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Sozial-Landesrätin Mag.a Gertraud Jahn: " Erstmals oberösterreichische Generationenpreise in fünf Kategorien vergeben"

Landeskorrespondenz

(LK) Mit einem gut besuchten Symposium am 27. Februar 2015 eröffnete Sozial-Landesrätin Gertraud Jahn das Forum GenerationenDialog - eine neue Plattform, über die Alt und Jung zusammenkommen sollen. Über dieses Forum wurde zum ersten Mal der Oö. Generationenpreis in fünf Kategorien ausgeschrieben, dessen Preise im Rahmen einer feierlichen Gala am 3. Juni im Donau-Forum der Oberbank überreicht werden konnten. Dotiert waren die Preise mit je 3000,- Euro.

 

„Es ist wichtig, dass gute Beispiele für ein harmonisches Miteinander von Jung und Alt vor den Vorhang geholt werden. Deshalb haben wir diese Preise ausgeschrieben. Die vielen Einreichungen  zeigen, dass mit gutem Willen und Engagement keine Klüfte oder Konflikte entstehen müssen und dass wir alle gut beraten sind, aufeinander zuzugehen, statt uns voneinander abzuwenden. So wie auch in der Familie alle zusammenhalten, sollte das auch in der Gesellschaft  sein“, so Landesrätin Jahn.

 

Gewinner/innen der einzelnen Kategorien:

Kategorie Initiative

Projekt der Kreuzschwestern in Sierning - Eissalon im Pflegeheim

Im neu errichteten „St. Josef/Wohnen mit Pflege“ in Sierning entstanden neue Perspektiven für die Heimbewohner - eine davon wurde mit dem „Eissalon im Pflegeheim“ umgesetzt. Mit diesem Angebot wurde ein unkomplizierter Treffpunkt für Jung und Alt geschaffen, der für alle „mitten im Leben“ stattfindet. Für den Heimbetrieb durften keine Kosten entstehen und der Eissalon musste sich wirtschaftlich selber tragen. Als Ergebnis sollten die Bewohner/innen lebendigen Kontakt mit Eissalonbesucher/innen jeden Alters haben.  Zudem sollten sie trotz meist höherer Pflegestufe die Gelegenheit erhalten, am öffentlichen Leben teilzunehmen. Das gastronomische Angebot „Eissalon“ war eine Marktnische im Ort und konnte auch Besucher/innen – insbesondere junge Menschen – anziehen, die bisher keine persönlichen Kontakte zu den Bewohner/innen hatten. Diese Ziele wurden durch das Projekt erreicht, an dem Geschäftsführung, Hausleitung und Küchenleitung gleichermaßen mitgearbeitet haben.

 

Einreicher-Kurzdarstellung:

St. Josef/Wohnen mit Pflege“ in Sierning ist das Pflegeheim der Kreuzschwestern Sierning GmbH. St. Josef wurde 2012 neueröffnet und bietet nun 64 Wohnplätze für pflegebedürftige Menschen. In einem der vier Wohnbereiche wird der Schwerpunkt auf demenzielle Erkrankungen gelegt. Die Kreuzschwestern Küchen GmbH versorgt diverse Einrichtungen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich mit Speisen, darunter das Krankenhaus Sierining, St. Josef/Wohnen mit Pflege Sierning, einige Kindergärten im Sierninger Raum, Bruderliebe/Wohnen & Pflege Wels.

 

Kategorie Initiative II

Eine weitere Auszeichnung in der Kategorie Initiative ist das Projekt vom Evangelischen Diakoniewerk Gallneukirchen – Freiwilligen-Tandem:

Im Rahmen eines Pilotversuchs mit dem Unabhängigen LandesFreiwilligenzentrum (ULF) und dem Diakoniewerk wurden Tandems zwischen erfahrenen Freiwilligen und interessierten Asylwerber/innen gebildet. Diese Tandems sind derzeit in Gallneukirchen, Linz  und Wels engagiert. Das Diakoniewerk möchte damit das Engagement der Asylwerber/innen unterstützen, Generationen in Kontakt bringen und bestehende Barrieren in der Gesellschaft abbauen. Die positiven Erfahrungen der letzten Monate zeigen, wie wichtig es ist, auf persönlicher Ebene in Kontakt zu kommen und die Besonderheiten jedes Menschen kennen und schätzen zu lernen.

 

Organisation-Kurzdarstellung:

Das Diakoniewerk ist ein modernes Sozialunternehmen, das zeitgemäße Angebote für Menschen im Sozial- und Gesundheitsbereich entwickelt und dabei aus den Erfahrungen und der Tradition aus über 140 Jahren im Dienst für und mit Menschen schöpft. Es fußt auf dem Evangelium von Jesus Christus und will mit seinen fachlich gut ausgebildeten und engagierten Mitarbeiter/innen „Nächstenliebe in unserer Zeit“ erlebbar und nachvollziehbar machen. Die Kernkompetenzen des Diakoniewerkes liegen in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen, mit Menschen im Alter, im Bereich Gesundheit  und in der Ausbildung.

 

 

Kategorie Förderung – C hoch 3 Kooperationsteam aus dem Mühlviertel

Handwerk wurde früher traditionell von einer Generation an die nächste vererbt, heute fehlt es jedoch oft an interessiertem Nachwuchs. Ist das Handwerk also bereits tot? Dieses Team glaubt das nicht, sondern dass es bloß an der richtigen Vernetzung fehlt. Ziel des Projekt HAND/werk ist, eine Plattform zu schaffen, auf der Handwerker/innen, die ihr Wissen vermitteln und Menschen, die alte, traditionelle Techniken erlernen wollen, in Kontakt treten können. In den daraus entstehenden Synergien soll anschließend das Wissen um Materialien und Fertigungsprozesse sowie die Leidenschaft für das handwerkliche Tun weitergegeben werden. Dieses Netzwerk soll digital als Online-Plattform umgesetzt werden, zusätzlich soll es sich aber auch in den Gemeinden etablieren und in analoger Form niederschwellig zugänglich sein. Das Projekt HAND/werk würde sich im ersten Schritt auf die  Region Mühlviertel und die dort beheimateten Zünfte konzentrieren.

 

Organisation-Kurzdarstellung:

HAND/werk  - Was Alt und Jung zusammenbringt ist eine Idee von Andrea Ettinger, Lena Kothgasser, Peter Bodingbauer, Robert Gordana und Uli Koller. Diese bunt zusammengewürfelte Gruppe Kreativschaffender, bestehend aus Grafiker-, Fotograf- und Filmemacher/innen hat sich in einem Kreativ-Workshop kennengelernt. Das Projekt ist im Rahmen von C hoch 3 – creative community coaching entstanden. C hoch 3 ist eine österreichweite Maßnahme der creativwirtschaft austria der Wirtschaftskammer Österreich im Rahmen von evolve, der Initiative des Wirtschaftsministeriums zur Förderung von Innovation in der Kreativwirtschaft.

 

 

Kategorie Innovation:

Kompetenznetzwerk Informationstechnologie zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen (KI-I)

Zwei Millionen Menschen aller Berufs- und Altersgruppen haben Lese- oder Lernschwierigkeiten. Betroffene missverstehen alltagsnotwendige Informationen. Mithilfe von Leicht Lesen (LL) ermöglicht das KI-I Zugang zu Information. Das reicht bis zu rechtsgültigen Bescheiden in LL, einer besonders innovativen Lösung. Ziel ist der Abbau von Informationsbarrieren und die gleichberechtigte Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen. Schon heute können Erfolge wahrgenommen werden, die über das Informationsangebot hinausgehen. Menschen, die nicht über ihre Rechte Bescheid wussten, kennen diese nun und nehmen an Diskursen teil. Bei Betroffenen kann eine Verbesserung der Lese- und Schriftsprachkompetenz wahrgenommen werden. Gemeinsam bewirkt das einen verbesserten Zugang zu Wissen sowie höhere Kompetenz in der Bevölkerung

 

Organisation-Kurzdarstellung:

Die zentrale Aufgabe des KI-I ist es, Forschung im Bereich Technologien für Menschen mit Beeinträchtigungen jeden Alters zu betreiben und damit vor allem die Selbstständigkeit zu erhöhen. Neben der technischen Forschung rund um Barrierefreiheit beschäftigt sich das KI-I auch intensiv mit der inhaltlichen Barrierefreiheit und dabei vor allem mit der Übersetzung in eine leicht verständliche Sprache. Das dritte Standbein des KI-I ist die Qualitätsevaluierung von Behinderteneinrichtungen. Als Drehscheibe und Innovationsbörse stellt das KI-I eine Brücke zwischen Praxis, Forschung und Lehre her.

 

 

Kategorie Forschung – Mehrgenerationenhäuser der Familienakademie Mühlviertel

Das Mehrgenerationenhaus ist eine Einrichtung, die sich durch das Miteinbeziehen von Menschen unterschiedlichen Alters und des Sozialraumes aus dem sie entstammen, auszeichnet. Es ist eine familienergänzende Einrichtung, deren wichtigstes Ziel es ist, Menschen im Gemeinwesen dabei zu unterstützen, selbst aktiv zu werden. Es will eine Plattform sein, die gute Rahmenbedingungen für ein aktives und kooperatives Zusammenleben von Menschen schafft. Darüber hinaus ist ein Mehrgenerationenhaus ein Ort der Begegnung, der Beratung, der Vernetzung und Unterstützung von Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen. Neue Akzente können durch Eigeninitiative, aktive Mitarbeit und Kooperationen derjenigen Menschen, die unmittelbar in der Region leben, gesetzt werden. Die 17 Eltern-Kind-Zentren der Familienakademie verfügen über eine ausgezeichnete Infrastruktur, um diese Mehrgenerationenhäuser zum Leben zu erwecken.

 

Organisation-Kurzdarstellung:

Die Familienakademie Mühlviertel hat sich über viele Jahre als die Organisation für Familien und Kinder etabliert. Sie zeichnet sich durch hohe Qualitätsstandards bei der Organsiation und Durchführung von Familien- und Bildungsveranstaltungen aus. Sie trägt das EBQ-Siegel und das ÖCERT-Siegel. Zu ihren Angeboten gehören neben den 17 EKIZen u.a. Eltern-aktiv-Seminare, Familienberatung, Integrationsprojekte, EU-Projekte, uvm.

 

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