuer bisher vier vergleichbare Proben (Heidelbeeren und Kirschen). Diese waren vom Keimgehalt her ebenfalls nicht zu beanstanden.

 

Die Lebensmittelaufsicht empfiehlt Beerenobst – wie alle Früchte, die ungeschält gegessen werden – vor dem Verzehr gründlich zu waschen. Etwaige doch vorhandene Rückstände oder mikrobielle Verunreinigungen können so gemindert oder gar entfernt werden – so steht dem Genuss nichts mehr im Wege.

 

Konsument/innenschutz-Landesrat Rudi Anschober gibt noch einen Tipp: „Die exotischen Acai- und Goji-Beeren sind zur Zeit in aller Munde, doch unsere heimischen „Super-Beeren“ können den vielbeworbenen „Superfoods“ durchaus die Stirn bieten. Mehr noch, kommen diese direkt aus unserer Region, können daher frisch bezogen und vielseitig verarbeitet werden, anstatt häufig getrocknet oder nur in Pulverform erhältlich zu sein.“

 

So enthalten etwa dunkle Beeren, wie die Schwarze Johannisbeere und Brombeeren hohe Mengen an sekundären Pflanzenstoffen, die als kraftvolle Antioxidantien wirken. Himbeeren und Heidelbeeren weisen hohe Gehalte an Ballaststoffen auf.