Frühlingsboten (Foto: ChristArt - Fotolia)

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Luftgüte-Monatsbericht Februar 2010


Meteorologische Bedingungen

Der Februar 2010 verlief in Oberösterreich zu kalt, teilweise zu trocken und mit wenig Sonnenschein.

Die Niederschlagsmengen erreichten im Innviertel annähernd durchschnittliche Mengen. Ried im Innkreis registrierte 51 statt der normalen 48 l/m². In den restlichen Landesteilen, wie etwa in Windischgarsten wurden zu geringe Niederschlagsmengen, nämlich 46 statt 70 l/m² registriert.

Temperaturmonatsmittel, die um bis zu 1 °C unter dem langjährigen Durchschnitt lagen und Schneefälle bei -10 °C sorgten für viele Schneedeckentage. In Linz war an 26 Februartagen eine geschlossene Schneedecke mit bis zu 19 cm Dicke zu beobachten. Üblich sind in Linz zehn solcher Tage im Februar.

Der in der letzten Dekade einsetzende Föhn sorgte zunächst nur auf den Bergen, erst in den letzten Februartagen auch in tiefen Lagen für einen Temperaturanstieg. Hartnäckiger Nebel und dichte Wolken waren der Grund für wenig Sonnenscheindauer und ausgeprägte Inversionen im gesamten Bundesland, bei denen Temperaturumkehr, und damit verbunden ganz schlechter Luftaustausch herrschte. In Gmunden wurden statt der üblichen 76 nur 68 und in Ried im Innkreis statt 88 nur 77 Sonnenstunden gezählt.

Der am 28. Februar endende meteorologische Winter 2009/2010 war am Beispiel von Linz um 1 °C zu kalt, erreichte am 27. Jänner mit -18,9 °C die tiefste Temperatur seit Jahren, zählte insgesamt 104 Schneedeckentage und nur 65 Prozent einer durchschnittlichen Wintersonnenscheindauer, nämlich 104 Sonnenstunden.

Schadstoffbelastung

Die Grenzwerte des Immissionsschutzgesetz-Luft wurden in Oberösterreich im Februar 2010 bei Feinstaub flächendeckend und punktuell auch bei NO2 überschritten. An sechs Messstellen traten zwischen einer und vier Zielwertüberschreitungen des NO2 -Tagesmittelwerts auf.

In Linz-Römerberg wurde am 27. Februar 2010 um 18:00 Uhr mit 275,4 µg/m3 eine Grenzwertüberschreitung des NO2-Halbstundenmittelwertes von 200 µg/m3 registriert.

An allen 20, mit Feinstaub bestückten Messstellen in unserem Überwachungsgebiet traten zwischen zwei und zwölf Feinstaubüberschreitungstage auf. Erlaubt sind nach IG-L für 2010 pro Messstelle und Jahr 25 Feinstaubüberschreitungstage. In Enns-Kristein stehen wir bis einschließlich 22. Februar bei 24 Überschreitungstagen. Ein wesentlicher Faktor für das Auftreten hoher Feinstaubkonzentrationen sind lang andauernde Hochdrucklagen mit windarmen und niederschlagsfreien Inversionen. Bei solchen Bedingungen entsteht aus gasförmigen Stickstoffdioxid- Schwefeldioxid- und Ammoniakbelastungen innerhalb mehrerer Tage sogenannter Sekundärstaub. Es handelt sich dabei um sehr feine Partikel mit Korngrößen von 2,5 µm und darunter, der nicht mit Schwerkraft deponierbar, sondern nur durch Niederschlag auswaschbar ist. Die Niederschläge im Februar konnten die die Situation nur kurzfristig entspannen, weil ständig schadstoffbelastete Luft nachströmte. Auch von Hintergrundstationen wie Grünbach und in Enzenkirchen, einer Station des Umweltbundesamtes im Sauwald, wurden zwei bzw. sieben Feinstaubüberschreitungstage registriert. Die Überschreitungen traten in vier Wellen, zwischen 5. und 9. Februar, zwischen 10. und 13., von 17. bis 19. und am 23. und 24. Februar auf.

Aus dem Jahresvergleich der letzten sieben Jahre wird ersichtlich, dass der Februar 2010 in Bezug auf Feinstaub nach dem Februar 2006, in dem ähnliche Wetterbedingungen herrschten, der am zweithöchsten belastete Februar der letzten sieben Jahre war.

Messnetz-Kurznachrichten

Seit 10. Februar 2010 betreiben wir für die Dauer von vier Monaten eine meteorologische Messstelle in der Gemeinde Alkoven. Die Messstation S200 ist in 4072 Alkoven, Winkeln 1 positioniert und mit Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Böe, relativer Feuchte, Temperatur und Strahlungsbilanz bestückt. Die Erhebungen führen wir im Auftrag der Oberösterreichischen Umweltanwaltschaft durch.
In Ternberg haben wir am 17. Februar 2010 ergänzend zur Messstelle S199 eine zusätzliche, nur mit Wind und Feinstaub bestückte Station, S201, Ternberg II in Betrieb genommen. Diese Messung findet im Auftrag der Marktgemeinde Ternberg bis zum Ende der heurigen Heizperiode am Parkplatz des Gemeindeamtes, Kirchenplatz 12, 4452 Ternberg statt. Beide Stationen sollen die Herkunft von Feinstaubbelastungen im Ortszentrum dokumentieren.
Weiterführende Informationen

Monatsberichte im PDF-Format:

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

Telefon (+43 732) 77 20-136 43
Fax (+43 732) 77 20-21 36 42
E-Mail us-goethe.post@ooe.gv.at