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Green Belt Center öffnet am 3. Mai seine Türen

Landeskorrespondenz

(LK) Das Grüne Band Europa – jene Grenzregion, die Europa einst während des Kalten Krieges teilte, bietet neben berührenden Lebensgeschichten und einer vielfältigen Kultur vor allem eines: Eine einzigartige Naturlandschaft. Als „Tor“ zu diesem kulturgeschichtlichem Schatz sieht sich das neu errichtete Green Belt Center in Windhaag bei Freistadt, das am 3. Mai 2015 zum ersten Mal seine Türen öffnete.

 

Mühlviertler Waldhaus wird zum „Green Belt Center“

Im Jahr 1982 wurde der Verein „Mühlviertler Waldhaus“ rund um das ehemalige Schulgebäude im Ortszentrum gegründet. Einige Jahre später vermittelten eine Ausstellung und ein Naturlehrpfad einen Einblick in eine Natur, die sich fast unberührt im ehemaligen Grenzgebiet entfalten konnte. Mehr als 30 Jahre später bietet das neu gestaltete Green Belt Center auf insgesamt 1.000 Quadratmetern Platz für Ausstellungen und Informationen rund um die Natur, die Geschichte und die Zukunft des Grünen Bandes.

Im Inneren des modern gestalteten Zentrums lädt eine Ausstellung rund um das Grüne Band Europa zum Eintauchen in die Vielfalt dieser Geschichte. Zu Beginn steht der Eiserne Vorhang und die Natur der ehemaligen Grenzgebiete im Fokus des Rundganges. Über die regionalen Grenzen hinweg führt die Ausstellung die Besucher/innen von der subarktischen Tundra im Norden Europas bis an das Schwarze Meer. Im Mittelpunkt steht dann das österreichische Grüne Band im Mühlviertel. Der „Zukunftsraum“ am Ende der Ausstellung bietet einen Ausblick auf die Welt von „Übermorgen“. Im Dachgeschoss des Centers wird in einer eigens gestalteten Ausstellung über Ritter und Siedler bis hin in das 20. Jahrhundert ein Blick auf die ereignisreiche Vergangenheit der Region geworfen.

 

„Felsenkino & Dschungelzimmer“ bieten Abenteuer

Um die Natur der einst unüberwindbaren Grenze hautnah erleben zu können, bietet das Green Belt Center verschiedene Vermittlungsprogramme an. „Wilde Delikatessen“ werden etwa bei einer Wanderung von Hammern nach Zettwing gesammelt, um gemeinsam ein geschmackvolles Gericht zu zaubern. Zwergerl und Blütenfeen kommen bei einer Wald- und Wiesenwanderung auf ihre Kosten. In der geführten Wanderung wird gemeinsam mit den Kindern ein Zwergenhaus gebaut und aus Wiesenblumen ein „Zwergenmenü“ zubereitet.

Ein Abenteuer für Schüler/innen bietet das Green Belt Center künftig mit dem „Felsenkino & Dschungelzimmer“. Entlang der Maltsch bekommt der wissbegierige Nachwuchs die Gelegenheit, die moosbewachsenen Felsen zu erkunden, Brennnessel zu verkosten und interessanten Geschichten rund um das Grüne Band zu lauschen.

Mit dem „Grenzland-Camp“ bietet das Green Belt Center vier Tage lang die Möglichkeit, die wild-romantische Landschaft entlang der ehemaligen Grenze kennenzulernen und fernab des Alltages in die Natur einzutauchen.

 

Zentrum als „Band zur Geschichte“

Das modern gestaltete Zentrum bietet nicht nur Platz für die Natur des Grünen Bandes, sondern gibt auch die Gelegenheit, in die Geschichte des Eisernen Vorhangs an der oberösterreichisch-tschechischen Grenze einzutauchen. Die Ausstellung „Vom Stacheldraht zum Grünen Band“ lädt Jugendliche zur Auseinandersetzung mit der ehemaligen „Todeszone“ ein. Besonders Geschichten rund um schicksalshafte Lebensläufe entlang der Grenze lassen die historischen Ereignisse „begreifen“.

Etwas Unsichtbares sichtbar zu machen – damit beschäftigt sich das Programm „GRENZErfahrung“. Im Fokus des Kulturvermittlungsprogramms „Verschwundene Dörfer“ steht das südböhmische Dorf Cetviny/Zettwing, das sich 1955/56 „auflöste“. Der Besucher begibt sich auf die Spuren dieser rätselhaften Geschichte und vor allem der Menschen, die vor 60 Jahren ihre Heimat verloren haben. Direkt vor Ort haben die Besucher/innen die Gelegenheit, die Spuren jener bewegenden Zeit zu erkunden und so Zeitgeschichte spannend zu erleben.

 

„Checkpoints“ entlang der Eisernen Grenze

Das Green Belt Center lädt seine Besucher/innen zusätzlich zu den vielfältigen Informationsquellen innerhalb des Hauses dazu ein, geschichtliche Schätze in der unmittelbaren Umgebung zu erkunden. Zwölf ausgewählte „Checkpoints“, darunter unter anderem das Zimmermannshaus oder die Schmiede „Hofwieshammer“, geben Interessierten einen besonderen Einblick in ihre ganz eigene Geschichte entlang des Grünen Bandes. Zusätzlich kann der Veranstaltungsraum im  Green Belt Center für Feiern, Seminare oder Präsentationen gemietet werden.

 

Grünes Band Europa-Erfinder Kai Frobel zu Gast in Windhaag

Einen Bildungsort für lebenslanges Lernen zu schaffen, den Zugang zur Natur am „Grünen Band“ zu schaffen und berührende Geschichten zu erzählen – all das steht im Fokus der Naturraum Grünes Band GmbH, die sich verantwortlich für das Green Belt Center zeichnet. Nach der kompletten Neugestaltung des Informationszentrums wird der Eröffnungstag am Sonntag, 3. Mai mit einer Florianimesse begonnen, die um neun Uhr in der Pfarrkirche stattfindet. Um zehn Uhr findet dann die offizielle Eröffnung des Green Belt Centers statt. Die Begrüßung nimmt Bürgermeister Erich Traxler vor.

Nach Grußworten von Ing. Milan Nebesář und Vizebürgermeister Heinrich Graser folgt der Projektbericht des Geschäftsführers der Naturraum Grünes Band GmbH, Christoph Lettner. Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Hiesl eröffnete das vom Land und der Europäischen Union geförderte Green Belt Center feierlich. Als Ehrengast nahm Kai Frobel, der Initiator des Grünen Bandes, an der Eröffnung teil. Nach der Segnung des Green Belt Centers durch Pfarrmoderator Antonius Grgic hatten die Besucher/innen neben einem kulturellen Rahmenprogramm die Möglichkeit, in die Welt des Grünen Bandes im neuen Informationszentrum einzutauchen.

Alle Vermittlungsprogramme sowie nähere Informationen unter www.greenbeltcenter.eu.

Naturraum Grünes Band GmbH
GF Christoph Lettner
ch.lettner@greenbeltcenter.eu
0676/3900777

 

Eröffnung „OTELO Grenzenlos“ in Windhaag bei Freistadt

Als ein Höhepunkt zur Eröffnung des „Green Belt Centers“ in Windhaag bei Freistadt wird unter dem Motto: Altes bewahren – NEUES SCHAFFEN das Bürgerbeteiligungsprojekt „OTELO grenzenlos“ am Sonntag, 3. Mai 2015, um 14 Uhr, im Handwerkerhaus, Marktgasse 5, in der Nähe des „Green Belt Center“ offiziell eröffnet. Geboten werden dabei lebendiges Handwerk & BIO-Schmankerlmarkt. In diesen Zeiten von Touchscreen und Dauer-Internet haben wieder viele Zeitgenossen große Sehnsucht nach alter Handwerkskunst. Genau diese Sehnsucht kann am LEBENDIGEN Markt gestillt werden. Meisterinnen und Meister aus der Region zeigen vor Ort ihr Können und bieten ihre Erzeugnisse feil. Natürlich gibt es zur Stärkung auch Schmankerl aus örtlichen BIO-Betrieben, röstfrischen Kaffee aus Freistadt und köstliche Backwaren aus Windhaag b. Fr. Selbst die „GRÜNE MARK“ ist mit ihren Spezialitäten vertreten. Erntefrische BIO-Orangen aus Sizilien ergänzen das Angebot. All das können Sie in und ums Handwerkermuseum und den gesamten Freigelände des ortsansässigen Lagerhauses erleben. Jung und Alt können ihr eigenes GRÜNES  BAND mit Farb- & Pinselstrich selbst bunt gestalten. Das erhaltenswerte Handwerkermuseum ist DAS NEUE „OTELO grenzenlos“. Die alte heimelige Stube fungiert als Begegnungszentrum für alle Generationen, Kulturen und Religionen. Offen, vorurteilsfrei, unkompliziert, ehrlich – einfach GRENZENLOS.

 

Nähere Informationen

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