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Landeskorrespondenz Nr. 112 vom 13. Juni 2013

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LH-Stv. Josef Ackerl: "Schuldenberatung rechnet sich fünffach"

(LK) Jeder Euro, der in die staatlich anerkannten Schuldenberatungen investiert wird, schafft soziale und wirtschaftliche Wirkungen im Gegenwert von 5,3 Euro. Dies wurde im Rahmen einer Social Return on Investment (SROI)-Analyse durch das NPO-Kompetenzzentrum der Wirtschaftsuniversität Wien für den Untersuchungszeitraum 2011 zum sozialen Mehrwert von Schuldenberatung errechnet. 11 Millionen Euro jährliche Investitionen in staatlich anerkannte Schuldenberatungen, vor allem aus öffentlicher Hand, stehen rund 60 Millionen Euro monetarisierte Wirkungen gegenüber. 

 

"In Oberösterreich waren im Jahr 2011 3,1 Millionen Euro für die Schuldnerberatungen budgetiert. Für 2013 sind Mittel in der Höhe von 3,39 Millionen Euro reserviert. Die vorliegende Studie bestätigt die Sinnhaftigkeit unserer Investitionen in die Schuldenberatungsstellen. Neben der Hilfe zur Entschuldung setzen wir sehr stark auf präventive Angebote zur Verbesserung der Finanzkompetenz. Gerade jungen Menschen wollen wir den richtigen Umgang mit Geld vermitteln. Im Schuljahr 2011/12 absolvierten knapp 2.400 Schüler/innen den Finanzführerschein", so Sozialreferent Josef Ackerl. 

 

Im Rahmen einer Social Return on Investment (SROI)-Analyse hat das NPO-Kompetenzzentrum der Wirtschaftsuniversität Wien für den Untersuchungszeitraum 2011 den sozialen Mehrwert von Schuldenberatung errechnet. 11 Millionen Euro jährliche Investitionen in staatlich anerkannte Schuldenberatungen, v.a. aus öffentlicher Hand, stehen rund 60 Millionen Euro monetarisierte Wirkungen gegenüber.

 

Telefonisch befragte Klient/innen waren zu 93 Prozent sehr zufrieden bzw. zufrieden mit der Arbeit der Schuldenberatungen.
Schuldenberatungen unterstützen ihre Klient/innen dabei, alle in Zusammenhang mit der Überschuldung stehenden Probleme zu bewältigen. Aus Menschen, die auf Hilfe vom Staat in Form von Arbeitslosengeld, Notstandshilfe und Mindestsicherung angewiesen waren, werden Erwerbstätige, die SV-Beiträge und Steuern einzahlen. Klient/innen nehmen zudem aus der Schuldenberatung ein gutes Rüstwerkzeug für 
langfristigen besseren Umgang mit Geld mit. Nicht zu unterschätzen ist auch die Verbesserung des gesundheitlichen und psychischen Zustands, sowohl der Klient/innen als auch deren Familien.

 

Einkommen statt Schulden und Sozialleistungen
Die stärkste Auswirkung hat Schuldenberatung laut Studie auf ihre Klient/innen: Ihnen steht nach erfolgreicher Tilgung der Schulden wieder das volle Einkommen zur Verfügung. Das ergibt einen langfristigen Profit von 31 Millionen Euro.
Aber auch der Staat und somit das Sozialsystem gewinnen: Die Tatsache, dass Klient/innen ihren Job behalten (45 Prozent der Klient/innen) bzw. im Laufe der Beratung einen neuen finden (12 Prozent), bringt dem Staat langfristig zusätzliche Steuereinnahmen und Profit aufgrund verringerter Sozialleistungen in der Höhe von insgesamt 17,7 Millionen Euro.

 

Schuldenberatung 2012
Im Jahr 2012 haben 55.194 Personen Unterstützung von einer der zehn staatlich anerkannten Schuldenberatungen in Österreich bekommen. Das ist erneut ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. (In Oberösterreich wurden mehr als 9.800 Menschen beraten oder betreut). 38,5 Prozent der erstberatenen Klient/innen sind arbeitslos. Arbeitslosigkeit, zuletzt in Österreich wieder merklich gestiegen, ist auch mit Abstand der häufigste Grund für Überschuldung, gefolgt von Umgang mit Geld und ehemaliger Selbstständigkeit. Das Klientel der Schuldenberatungen verdient deutlich weniger als der Bevölkerungsdurchschnitt: Knapp 30 % hatten weniger Einkommen als das Existenzminimum von 814 Euro zur Verfügung, was eine erfolgreiche Schuldensanierung schwierig gestaltet.

 

Mehr Zahlen und Hintergründe finden Sie im Schuldenreport 2013 auf
Icon Externer Link www.schuldenberatung.at/fachpublikum/schuldenreport.php

 

Kontakt zu den Geschäftsführern der Schuldenberatungen in Oberösterreich:
Schuldnerberatung Oberösterreich, Tel. 0732 77 55 11 – Mag. Thomas Berghuber
SCHULDNERHILFE , Tel. 0732 77 77 34 – Mag. (FH) Ferdinand Herndler

Beilage:

Zusammenfassung der „Studie zum gesellschaftlichen und ökonomischen Nutzen der staatlich anerkannten Schuldenberatungen in Österreich“ 1130,79 KB)

LR Anschober: Oberösterreich will 900 Millionen Euro in naturnahen Hochwasserschutz investieren

(LK) Oberösterreichs Umwelt-Landesrat startet bei der Umweltreferent/innenkonferenz am 14. Juni 2013 eine Initiative für einen Staatsvertrag zwischen Bund und Ländern für die langfristige Absicherung eines erhöhten Schutzbudgets, für die Verankerung einer ökologischen Ausrichtung des Hochwasserschutzes und für ein österreichweites Bauverbot in der roten Zone.

 

Oberösterreich will den ökologischen Hochwasserschutz, der 2005 gestartet wurde und sich bei der aktuellen Hochwasserkatastrophe sehr bewährt hat, in den kommenden Jahren beschleunigen und bis 2030 insgesamt 900 Millionen Euro investieren. Dafür ist im Vergleich zu den bisherigen Budgets - die sich bis 2030 auf 380 Millionen Euro summieren würden - eine Erhöhung um 520 Millionen Euro erforderlich.

 

Umwelt-Landesrat Rudi Anschober: "Um dies umsetzen zu können, brauchen wir neben einer deutlichen Erhöhung des Landesbudgets für Hochwasserschutz auch eine langfristig abgesicherte deutliche Erhöhung des Bundesbudgets. Der aktuelle Beschluss des Ministerrats ist dafür zuwenig. Vor allem braucht es eine langfristige Absicherung dieser Gelder, um Planbarkeit und Sicherheit für die Betroffenen garantieren zu können. Und das geht nur durch eine 15a-Vereinbarung."

 

Anschober startet daher bei der Sitzung der Landesumweltreferent/innen eine Initiative für einen Staatsvertrag zwischen Bund und den Ländern, um

  • eine Beschleunigung des Hochwasserschutzes durch eine auf zehn Jahre sichergestellte Budgeterhöhung von Bund und Ländern,
  • eine ökologische Ausrichtung des Hochwasserschutzes und
  • ein bundesweites Bauverbot in roten Zonen
    sicherzustellen.

 

Anschober abschließend: "Nach der Katastrophe müssen wir die Konsequenzen ziehen - statt Placebos und Ankündigungen braucht es Verlässlichkeit, Planbarkeit und Sicherheit. Die Betroffenen müssen sich auf das Wort der Politik verlassen können."

LR Anschober: Hochwasserschutz - Länder und Betroffene brauchen vom Bund langfristige Budgetsicherheit

(LK) Die am 11. Juni 2013 vom Ministerrat beschlossene Hochwasserschutzmilliarde ist noch keine Sicherheit für Anrainer/innen und Länder für eine Beschleunigung und Ausweitung des Hochwasserschutzes in Österreich. Denn:

 

Es handelt sich zum Großteil nicht um zusätzliche Mittel, sondern um eine Fortschreibung des bisherigen Budgets. Anstatt derzeit 79 Mio. Euro Jahresbudget für Schutzwasserwirtschaft plus 70 Mio. Euro für die Wildbach- und Lawinenverbauung sollen in Summe zusätzliche 200 Mio. kommen.

 

Völlig fehlt allerdings bisher die mittelfristige Absicherung dieses Budgets und damit fehlen Planbarkeit, Sicherheit und Verlässlichkeit. Denn diese Bundesregierung kann für heuer Zusagen machen, aber nicht über längere Zeiträume. Einzige Möglichkeit für Finanzsicherheit: eine 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern zur mittelfristigen Budgetabsicherung.

 

Wasser-Landesrat Rudi Anschober: "Ich fordere daher einen derartigen Staatsvertrag, damit sich die Betroffenen auch darauf verlassen können, dass in vertretbaren Zeiträumen tatsächlich naturnaher Schutz geschaffen wird!"

LR Anschober zu Greiner-Solar: Kurs der fehlenden Planbarkeit und Berechenbarkeit bei Förderungen gefährdet grüne Jobs

(LK) Tiefes Bedauern drückt Oberösterreichs Energie-Landesrat Rudi Anschober über das Aus für die Solarabteilung von Greiner aus.

 

Anschober: "Die Vorgängerfirmen, die von Greiner übernommen wurden, waren an der Hauruck-Förderpolitik in Deutschland und Österreich gescheitert.
Greiner hat sehr ambitioniert eine Weiterentwicklung versucht, aber offensichtlich war das Umfeld zu schwierig, auch aufgrund der weiterhin laufend veränderten Förderbedingungen auf Bundesebene. Wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht planbar und berechenbar sind, werden Arbeitsplätze und die wirtschaftspolitischen Chancen der Energiewende gefährdet. Fast jährlich werden die Förderbedingungen in Österreich verändert. Das kritisiere ich seit Jahren. Der Ausbau der grünen Jobs braucht Stabilität, Planbarkeit und Berechenbarkeit. Dann führt die Energiewende auch zum wirtschaftlichen Erfolg. Aber auch faire internationale Wettbewerbsbedingungen, die derzeit nicht gesichert sind. Hier ist die EU gefragt."

 

Anschober kündigt aber Gespräche an, um die wertvollen Innovationen, an denen Greiner zuletzt gearbeitet hat, zu sichern.

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